15. September 2010
In Psychiatrien werden junge und ältere Patienten mit seelischen und meist auch bestimmten neurologischen Erkrankungen behandelt. Dazu gehören Krankheiten wie Depressionen, Alzheimer, Multiple Sklerose, verschiedene Angsterkrankungen, Zwangsstörungen, Schlafstörungen, Schizophrenie, Suchterkrankungen wie Spielsucht oder Alkoholabhängigkeit, Psychosen sowie Patienten, die Selbstmordgedanken haben.
Wenn ein Patient in die Psychiatrie eingeliefert wird oder sich auf Anraten seines behandelnden Arztes dort in Behandlung begibt, so führt der Krankenhausarzt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten und klärt durch weitere körperliche Untersuchungen eine zugrundeliegende körperliche Krankheit ab. Je nach Art der gestellten Diagnose entscheidet der behandelnde Arzt der Psychiatrie, auf welcher Station der Patient aufgenommen wird. In Psychiatrien gibt es normale Stationen sowie so genannte „geschlossene“ Stationen. In den geschlossenen Stationen befinden sich Patienten, die rund um die Uhr Betreuung von Ärzten und Pflegepersonal benötigen, da sie sonst entweder sich selbst oder andere Menschen gefährden können.
Patienten, die unter Suchterkrankungen leiden und einen qualifizierten Entzug machen möchten, werden in der Suchtabteilung der Psychiatrie aufgenommen. Der Entzug dauert meist zwei bis drei Wochen, dann ist der Körper der Patienten von der Droge „entgiftet“. In dieser Zeit lernen die Patienten die Hintergründe ihrer Sucht und welche schweren Folgeerkrankungen dadurch entstehen können. Zusammen mit den Therapeuten erarbeiten die Patienten ein Konzept für ihr weiteres Leben. Psychiatrien vermitteln in der Regel auch Fachkliniken, in denen die Suchtpatienten eine lange andauernde Entwöhnungsbehandlung durchführen können. Auch die Kontakte zu Selbsthilfegruppen oder Suchtberatungsstellen werden von den Psychiatrien hergestellt.
Hat ein Patient eine psychische Erkrankung, so erhält er oftmals spezielle Medikamente verordnet, so genannte Antidepressiva bzw. Psychopharmaka. Zusätzlich werden lange Gespräche zwischen den Krankenhausärzten und den Patienten geführt. Neben der Gesprächstherapie erhält der Patient z.B. auch eine Musiktherapie, eine Licht- und/oder Kunsttherapie, Ergotherapie oder auch Physiotherapie. Bei der Mal- bzw. Kunsttherapie beispielsweise können sich viele psychisch kranke Patienten besser ausdrücken als im Gespräch mit den Ärzten. Durch das Malen werden auch die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt und die Heilung kann so beschleunigt werden. Auch die Musiktherapie wird für Patienten angewendet, die Probleme damit haben, sich mit Worten auszudrücken. Über die Musik können die Therapeuten oftmals leichter an diese Patienten herankommen. Die Patienten hören dabei Musikstücke und musizieren auch selbst. Viele Therapien werden im Rahmen von Gruppentherapien angeboten, einige jedoch auch als Einzeltherapie.
In den meisten Psychiatrien findet sich auch eine Abteilung die "Gerontopsychiatrie" genannt wird. Hier werden ausschließlich ältere Patienten behandelt, die z.B. unter Krankheiten wie Demenz, Alzheimer und Depressionen leiden. Die Angehörigen der Patienten werden in dieser Abteilung stark in die Therapie mit einbezogen. Die Patienten werden hier – wie auf den anderen Stationen auch - psychiatrisch versorgt. Zusätzlich werden jedoch spezielle Therapien mit den älteren Patienten durchgeführt, um deren noch verbliebene geistige Leistungsfähigkeit beizubehalten und zu fördern. Auch die alltäglichen Verrichtungen werden hier besonders trainiert.
Auf den geschlossenen Stationen werden Patienten aufgenommen, die von der Außenwelt abgeschirmt werden müssen, um nicht sich selbst und andere zu gefährden. Durch dieses Abschirmen von anderen Menschen können diese Patienten leichter wieder gesund werden. Auch Patienten, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr in der Lage sind, ihren Tagesablauf zu gestalten, werden hier behandelt.
Auch die so genannte Forensik ist ein Teil der psychiatrischen Krankenhäuser. Hier werden Menschen untergebracht, die straffällig geworden sind und jedoch nicht in ein Gefängnis sondern aus verschiedenen Gründen in eine Psychiatrie gebracht werden müssen. Auch diese forensische Abteilung ist eine geschlossene Abteilung. In den Therapien werden hier die Grunderkrankungen aufgearbeitet, so dass die Straftäter bei einer Entlassung aus der Psychiatrie nicht wieder rückfällig werden.
Die Psychiatrien bieten zudem auch so genannte Angehörigengruppen für Angehörige psychisch Kranker. Hier können die Angehörigen die Krankheit näher kennenlernen und sich mit gleichgesinnten Angehörigen austauschen. Diese Angehörigengruppen bestehen nicht nur für die Zeit, in der sich der Patient in der Psychiatrie befindet sondern auch darüber hinaus.
Viele Patienten, die aus der stationären Behandlung in der Psychiatrie entlassen werden, benötigen anschließend eine ambulante Weiterbehandlung. Diese kann oftmals auch direkt in der Psychiatrie erfolgen. Andere Patienten wiederum werden nach der stationären Behandlung in Gastfamilien vermittelt oder auch ein Platz im Betreuten Wohnen organisiert.
In den Psychiatrien arbeiten Fachärzte für Psychiatrie, Psychotherapeuten, Neurologen und Psychologen. Ferner sind hier auch Gesundheits- und Krankenpfleger (neue Bezeichnung für Krankenschwestern), Sozialpädagogen, Ergotherapeuten, Musik- und Kunsttherapeuten, Physiotherapeuten, Seelsorger, medizinische Fachangestellte, Sporttherapeuten usw. beschäftigt.
Psychiatrien verfügen – wie auch andere Krankenhäuser - über Patientenzimmer sowie Untersuchungs- und Behandlungsräume. Operationen werden hier nicht durchgeführt. Im Gegensatz zu allen anderen Krankenhäusern gibt es hier jedoch so genannte offene und geschlossene Abteilungen für die psychisch kranken Patienten. Um die geschlossene Abteilung verlassen zu können, wird ein Schlüssel benötigt. Die Abteilung ist für Patienten geeignet, die vor sich und anderen Menschen geschützt werden müssen. In den Psychiatrien gibt es zusätzlich Räume, in denen die Patienten malen und musizieren können. Auch einen Aufenthaltsraum für Patienten und Angehörige findet man in den Psychiatrien.
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