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Feuer hinterm Brustbein - Sodbrennen: Was kann man tun?

Werner H. litt bisher nur gelegentlich unter Sodbrennen, besonders nach fettem Essen oder nach bierseligen Skatabenden mit seinen Freunden. Das Ausmaß der Beschwerden hatte aber in den letzten drei Wochen erheblich zugenommen.

Nachts, wenn er im Bett lag, floss ihm der saure Magensaft bis in den Mund zurück und hinterließ grünliche Flecken auf dem Kopfkissen. Oft quälten ihn dann auch Hustenanfälle, ja er glaubte, ersticken zu müssen, wenn die Säure in den Kehlkopf oder bisweilen sogar in die Luftröhre gelangte. Hinter seinem Brustbein spürte Werner H. diesen brennenden Schmerz, der nicht aufhören wollte und der vom Herzen zu kommen schien. Das Schlafen mit erhöhtem Oberkörper hatte die Beschwerden nur unwesentlich gelindert. Nach einer besonders unangenehmen Nacht beschloss Werner H. daher, den Arzt aufzusuchen.


EKE - Die Klinikdirektoren Prof. Dr. Peter Markus und Prof. Dr. Gereon Börsch

Ursachen sind meist bekannt

Die meisten Menschen werden wie Werner H. wegen eines gelegentlichen Sodbrennens nicht zum Arzt gehen. Die Ursachen liegen auf der Hand und lassen sich durch einfache Maßnahmen oder Änderung der Lebensgewohnheiten wirkungsvoll beheben. Zu üppige Mahlzeiten, übermäßiger Alkoholgenuss, Übergewicht, schlechter Wein, Schokolade, Kaffee und Zigaretten sind die häufigsten Ursachen für gelegentliches Sodbrennen. Das Sodbrennen ist dann ein Alarmzeichen und verfehlt seine Wirkung meist nicht: Nahrungsmittel, die das Brennen verursachen, werden gemieden und wenn doch hin und wieder unvernünftig gelebt wird, so führt das prompt auftretende Sodbrennen rasch wieder auf den "Pfad der Vernunft" zurück.

Mangelhafter Verschluss

Die starken Beschwerden, die Werner H. zum Arzt geführt haben, sind jedoch Anzeichen für das Vorliegen einer sehr ernst zu nehmenden Erkrankung: Die gastro-ösophageale Refluxkrankheit. Die Ursache für die Erkrankung liegt meist in einem mangelhaften Verschluss zwischen Speiseröhre und Magen. Die Lebensqualität leidet deutlich unter den Symptomen und wenn nicht Abhilfe geschaffen wird, können chronische Beschwerden zur Ausbildung eines Speiseröhrenkrebses führen.

Zunächst führte der Arzt bei Werner H. eine Endoskopie durch. Bei diesem Verfahren wird ein Schlauch mit einer Optik an der Spitze in die Speiseröhre eingeführt, durch die der Arzt sich die Beschaffenheit der Speiseröhrenwand ansehen kann. Solche endoskopischen Untersuchungen werden im Elisabeth-Krankenhaus Essen in der Regel nach Injektion eines Beruhigungsmittels durchgeführt, so dass der Patient den Eingriff meist gar nicht wahrnimmt. Stellt der Arzt bei der Untersuchung Gewebeveränderungen fest, so kann mit Hilfe des Endoskops sofort eine Gewebeprobe entnommen werden, um die Zellen auf ihre Gut- oder Bösartigkeit untersuchen zu können. "Die Endoskopie ist die zuverlässigste Methode, Schleimhautveränderungen im Rahmen eines pathologischen gastro-ösophagealen Refluxes nachzuweisen", erklärt Prof. Dr. Gereon Börsch, Klinikdirektor der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie und Nephrologie des Elisabeth-Krankenhauses. "Infolge einer Refluxkrankheit kann es zu Verengungen in der Speiseröhre oder zu Geschwürbildungen kommen. Als Folge davon treten häufig Schluckbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen auf. Schlimmstenfalls kann die Erkrankung sogar zum Krebs der Speiseröhre führen."

Lebensgewohnheiten ändern

Die Allgemeinmaßnahmen zur Therapie der gastro-ösophagealen Refluxkrankheit haben eine Änderung der Lebensgewohnheiten zum Ziel: Häufige, aber kleine, fettarme Mahlzeiten – wobei die letzte nicht später als vier Stunden vor dem Schlafengehen eingenommen werden sollte – entlasten den Magen. Das Körpergewicht sollte in einem normalen Rahmen liegen. Kaffee, Alkohol und Nikotin sollten gemieden werden. Auf Schokolade und andere schleimhautreizende Nahrungsmittel wie Tomaten und Orangen sollte ebenfalls verzichtet werden. Neben dieser Basistherapie empfiehlt Prof. Dr. Gereon Börsch den gezielten Einsatz von so genannten Protonenpumpeninhibitoren: "Die Substanzgruppe der Protonenpumpeninhibitoren gilt heute als bewährtes Medikament bei Vorliegen einer chronischen Refluxerkrankung. Diese Präparate greifen direkt dort an, wo die Säure produziert wird. In über 90 Prozent der Fälle führt die Kombination der Basistherapie mit der Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren zu einem vollständigen Verschwinden der Symptome und die erheblich eingeschränkte Lebensqualität der Patienten normalisiert sich bereits innerhalb weniger Tage."

Verschlussmechanismus wieder herstellen

Das Problem der gastro-ösophagealen Refluxkrankheit ist allerdings, dass es sich hierbei um eine chronische Erkrankung handelt, die in 50 Prozent der Fälle nach sechs Monaten und in 80 Prozent der Fälle nach zwölf Monaten wieder da ist. "Das bedeutet für den Patienten, wieder die unangenehmen Symptome der Erkrankung zu erleben, eine weitere endoskopische Untersuchung sowie erneut die Einnahme der Medikamente. In vielen Fällen ist der Leidensdruck beim Patienten so groß, dass wir zusammen mit der chirurgischen Abteilung unseres Hauses ein operatives Therapiekonzept überlegen", sagt Prof. Dr. Börsch.

"Heute ist es möglich, die gastro-ösophageale Refluxkrankheit operativ zu heilen", erklärt Prof. Dr. Peter Markus, Klinikdirektor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie des Elisabeth-Krankenhauses. "Mit einem minimal invasiven Eingriff – das heißt, einem Eingriff durch ganz kleine Löcher in der Bauchdecke – können wir den Verschlussmechanismus am Übergang von der Speiseröhre zum Magen wieder herstellen. Auf diese Weise wird für die Zukunft der Rückfluss des sauren Mageninhaltes in die Speiseröhre verhindert. Es bietet sich hier eine ganze Reihe verschiedener Operationstechniken an, die sich alle bewährt haben und auf Grundlage der individuellen pathologischen Befunde beim Patienten ausgewählt werden. Mehr als 80 Prozent der Operierten benötigen nach einem Eingriff keine Medikamente mehr. Ausschlaggebend für den Erfolg einer solchen Operation ist, wie bei jedem laparoskopischen Eingriff, natürlich die Erfahrung des Chirurgen."

Werner H. hat sich zur Operation entschlossen und hat es nicht bereut. Er hat das Restrisiko, dass jedem chirurgischen Eingriff anhaftet, gegen die dauernde Einnahme von Medikamenten und der Gefahr eines möglichen Speiseröhrenkarzinoms abgewägt und nachdem er sich zur Operation entschlossen hatte, ging alles ganz rasch. Werner H. konnte schon am gleichen Tag nach der Operation flüssige Kost zu sich nehmen. – Drei Monate nach der Operation muss er noch einmal zur endoskopischen Kontrolle. Werner H. und sein Arzt sind zuversichtlich, dass es das letzte Mal ist.

QUELLENANGABEN

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