20. April 2009
(dgk/RaIA) Er ist ein komplexes Hightech-Wunderwerk und feierte Ende 2008 gerade seinen 50. Geburtstag: der Herzschrittmacher. Über eine Viertelmillion Bundesbürger leben heute mit dem kleinen Gerät – und stellen sich gerade zu Anfang viele Fragen. In ihrer Ausgabe 4B/2009 gibt die Zeitschrift "Ratgeber aus Ihrer Apotheke" einige Antworten.
Moderne Herzschrittmacher sind nur etwa so groß wie eine Streichholzschachtel, wiegen noch nicht einmal zehn Gramm und können innerhalb kürzester Zeit implantiert werden. Im menschlichen Körper bewirken die winzigen Wunderwerke Großartiges: Wenn das Herz zu langsam schlägt, helfen Schrittmacher dem Pumpwerk, wieder in den richtigen Rhythmus zu finden. Technisch betrachtet handelt es sich bei Herzschrittmachern um batteriebetriebene Geräte, die elektrische Impulse an das Herz abgeben. Die robusten Taktgeber bestehen aus einem gewebefreundlichen Titan-Gehäuse, einem Mini-Computer und einer langlebigen Lithiumjodid-Batterie. Dünne Elektroden verbinden das Gerät mit dem Herzen. Experten unterscheiden zwischen Einkammer-, Zweikammer- und frequenzadaptierten Schrittmachern, die abhängig von der Grunderkrankung des Patienten zum Einsatz kommen.
Zu einem Herzschrittmacher raten Ärzte häufig, wenn Patienten unter langsamen Herzrhythmusstörungen leiden, die mit Beschwerden wie Schwindel, Abgeschlagenheit und Leistungseinschränkungen einhergehen, und Medikamente allein nicht mehr ausreichen. In einem Routineeingriff wird der Schrittmacher dann meist unter örtlicher Betäubung unter den Brustmuskel implantiert. Vor Ort registriert das intelligente Gerät ständig die Herztätigkeit des Menschen und korrigiert nötigenfalls die Herzfrequenz. Moderne Herzschrittmacher sind zudem so zuverlässig und robust, dass sie fast alles mitmachen. In aller Regel können die Patienten ihren Beruf uneingeschränkt ausüben, Sport treiben, verreisen und ihren Alltag aktiv und nach eigenen Vorstellungen gestalten.
Wichtig ist es jedoch, dass Betroffene regelmäßig zu den vorgesehenen Kontroll- und Nachsorgeuntersuchungen gehen, bei denen der Arzt unter anderem die einwandfreie Funktion des Gerätes überprüft und es bei Bedarf auch "von außen" umprogrammieren kann. Sehr früh kann der Mediziner auch erkennen, wenn die Batterie erste Ermüdungserscheinungen zeigt. Die Angst mancher Patienten, ihr Herzschrittmacher könne plötzlich den Dienst versagen, weil die Batterie leer ist, ist also unbegründet. Moderne Geräte haben eine Lebenszeit von etwa sechs bis zwölf Jahren. Ist die Batterie verbraucht, muss das gesamte Gerät ausgetauscht werden, die Elektroden jedoch nur, wenn sie Verschleißerscheinungen zeigen.
Quelle: Ratgeber aus Ihrer Apotheke/ Ausgabe 4B/2009
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