Übergewichtigen Typ-2-Diabetikern wird in der Regel eine fettarme Ernährungsweise empfohlen, um ihren Blutzuckerspiegel so konstant wie möglich zu halten. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie deuten jedoch daraufhin, dass sich dafür die mediterrane Diät offenbar besser eignet und weitaus effektiver zu sein scheint.
Eine Diät wird als fettarm eingestuft, wenn nicht mehr als 30 Prozent der täglichen Kalorienmenge von Fetten stammen. Dabei soll laut den gängigen Empfehlungen der Anteil von gesättigten Fettsäuren maximal 10 Prozent der Tagesgesamtkalorien ausmachen. Eine solche Diät basiert auf dem Essen von Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten und fettarmen Eiweißquellen (z.B. Geflügel, Eier, fettreduzierte Milchprodukte).
Eine mediterrane Diät erlaubt deutlich mehr Fettkalorien. Rund 40 Prozent der täglichen Kalorienmenge darf aus Fetten stammen. Als Fettquellen dienen hierbei jedoch Öle, Fische, Nüsse und andere Nahrungsmittel, die reich an ungesättigten Fetten sowie Omega-3-Fettsäuren sind. Die Kalorien, die über Kohlenhydrate zugeführt werden, dürfen insgesamt nicht mehr als 50 Prozent der täglichen Kalorienmenge ausmachen. In der Praxis liegt der Anteil auf Grund der typischen Speisen oft unter 35 Prozent.
Bei der Studie wurden 215 übergewichtige Patienten, bei denen erst kurz zuvor Diabetes erkannt wurde und die noch keine antihyperglykämische Medikamententherapie erhalten haben, eine von beiden Diät-Gruppen zugewiesen. Sie mussten die Diät über vier Jahre befolgen.
Laut den Autoren der Studie benötigten 44 Prozent der Patienten, die der Mediterran-Gruppe zugewiesen wurden, Medikamente, um ihre Blutzuckerwerte zu senken. In der Gruppe, die sich fettarm ernähren musste, waren es hingegen 70 Prozent der Patienten, die auf eine zusätzliche Medikamentierung angewiesen waren.
Hinzu kommt die Beobachtung, dass die Patienten der Mediterran-Gruppe insgesamt mehr Gewicht abnehmen und außerdem ihr Risiko, eine Gefäßerkrankung zu erleiden, stärker verringern konnten.
Die Erkenntnisse der Studie sollten Grund zum Umdenken geben und zu einer kritischen Betrachtung der gängigen Praxis führen, in der Diabetikern eine fettarme Ernährungsweise empfohlen wird.
Menschen, die an Typ-2-Diabetes leiden, können zwar Insulin produzieren, es aber nicht effizient nutzen, weshalb es zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel kommt. Dauerhaft hohe Blutzuckerwerte können zu Herzkrankheiten, Schlaganfällen, Verschlechterung des Sehvermögens, Nierenschäden, Nervenproblemen und Durchblutungsstörungen führen.
Typische Anzeichen für eine Typ-2-Diabetes-Erkrankung sind ein erhöhtes Durst- und Hungergefühl, Müdigkeit, verstärkter Harndrang, plötzlicher Gewichtsverlust, verschwommene Sicht und eine deutlich langsamere Wundheilung.
Momentan gibt es keine Heilung für Typ-2-Diabetiker. Wenn die Blutzuckerwerte nicht durch eine Ernährungsumstellung dauerhaft stabilisiert werden können, ist die regelmäßige Einnahme von Medikamenten oder das Spritzen von Insulin unvermeidbar. Durch eine kohlenhydratarme Diät und regelmäßiger körperlicher Betätigung, können die Blutzuckerwerte in vielen Fällen gezielt gesenkt werden.
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Von Waltraud Schumacher und Monika Toeller der Ratgeber KH-Tabelle für Diabetiker.
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