Viele Allergiker sind in ihrem Berufsleben allergieauslösenden Stoffen ausgesetzt. Doch wie geht man am besten damit um?
Berufsbedingte Allergien stellen für zahlreiche Arbeitnehmer ein großes Problem dar. Zu den verschiedenen Risiken in der Berufswelt gehören zum Beispiel Tierhaare, Nahrungsmittel, Staub in der Backstube, Chemikalien oder Pollen. Allergiker sollten daher ihren Beruf nicht nur nach ihren Vorlieben wählen, sondern auch die gesundheitlichen Aspekte berücksichtigen.
In Deutschland müssen Jahr für Jahr etwa 30.000 Jugendliche ihre Ausbildung abbrechen, weil es in ihrem Arbeitsumfeld zu allergischen Reaktionen kommt. Stark zugenommen hat in den letzten Jahren auch die Anzahl an beruflich bedingten Hautkrankheiten. Diese sind mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent in Deutschland besonders verbreitet. In den meisten Fällen kommt es dabei zu Kontaktekzemen an den Händen. Diese werden vor allem durch die Einwirkung von Laugen oder Säuren hervorgerufen.
Ebenfalls weit verbreitet ist Asthma bronchiale, das in drei von vier Fällen durch eine Allergie ausgelöst wird.
Berufe, bei denen es zu allergischen Reaktionen kommen kann, gibt es viele. Dazu gehören zum Beispiel Bäcker, Bauarbeiter, Maler, Reinigungskräfte, Polsterer, Textil- und Lederverarbeiter, Friseure, Mediziner, Tierärzte, Tierpfleger, Gärtner, Kfz-Mechaniker, Elektroniker, Handwerker, Kosmetiker, Fotolaboranten, Schreiner, Tischler oder Metallarbeiter.
Ein geringes Allergie-Risiko besteht dagegen für Lehrer, Sozialarbeiter, Sozialhelfer, Optiker, Elektromechaniker, Feinmechaniker oder Logopäden. Das Gleiche gilt für kaufmännische Berufe, Medienberufe sowie für Berufe in der Verwaltung oder in der Datenverarbeitung.
Wer unter einer Allergie leidet und dies weiß, sollte dieses Problem bei der Wahl des richtigen Berufes berücksichtigen und sich genau darüber informieren, was einen erwartet. Am besten lässt man sich von einem Betriebsarzt, einem Allergologen oder einer Berufsgenossenschaft beraten.
Eine weitere Möglichkeit ist das Absolvieren eines Praktikums. Auf diese Weise kann man herausfinden, ob der infrage kommende Beruf auch wirklich die richtige Wahl ist oder man lieber eine Alternative ins Auge fassen sollte. Bei manchen Berufen ist es immerhin möglich, sich vor einer allergischen Reaktion zu schützen.
So können zum Beispiel Staubschutzmasken oder Handschuhe angelegt werden. Zudem lässt sich die Haut mit speziellen Cremes pflegen. Manchmal besteht auch die Möglichkeit, das Allergie-Risiko durch einen veränderten Arbeitsablauf zu senken.
Kommt es am Arbeitsplatz zu Allergieproblemen, sollte man sich nicht scheuen, seinen Arbeitgeber um Hilfe zu bitten, denn dieser muss laut Gesetz, die Gesundheit seiner Angestellten schützen. Bei einigen allergischen Erkrankungen der Atemwege kann auch eine spezifische Immuntherapie hilfreich sein.
Manchmal nutzen aber leider auch Schutzmaßnahmen oder Therapien nichts. In diesem Fall sind eine berufliche Neuorientierung oder eine Umschulung die einzige Möglichkeit, dieses gesundheitliche Problem zu lösen.
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