20. Mai 2010
Als Nabelschnur wird die Verbindung zwischen einem ungeborenen Kind und seiner Mutter bezeichnet. Sie gewährleistet die Versorgung des Kindes mit Sauerstoff und Nährstoffen.
Unter der Nabelschnur (Funiculus umbilicalis) versteht man die Verbindung des ungeborenen Kindes mit dem Mutterkuchen (Plazenta) der Schwangeren. Während der Schwangerschaft versorgt die Schnur das Kind mit Nährstoffen und Sauerstoff. Außerdem entsorgt sie Stoffwechselabbauprodukte wie Kohlendioxid.
Für die Dauer einer Schwangerschaft stellt die Nabelschnur eine Verbindung des Kindes zum Mutterkuchen der Schwangeren her, der sich in der Gebärmutter (Uterus) befindet. Die Schnur erreicht bei einem Menschen eine Länge von ca. fünfzig bis sechzig Zentimetern und einen Durchmesser von 1,5–2 Zentimetern. Zumeist ist die Nabelschnur spiralig gewunden und wird von so genannter Schafshaut (Amnion) umgeben. Am Anfang ist die Schnur mit vier Blutgefäßen ausgestattet. Zwischen dem 28. und dem 32. Tag der Entwicklung des Embryos bildet sich die rechte Nabelschnurvene zurück, sodass die Nabelschnur dann über drei Blutgefäße verfügt. Dabei handelt es sich um die beiden Nabelarterien (Arteria umbilicales) sowie die Nabelvene (Vena umbilicalis). In manchen Fällen kann auch nur eine Nabelarterie vorhanden sein, was man als singuläre Umbilicalarterie bezeichnet. Während die Nabelarterien nährstoffarmes, kohlendioxidreiches Blut vom Kind zum Mutterkuchen transportieren, leitet die Nabelvene Blut vom Mutterkuchen zum Kind.
Zu den typischen Merkmalen der Nabelschnur, die wie ein bläuliches dickes Knäuel aussieht, gehört das gallertige Bindegewebe. Dieses sorgt für die notwendige Flexibilität der Schnur und schützt sie außerdem vor einem Abknicken, wenn es zu Biegebelastungen kommt. Das Gewebe wird aus feinen Kollagenen, wasserbindenden Hyaluronen und einigen Fibrolasten zusammengesetzt.
In der Regel wird nach der Geburt eine Durchtrennung der Nabelschnur vorgenommen. Dies geschieht nach etwa fünf bis zehn Minuten, wenn das Blut in der Nabelschnur nicht mehr pulsiert. Das Durchtrennen wird mit einer Plastikklammer durchgeführt, wobei diese Prozedur für das Baby völlig schmerzlos verläuft. Ein kleines Stück der Nabelschnur von etwa zwei bis drei Zentimetern Länge bleibt zunächst am Baby zurück und fällt nach ein paar Tagen von selbst ab. Die Narbe, die dabei entsteht, ist der Nabel (Umbilicus).
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