29. November 2011
Dass Schimmelbefall in den Innenräumen nicht nur ein ästhetisches, sondern auch ein gesundheitliches Problem ist, spricht sich immer mehr herum. Oftmals unklar allerdings sind die vielfältigen gesundheitlichen Beschwerden, die durch Schimmelpilz verursacht werden können.
Da Schimmelpilze bzw. deren Ausdünstungen über den Atem aufgenommen werden, sind in erster Linie die Atemwege von Störungen betroffen. So beispielsweise können Schimmelpilze neben ganz allgemeinen Reizungen der oberen und unteren Atemwege Krankheitsbilder wie Bronchitis verursachen. Atemnot, Husten und Fieber können ebenfalls oftmals durch Schimmelpilze verursacht werden, daneben allergische Symptome wie Asthmaanfälle oder Reizerscheinungen an Augen und Haut sowie ganz allgemein eine erhöre Anfälligkeit des Körpers für Infekte aller Art. Beobachtet wurden ebenfalls chronische Erschöpfungszustände, Konzentrationsstörungen, Muskelschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden.
Darüber hinaus produzieren bestimmte Schimmelpilzgattungen, beispielsweise Aspergillus spp. oder Penicillium spp., starke Giftstoffe. Diese sind vor allem in den Pilzsporen der toxinbildenden Schimmelpilze enthalten, welche wiederum unter bestimmten klimatischen Bedingungen in hoher Konzentration in die Raumluft gelangen können. Hier werden sie vom Menschen eingeatmet, es kommt zu einer sogenannten inhalationsbedingten Intoxikation, also einer Vergiftung durch das Einatmen von mikrobiellen Giftstoffen. Symptome solch einer Vergiftung äußern sich vorwiegend im neuronalen Bereich und reichen von extremer Müdigkeit bis hin zu schweren Wahrnehmungsstörungen.
Studien konnten einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein von Schimmelpilzen in Innenräumen und Allergien, Reizungen, Infektionskrankheiten, Müdigkeit und Gliederschmerzen feststellen. Sehr oft sind sich die Betroffenen nicht klar darüber, wodurch ihre Beschwerden ausgelöst werden, zumal Schimmelpilzkulturen oftmals im Verborgenen blühen. Eine auf das Aufspüren von Schimmelpilz spezialisierte Raumluftmessung, beispielsweise mittels Luftkeimsammler, könnte hier Klarheit bringen, um dann gegebenenfalls entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Eine reine Desinfektion nämlich schafft nur kurzfristig Abhilfe, da auch die abgetöteten Schimmelpilzpartikel ihr allergenes Potenzial behalten.
Eine weiter reichende Entfernung des Schimmels ist nur von Fachfirmen unter der Beachtung spezieller Schutzmaßnahmen wie dem Tragen von Schutzanzügen und Atemschutz auszuführen. Allergietests auf Schimmel stehen bislang nur für einzelne Schimmelpilzgattungen zur Verfügung, weshalb gegen mikrobielle Belastungen am besten von jedem präventive Maßnahmen ergriffen werden sollten. Diese liegen vor allem in der Senkung der Raumluftfeuchtigkeit, beispielsweise durch richtiges Lüften.
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