24. August 2009
Von Viola Reinhardt
Heute ist es zu heiß, morgen schon wieder zu kalt. Der Regen geht einem auf die Nerven und Temperaturen von über 30 Grad sowieso. Es vergeht weltweit kein Tag an dem das Wetter nicht millionenfach beim Namen genannt wird. Hier einmal ein paar Wetter-Details, die ein Phänomen aufzeigen und doch zu keiner Lösung des sprachlichen und gedanklichen Wetterproblems finden.
Menschen sind schon sonderbar. Da gibt es dringende Probleme zu lösen oder wichtige Details des täglichen Lebens zu klären, aber alle Welt kümmert sich Tag für Tag um das Thema Wetter. Beginnend bei der Wetterfühligkeit vieler Menschen rund um den Globus, die selbst ein nahendes Gewitter schon im kleinen Zeh spüren, über die Auswahl der passenden Kleidung (schlechtes Wetter gibt es ja sprichwörtlich nicht) bis hin zu den alten Bauernregeln, gilt dem Wetter, dessen Schwankungen und Kapriolen die höchste Aufmerksamkeit.
Bereits Kinder reden schon vom Wetter, so etwa, wenn sie in den Nachrichten den Wetterbericht gehört haben. "Wir können morgen nicht ins Schwimmbad, weil es regnen soll", ist hierbei nur einer von vielen indogrierten Sprüchen, die selbst die Kleinsten schon haben. Ein Wetterbericht ist toll, keine Frage, aber nicht unabänderlich und vor allem hält sich das Wetter selbst nicht zu hundert Prozent daran. Wäre ja noch schöner, dann hätten die Menschen ja weniger zu meckern oder zu diskutieren und sei es nur über die unfähigen Wetterfrösche im Radio oder Fernsehen.
Warum Mann und Frau ständig über das Wetter spricht, ist tatsächlich ein Phänomen, dem selbst aus wissenschaftlicher Sicht nicht wirklich beizukommen ist. Liegt es an der Langeweile des einzelnen, dass dieser stundenlang über das Wetter und dessen Unwegsamkeit debattieren kann? Oder ist es einfach die Ohnmacht des Menschen, dass er hier keinerlei Einfluss nehmen kann und es eben so nehmen muss wie es kommt? Ungeklärte Fragen, die auch der beste Forscher dieser Welt wohl nicht so rasch wissenschaftlich beantworten oder gar belegen kann.
Eines ist allerdings sicher: Keiner kann an der täglichen Wetterlage etwas ändern, so dass auch ein Aufregen darüber eigentlich recht unnötig ist. Morgens aufstehen, aus dem Fenster sehen und dann den Tag danach zu planen oder die Kleidung auszuwählen, ist wahrlich eine sinnvollere Variante. Und sich dann lieber über weitaus interessantere oder wichtigere Themen zu unterhalten noch mal mehr. Denn irgendwann ödet das Thema Wetter auch im tausendsten Smalltalk oder im Partnergespräch nur noch an. Nehmen wir es wie es kommt, denn zum Glück gibt es trotz der größten technologischen Innovationen noch kein Mittel oder eine ausgefeilte Technik wie man das Wetter verändern kann. Gäbe es sowas, dann würde nicht nur das Klima einen Kollaps erleiden, sondern auch die Menschheit und die Natur.
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