Elemente des Wetters, deren Entstehung und verschiedene Messverfahren

Waldlandschaft unter blauem Himmel mit Regenbogen

Wissenswertes rund um das Wetter

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion

Unter dem Wetter versteht man kurzfristige Zustände der Atmosphäre. Zu den Elementen des Wetters gehören u.a. Luft, Wind, Niederschläge und Wolken. Im Rahmen der Wettervorhersage kann man sich darüber informieren, mit wie viel Sonnenstunden man in den nächsten Tagen rechnen kann, wie hoch das Regenrisiko ist usw. Mit der Wetterbeobachtung befasst sich die Meteorologie. Lesen Sie alles Wissenswerte rund um das Wetter.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Spricht man vom Wetter, sind damit unterschiedliche Zustände der Atmosphäre an bestimmten Orten gemeint. Dazu gehören vor allem Wolken, Sonne, Wind, Regen, Kälte oder Hitze. Bestimmend für den Wetterverlauf ist die atmosphärische Zirkulation, die wiederum von der Strahlung der Sonne sowie der lokalen Energiebilanz geprägt wird.

Das Wetter in der Meteorologie

Mit der Beobachtung des Wetters befasst sich die Meteorologie, die zu den Geowissenschaften zählt. Sie erfasst die unterschiedlichen Wetterelemente mithilfe von speziellen Messgeräten. Die Wetterlage wird von Meteorologen unter anderem als

  • heiter
  • wolkenlos
  • bedeckt
  • trüb
  • regnerisch
  • stürmisch
  • stabil oder
  • wechselhaft

beschrieben. Eine wichtige Rolle für die Meteorologie spielen die einzelnen Elemente des Wetters sowie dessen Messung. Zu den Wetterelementen gehören vor allem

  • Lufttemperatur
  • Luftfeuchtigkeit
  • Luftdruck
  • Windgeschwindigkeit sowie
  • Winde wie Talwind, Bergwind, Aufwind, Abwind, Seewind und Föhnwind.

Weitere Elemente des Wetters sind

  • Niederschläge wie Regen, Tau, Graupel, Hagel, Schneeregen und Schnee
  • Wolken
  • Unwetter wie Gewitter und Stürme sowie
  • Nebel und Regenbögen.
Die Lufttemperatur ist ein Element des Wetters
Die Lufttemperatur ist ein Element des Wetters

Wettervorhersage im TV und Internet

Welches Wetter man in der kommenden Zeit erwarten kann, lässt sich anhand der Wettervorhersage einsehen. Diese ist beispielsweise Teil der Nachrichten, die man im Fernsehen anschauen kann; es ist aber auch möglich, sich in der Zeitung oder im Internet zu informieren.

Generell kann von einer guten Zuverlässlichkeit gesprochen werden, was die Vorhersage angeht. Dabei gibt es jedoch auch Unterschiede, je nach aktueller Wetterlage: besteht beispielsweise eine stabile Winterhochdrucklage, lässt sich die weitere Woche zu 90 % sicher voraussagen, während eine instabile Gewitterlage im Sommer nur noch eine Zuverlässigkeit von unter 70 % aufweist. Auch gibt es Unterschiede, ob es um die Temperaturen oder den Niederschlag geht - letzterer kann nicht ganz so genau vorhergesagt werden.

Wer sich online über das anstehende Wetter informiert, hat die Möglichkeit, viele Details zu erfahren. Es gibt eine Menge Wetterseiten im Netz; hier gibt man die gewünschte Stadt bzw. Postleitzahl ein und erhält einen entsprechenden Überblick. Dabei kann man zwischen dem heutigen Tag, einer Drei-Tages-Vorausschau, einer Wochen-Vorausschau oder auch einer Langzeit-Vorausschau, meist 16 Tage, auswählen. Angezeigt werden:

  • die Anzahl der Sonnenstunden
  • die Zeiten des Sonnenauf- und untergangs
  • die Wetterlage: sonnig, bewölkt, Regenschauer etc.
  • die maximale und minimale Temperatur
  • die tatsächliche und gefühlte Temperatur
  • die Windstärke
  • die Regenwahrscheinlichkeit
  • der Luftdruck

Typisch ist, dass man die Wetterlage des aktuellen Tages im Stundentakt einsehen kann. Auch mögliche Wetterwarnungen in Form von Sturm oder Gewitter, werden angezeigt.

Wenn das Wetter Auto oder Haus beschädigt: Die Versicherung zahlt nicht immer alles

Dunkelhaarige Frau geht unter weißem Regenschirm an Regentag durch die Stadt
Beautiful young woman with white umbrella on rainy day © Ovidiu Iordachi - www.fotolia.de

Gegen die Macht der Natur kann der Mensch nicht viel ausrichten. Tobt der Hagel durch die Ortschaft oder schlägt gar ein Blitz in unmittelbarer Nähe ein, kann es schnell zu hohen Sachschäden kommen. Oft entstehen Schäden am Haus, da das Dach der Last nicht komplett standhalten konnte oder Wasser in den Keller gelaufen ist. Auch draußen geparkte Autos müssen oft den ein oder andern Schaden hinnehmen.

Sobald das Wetter sich beruhigt hat, stellt sich für viele Betroffene die Frage, wer nun für die Reparaturen aufkommt. Die beste Nachricht für alle Autofahrer ist sicher: Schäden durch Unwetter zahlt bereits die Teilkaskoversicherung. Kann man nachweisen, dass das Auto durch Hagel und co. beschädigt worden ist, so fällt das unter die Leistungen der Versicherung.

Anders sieht es bei Schäden am Haus aus. Hier sind viele Menschen weniger gut versichert, als sie allgemein annehmen. Wer beispielsweise als Hausbesitzer eine Gebäudeversicherung oder Hausratversicherung hat, kann damit keine Wasserschäden auf Kosten der Versicherung beheben lassen. Egal ob ein Schaden durch Regen, gestiegenes Grundwasser oder ein akutes Hochwasser entsteht, der Punkt "Überschwemmung" ist nicht Teil dieser Versicherung.

Wer diesen Schutz für sein Gut haben möchte, der muss zusätzlich eine Versicherung gegen Elementarschäden abschließen. Hat dagegen ein Sturm die Schäden verursacht, greifen die beiden genannten Versicherungen wieder.

Entstehen Schäden am Dach oder an den Fenstern, sodass Wasser ins Innere dringt, so kommt in diesem Fall die Versicherung auf, da nicht Wasser sondern Sturm in erster Instanz der Verursacher der Schäden war. Auch Verluste durch Blitzeinschlag sind gedeckt, allerdings nur, wenn der Blitz direkt Schaden macht. Überspannungsschäden in Geräten zählen nicht dazu.

Das Wetter gilt als beliebtes Gesprächsthema - doch wieso ist das so?

Das Wetter als Smalltalk-Phänomen

Heute ist es zu heiß, morgen schon wieder zu kalt. Der Regen geht einem auf die Nerven und Temperaturen von über 30 Grad sowieso. Es vergeht weltweit kein Tag, an dem das Wetter nicht millionenfach beim Namen genannt wird. Hier einmal ein paar Wetter-Details, die ein Phänomen aufzeigen und doch zu keiner Lösung des sprachlichen und gedanklichen Wetterproblems finden.

Menschen sind schon sonderbar. Da gibt es dringende Probleme zu lösen oder wichtige Details des täglichen Lebens zu klären, aber alle Welt kümmert sich Tag für Tag um das Thema Wetter. Beginnend bei der Wetterfühligkeit vieler Menschen rund um den Globus, die selbst ein nahendes Gewitter schon im kleinen Zeh spüren, über die Auswahl der passenden Kleidung (schlechtes Wetter gibt es ja sprichwörtlich nicht) bis hin zu den alten Bauernregeln, gilt dem Wetter, dessen Schwankungen und Kapriolen die höchste Aufmerksamkeit.

Bereits Kinder reden schon vom Wetter, so etwa, wenn sie in den Nachrichten den Wetterbericht gehört haben. "Wir können morgen nicht ins Schwimmbad, weil es regnen soll", ist hierbei nur einer von vielen indogrierten Sprüchen, die selbst die Kleinsten schon haben.

Ein Wetterbericht ist toll, keine Frage, aber nicht unabänderlich und vor allem hält sich das Wetter selbst nicht zu hundert Prozent daran. Wäre ja noch schöner, dann hätten die Menschen ja weniger zu meckern oder zu diskutieren und sei es nur über die unfähigen Wetterfrösche im Radio oder Fernsehen.

Alle reden nur vom Wetter - Wetter ist Dauergesprächsthema

Frau mit hochgestecktem Pony lächelt Gesprächspartner an, sitzt an orangener Bar
flirt © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Menschen die sich über das Wetter unterhalten, haben sofort ein gemeinsames Gesprächsthema, obwohl sie sich gar nicht kennen. Tatsächlich ist das Wetter Smalltalk-Thema Nummer eins.

Kein Wunder, denn das Wetter geht jeden an. Sonne hebt die Laune, Schnee zur richtigen Zeit auch, Regen im Unmaß verdrießt, doch der Landwirt braucht ihn. Das gibt nicht nur Gesprächsstoff, sondern ist manchmal auch Diskussionsgrundlage.

Das Wetterthema kann jedes peinliche Schweigen zum lockeren Gespräch machen. Wetter ist ein neutrales Thema, das mit jedem besprochen werden kann, sogar mit dem Chef. Außerdem ist das Wetter unbestechlich und unbeeinflussbar. Weil wir an solche Situationen nicht gewöhnt sind, reden wir darüber. Um besser damit zurechtzukommen, wird das Wetter einer Person zugeordnet: „Petrus hat es regnen lassen.“

Über das Wetter kann man ohne Vorbildung reden. Jeder hat etwas dazu zu sagen. Hoch- und Tiefdruckgebiete sind seit 2002 sogar käuflich, und zwar bei Diplom-Meteorologen. Dann heißt so ein Hoch nach dem eigenen Vornamen, wie „Hoch Luise“. Der Erlös kommt der Wetterstation zugute.

Die Zuordnung der Namen zu Hochs oder Tiefs wird jährlich gewechselt. 2013 sind die Frauen für die Hochs zuständig. Die Menschen kaufen nicht nur Hochs, denn bei Tiefs tut sich mehr, Sturm, Blitz und Donner ist für viele interessanter als ein langweiliges Dauerhoch.

Am besten so hinnehmen - verändern kann man es sowieso nicht

Warum Mann und Frau ständig über das Wetter spricht, ist tatsächlich ein Phänomen, dem selbst aus wissenschaftlicher Sicht nicht wirklich beizukommen ist. Liegt es an der Langeweile des einzelnen, dass dieser stundenlang über das Wetter und dessen Unwegsamkeit debattieren kann?

Oder ist es einfach die Ohnmacht des Menschen, dass er hier keinerlei Einfluss nehmen kann und es eben so nehmen muss wie es kommt? Ungeklärte Fragen, die auch der beste Forscher dieser Welt wohl nicht so rasch wissenschaftlich beantworten oder gar belegen kann.

Eines ist allerdings sicher: Keiner kann an der täglichen Wetterlage etwas ändern, so dass auch ein Aufregen darüber eigentlich recht unnötig ist. Morgens aufstehen, aus dem Fenster sehen und dann den Tag danach zu planen oder die Kleidung auszuwählen, ist wahrlich eine sinnvollere Variante.

Und sich dann lieber über weitaus interessantere oder wichtigere Themen zu unterhalten noch mal mehr. Denn irgendwann ödet das Thema Wetter auch im tausendsten Smalltalk oder im Partnergespräch nur noch an.

Nehmen wir es wie es kommt, denn zum Glück gibt es trotz der größten technologischen Innovationen noch kein Mittel oder eine ausgefeilte Technik, wie man das Wetter verändern kann. Gäbe es sowas, dann würde nicht nur das Klima einen Kollaps erleiden, sondern auch die Menschheit und die Natur.

Verändert Eisberg aus der Antarktis auch das Wetter bei uns?

Eisbär auf schwimmender Eisscholle
Polar Bear © lassedesignen - www.fotolia.de

Droht uns demnächst ein strenger Winter, weil in der Antarktis ein neuer Eisberg, der die Größe von Luxemburg besitzt, entstanden ist? Dieser Eisberg, der also etwa 90 Kilometer lang und 30 Kilometer breit ist, hat sich durch einen Zusammenstoß eines kleineren Eisberges auf eine Gletscherzunge gebildet.

Jetzt beobachten Wissenschaftler diesen Eiskoloss und wenn er eine bisher eisfreie Zone behindert, so könne dies zu einer Klimaveränderung auch bei uns führen, so dass kältere Winter die Folge wären. Wenn diese Eismassen aber sich nordöstlich bewegen würden, kämen sie in wärmere Klimazonen und hätten keinerlei Einfluss auf unser Wetter. Nun warten wir es erst einmal ab, was dieser Eiskoloss vorhat.

Brennende Hitze: Klimawandel verursacht Naturkatastrophen

Nicht nur in Deutschland stieg das Thermometer diesen Sommer auf Temperaturen über 25 Grad an, um schließlich für Wochen diesen Stand zu halten. In Moskau erklamm das Quecksilber fast die 39 Grad Marke und ist zu erwarten, das die Globale Erwärmung auch in Zukunft immer länger andauernde Hitzewellen hervorrufen wird, die rascher aufeinander folgen werden. 70.000 Menschen starben 2003 Leben an den Folgen extremer Hitze. Vergleicht man die Zahlen, war das 20. Jahrhundert das wärmste der letzten 500 Jahre.

Die Treibhausgasemissionen müssen drastisch reduziert werden, auch wenn der Klimawandel nicht mehr gestoppt werden kann, besteht immerhin die Möglichkeit, ihn zu verlangsamen. Denn nicht nur Hitzewellen, sondern auch andere Naturkatastrophen wie Stürme, Brände, Dürren und Überschwemmungen sind das Ergebnis der Globalen Erwärmung, welche weltweit katastrophale Ausmaße annehmen.

Das Bewusststein der Menschen ist hinsichtlich des Klimawandels sensibilisiert, dennoch werden mehr und mehr Treibhausgase produziert.

Klimawandel und Erderwärmung - Extreme Wetterschwankungen werden demnächst öfter vorkommen

Es geht wirklich an die Substanz wenn man ständig von Naturkatastrophen hört bei denen wieder einmal hunderte von Menschen ihr gesamtes Hab und Gut oder sogar ihr Leben verloren haben. Doch diese Wetterereignisse sollen laut Prognosen des Umweltbundesamtes und des Deutschen Wetterdienstes bald häufiger vorkommen.

Ob Überschwemmungen, Hitzewellen oder Hochwasser, solche Extremwetter werden in absehbarer Zeit auf der ganzen Welt häufiger anzutreffen sein. Bisher ist die Jahresdurchschnittstemperatur in Deutschland seit 1981 um 1,1 Grad Celsius gestiegen, bis Ende des Jahrhunderts sollen weitere zwei bis vier Grad dazukommen.

Das Umweltbundesamt sowie der Deutsche Wetterdienst raten den Menschen schon heute bei größeren Bauvorhaben diese Entwicklung zu berücksichtigen und vor allem bei Langzeitprojekten auf die Erfüllung der Richtlinien zu achten, damit es nicht noch einmal zu einem solchen Chaos wie dem der ICE-Klimaausfälle kommen kann.

Klimawandel - Da er nicht mehr aufzuhalten ist, muss den Folgen jetzt schon vorgebeugt werden

Der Klimawandel macht sich langsam aber sicher auf der ganzen Welt bemerkbar und wird wohl nicht mehr aufzuhalten sein. Daher ist es nach Meinung des Deutschen Wetterdienstes und des Umweltbundesamtes äußerst wichtig sich auf die bevorstehenden Folgen vorzubereiten und beispielsweise Frühwarnsysteme zu verbessern oder die Deiche auszubauen.

Hochwasser wie es erst kürzlich in Pakistan und auch in Sachsen der Fall war, wird es demnächst häufiger geben, dafür sprechen alle Statistiken. Allein in Deutschland ist die Jahresdurchschnittstemperatur seit 1981 um 1,1 Grad gestiegen und der weitere Temperaturanstieg wird nicht mehr gänzlich aufzuhalten sein. Um nicht bald komplett von den Ausmaßen des Klimawandels überrascht zu werden, muss in nächster Zeit mehr Wert auf die Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen gelegt werden.

Meteorologen sprechen von möglicher "kleiner Eiszeit"

Unsere moderne Welt ist mit dem Schneechaos überfordert, Forscher sprechen von kleiner Eiszeit

Weißer Wald, blauer Himmel und schneebedeckter Wanderweg
schnee-spazierweg © Patrizia Tilly - www.fotolia.de

Das momentane Wetter sorgt in vielen Regionen Deutschlands für Schneechaos. So mild wie es die letzten Jahre war, sind viele Menschen nicht davon ausgegangen, dass es überhaupt noch möglich ist, weiße Weihnacht zu haben.

So hatten die Räumdienste innerhalb kürzester Zeit kein Streusalz mehr und Flughäfen mussten gesperrt werden, da die Enteisungsmittel für die Flugzeuge fehlten. "Unsere moderne, hochtechnisierte Welt ist mit der Wintersituation völlig überfordert", so Meteorologe Thomas Globig. Seiner Meinung nach könnte jedoch auf Deutschland eine "kleine Eiszeit" zukommen. Bis zum Jahresende soll es noch einmal deutlich kälter werden.

Wie kommt es zu so einer eisigen Kälte?

Globig erklärt, dass die Sonnenaktivitäten momentan stark verändert seien, zudem wären die Luftdruckgebiete verdreht. Normalerweise herscht über Island ein Tief und über den Azoren ein Hoch, was für milde Temperaturen sorgt. Durch die Verdrehung strömt jedoch jetzt kalte Luft nach Deutschland. Diese Veränderung sei nach Meinung des Meteorologen zwar nicht ungewöhnlich, jedoch sehr schwer vorherzusagen.

Von einer zukünftigen globalen Erwärmung ist deutschlandweit nichts zu sehen. Wie sich das Wetter langfristig verhalten wird, würde man innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre sehen, so Globig.

Meeresforschung - Die Windgeschwindigkeit und die Wellenhöhe über den Meeren nimmt zu

Entwicklung in Windgeschwindigkeit und Wellenhöhe über den Meeren der Welt sind deutlich erkennbar

Kleine, brechende Wellen im Meer
Aufgewühltes Meer © Frank Optendrenk - paradisi.de

Forscher der Nationalen Universität von Australien haben in der Wissenschaftszeitschrift "Science" eine Studie veröffentlicht, die Satelliten-Daten analysiert hat. Diese Daten erfassten den Verlauf der Windgeschwindigkeit und der Wellenhöhe auf den Weltmeeren zwischen 1985 und 2010.

Sichtbare Verstärkung

Die Windstärke ist in diesem Zeitraum um 5 bis 10 Prozent gestiegen, das sind 0,25 bis 0,5 Prozent pro Jahr. Die Höhe der Wellen hat pro Jahr um 0,5 bis 1 Prozent zugenommen. Ian Young, einer der beteiligten Forscher, erklärte dem TV-Sender "Discovery-News", dass es sich wohl um einen langfristigen Trend handele, weil man die Zunahme sowohl auf der Nord-, als auch auf der Südhalbkugel feststellen konnte.

Man habe fünf verschiedene statistische Methoden angewendet, kam aber immer wieder zum selben Ergebnis: Es wird stürmischer auf den Weltmeeren. Der britischen Zeitschrift "The New Scientist" nannte er als wahrscheinliche Ursache für den stärkeren Wind und die höheren Wellen die Erderwärmung. Aus der Wärmeenergie könnten sich Stürme entwickeln.

Allerdings wies er auch darauf hin, dass bis jetzt erst Daten über zwei Jahrzehnte vorliegen und man deshalb nicht genau wissen könne, wie sich dieses Phänomen in langfristigen Zeiträumen entwickelt hat und entwickeln wird.

Die Folgen des Klimwandels aus ärztlicher Sicht

Durch Klimawandel und veränderte Umstände, können alte und neue Krankheiten wieder auftreten

Grüne Erreger auf dem Weg in die Nasenlöcher
Infektion © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Vor kurzem fand in Wiesbaden ein Internistenkongress statt. Man besprach unter anderem die Folgen des Klimawandels auf neue Krankheitsbilder.

Der Mikrobiologe Werner Bär aus Cottbus wies darauf hin, dass es in Deutschland früher Malaria gab. Noch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Berlin 650 Fälle registriert. Wenn es hier wärmer wird und die Verhältnisse sich etwas verschlechtern sollten, kann sich die Malaria wieder ansiedeln. Das gelte auch für andere Krankheiten, die man hier lange nicht oder noch nie gesehen habe.

Touristen und Migranten als Überbringer von Krankheiten

Auch die großen Migrationsbewegungen können die Lage in Deutschland aus ärztlicher Sicht verändern. Der Tourismus spiele eine Rolle, ebenso die Renaturierungsmaßnahmen. Der Cottbusser Professor Hans Schweisfurth erklärt, warum die Allergien so stark zunehmen: Es liege an der immer stärkeren Konzentration von Feinstaub, Ozon und Pollen. Die Pollen verbinden sich zusätzlich mit Schadstoffen.

Die Luft wirke heute zwar sauberer, aber das sei eine Täuschung. Auf Allergiker wirkt sie sich schlimmer aus, weil die Schadpartikel heute viel kleiner seien. In Gebieten, wo es oft Überschwemmungen gibt, sind Milben und Schimmelsporen in der Luft.

Allergien durch Balkonpflanze

Außerdem hat sich in Deutschland die Pflanze Ambrosia ausgebreitet. Es reichen 6 Ambrosia-Pollen pro Kubikmeter Luft, um allergische Reaktionen auszulösen. Bei herkömmlichen Pollen braucht es dazu 1000 bis 10000 Pollen pro Kubikmeter.

Schweisfurth und Bär rechnen mit neuen Krankheiten, mit mehr hitzebedingten Krankenhauseinweisungen, mit mehr Allergien und mit mehr Lungenkrankheiten durch den Klimawandel.

Klimawandel - Deutschland drohen immer mehr und heftigere Stürme und Fluten

Aufgrund des hohen Kohlenstoffdioxid-Austoßes werden Stürme in Deutschland häufiger auftreten

Sturm an See, Tornado fegt darüber
Stormy sea © KoMa - www.fotolia.de

Die durch den Klimawandel entstehenden Wetterextreme in Deutschland werden in naher Zukunft deutlich mehr Schäden anrichten als bisher vermutet.

Doppelt so häufige und schwere Unwetter sind zu erwarten

Erstmals haben jetzt Wissenschaftler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) herausgefunden, dass sich die aus Stürmen entstehenden Schädigungen mehr als verdoppeln werden. Auch Fluten werden zwei bis drei Mal häufiger auftreten als gegenwärtig.

Drei Jahre analysierten dafür die Forscher Daten aus verursachten Schäden der Vergangenheit in Deutschland. Mit Hilfe von Klimamodellen im Computer, die als Basis sogar nur einen Mittelwert des zu erwartenden Klimawandels benutzen, stellten sie ihre Berechnungen an und kamen zu diesen alarmierenden Ergebnissen.

Heftige Stürme werden durch Kohlendioxid-Ausstoß verursacht

Besonders betroffen von Stürmen sind demnach in Zukunft Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Westen der Republik. Dagegen werden wohl Sommergewitter im Osten für mehr Schäden sorgen. Der bisher schwerste Sturm „Kyrill" Deutschlands im Jahr 2007 verursachte einen Schaden von über zwei Milliarden Euro. Künftig sollen hier solche heftigen Stürme alle 10 statt bisher alle 50 Jahre auftreten. Grund dafür ist vor allem der hohe CO2-Ausstoß.

Klimawandel bringt trockenere Sommer und nassere Winter

Trockenheit im Sommer, nasse Winter und außergewöhnliche Wetterereignisse durch Klimawandel

Wetterstation
Meteorological station © Alfonso de Tomás - www.fotolia.de

Auch wenn der Sommer sich momentan eine kleine Auszeit gönnt, die Erderwärmung schreitet immer weiter voran. So war in Deutschland das erste Halbjahr im Durchschnitt 1,5 Grad Celsius zu warm. 2011 könnte nach 2000 und 2007 das drittwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 werden, erklärte der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Sommer 2010 gehört zu den drei wärmsten seit Mitte des 19. Jahrhunderts

Zwar lagen die Temperaturen hierzulande im vergangenen Jahr um 0,4 Grad unter dem langjährigen Mittel von 8,2 Grad Celsius, ein Grund zur Entwarnung gebe es jedoch nicht, stellte Gerhard Müller-Westermeier vom DWD fest. Das Jahr 2010 gehörte weltweit zu den drei wärmsten seit Mitte des 19. Jahrhunderts, so der Leiter des Bereichs Klimaanalyse.

Ein Umdenken findet jedoch nicht statt. So pustete die Menschheit nahezu 31 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre. So viel wie nie zuvor. Dies teilte der Präsident des DWD Gerhard Adrian auf einer Pressekonferenz in Berlin mit. In Deutschland müsse man bis 2100 mit einem Anstieg der Temperaturen von zwei bis vier Grad rechnen. Dies führe zu größerer Trockenheit im Sommer, nasseren Wintern und mehr außergewöhnlichen Wetterereignissen, so Adrian.

Der globale Klima-Risiko-Index sieht Pakistan an der Spitze

Die Zahl der Toten und finanziellen Schäden durch Wetterextreme war in dem südasiatischen Staat mit Abstand am größten

Wirbelsturm auf einem Feldweg, auf dem Weg in eine Siedlung, Blitze am Himmel
Large Tornado disaster © sdecoret - www.fotolia.de

Der globale Klima-Risiko-Index wurde ins Leben gerufen, damit man statistisch erfassen kann, wo auf der Welt das Klima aktuell am gefährlichsten ist. Der Index hat alle möglichen Schäden von Wasser bis Hitzeperioden aufgelistet und je nach entstandenem Schaden eine Rangordnung erstellt.

Platz 1: Pakistan

2011 ist Pakistan auf dem traurigen ersten Platz. Der Schaden an

  • Mensch,
  • Eigentum und
  • Umwelt

wurde dort vor allen Dingen durch schlimme Fluten ausgelöst. Die Zahl der Toten und die finanziellen Schäden waren hier mit Abstand am größten.

Russland ist der einzige Industriestaat in den "Top 20"

Auffallend bei den aktuellen Werten des Index: bei den ersten 20 betroffenen Ländern ist nur ein einzelner Industriestaat dabei und zwar Russland. Allein 2010 starben in Russland ganze 55.000 Menschen aufgrund hoher und anhaltender Hitze, was Russland den Platz 18 zuweist.

Deutschland dagegen befindet sich auf dem relativ sicheren Platz 46. Platz zwei und Platz drei nehmen Guatemala und Kolumbien ein. In Guatemala kamen besonders viele Menschen durch Hurrikans um, in Kolumbien waren es Überschwemmungen, die viele Opfer forderten.

Der globale Klima-Risiko-Index hat zusammenfassend ermittelt, dass in den letzten 20 Jahren gut 710.000 Menschen als direkte Folge eines Wetterextrems gestorben sind.

Abschmelzen der Polkappen führt zu mehr Schneefall in Nordamerika und Nordeuropa

Amerikanische und chinesische Wissenschaftler vermuten, dass durch das Abschmelzen des Eis auf den Polkappen auch mehr Schnee in Nordamerika und Nordeuropa die Folge des Klimawandels ist. Die Wissenschaftler hatten die Daten der Wintermonate im Zeitraum von 1979 bis 2010 ausgewertet, wobei Temperaturen sowie der Luftdruck auf dem Meer und dem Land und auch die Schneemassen berücksichtigt wurden.

Als Ergebnis stellten die Forscher fest, dass beispielsweise in Nordamerika zwischen drei und 12 Prozent mehr Schnee fällt, wenn eine Million Quadratmeter arktischen Eis schmilzt, was auch im Prinzip für Nordeuropa und Asien zutrifft.

Zusätzlich werden auch die Westwinde schwächer, die zum großen Teil unser Wetter in Europa bestimmen, so dass auch mehr Schnee fällt, weil die arktischen Winde tiefer in den Süden vordringen können.

Wetterbedingte Naturkatastrophen nehmen in Deutschland zu

Wetterbedinge Naturkatastrophen kommen nicht nur in anderen Teilen der Welt vor, sondern auch in Deutschland. Die Zahl solcher Vorfälle habe sich in den vergangenen 40 Jahren mehr als verdreifacht. Und in den kommenden 30 Jahren würden extreme Wetterereignisse noch zunehmen, prophezeit der der Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes Paul Becker.

Der Klimawandel werde voranschreiten, sagte Becker. Deshalb müssten Warnsysteme und auch die Energieversorgung ausgebaut werden, um sich für die Zukunft zu rüsten. Starke Stürme können Stromleitungen und Windkraftwerke beschädigen. Weil Deutschland im Zuge der Energiewende weg von der Atomenergie hin zu den erneuerbaren Energien geht, sei die Stromversorgung bei Naturkatastrophen aus den genannten Gründen anfälliger. Der Hauptgrund für die Erderwärmung ist der Anstieg des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO2), das aus Industrieanlagen und Autoabgasen in die Luft gepustet wird.

Die Jahre zwischen 2000 und 2009 seien die wärmsten seit Beginn der flächendeckenden instrumentellen Messungen gewesen, betonte Professor Mojib Latif vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Er geht davon aus, dass die Temperaturen noch weiter ansteigen werden. Deshalb müsste im Klimaschutz noch viel verbessert werden.

Klimavorhersagen werden unzuverlässiger - Tornadosaison startet in Deutschland

Die deutschen Tornados sind verglichen mit denen in Amerika wesentlich harmloser und werden deshalb auch Windhosen genannt, die im späten Frühjahr immer öfter gesichtet werden. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, wie die extrem starken Windhosen mit Geschwindigkeiten von über 170 Sachen, die unlängst in Niedersachsen gewütet haben.

Für die Wetterdienste gestaltet sich die exakte Vorhersage solcher Stürme immer schwieriger, obwohl den Meteorologen riesige Supercomputer mit enormer Rechenleistung zur Verfügung stehen. Neben der Windstärke und Luftfeuchtigkeit fließt in die Simulationsberechnung auch die entsprechende Temperatur ein, wobei seit kurzem auch Daten über Treibhausgase sowie Eiskristalle verwendet werden. Genau diese neuen Werte verzerren die Resultate immer mehr und vergrößern die Spannbreite möglicher Wetterszenarien, was die Vorhersage des öfteren zur Lotterie werden lässt.

Eisschmelze in der Arktis bringt kältere Winter

Anscheinend haben sich die Wissenschaftler vor einigen Jahren geirrt, als sie prognostizierten, dass die Winter in Deutschland aufgrund des weltweiten Klimawandels wieder wärmer werden. Aktuelle Studien des Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung belegen jedoch genau das Gegenteil.

Ihrer Ansicht nach beschert die massive Eisschmelze in der Arktis gerade Mitteleuropa künftig klirrend kalte Winter und viel Schnee. Seit dem bisherigen Rekordjahr 2007 gab es demnach noch niemals so wenig Eis um den Nordpol, sodass die Arktis spätestens bis zur Mitte des Jahrhunderts eisfrei sein dürfte.

Eine Folge der Eisschmelze könnte auch das vergangene Grönland-Hoch sein, welches den Hurrikan "Sandy" an der US-Ostküste wüten ließ und kalte Luft nach Europa transportierte.

Wie gewohnt können Klimaforscher keine exakten Prognosen über das Wetter machen, wobei immer mehr dafür spricht, dass es in den kommenden Wintern hierzulande auch wieder kälter wird und daneben mehr Schnee als sonst fällt.

Der Klimawandel ist meist verantwortlich für Wetterextreme

In der Forschung gibt es keinen Zweifel daran, dass extreme Wettersituationen auf den globalen Klimawandel zurückzuführen sind. Für die Wissenschaftler ist es dennoch oft schwer zu deuten, ob aktuelle Klimaextreme schon direkt in Zusammenhang zu bringen sind mit der Erderwärmung.

Wissenschaftler der US-Wetterbehörde Noaa untersuchten 12 Wetterextreme aus dem Jahr 2012 und stellten fest, dass die Hälfte davon auf den Klimawandel zurückzuführen ist.

Dazu zählen die Hitzewelle und die daraus resultierende Trockenheit in den USA, der extreme Regen in Neuseeland, der Rückgang des Eises in der Arktis und auch die Überflutungen nach dem Hurrikan Sandy in den USA. Es wird für die Zukunft jedoch weiterhin schwierig bleiben, bestimmte Wettersituationen in kausalen Zusammenhang zu bringen mit der Klimaerwärmung auf der Erde.

Klimawandel sorgt für hitzige Sommertemperaturen in Deutschland - Wetterdaten seit 1950 ausgwertet

Wetterstation
Meteorological station © Alfonso de Tomás - www.fotolia.de

Die globale Erwärmung nimmt weltweiten Einfluss. Doch wie sieht das eigentlich ganz spezifisch für bestimmte Regionen aus? Forscher haben nun die Wetterdaten seit 1950 ausgewertet und unter anderem für Deutschland festgestellt, dass hier besonders die Temperaturen in den Sommermonaten spürbar angestiegen sind.

Untersucht wurden vom Team rund um David Stainforth von der London School of Economics die Wetteraufzeichnungen der vergangenen 60 Jahre. Hierbei standen die Höchsttemperaturen und die Tiefstwerte im Sommer im Mittelpunkt. Auch zwischen Tag und Nacht unterschied man die Werte. Heraus kam zum einen, dass die niedrigsten Temperaturen sich nicht geändert hatten. Wohl aber die Höchstwerte für den Sommer. So stiegen die höchsten Temperaturwerte in den Sommermonaten um zwei Grad auf einem Band von Südengland über Nordfrankreich bis hin nach Norddeutschland und Dänemark. Derart hohe Temperaturen gibt es also noch nicht allzu lang.

Die Temperaturen im Sommer wie auch im Winter stiegen an

Besonders deutlich stiegen die Temperaturen der durchschnittlichen Sommertage an. Das betrifft den Rest von Deutschland als auch Zentralfrankreich. Weiterhin konnten die Forscher feststellen, dass die niedrigsten Temperaturen in den Wintermonaten um zwei Grad gestiegen sind. Sogar in den skandinavischen Ländern, wie Norwegen und Schweden sind die tiefsten Temperaturen im Winter milder, als in den letzten Jahrzehnten.

Der diesjährige Sommer zählt laut dem Deutschen Wetterdienst zu den zehn heißesten Sommern seit der Wetteraufzeichnung. Immerhin erreichten drei Hitzewellen schon mal die 40 Grad Marke. Mit stolzen 710 Sonnenstunden wurde Deutschland in diesem Sommer reichlich beschenkt und lag mit 1,5 Grad über den mittleren Durchschnitt.

Klima-Risiko-Index 2014 - Klimawandel trifft vor allem Entwicklungsländer

Sturm an See, Tornado fegt darüber
Stormy sea © KoMa - www.fotolia.de

Immer mehr Menschen sind von extremen Wetterlagen betroffen. Gerade Entwicklungsländer leiden besonders stark unter den Folgen des Klimawandels. Seit 1993 starben mehr als eine halbe Million Menschen durch Extremwetter-Ereignisse. Die durch fast 15.000 Stürme, Überflutungen und Hitzewellen entstandenen Schäden betragen umgerechnet 1,9 Billionen Euro. Dies haben Umweltschützer im Klima-Risiko-Index 2014 mitgeteilt.

Besonders verheerend waren die Verluste in Honduras, Myanmar und Haiti. Dort liegt das größte Schadensrisiko vor. Im letzten Jahr waren erneut Haiti sowie die Philippinen und Pakistan am stärksten betroffen. Taifun Haiyan mit vermutlich wenigstens 10.000 Todesopfern wird dafür sorgen, dass die Philippinen im nächsten Index ebenfalls weit oben stehen werden. Doch auch europäische Staaten haben immer stärker unter dem Klimawandel zu leiden. Hitzewellen, wie 2003 und 2006, kosteten vielen Menschen das Leben und sorgten zudem für Ernteausfälle.

Umweltschützer fordern daher von der UNO-Klimakonferenz in Warschau, endlich Maßnahmen zu ergreifen, um Entwicklungsländer stärker zu unterstützen und die Widerstandsfähigkeit gegen Extremwetter zu verbessern.

Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur - Klimatologen schlagen Alarm

Zusammen mit 2003 ist das letzte Jahr nach Angaben der US-Behörde für Wetter- und Meeresforschung das viertwärmste Jahr seit Beginn der Klimaforschung. Neben Teilen von Äthiopien und Tansania haben auch Länder in Zentralasien sowie Australien im vergangenen Jahr Rekordtemperaturen gemessen - die globale Durchschnittstemperatur lag bei 14,52 Grad Celsius.

Temperaturanstieg beweist Klimawandel

Der NASA-Klimatologe Gavin Schmidt sieht den stetigen Temperaturanstieg als "zusätzlichen Beweis für den fortschreitenden Klimawandel" und betont, dass auch in den nächsten Jahrzehnten mit einer Erwärmung zu rechnen sei.

Dies liegt unter anderem an dem kontinuierlichen Anstieg des CO2-Ausstoßes, dessen Anteil in der Atmosphäre seit Anfang der 1980er Jahre von 285 parts per million auf mittlerweile 400 ppm im letzten Jahr angestiegen ist. Durch die globale Erderwärmung kommt es zwangsläufig zu einer massiven Eisschmelze in der Arktis, was wiederum den Meeresspiegel ansteigen lässt.

Riesenwellen, Überflutungen, Schneefälle - Wetterchaos in Europa

Weißer Wald, blauer Himmel und schneebedeckter Wanderweg
schnee-spazierweg © Patrizia Tilly - www.fotolia.de

Während sich die Eiseskälte aus Deutschland weitgehend zurückgezogen hat, leiden große Teile Europas unter niedrigen Temperaturen und heftigen Schneefällen. So sorgte ein schwerer Eissturm in Slowenien für den Ausfall der Energie- und Wasserversorgung. Mehr als 100.000 Menschen sind noch immer ohne Strom.

Schnee und Eis in Österreich, Polen und im Baltikum

Im Nachbarland Österreich kam es zu den stärksten Schneefällen seit langem. In den Bundesländern Kärnten und Steiermark fiel in gut 17.000 Haushalten der Strom aus. Zum ersten Mal überhaupt blieb in der Hauptstadt Wien der Tiergarten Schönbrunn geschlossen. Akutes Glatteis hatte für spiegelglatte Wege gesorgt.

Während auch in Polen und im Baltikum Schnee und eisige Temperaturen die Menschen bibbern lassen, haben heftige Regenfälle in Norditalien Hochwasser, Erdrutsche und Überflutungen ausgelöst. In zahlreichen Regionen riefen die Behörden den Notstand aus. Meterhohe Wellen donnerten in Portugal, Spanien und Frankreich gegen die Klippen und richteten schwere Verwüstungen an. An der nordspanischen Atlantikküste erfasste eine Riesenwelle zwei junge Radfahrer und riss sie ins Meer. Besserung ist nicht in Sicht, denn vor den Britischen Inseln baut sich ein neues Sturmtief auf.

Nicht nur in Europa haben die Menschen mit den Folgen des Wetters zu kämpfen. Im Norden des Irans tobte der heftigste Schneesturm seit 50 Jahren. Nach Angaben der Provinzregierung von Masandaran sind über das Wochenende zwei Meter Schnee gefallen. 500.000 Menschen waren ohne Strom und Gas.

Schnee und Eis statt Regen - War es im Winter früher wirklich kälter?

Winterlandschaft mit Bergen unter blauem Himmel
paysage sous la neige © KCI1 - www.fotolia.de

Früher schien im Sommer immer die Sonne und es warm, im Winter pfiff ein eisiger Wind ums Haus und es schneite unaufhörlich. Heute gibt es dagegen nur noch eine Jahreszeit, in der es mal mehr und mal weniger regnet. Diesen Eindruck gewinnt man aus den Erzählungen mancher Leute. Ist dies völliger Unfug oder steckt doch ein Körnchen Wahrheit darin?

Kalte Winter bleiben uns besser in Erinnerung

Meteorologen bestätigen, dass es etwa in München in den 1940er bis 1980er Jahren 60 bis 70 Tage mit Schneedecke im Jahr gab, im Jahr 2011 aber dagegen lediglich 24 Tage. Sie gehen davon aus, dass dieser Trend aufgrund der Erderwärmung anhalten werde.

Einen Anstieg der Durchschnittstemperaturen im Winter können die Wetterexperten jedoch nicht feststellen. Phasen mit kalten Wintern habe es immer gegeben, ebenso welche mit hohen Temperaturen. So waren die 1950er Jahre relativ mild, die 60er Jahre eher eisig. Besonders der Winter 1962/63 mit durchschnittlich minus 5,5 Grad sticht heraus. In den 1970er Jahren war es dagegen wärmer als in der folgenden Dekade.

Allerdings, so die Ansicht der Fachleute vom Deutschen Wetterdienst (DWD), blieben kalte Winter den Menschen eher in Erinnerung. Vor allem, wenn man sie in der Kindheit erlebt hat.

Mauretanien und acht weitere afrikanische Staaten: Missernten produzieren Hungerkatastrophe

Junge Pflanze wächst aus trockenem, bröckeligem Boden
lonely plant © Witold Krasowski - www.fotolia.de

In Mauretanien in Westafrika breitet sich der Hunger aus. Schuld daran sind schlechte Ernten und die damit verbundenen hohen Lebensmittelpreise. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen befürchtet eine Gefährdung der Essensversorgung bei rund zwanzig Prozent aller Einwohner in Mauretanien.

Bevorstehende Gefährdung der Essensversorgung in Maurentanien

3,5 Millionen Menschen wohnen in diesem Gebiet - doch die Lebensmittelversorgung ist eine der schlimmsten auf der ganzen Welt.

Das Land wurde durch häufige Dürreperioden in Mitleidenschaft gezogen. Mauretanien verfügt über eine Wüstenlandschaft, die sich über zwei Drittel des Landes erstreckt und somit über eine Landwirtschaft, die nur ungefähr ein Drittel des Lebensmittelbedarfs der Einwohner abdecken kann.

Laut Uno sind 635.000 Menschen unmittelbar vom Hunger betroffen.

Zukünftig weitere Probleme erwartet

Nach Angaben der Uno ist damit zu rechnen, dass im laufenden Jahr noch andere acht Staaten in Afrika solche Krisen bewältigen müssen. Zu den Ländern zählen Mali, Kamerun, Burkina Faso, Gambia, der Niger, der Tschad, Nigeria und der Senegal.

Schon im Januar gab es in Mali 800.000 Menschen, die zu wenig zu essen hatten.

Der fortschreitende Klimawandel ist weltweit spürbar - 2013 war das Jahr der Wetterextreme

Nahaufnahme Thermometer, weißer Hintergrund
thermometer © Feng Yu - www.fotolia.de

Anlässlich des Welttags der Meteorologie hat die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ihren aktuellen Bericht über die weltweiten Auswirkungen des Klimawandels vorgestellt.

Demnach war das vergangene Jahr weltweit nicht nur eines der heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1850, es war auch das Jahr der Wetterextremen. Als Beispiele führte die WMO etwa den Taifun "Haiyan" an, der im November die Philippinen verwüstete und sprach auch von den starken Regenfällen in Mitteleuropa, die auch in Deutschland zu schlimmen Überschwemmungen führten.

Temperatur und Meeresspiegel steigen stetig

Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen sei jedes Jahrzehnt im Schnitt wärmer gewesen als das Vorige, so die WMO. Vor allem in Südafrika, weiten Teilen Asiens, Neuseeland und Argentinien sind im Jahr 2013 Hitzerekorde zu verbuchen gewesen. Australien hat im vergangenen Jahr sogar das heißeste Jahr überhaupt erlebt. Auch an den Weltmeeren ist der Klimawandel deutlich zu erkennen. Aufgrund der Gletscherschmelze und der wärmebedingten Ausdehnung des Wassers ist der Meeresspiegel seit Anfang des 20. Jahrhunderts um 19 Zentimeter gestiegen.

Überflutungen und Starkregen in Deutschland - Klimawandel Grund für Wetterextreme

Der Monsun ist ein beständig wehender Wind, der im Sommer in tropischen Regionen starke Regenfälle hervorruft. In Europa tritt dieses Wetterphänomen in der Regel nicht auf. Doch der Starkregen, der in diesem Sommer auch in Deutschland fiel, hatte ähnliche Ausmaße - mit katastrophalen Folgen.

Folgen des Starkregens

So ist die Kanalisation nicht auf solche Niederschlagsmengen ausgelegt. In Essen etwa drückten die Wassermengen Kanaldeckel nach oben, Überflutungen brachten den Verkehr zum Erliegen.

Meteorologen gehen davon aus, dass es in den nächsten Jahrzehnten häufiger zu heftigen Regenfällen kommen wird. Grund dafür sei der Klimawandel. Die Stadt Köln versucht sich bereits jetzt darauf einzustellen, indem Neubausiedlungen so angelegt werden, dass sich das Wasser auf tief gelegenen Flächen, etwa auf Grünflächen, sammeln kann, ohne Schäden zu verursachen.

Hauseigentümer können vollgelaufenen Keller´n vorbeugen, wenn sie ein Rückstauventil einbauen, dass das Eindringen von Wasser verhindert, wenn die Kanäle kein Wasser mehr aufnehmen können.

Häufiger schwere Gewitter mit Blitzen durch Klimawandel

Aktuelle Berechnungen zeigen, dass mit einer Zunahme der Blitzaktivität zu rechnen ist

Eisenbahnschienen bei Nacht, Blitze am dunklen Himmel
Eisenbahnschienen © Claudia Perez Leal - www.fotolia.de

Aufgrund des Klimawandels ist mit einer Zunahme der Blitzaktivität zu rechnen. Aktuelle Berechnungen zeigen, dass sich allein in den USA mit jedem zusätzlichen Grad auch die Zahl der Blitze im Durchschnitt um zwölf Prozent erhöht.

Überspannungsschäden und Brände

Meteorologen rechnen allein für das 21. Jahrhundert mit einem Anstieg von Blitzen um bis zu 50 Prozent. Die Funkenentladungen sorgen nicht nur für Überspannungsschäden, sondern sind auch eine der Hauptursachen für Wald- und Steppenbrände.

Ausschlaggebend sind vor allem zwei Entwicklungen: die Niederschlagsrate und die verfügbare Energie, um Luft in die Höhe steigen zu lassen. Die Kombination dieser beiden Faktoren liefert nach Angaben von US-Wissenschaftlern eine plausible Erklärung für die gestiegene Häufigkeit von Blitzen.

Zudem sorge das vermehrte Auftreten von starken Aufwinden, dass sich das Energiepotenzial für Gewitterstürme und Hagel erhöht. Dies lasse sich mit Wetteraufzeichnungen nachweisen.

Auch Deutschland betroffen

Der aktuelle Report des UN-Klimarats IPCC prognostiziert für alle untersuchten Weltregionen einen Trend hin zu stärkeren Gewittern. Auch in Deutschland sei künftig häufiger mit heftigen Unwettern zu rechnen.

Besonders betroffen sollen demnach der Südwesten Bayerns und die Schwäbische Alb sein. Im Allgemeinen kommen Blitze eher in bergigen Regionen vor, im norddeutschen Tiefland gehen kaum Gewitter nieder. Gebirge ermöglichen das Anheben feucht-warmer Luft, das Gewitterrisiko vergrößert sich dadurch. Dies dürfte der Klimawandel noch verstärken.

Weltbank-Bericht warnt vor zunehmenden Wetterextremen durch den Klimawandel

Extreme Wetterumschwünge könnten Wasserknappheit und schlechtere Ernteerträge zur Folge haben

Schneestürme, Dürren, Hochwasser: Die Wetter werden immer extremer. Doch was jetzt noch die Ausnahme scheint, wird nach Ansicht des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) bald Normalität sein. Gerade die Menschen in den ärmeren Ländern werden besonders unter den Folgen des Klimawandels zu leiden haben. Dies ist das Ergebnis eines Berichts des PIK für die Weltbank.

Saisonale Wasserknappheit durch Hitzewellen

Wenn Hitzewellen die Regel werden, kann dies nach Meinung der Wissenschaftlern etwa in den Anden zu saisonaler Wasserknappheit führen. Als Folge davon würden sich aufgrund der schlechteren Erträge in der Landwirtschaft die Lebensmittelpreise erhöhen. Auch für die Gesundheit der Menschen hätte die Erderwärmung negative Auswirkungen.

Klimafolgen kaum noch zu stoppen

Um die Folgen des Klimawandels einzuschränken, müssten endlich entschlossene Anstrengungen beschlossen werden, mahnen die Klimaforscher. Doch selbst bei einem entsprechenden Abkommen auf dem UN-Klimagipfel Ende 2015 in Paris seien ein vermehrtes Auftreten von Hitzewellen und ein Anstieg des Meeresspiegels höchstwahrscheinlich nicht mehr zu stoppen.

Klimawandel: 2015 war bislang wärmstes Jahr seit 1880

Der menschliche Einfluss auf das Wetter nimmt weiterhin zu und sorgt für einen beunruhigenden Trend

Thermometer zeigt 40 Grad Celsius an und ragt Richtung Sonne in den orangefarbenen Himmel
thermometer in the sky, the heat © vladischern - www.fotolia.de

Es ist eine beunruhigende Meldung der Klimaforscher: Das zurückliegende Jahr war in seiner Gesamtheit das wärmste Jahr seit Messungsbeginn 1880. Es zeigt damit, dass der menschliche Einfluss auf das Wetter weiter zunimmt und der Klimawandel in vollem Gange ist.

Im Durchschnitt war das letzte Jahr 0,9 Grad Celsius wärmer als der Mittelwert im 20. Jahrhundert. Vergleicht man 2015 mit dem Vorjahr 2014 stieg die Durchschnittswärme um 0,16 Grad Celsius. Damit löst 2015 den bisherigen Rekordhalter 2014 ab.

Betrachtet man die einzelnen Monate des letzten Jahres, war der Dezember der wärmste Monat seit 1880. Doch auch neun weitere Monate lagen über dem alten Schnitt, was insgesamt zehn Monate mit neuen Rekordtemperaturen bedeutet.

Treibhausgase und Wetterphänomene

Die Gründe liegen für die Forscher auf der Hand. Die Treibhausgase werden überall auf der Welt unvermindert ausgestoßen. Obwohl die katastrophalen Folgen für künftige Generationen von Wissenschaftlern aufgezeigt wurden, erreichen wenige Länder vernünftige Klimaziele.

Neben den industriellen Treibgasen kam 2015 "El Niño" erschwerend hinzu. Hinter diesem Namen steckt ein Wetterphänomen, das warmes Wasser im Pazifik aufgetrieben hat. Die Wärme stieg in die Luft und sorgte für einige Turbulenzen. Doch ist El Niño ein erstmaliges Phänomen und der Wärmerekord damit ein normales Naturphänomen?

Die Forscher verneinen das. Wetterphänomene dieser Art traten bereits in der Vergangenheit immer wieder auf, doch sie führten nie zu einer so starken Lufterwärmung wie 2015. Der Einfluss des Menschen auf das Klima steht für sie daher fest.

CO2 und seine Auswirkungen

Wissenschaftler befürchten, dass 2015 den Rekord von 2014 nicht als neue Nummer 1 auf Dauer abgelöst hat. Der Trend zeigt klar noch oben, sodass 2015 vielleicht schon dieses Jahr erneut geknackt wird. Bisher hat die Menschheit circa 2.000 Milliarden Tonnen CO2 verursacht und der volle Effekt zeigt sich erst nach und nach. Während sich diese Wärmewirkung also noch entfaltet, kommt täglich neues CO2 hinzu.

Grundinformationen und Hinweise zum Wetter

  • Elemente des Wetters, deren Entstehung und verschiedene Messverfahren

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Kategorien:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: Landscape with forest and rainbow © Dmitry Pichugin - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Thermometer Frosty © ktsdesign - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema