Warschau gehört zu den zehn größten Städten Europas. Die polnische Hauptstadt ist eines der wichtigsten Wirtschafts-, Handels- und Verkehrszentren in Ostmitteleuropa. Trotz erheblicher Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg verfügt Warschau vor allem in seiner Altstadt über viele architektonische Schätze aus vergangenen Jahrhunderten. Auch der kulturelle Reichtum der Stadt mit ihren vielen Museen, Theatern und Universitäten ist beachtlich.
Die Altstadt bildet nicht nur den Kern Warschaus, sondern ist auch das Schmuckkästchen der Stadt. Sie ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Im Mittelalter betrat man die Stadt durch das Krakauer Tor, das auf den Schlossplatz führte. Während vom Tor nur noch die gotische Brücke erhalten ist, wird der Schlossplatz von frühneuzeitlichen Bürgerhäusern und vom Königsschloss eingerahmt. In der Mitte des Platzes befindet sich die Sigismundssäule von 1643. In der Architektur des Warschauer Schlosses haben sich über die Jahrhunderte hinweg verschiedene Stilrichtungen niedergeschlagen, von der Gotik bis zum Barock und Rokoko. Das heutige Gebäude entspricht dem Zustand des 17. Jahrhunderts. Nach der Zerstörung des Königsschlosses 1939 wurde es bis 1988 originalgetreu wieder aufgebaut. Ähnliches gilt auch für die Bausubstanz rund um den alten Marktplatz. Schöne Renaissancebauten wie das Baryczkahaus, das Haus zum Frieden oder das Haus zum Löwen säumen den Platz. Die schönste Aussicht auf den Marktplatz kann man vom Turm der Jesuitenkirche genießen.
Über Seitenstraßen gelangt man vom Marktplatz zur so genannten Barbakane. Es handelt sich um die Verteidigungsanlage rund um das Neustädter Tor. Sie wurde im 15. Jahrhundert erbaut und kann besichtigt werden. Lohnenswert ist auch, einen Blick in Warschaus zahlreiche Kirchen zu werfen. Im Südosten des Schlossplatzes findet man die Johanneskathedrale. Von der prächtigen Kirche aus dem 15. Jahrhundert ist noch der Glockenturm erhalten. Das übrige Gebäude wurde nach Kriegszerstörungen im russischen Stil neu errichtet. Barocke Kirchenbauten sind hingegen die Jesuitenkirche und die Muttergotteskirche, die im 17. Jahrhundert entstanden.
Gesäumt von liebevoll restaurierten Patrizierhäusern gelangt man über die Steinerne Treppengasse hinab zum Ufer der Weichsel. Von dort aus hat man einen besonders guten Blick auf die Altstadt. Ganz in der Nähe liegt der Kanonikerplatz, in dessen Mitte die Warschauer Erzglocke von 1646 als Symbol der Stadt aufgestellt ist.
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