Polen - Lage, Sehenswürdigkeiten und Spezialitäten

Polen bietet zahlreiche Urlaubsmöglichkeiten. Ob Städtereise, Badeurlaub oder Wellness: für jeden Urlaubstyp findet sich das passende Ziel. Auch gibt es zahlreiche Seen und weitere Naturschönheiten, die zum Erholen und Entdecken einladen. Natürlich sollte man es bei seinem Aufenthalt auch nicht missen, Polens Spezialitäten zu probieren. Lernen Sie das Reiseziel Polen kennen.

Sehenswertes im Reiseziel Polen

Polen - Geographie

Der Staat Polen befindet sich in Mitteleuropa. Es handelt sich um das sechsgrößte Land der Europäischen Union. Hauptstadt - und größte Stadt - ist Warschau.

Polen grenzt an sieben Staaten. Damit ist es eines der Länder, das die meisten europäischen Nachbarländer aufweist. Begrenzt wird Polen von

Verwaltungsbezirke

Polen lässt sich in 16 Verwaltungsbezirke, so genannte Woiwodschaften, einteilen. Die folgende Tabelle gibt einen entsprechenden Überblick.

Geographische Lage Polens in Europa
Geographische Lage Polens in Europa
Verwaltungsbezirke Polens
WoiwodschaftHauptstadtFläche in km²Einwohner
MasowienWarschau35.5585.195.000
GroßpolenPosen29.8273.391.256
LublinLublin25.1222.163.437
Ermland-MasurenAllenstein24.1731.426.401
WestpommernStettin22.8921.692.355
PodlachienBiałystok20.1871.191.925
NiederschlesienBreslau19.9472.876.832
PommernDanzig18.3102.215.100
ŁódźŁódź18.2192.551.633
Kujawien-PommernBromberg und Thorn17.9722.066.418
KarpatenvorlandRzeszów17.8452.097.276
KleinpolenKrakau15.1833.282.378
LebusLandsberg a.d. Warthe
und Grünberg
13.9881.008.656
SchlesienKattowitz12.3344.648.961
HeiligkreuzKielce11.7101.273.625
OppelnOppeln9.4121.034.656

Geographische Räume

Polen lässt sich in sechs geographische Räume einteilen:

  • Küstengebiete
  • Rückenlandschaften
  • Tiefland
  • Hochländer
  • Vorgebirge
  • Gebirge

In den Küstengebieten im Norden findet man breite und flache Täler mit lehmhaltigen Moorböden. Grund- und Erdmoränen sind typisch für die Rückenlandschaft. Im südöstlichen Teil befinden sich die Seenplatten.

Die Tieflandgebiete bestehen aus dem Tiefland Südpodlachiens, der Nord- und Mittelmasowischen Tiefebene sowie der Schlesischen Tiefebene. Und auch die Hochländer lassen sich dreiteilen, in das Lubliner Hochland, das Kleinpolnische Hochland sowie das Schlesisch-Krakauer.

Beckenlandschaft der Vorkapaten sowie das Schlesische Tiefland gehören zu den Vorgebirgslandschaften. Man unterscheidet das Sandomirer Becken, das Krakauer Tor, das Auschwitzer Becken sowie das Ostrauer Becken.

Die Gebirge zeichnen sich vor allen Dingen durch Mittelgebirge aus; zu diesen zählen

  • Krakau-Tschenstochauer Jura
  • Heiligkreuzgebirge
  • Beskiden und Pieninen
  • Waldkarpaten und Bieszczady sowie
  • Sudeten mit dem Isergebirge, Riesengebirge und dem Glatzer Hochland

Als einziges Hochgebirge wird die Tatra mit der Westtatra und der Hohen Tatra angesehen.

Geographische Lage Polens auf der Weltkarte
Geographische Lage Polens auf der Weltkarte

Klima und Artenvielfalt

In Polen herrscht gemäßigtes Übergangsklima. Im Westen und Norden trifft man auf gemäßigtes Seeklima, im Osten und Südosten auf Kontinentalklima.

Was die Flora angeht, ist Polen besonders für seine Wälder bekannt: es handelt sich um eines der am meisten bewaldeten europäischen Länder. Als größtes zusammenhängendes bewaldetes Gebiet gilt die Niederschlesische Heide; weitere große Wälder findet man in Pommern sowie den Bergen und Masuren. Im Osten finden sich zudem Urwälder.

Auch die Tierwelt zeichnet sich durch die größte EU-weite Artenvielfalt aus - zu dieser zählt auch die Zahl der bedrohten Arten, wie zum Beispiel Wisent und Braunbär. Zu den weiteren Tieren zählen

  • Luchs
  • Wolf
  • Biber
  • Nieder- und Hochwild und
  • Elch.

Besonders erwähnenswert ist außerdem die Vogelwelt, da man in Polen das wichtigste Brutgebiet von europäischen Zugvögeln vorfindet. Zu den entsprechenden Regionen zählen der Tiefland-Urwald, die Seenplatten sowie diverse Nationalparks.

Flagge von Polen
Flagge von Polen

Lohnenswerte Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele

Im Folgenden stellen wir die vielen Facetten Polens einmal vor. Lesen Sie, welche Highlights Sie keinesfalls verpassen sollten.

Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt Warschau

Warschau gehört zu den zehn größten Städten Europas. Die polnische Hauptstadt ist eines der wichtigsten Wirtschafts-, Handels- und Verkehrszentren in Ostmitteleuropa.

Trotz erheblicher Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg verfügt Warschau vor allem in seiner Altstadt über viele architektonische Schätze aus vergangenen Jahrhunderten. Auch der kulturelle Reichtum der Stadt mit ihren vielen Museen, Theatern und Universitäten ist beachtlich.

Die Altstadt

Die Altstadt bildet nicht nur den Kern Warschaus, sondern ist auch das Schmuckkästchen der Stadt. Sie ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes.

Im Mittelalter betrat man die Stadt durch das Krakauer Tor, das auf den Schlossplatz führte. Während vom Tor nur noch die gotische Brücke erhalten ist, wird der Schlossplatz von frühneuzeitlichen Bürgerhäusern und vom Königsschloss eingerahmt.

In der Mitte des Platzes befindet sich die Sigismundssäule von 1643. In der Architektur des Warschauer Schlosses haben sich über die Jahrhunderte hinweg verschiedene Stilrichtungen niedergeschlagen, von der Gotik bis zum Barock und Rokoko. Das heutige Gebäude entspricht dem Zustand des 17. Jahrhunderts.

Nach der Zerstörung des Königsschlosses 1939 wurde es bis 1988 originalgetreu wieder aufgebaut. Ähnliches gilt auch für die Bausubstanz rund um den alten Marktplatz.

Schöne Renaissancebauten wie

  • das Baryczkahaus
  • das Haus zum Frieden oder
  • das Haus zum Löwen

säumen den Platz. Die schönste Aussicht auf den Marktplatz kann man vom Turm der Jesuitenkirche genießen.

Ausschnitt Marktplatz der Altstadt in Warschau, Polen
Ausschnitt Marktplatz der Altstadt in Warschau, Polen

Festungen und Kirchen

Über Seitenstraßen gelangt man vom Marktplatz zur so genannten Barbakane. Es handelt sich um die Verteidigungsanlage rund um das Neustädter Tor. Sie wurde im 15. Jahrhundert erbaut und kann besichtigt werden.

Lohnenswert ist auch, einen Blick in Warschaus zahlreiche Kirchen zu werfen. Im Südosten des Schlossplatzes findet man die Johanneskathedrale.

Von der prächtigen Kirche aus dem 15. Jahrhundert ist noch der Glockenturm erhalten. Das übrige Gebäude wurde nach Kriegszerstörungen im russischen Stil neu errichtet. Barocke Kirchenbauten sind hingegen die Jesuitenkirche und die Muttergotteskirche, die im 17. Jahrhundert entstanden.

Treppengasse und Weichselufer

Gesäumt von liebevoll restaurierten Patrizierhäusern gelangt man über die Steinerne Treppengasse hinab zum Ufer der Weichsel. Von dort aus hat man einen besonders guten Blick auf die Altstadt. Ganz in der Nähe liegt der Kanonikerplatz, in dessen Mitte die Warschauer Erzglocke von 1646 als Symbol der Stadt aufgestellt ist.

Sehenswürdigkeiten der Stadt Krakau

Krakau gehört zu den schönsten Städten Polens, wenn nicht ganz Europas. Die Stadt an der Weichsel ist ein pulsierendes Zentrum von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur im ostmitteleuropäischen Raum. Von überragender Schönheit ist die alte Bausubstanz der Innenstadt, die von mehreren Stilepochen über Jahrhunderte geprägt wurde.

Die heimliche Hauptstadt Polens

Krakau war bis 1596 die Hauptstadt Polens, wovon noch heute das Königsschloss auf dem Wawel zeugt. Die Stadt blieb über Jahrhunderte ein Zentrum für Handel, Wissenschaft und Kultur.

Wegen des historischen Erbes und der aktuellen Bedeutung spricht man noch heute von Krakau als der heimlichen Hauptstadt Polens. In der Tat ist Krakau mit über 750.000 Einwohnern nach Warschau die zweitgrößte Stadt des Landes.

Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt

Seit seiner Gründung wurde Krakau kontinuierlich erweitert. Es wandelte sich von der mittelalterlichen Königsstadt über eine wohlhabende bürgerliche Handelsmetropole zu einem bedeutenden Industrie- und Technologiestandort seit dem 20. Jahrhundert. Dementsprechend variantenreich und vielschichtig ist die Bausubstanz der Stadt, die von Kriegszerstörungen weitgehend verschont blieb.

Daher prägen heute zahlreiche original erhaltene und liebevoll restaurierte Baudenkmäler das Stadtbild. Größter Touristenmagnet Krakaus ist der Wawel.

Auf dem Burgberg liegen das im Renaissancestil gestaltete Königsschloss und die Kathedrale. Dort befinden sich auf die Grabstätten der polnischen Jagiellonenkönige des späten Mittelalters.

Aushängeschild Krakaus ist der Hauptmarkt. Der große Marktplatz wird von zahlreichen schönen Bürgerhäusern umrahmt. Außerdem findet man hier die berühmten Tuchhallen, ein Handelsgebäude, das zugleich das älteste nichtkirchliche Bauwerk der Stadt ist. Daneben befinden sich der Rathausturm und das Mickiewicz-Denkmal.

Sehenswert sind außerdem die unzähligen Kirchen und Klöster der Stadt, von denen die Marienkirche und die Barbarakirche die prachtvollsten sind. Gesehen haben sollte man darüber hinaus das alte Universitätsgebäude, wo einst Nikolaus Kopernikus lehrte.

Auf dem rechten Weichselufer liegt Kazimierz, das jüdische Viertel Krakaus. Obwohl es heute nur noch von sehr wenigen Juden bewohnt wird, ist der ursprüngliche Charme des Viertels erhalten geblieben. Daher wurde Kazimierz als Drehort für den Film "Schindlers Liste" ausgewählt.

Krakau auf dem Königsweg erkunden

Der beliebteste touristische Rundgang durch Krakau ist der Königsweg. Er startet im Norden der Altstadt am Tannenbergdenkmal, führt über die innere Ringstraße zur Barbakane, einem gotischen Wehrturm. Danach erreicht man die Reste der Stadtmauer mit dem Florianstor, durch das man die Altstadt mit dem Hauptmarkt erreicht.

Hauptmarkt (Rynek Glówny) in Krakau, Polen
Hauptmarkt (Rynek Glówny) in Krakau, Polen

Danzig - Badeurlaub, Städtereise und vieles mehr

Die alte Hafen- und Hansestadt Danzig an der westlichen Weichselmündung ist mit 450.000 Einwohnern nicht nur eine der größten, sondern auch der schönsten Städte Polens. Das Stadtbild Danzigs ist durch zahlreiche Gassen und Marktplätze geprägt, die von original erhaltenen oder liebevoll restaurierten Bauwerken von der Gotik bis zur Renaissance gesäumt werden.

Die Rechtstadt

Die Innenstadt Danzigs gliedert sich in die Rechtstadt und die Altstadt. Viele der schönsten Sehenswürdigkeiten liegen in der Rechtstadt entlang der Langgasse und dem sich anschließenden Langen Markt.

Zusammen mit dem Königsweg, der Frauengasse und der Flusspromenade bildet dieser Bereich die Fußgängerzone Danzigs. Einen Zugang zur Rechtstadt bietet das Grüne Tor, das 1571 als königlicher Wohnsitz am Langen Markt errichtet wurde.

Das prächtigste Bürgerhaus Danzigs ist das Goldene Haus. Es wurde im 17. Jahrhundert gebaut, und seine Außenfassade wurde reichhaltig mit antiken Figuren versehen.

In derselben Häuserreihe befindet sich der Artushof. Er diente in der Frühen Neuzeit als Treffpunkt Danziger Händler und beherbergte die Getreidebörse. Besonders eindrucksvoll ist der 10 Meter hohe Kachelofen im Innenraum aus dem 16. Jahrhundert.

Die Altstadt

Blick auf Neptunbrunnen in Danzig, Polen
Blick auf Neptunbrunnen in Danzig, Polen

Im Norden schließt die Altstadt an die Rechtstadt an. Dort befindet sich auf einer Insel am Radaunekanal die Große Mühle, die aus dem 14. Jahrhundert stammt.

Ihre 18 Mühlenräder werden vom Wasser des Kanals angetrieben. Im Inneren sind heute mehrere Geschäfte angesiedelt.

Die älteste Kirche Danzigs ist die Katharinenkirche aus dem 13. Jahrhundert. Von ihrem 76 Meter hohen Kirchturm hat man eine hervorragende Aussicht über die gesamte Altstadt.

Ähnlich wie die Katharinenkirche wurde das alte Rathaus als Backsteinbau errichtet und fügt sich architektonisch perfekt in das Bild der Altstadt ein. Als Denkmal der Neuzeit kann heute die Danziger Werft gelten. An der Einfahrt zum Werftgelände erinnert ein Denkmal an die von hier ausgegangenen Streiks und die Gründung der Gewerkschaft Solidarnosc, durch welche die Demokratiebewegung in Osteuropa ausgelöst wurde.

Park und Kathedrale von Oliva

Rund sieben Kilometer außerhalb des Stadtzentrums liegt der Park Oliwski. Dieser prächtige Park entstand im 18. Jahrhundert rund um die Kathedrale von Oliva. Diese wurde bereits im 14. Jahrhundert erbaut und ist noch heute mit 107 Metern die längste Kirche Polens.

Der Park ist ein beliebtes Ausflugsziel der Einwohner Danzigs. Mit seinen schönen Alleen lädt er zu Spaziergängen und zum Entspannen ein.

Blick auf die Stadt Danzig mit Fluss Mottlau (Motlawa), Polen
Blick auf die Stadt Danzig mit Fluss Mottlau (Motlawa), Polen

Erholung und Wassersport - Urlaub an der Masurischen Seenplatte

Immer mehr Urlauber entdecken die landschaftliche Schönheit Nordpolens. Vor allem Natur-, Wander- und Wassersportbegeisterte schwärmen von der Masurischen Seenplatte im Nordosten des Landes.

  • Üppige Wald- und Wiesenlandschaften
  • beachtliche Naturschutzgebiete und
  • ein optimales Terrain für Segler

erwarten die Gäste.

Segeln und Wandern an der Masurischen Seenplatte

Die Seenplatte Masurens ist aus einer eiszeitlichen Moränenlandschaft entstanden. Die verschiedenen Seen bildeten sich aus glazialen Rinnen, füllten sich mit dem Schmelzwasser der Gletscher und bilden heute eine Gesamtfläche von 1.700 Quadratkilometern.

Die beiden größten Seen, der Spirdingsee (polnisch: jez. Śniardwy), 114 Quadratkilometer, und der Mauersee, 104 Quadratkilometer, sind gleichzeitig die größten polnischen Süßwasserseen. Wie auch viele der kleineren Seen bieten der Spirdingsee und der Mauersee ideale Bedingungen zum Surfen und Segeln.

Ungefähr 40 Prozent der Masurischen Seenplatte stehen unter Naturschutz. Das gilt vor allem für das Gebiet um den Lucknainer See (jez. Łuknajno) und den Fluss Krutynia. Wanderungen auf markierten Wegen und sogar Kanu- und Kajaktouren auf dem Fluss und vielen der Seen sind möglich.

Gizycko und Ryn

Wegen der herrlichen Lage zwischen dem Löwentinsee (jez. Niegocin) und dem Mauersee bildet im Sommer der Ort Gizycko ein touristisches Herzstück an der Masurischen Seenplatte. Von der "grünen Stadt" aus führen zahlreiche Wander- und Radwege durch die wunderschöne Landschaft Masurens. Mit zwei Häfen und einem großen Seglerzentrum bietet Gizycko außerdem alles, was das Seglerherz begehrt.

Darüber hinaus warten zahlreiche Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten ebenso auf die Gäste wie Tanz- und Konzertveranstaltungen am Löwentinsee. Sehenswert ist zudem die Festung Boyen.

Entspannung bietet der beschauliche Ort Rhein (Ryn), der auf einer Landenge zwischen dem Ollofsee (jez. Ołów) und dem Rheiner See (jez. Ryńskie) liegt. Dort kann man besonders gut Bootstouren unternehmen. Besichtigen sollte man die imposante Ordensritterburg von 1377, in der sich heute ein Schlosshotel befindet.

Sztynort und Mikolajki

Per Ausflugsdampfer kann man zu dem malerischen Ort Sztynort gelangen. Nennenswert ist hier besonders die Anlage von Gut und Schloss der Familie Lehndorff, die allerdings nicht besichtigt werden kann. Darüber hinaus ist die große Tiga-Marina einen Besuch wert.

Maritimes Flair kann man dagegen in Mikolajki erleben, das zwischen dem Taltysee und dem Mikolajkisee idyllisch liegt. Der Ort wird auch "masurisches Venedig" genannt, was sich auf die italienisch wirkende Silhouette und den stattlichen Yachthafen bezieht. Mikolajki ist der größte Anlegeplatz für Schiffsrundfahrten über die Seen und im Sommer der Schauplatz verschiedener Regatten.

Gefrorener See in Polen, Masuren, Winterlandschaft
Gefrorener See in Polen, Masuren, Winterlandschaft

Bieszczady - abgelegenes Paradies für Naturfreunde

Wer die Naturschönheiten Polens entdecken will, sollte unbedingt einen Abstecher nach Bieszczady machen. Die südpolnische Mittelgebirgslandschaft liegt im Länderdreieck zwischen Polen, der Ukraine und der Slowakei. Landschaftlich zeichnet sich Bieszczady durch den stetigen Wechsel zwischen Bergen und Tälern, Wiesen und Wäldern aus.

Der Bieszczady Nationalpark

Große Teile der Mittelgebirgslandschaft gehören zum 1992 gegründeten Bieszczady Nationalpark. Dieser ist wiederum Teil des Biosphärenreservats Ostkarpaten der UNESCO. Der Gebirgsnationalpark umfasst eine Fläche von 29.000 Hektar.

Die Berge Bieszczadys sind nicht besonders hoch. Mit 1.346 Metern bildet der Tarnica die höchste Erhebung der Region.

Dafür zeichnet sich Bieszczady durch eine Abfolge von Hügeln und Bergkämmen aus, die den Anschein von Wellentälern erwecken. Eine Besonderheit sind die Polonien.

So nennt man die unbewaldeten Bergkämme, die zumeist als Weidewiesen genutzt werden. Von ihnen aus hat man einen herrlichen Blick in die bewaldeten Täler und in die Ferne.

Flora und Fauna

Im Gegensatz zu den Bergkämmen sind die tiefer gelegenen Regionen des Bieszczady dicht bewaldet. In den Tälern gibt es große Buchenwälder, die seit Jahrhunderten nicht mehr genutzt wurden und mittlerweile Urwaldcharakter angenommen haben. Darüber hinaus findet man im Bieszczady Auenwiesen und entlang der Berghänge Weißtannenwälder sowie Latschenkiefern und Erlen.

Außerdem bietet Bieszczady vielen endemischen Pflanzen, die nur in den Karpaten heimisch sind, einen Lebensraum. In Bieszczady trifft man Tierarten an, die in Mitteleuropa in freier Wildbahn kaum noch in nennenswerten Populationen vorkommen.

Heimisch sind dort unter anderem

  • Wolf
  • Luchs
  • Braunbär
  • Wisent
  • Rothirsch
  • Biber
  • Wildkatze
  • Fischotter und
  • Schwarzstorch.

Die Tiere sind allerdings sehr scheu und halten sich selten in der Nähe der Wanderwege auf. Man findet aber immer wieder Spuren von ihnen.

Unberührte Natur und Tourismus

Bieszczady wird auch als der "Wilde Osten" Polens bezeichnet. Nach Zwangsumsiedlungen im Jahr 1947 ist die Region auch heute noch kaum bevölkert.

So konnte sich über Jahrzehnte eine einzigartige Naturlandschaft entwickeln, die von menschlichen Eingriffen ungestört blieb. Der Bieszczady Nationalpark gehört zu den ursprünglichsten Ökosystemen in Europa, wo auch noch größere Populationen von Wildtieren einen urzeitlichen Lebensraum nutzen können.

Der Tourismus ist in Bieszczady im Gegensatz zur Hohen Tatra noch nicht besonders ausgeprägt. Unterkünfte, gastronomische Angebote und ausgeschilderte Wanderwege sind aber vorhanden.

Aussicht auf See, dahinter Tatra Gebirge in Polen
Aussicht auf See, dahinter Tatra Gebirge in Polen

Auch für einen Wellnessurlaub ist Polen ein beliebtes Ziel...

Wellnessurlaub in Polen

Wer sich im Urlaub entspannen und dabei möglicherweise auch das ein oder andere Wellnessangebot nutzen möchte, ist in Polen bestens aufgehoben. Wir zeigen ihnen beliebte Ziele für Erholung pur.

Ostseefeeling erleben in Westpommern

Polens Ostseeküste hat mit breiten Stränden und malerischen Badeorten einiges zu bieten. Das ganz im Nordwesten Polens gelegene Westpommern kann mit zahlreichen historischen Ortschaften wie

  • Stettin
  • Köslin
  • Schneidemühl
  • Stop
  • Kolberg und
  • Swinemünde

sowie mit einer herrlichen Fluss- und Seenlandschaft im Hinterland aufwarten.

Tourismus in Westpommern

Entlang der Küste Westpommerns gibt es viele traditionsreiche Badeorte wie Swinemünde, Misdroy und Kolberg. Weitere Anziehungspunkte sind die Städte Stargard, Stettin, Pyrzyce, Goleniow, Szczecinek, Barlinek und Trzebiatow. Touristische Highlights sind des Weiteren das Kloster Kolbatz und der Nationalpark Drawa.

Kolberg und Misdroy

Die Hafenstadt Kolberg ist eines der berühmtesten Kur- und Solebäder Polens. Die Innenstadt zeichnet sich durch zahlreiche historische Bauwerke aus, die von einer bis ins Mittelalter zurückreichenden Geschichte zeugen. Besonders schön ist die wieder aufgebaute Altstadtstraße.

Als Wahrzeichen der Stadt gilt die katholische Marienkirche, die um 1300 im Stile der Backsteingotik erbaut wurde. Auffällig ist das Turmmassiv, das ursprünglich aus zwei Türmen bestand. Lohnenswert ist auch die Besichtigung der prachtvollen Domschätze.

Ein weiteres Highlight ist das klassizistische Rathaus von 1831, das nach Entwürfen Karl Friedrich Schinkels erbaut wurde. Am Ostseeufer liegt der Leuchtturm von Kolberg, der früher Teil eines Forts war. Von ihm aus hat man einen herrlichen Blick auf die Bucht und die Stadt.

Würde man nach dem schönsten Ostseebadeort Polens suchen, käme Misdroy in die engere Wahl. Die Ortschaft liegt idyllisch auf der Insel Wolin vor der Küste und ist geradezu ein Paradies für einen entspannenden und erholsamen Urlaub.

Der Nationalpark Drawa

Das Gebiet des 113 Quadratkilometer umfassenden Nationalparks Drawa wird von den Flüssen Flociczna und Drawa landschaftlich geprägt. Die einzigartige Fluss- und Seenlandschaft im Hinterland Westpommerns zeichnet sich durch steile Ufer und dichte Wälder aus.

Im Nationalpark Drawa besteht einer der letzten Urwälder Europas mit einer reichen Flora und Fauna. Es gedeihen hier über 900 Großpflanzenarten, und die Eichen- und Buchenwälder verfügen über 300 bis 400 Jahre alte Bäume.

Die artenreiche Tierwelt umfasst 129 heimische Vogelarten, darunter seltene Arten wie

  • Fischadler
  • Seeadler
  • Haselhuhn
  • Schreiadler
  • Raufkauz
  • Eisvogel und
  • Schwarzstorch.

In den Flüssen leben viele seltene Fischarten, darunter

  • Barben
  • Forellen
  • Maränen
  • Zärten und
  • Lachse.

Die naturbelassenen Flüsse Flociczna und Drawa sind mit ihren Stromschnellen eine Hochburg des Kanusports in Polen.

Blick auf Platz in Bad Kudowa (Kudowa Zdrój), Kurort in Polen
Blick auf Platz in Bad Kudowa (Kudowa Zdrój), Kurort in Polen

Kur und Kultur in Schlesien

Schlesien ist eine Region im Südwesten Polens von außerordentlicher landschaftlicher Schönheit. Hinzu kommen alte Städte mit einer sehenswerten Architektur und langen Tradition. Besonders beliebte Ziele in Schlesien sind Breslau, Oppeln und Nysa.

Architektonische Besonderheiten

Schlesien verfügt über viele Klöster und Wallfahrtsorte, deren Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen. Eine architektonische Besonderheit Oberschlesiens sind die Schrotholzkirchen.

Die aus dunklem Kiefernholz gezimmerten Kirchen findet man zum Beispiel in den Bezirken Gliwicki und Oleski. Aber auch in den größeren Städten trifft man vereinzelte Schrotholzkirchen an.

Ansonsten zeichnen sich die Städte durch eine vielfältige Gründerzeitarchitektur aus, die, wie beispielsweise in Breslau, heute in neuem Glanz erstrahlt. Berühmt ist Schlesien darüber hinaus für seine zahlreichen Burgen und Schlösser. Sehenswert sind unter anderem die Schlösser

  • Pless
  • Moschen
  • Plawniowitz
  • Toszek und
  • Groß Stein.

Schloss Neudeck und Kloster Sankt Annaberg

Das Schloss Neudeck gehört zu den bekanntesten Schlössern ganz Europas. Es war der Sitz der Adelsfamilie Henckel von Donnersmarck und galt als eine der prächtigsten und größten Schlossanlagen des Deutschen Reiches.

Teile der Gebäude wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und später abgetragen. Heute besteht der zwei Kilometer südlich von Swierklaniec gelegene Komplex aus

  • einem idyllischen Schlosspark
  • der Grabkapelle
  • dem Kavalierspalast und
  • einigen Wirtschaftsgebäuden.

Ein absolutes Highlight für alle Schlesienbesucher ist der Wallfahrtsort Sankt Annaberg. Der auf einem Inselberg gelegene Ort umfasst ein Kloster und eine Wallfahrtsbasilika. Ziel der Pilger ist der Hauptaltar der Wallfahrtkirche mit einer Figur der Heiligen Anna.

Oppeln

Oppeln ist das bedeutendste städtische Zentrum Oberschlesiens. Besonders sehenswert sind in der traditionsreichen Stadt

  • das Rathaus
  • der Ring und
  • der Piastenturm.

Das historische Rathaus von Oppeln liegt in der Mitte des Rings und wurde im Stil eines florentinischen Palasts erbaut. Der Ziegelbau aus dem 15. Jahrhundert wurde im 16. Jahrhundert um einen Glockenturm erweitert.

Der Ring bildet den zentralen Platz Oppelns. Er ist von 32 prachtvollen barocken Bürgerhäusern gekennzeichnet. Die beste Aussicht über Oppeln kann man von Piastenturm aus genießen. Der 51 Meter hohe Turm ist der einzige Überrest des Oppelner Schlosses.

Breslau ist die Hauptstadt Schlesiens und mit über 600.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Polens. Neben den prachtvollen Bürgerhäusern zeugen vor allem die zahlreichen Kirchenbauten auf der Sand- und Dominsel sowie in der Altstadt um den Ring von der historischen Bedeutung der Stadt.

Polnisches Pommern - die Region um Danzig als Wellnessparadies

Pommern gehört zu den schönsten Landschaften an der polnischen Ostseeküste. Dort befinden sich zahlreiche traditionsreiche Kur- und Badeorte wie Zoppot, Elbing und Stolp. Hinzu kommen zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch lohnenswert machen.

Zoppot

Die kleine Kurstadt Zoppot an der Pommerschen Ostseeküste ist eines der beliebtesten Seebäder Polens. Mit Danzig und Gdingen bildet Zoppot eines der größten städtischen Einzugsgebiete des Landes und zeichnet sich dennoch durch seinen beschaulichen Charakter aus. Ausgedehnte Strände und Buchten laden zum Baden ein, und bei einem Bummel über die Strandpromenade kann man das traditionelle Flair Zoppots kennenlernen.

Typische für das Stadtbild ist der Gründerzeitbebauung aus dem 19. Jahrhundert. Das gilt in erster Line für die noch heute genutzten Kureinrichtungen.

Ein besonderes Highlight im Stadtzentrum ist das Rathaus aus dem Jahr 1911. Auch die schönsten Kirchen Zoppots stammen aus der Blütezeit des Kurbades im späten 19. Jahrhundert. Besichtigen sollte man

  • die Heilandskirche
  • die Kirche Sankt Georg
  • die Kirche Maria Meeresstern und
  • die Kirche des Heiligen Andreas.

Das Wahrzeichen Zoppots ist seine Seebrücke, die mit 511 Metern eine der längsten und größten Anlagen dieser Art an der Ostsee ist. Von der Seebrücke aus, die mehrere Gaststätten und Anlegestellen für Ausflugs- und Segelschiffe beheimatet, hat man eine herrliche Aussicht aufs Meer und die Danziger Bucht.

Seine berühmte Waldoper aus dem Jahre 1909 macht Zoppot zu einer Kulturstadt ersten Ranges. Beachtenswert ist außerdem das städtische Museum in der Villa Ernst Claaszen, wo man Ausstellungen zur Regionalgeschichte und zur Wohnkultur besuchen kann.

Die Halbinsel Hel

Zunehmender Beliebtheit bei Touristen erfreut sich die idyllische Halbinsel Hel. Die Landzunge ist 34 Kilometer lang und liegt 20 Kilometer nördlich von Pommerns Hauptstadt Danzig in der Danziger Bucht.

Die Halbinsel Hel ist zwischen 200 Metern und drei Kilometern breit. Sie ist erst im 18. Jahrhundert durch die Meeresströmung entstanden. Somit bildet die Halbinsel eine für die pommersche Ostseeküste typische Nehrung.

Hel ist über eine Bahnstrecke von Danzig aus zu erreichen. Außerdem verkehrt eine Fähre. Beste Bedingungen bietet Hel für einen Badeurlaub an einem der beiden Strände.

Ein breiter Strand grenzt im Norden an die Ostsee, ein schmaler Strand grenzt im Putziger Wiek an die Danziger Bucht. Sehr beliebt ist Hel bei Kitesurfern und Tauchern. Außerdem kann man die Halbinsel auf Radwegen umrunden.

Speisen und Getränke

Die polnischen Gerichte weisen teils Ähnlichkeiten mit den Nachbarländern Polens auf. Es finden sich jedoch auch mitteleuropäische und skandinavische Einflüsse.

Als Hauptmahlzeit gilt eine warme Speise, in der Regel am späteren Nachmittag. Diese besteht aus einer Suppe sowie einem Hauptgericht. Morgens und Abends isst man meistens kalt; dann kommen Brot mit Wurst und Käse auf den Tisch, dazu häufig auch frische Tomaten und Gurken.

Zu christlichen Festen kommen besondere traditionelle Speisen auf den Tisch, die in mehrgängigen Menüs serviert werden. Was man beispielsweise zu Weihnachten isst, können Sie hier nachlesen.

Von besonderer Bedeutung sind Suppen, Fleisch (Schwein und Rind) sowie diverse Milchprodukte. Ebenso Fisch kommt in Polen häufig auf den Tisch. Polnische Spezialitäten sind beispielsweise:

  • Bigos, Nationalgericht, ein Eintopf mit Sauerkraut und diversen Fleischsorten
  • Pierogi, Nationalgericht, halbrunde Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen
  • Barszcz, eine Rote-Bete-Suppe
  • Żurek, eine Suppe aus vergorenem Roggenschrot
  • Gołąbki, Kohlrouladen gefüllt mit Reis, Hack und Tomatensauce
  • Kaszanka, Blutwurst mit Graupen

Gewürzt wird vor allen Dingen mit Pfeffer, Majoran, Dill, Muskatnuss sowie Petersilienwurzel. Beliebte Süßspeisen sind etwa

  • Sernik, ein Käsekuchen
  • Makowiec, ein Mohnkuchen
  • Babka, klassischer Hefekuchen mit Glasur oder kleinerer Napfkuchen sowie
  • Pączki, glasierte Krapfen.

Zu den beliebten Getränken zählen

Wenn Sie mehr über die polnischen Getränke erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen.

Quellen:

  • Uwe Rada und Inka Schwand: Polen hin und weg: Kurztrips zum Nachbarn, Edition Q, 2007, ISBN 3861246058
  • Dariusz Zaròd: Polen. Entdeckungsreise zwischen Danzig und Krakau, Rosenheimer Verlagshaus, 2006, ISBN 3475537583
  • Brigitte Jäger-Dabek: Reisegast in Polen: Fremde Kulturen verstehen und erleben, Iwanowski, 2007, ISBN 3933041309

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