3. Februar 2012
Von Marco Stephan
Jede Beziehung bietet die Möglichkeit, sich durch den Partner und die Partnerschaft anders gespiegelt zu sehen. Dieses Spiegeln erfordert allerdings, dass man die Kraft aufbringt, um das, was man vom Partner gezeigt bekommt, nicht zu verurteilen, sondern fair zu betrachten und zu erkennen, ob es sich um einen eigenen Charakterzug oder eine Eigenheit des Partners handelt.

Schärfen Sie Ihren Blick dafür, dass Sie die Umgangsformen mit Ihrem Partner dahingehend prüfen, was von Ihnen und was von Ihrem Partner kommt und entscheiden Sie für sich, womit Sie umgehen können, was Sie erlernen und annehmen können und was so nicht bleiben kann und von Ihnen oder Ihrem Partner geändert werden muss. Lernen Sie sich regelmäßig selbst kritisch anzusehen und verstehen Sie, dass eine Beziehung Arbeit an dem wir und vor allem an sich selbst bedeutet.
Investieren Sie nicht die Kraft, um Ihren Partner zu ändern. Reden Sie bei Bedarf viel mit ihm, konzentrieren Sie sich aber letztlich auf sich selbst und das Wir. Es kann nicht Ihre Aufgabe sein, Ihren Partner aus Ihren Augen heraus zu verbessern oder zu verändern. Bleiben Sie bei sich.
Prüfen Sie, ob es innerhalb der Partnerschaft oder zurückliegender Partnerschaften Verhaltensmuster an Ihnen gibt, die Sie immer wieder in sie selbe Situation führen: Streit, Nachgiebigkeit, Dominanz und so weiter. Oft ist es der Fall, dass sie Verhaltensmuster durch mehrere Beziehungen ziehen, ehe man diese bemerkt und die Kraft und den Mut hat daran zu arbeiten und die Muster aufzulösen.
Trauen Sie sich und sammeln Sie wenn nötig die Kraft, um sich mit Ihren eigenen Mustern zu beschäftigen und diese zu ändern, wenn Sie sich selbst genervt davon fühlen. Seien Sie dabei nachsichtig mit sich und nicht geschockt, weil Sie sich auf einmal so negativ und nackt sehen. Freuen Sie sich vielmehr, dass Sie die Erkenntnis klar vor Augen haben und kümmern Sie sich von nun an darum Ihre Handlungen und Gefühle besser wahrzunehmen und Ihr bisheriges Verhalten positiv zu ändern.
Sobald Sie ein Verhaltensmuster abgelegt haben, werden Sie schnell freier fühlen und das Gefühl von Stärke und Freude wird sich in Ihnen einfinden. Sie haben eine eigene Schwäche bezwungen und das ohne die Hilfe von außen. Seien Sie stolz darauf und schätzen Sie diesen Fortschritt, auch wenn Ihr Partner eventuell gar keine Veränderung bemerkt.
Machen Sie sich frei von Mustern und Zwängen, die Sie an Ihrem Partner oder an sich selbst stören und nehmen Sie sich die Zeit sich zu beschäftigen. Sie werden sehen, dass dieses Arbeiten mit sich selbst auch positive Folgen auf andere Bereiche in Ihrem Leben hat. Konzentrieren Sie sich darauf, stets zu prüfen, zu wem welche Handlung und welche Emotion eigentlich gehört. In einem Streit kann es sein, dass man sich vermeintlich über den Partner aufregt, dabei ist dieser gerade nur ein Spiegel einer eigenen tiefsitzenden Schwäche und wird dadurch zur Zielscheibe Ihres Angriffs.
Wenn Sie diesen Zusammenhang rechtzeitig entlarven, können Sie Ihrem Partner und sich entspannter gegenübertreten und Streitigkeiten und Missverständnisse minimieren. Der Wachstum einer harmonischen Partnerschaft und das Annehmen seiner selbst und der damit verbundene selbstbewusste Umgang mit der Umgebung sind die positiven Folgen. Reifen Sie und wachsen Sie auf diese Art und Weise in sich.
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