Vorbereitung auf das Elternsein - Veränderungen, neue Angewohnheiten, Ängste und mögliche Krisen

Männerhand, in der eine Baby-Hand liegt

Wie man sich schon während der Schwangerschaft auf den Nachwuchs einstellen kann und welche Veränderungen und Krisen durchlebt werden

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  • von Paradisi-Redaktion

Wenn aus einem Paar Mutter und Vater wird, so verändert sich deren Leben schlagartig. Schon in der Schwangerschaft sollten sich die werdenden Eltern daher auf das Elternsein vorbereiten. Dazu gehört auch, sich auf eventuelle Schwierigkeiten einzustellen, denn nicht immer wird man den Alltag ohne Probleme bewältigen können. Zur Vorbereitung auf das Elternsein - Informieren Sie sich über Veränderungen, neue Angewohnheiten, typische Ängste und mögliche Krisen.

Grundlegendes zur Familienplanung

Oft gehen Paare davon aus, dass eine Schwangerschaft und damit der Zeitpunkt vom Paar-zu-Eltern-werden kein Problem sein wird. Gemeinsame Einkaufsaktionen für das Kleine, kreative Stunden bei der Namenssuche oder auch eine eifrige Teilnahme an der Schwangerschaftsvorbereitung versüßen die neun Monate.

In erster Linie bildet eine Familie den Rahmen für das neugeborene Leben: Mutter wie Vater stehen in der Verantwortung, ihren Kindern ein soziales Umfeld zu schaffen, das geprägt ist von

  • Liebe
  • Erziehung und
  • dem Wohlwollen des Neugeborenen.

Partnerschaften, die sich für die Gründung einer Familie entscheiden, sollten sich demnach bewusst machen, ob sie für die kommenden 18 Jahre das Potenzial in der Beziehung sehen, sich über

  • Erziehung
  • das Bestreiten des Lebensunterhaltes
  • den Überblick und
  • die Entwicklung der eigenen Partnerschaft

im Blick halten und die Themen, die durch das Neugeborene in das Leben von Mutter und Vater gebracht werden, konstruktiv austauschen zu können. Ein Kind in die Welt zu setzen, sollte dahingehend wohl überlegt sein, dass man sich fragt, ob man sich und den Partner so sieht, dass man bereit ist, sich den Bedürfnissen eines neuen Menschenlebens zu widmen, die Verantwortung zu tragen und sich für das neue Leben einzusetzen und das nach eigenen Möglichkeiten und Maßstäben Beste zu ermöglichen.

Das Wichtigste am Gründen einer Familie ist jedoch die Liebe zwischen den beiden Partnern. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass Kinder neue Herausforderungen an den Einzelnen und die Partnerschaft selbst darstellen.

Die Schwangerschaft als Zeit der Veränderung

Die Schwangerschaft ist nicht nur eine glückliche Zeit, sie ist auch anstrengend, geprägt von Ängsten und Sorgen rund um die Geburt. Die Beziehung in der Partnerschaft ändert sich und aus dem eingespielten Duo wird jetzt bald ein Trio. Die meisten Eltern erleben die Schwangerschaft als eine Zeit der Veränderungen.

Hormonelle Veränderungen und Ängste der werdenden Mutter

Immer wieder hört oder liest man, dass die Schwangerschaft die glücklichste Zeit im Leben einer Frau sein soll. Viele Frauen haben dann ein schlechtes Gewissen, wenn sie nicht immer nur glücklich sind. Schon allein durch die hormonellen Umstellungen erleben viele Frauen eine emotionale Achterbahnfahrt.

Dann kommen, gerade bei Erstgebärenden, Ängste vor der Entbindung dazu, ob alles gut geht und das Kind gesund ist. Da ist auch der Partner sehr gefragt und sollte in dieser Zeit eine einfühlsame Stütze sein.

Körperliche und psychische Beschwerden

Morgendliche Übelkeit und andere körperliche Beschwerden können der Frau zu schaffen machen. Auch da sollte der Partner Verständnis haben und rücksichtsvoll sein.

Es gibt viele Themen, welche die Eltern in dieser Zeit bewegen, etwa wie sich die Zukunft gestalten wird und wie sich ein Leben mit Kind organisieren lässt. Oft ist es für die Eltern auch eine Zeit der Vorbereitung, um Babys kleines Reich zu gestalten und sich auf das Kind einzurichten. Viele Eltern wachsen in dieser Zeit noch enger zusammen und bekommen ein Familiengefühl.

Veränderungen in der Partnerschaft

Gerade junge Eltern müssen in die Elternrolle erst noch hineinwachsen und erleben eine große Veränderung in ihrer Partnerschaft. Das Miteinander und auch die Sexualität ändern sich.

Probleme der werdenden Väter

Viele Männer kommen nur langsam mit der neuen Situation zurecht und fühlen sich oft auch ausgeschlossen. Oft wird die Schwangerschaft für die Männer erst in den letzten Schwangerschaftswochen greifbar, wenn das Kind schon gegen die Bauchdecke boxt oder sie die Herztöne bei der Kontrolluntersuchung hören.

Der Mann sollte unbedingt von Anfang an mit einbezogen werden, damit er sich langsam an die neue Situation gewöhnen kann. Zum einen sind Väter stolz, zum anderen haben auch sie teilweise große Ängste.

Die Partnerin verändert sich, körperlich, emotional und auch seelisch - dies stellt für die meisten Männer eine große Herausforderung dar. Sie müssen sich auf "andere Umstände" einstellen und das fällt ihnen nicht immer leicht.

Ist das Baby da, wird es den Alltag von jetzt auf gleich auf den Kopf stellen - Krisen nicht ausgeschlossen...

Mögliche Krisen, die das erste Kind mitbringt

Kaum ist das Baby da, bekommen viele Paare regelrecht Krisenzustände, die sich mit Streit, Stress und vielen Tränen manchmal sogar bis zur Trennung zeigen. "Gemeinsam die Krise umschiffen" sollte das Motto heißen, denn trennen kann sich jeder und dies ist zumeist der falsche Weg.

Zärtlichkeiten und Sex

Bei zahlreichen Paaren, die gerade Eltern werden, beginnt die Krise mitunter schon im letzten Drittel der Schwangerschaft. Der Bauch wächst schnell und genauso schnell verliert so manche Frau oder so mancher Mann die Lust auf Zärtlichkeit und Sex.

Als Frau fühlt man sich dick und gar nicht sexy; als Mann hat man Angst, das Baby zu "verletzen" oder findet seine Frau eher unförmig als anregend. Doch gerade die letzten Monate oder Wochen vor der Geburt sind die Zeiten, in denen man weder Angst vor einer neuen Schwangerschaft haben muss oder auch ohne Babygeschrei und Hektik sich nahe sein kann. Denn genau diese Nähe wird anfangs nur schwer umzusetzen sein und sollte in den Erwartungen des Paares gleich mit bedacht werden.

Erwartungen

Thema Erwartungen. Auch diese lösen eine mögliche Krise aus.

  • ER erwartet, dass sie sich um ihn auch nach der Geburt des Babys kümmert wie in der Zeit ohne Baby.
  • SIE erwartet, dass er sich mit allem zurückhält, dagegen allerdings nächtens aufsteht oder auch im Haushalt hilft.

Planbar ist gerade die erste Zeit mit Kind für Paare sowieso kaum, denn auch wenn man davon träumt, dass das Baby nach wenigen Wochen durchschläft, es keine 3-Monats-Kolik oder auch Schreianfälle bekommt: Diese Ereignisse treten entweder gewiss ein oder lassen unter Umständen Monate auf sich warten.

Überzogene Erwartungen desillusionieren recht schnell, Frust macht sich breit und der Haussegen hängt so schief wie das Mobile über dem Babybettchen.

Grundlegendes klären

Dass sich jeder seine Erwartungen macht, ist ein normales menschliches psychisches Vorgehen, doch der Liebe zu Gunsten sollte man diese zurückschrauben und dafür lieber über grundlegende Dinge sprechen:

  • Wer wird nach der Geburt für eine Weile auf den Job verzichten?

  • Wie soll die Hausarbeit aufgeteilt werden?

  • Welche Verwandten oder Freunde können als Babysitter einspringen, um immer noch Paar zu bleiben und in regelmäßigen Abständen sich eine gemeinsame Auszeit zu nehmen?

Wichtige Fragen, die zumindest etwas Struktur in die kommende Elternzeit bringen und oft eine Krise eindämmen bevor sie beginnt.

An der Beziehung arbeiten

Das Gespräch zu suchen ist bereits der erste Schritt in Sachen Stressvermeidung.

  • Gegenseitiges Verständnis zeigen
  • sich in der Nacht beim Aufstehen abwechseln
  • gemeinsame Zeiten ohne Kind oder auch
  • Auszeiten für jeden alleine,

schmieden eng zusammen und halten die Freundschaft zwischen dem Paar ebenso aufrecht als auch die Liebe. Gewürzt mit einer guten Prise Humor und weniger Perfektionismus (denn der wird auf jeden Fall zu kurz kommen), lassen sich die kleinen Fallstricke recht gut umgehen.

Wenn die Partnerschaft die Familiengründung nicht übersteht

Das Vorleben einer gesunden und glücklichen Partnerschaft bietet einen wertvollen Nährboden für jedes Kind. Doch oft zerbrechen Beziehungen am Druck in der Beziehung und den neuen Herausforderung des Elternseins.

Sieht man nur noch die Trennung als Ausweg, dann sollte man sich an die einstige verliebte Zeit erinnern und durchaus auch den Weg zur Paarberatung gehen.

Zusammenbleiben lohnt sich auf jeden Fall, denn eines ist sicher: In achtzehn bis zwanzig Jahren ist alles vorbei.

Alleinerziehung

Nichtsdestotrotz ist auch das Alleinerziehen durch die Mutter oder den Vater kein Nachteil in der Sicht auf den Familienbegriff: Die Rolle des jeweils fehlenden Erziehungsteils kann durch das Vereinbaren von Treffen mit dem anderen Erziehungsteil gemindert werden. Auch das sich zuwenden zu Freunden und Verwandten des fehlenden Geschlechtes kann dem Kind die augenscheinliche Lücke durch das Fehlen des Partners besser schließen.

Wohl des Kindes im Fokus

Wichtig ist es, ob als Alleinerziehender oder innerhalb einer Partnerschaft, dass das Wohl des Kindes im Blick behalten wird und keine verzerrten Bilder auf das eigene und das andere Geschlecht entstehen. Mütter und Väter haben das Kind betreffend ihre ganz eigenen Aufgaben und Bedürfnisabdeckungen.

Demnach kann man sich das Urteil, dass die Aufmerksamkeit eines Elternteils wichtig ist und das andere Elternteil sich zum Beispiel verstärkt dem Arbeitsleben widmet nur bedingt richtig - Kinder brauchen die Nestwärme von Mutter und Vater.

Das Ende der Beziehung ist nicht das Ende der Familie

Auch wenn diese nicht zusammenleben sollten. Eine Familie ist heutzutage nicht so zu definieren, dass Mutter, Vater und die Kinder unter einem Dach leben. Vielmehr ist es die Verantwortung und die Gegenwart der Eltern im Alltag des Kindes, die dem Kind den Rahmen der Familie geben.

  • Seien Sie sich bei der Gründung einer Familie bewusst, dass das Auseinandergehen einer Beziehung nicht das Ende einer Familie bedeutet.
  • Seien Sie im Hinblick auf die Kinder erwachsen genug, sich mit fairen Gesprächen und Entscheidungen vom Partner zu lösen, so dass Sie Ihren Partner, der Mutter oder dem Vater Ihrer Kinder, auch nach der Trennung mit Respekt begegnen können.
  • Bewahren Sie sich die Liebe Ihrer Kinder und geben Sie Ihre Kinder nicht mit dem Ende Ihrer Beziehung auf. Ihre Beziehung ist ein Thema, Ihre Kinder ein anderes.
  • Hören Sie auf Ihr Herz und Ihren Verstand und gehen Sie den Weg, den Sie für richtig halten, aber behalten Sie Ihre Verantwortung und Ihre Aufgaben Ihren Kindern gegenüber im Blick.
  • Entbinden Sie sich Ihrer Mutter- oder Vaterschaft nicht durch das Lösen aus einer Beziehung, sondern reden und modellieren Sie so lange mit Ihrem Ex-Partner an der neuen Familienstruktur, dass Sie beide Ihren Aufgaben trotz der Trennung so gut wie möglich nachkommen können.

Um Krisen schon im Vorfeld vorzubeugen, kann eine gute Vorbereitung auf das Elternsein hilfreich sein...

Generelle Tipps zur Vorbereitung auf das Elternsein

Das Baby bestimmt

Mit der Geburt des Babys werden aus Mann und Frau Vater und Mutter. Das Leben wird von da an von einem Baby bestimmt.

  • Wenn es Hunger hat, muss es gefüttert werden, egal, wie viel Uhr es ist.
  • Wenn es die Windel voll hat, muss es gewickelt werden, egal ob man gerade zu Hause ist oder nicht.
  • Wenn es weint, dann will es vielleicht getragen werden, egal, ob das gerade passt oder nicht.

Der gesamte Tagesablauf richtet sich nun nach dem Rhythmus des Babys. Dies sollten die werdenden Eltern sich bereits in der Schwangerschaft bewusst machen, so dass die Veränderung dann nicht allzu heftig wird.

Mögliche Ängste

Neben dem veränderten Tagesablauf haben viele Eltern aber anfangs auch Angst davor, ihr Baby zu halten, zu wickeln und anzuziehen. Bereits in der Schwangerschaft können sie sich daher in einem Babykurs auf das Elternsein vorbereiten.

Anhand von Puppen zeigen Hebammen und Kinderkrankenschwestern hier, wie man ein Baby richtig trägt, wie man es hält, wenn es Blähungen hat und wie man so ein winziges Wesen anzieht. Außerdem werden in diesen Kursen auch verschiedene Wickeltechniken gezeigt, weil es nicht wenige Eltern gibt, die lieber mit Stoffwindeln wickeln möchten.

Von anderen Eltern lernen

Die meisten werdenden Eltern haben aber auch schon Freunde oder Verwandte, die bereits Kinder haben. Wenn man einen Einblick haben möchte, wie es in einem Alltag mit Baby aussieht, so kann sich das Paar in der Schwangerschaft bei diesen Leuten "einladen" und einen Tag zusehen, wie dieser so abläuft.

Natürlich ist jedes Baby anders und alle Eltern müssen den für sie passenden Tagesablauf selbst herausfinden. Aber das ungefähre Wissen, wie ein Tag mit Baby abläuft, gibt den aufgeregten werdenden Eltern doch schon ein wenig Sicherheit.

Formalitäten, die es vorab zu erledigen gilt

Mit der Geburt gibt es auch einige Formalitäten zu regeln, so z.B. die Beantragung des Kindergeldes oder des Elterngeldes. Diese Formulare kann man sich bereits gegen Ende der Schwangerschaft im Internet herunterladen und soweit wie möglich ausfüllen. Nach der Geburt braucht man dann nur noch das Geburtsdatum und den Namen des Babys einfügen, und man wird froh sein, dass man diese Arbeit schon einige Woche zuvor erledigt hat.

Zu guter Letzt helfen natürlich auch Schwangerschafts- und Babybücher, sich in das Elternsein hineinversetzen zu können. Ob es in der Realität dann allerdings genauso abläuft, wird sich erst noch zeigen.

Mitunter haben besonders auch Väter Schwierigkeiten damit, sich an die Vorstellung, bald Vater zu sein, zu gewöhnen...

Die Vorbereitung auf die Vaterrolle

Vater werden ist nicht schwer – Vater sein dagegen sehr.

Gründe für die Angst vor dem Vaterwerden und wie man diese beseitigen kann

Viele Männer kennen die Ängste und Sorgen, die sich nach der ersten Freude der Schwangerschaft einstellen. Das fehlende Geld und die geringe Freizeit müssen nun irgendwie unter einen Hut gebracht werden. Und dabei hatte man doch noch so viel vor im Leben.

Das Wunschkind

Zunächst einmal empfiehlt es sich, die Gründung einer Familie mit der Partnerin zu besprechen und idealerweise möglichst genau zu planen, wann ein Kind das gemeinsame Glück abrunden soll. Nicht wenige Paare erstellen ausgeklügelte Zeitpläne, die die Schwangerschaft sowie die Elternzeit mit allen zeitlichen wie finanziellen Einschränkungen organisieren.

Daneben ist der mentale Aspekt bedeutsam: Wer sich gedanklich auf das Kind einstellen kann, wird schon im Vorfeld der Geburt eventuelle Träume verwirklichen können, die vielleicht nach der Vaterschaft nur noch schwer zu realisieren sind. Eine echte Angst vor dem Vaterwerden sollte sich daher nicht einstellen – falls es doch dazu kommt, lassen sich einige Nöte bereits vorab beseitigen.

Das fehlende Geld

Die Hauptsorge vieler werdender Väter liegt in der ungewissen finanziellen Situation.

  • So wird oft eine größere Wohnung benötigt, wenn das Kind erst einmal auf der Welt ist.
  • Ebenso müssen unzählige Kleidungsstücke und Versorgungsartikel angeschafft werden.
  • Ganz zu schweigen davon, dass im Regelfall die Mutter in den ersten Jahren nach der Schwangerschaft ohnehin zur Kurzarbeit übergehen wird und sich das monatliche Gesamteinkommen damit reduziert.

Doch ganz so arg kommt es meist nicht. Wo zwei Personen satt werden, lässt sich in der Regel auch ein Neugeborenes verköstigen. Zudem können staatliche Zuwendungen genutzt werden, die die gröbsten Ausgaben für das Kind abdecken.

Zwar sind große Schritte damit nicht möglich, in echte finanzielle Nöte dürfte nach der Geburt aber kein Vater rutschen, wenn er über eine gesicherte Erwerbstätigkeit verfügt.

Die fehlende Freizeit

Ach, was hatte man sich nicht noch alles vorgenommen! Ausgiebige Reisen, das wochenendliche Fußballspiel mit den Freunden und natürlich die durchfeierten Nächte: Das alles lässt sich nur noch schwer realisieren, wenn plötzlich rund um die Uhr das Neugeborene beaufsichtigt werden muss.

Dennoch verschließen sich dem Vater nicht alle Türen – vielmehr öffnen sich neue. Er wird sich aber sehr schnell in seiner aktuellen Rolle zurechtfinden und die Momente der Ruhe und Entspannung beim gemeinsamen Besuch auf dem Spielplatz, dem Streichelzoo oder den Spaziergängen finden. Wer dagegen immer noch den großen Drang nach Freiheit verspürt, kann aber sehr wohl das Kind auch einmal für wenige Tage zu den Großeltern bringen und mit der Partnerin zumindest einen Kurzurlaub einlegen.

Die fehlende Reife

Eben hat man sich noch von Tiefkühlpizza ernährt und die Nächte mit spannenden Computerspielen verbracht – und plötzlich soll man

  • das Oberhaupt einer Familie bilden
  • ein Kind aufziehen und
  • diesem Anstand, Moral und ähnliche Werte beibringen?

Werdende Väter leiden oftmals unter der künftigen Rollenverteilung. Aber ihnen sei gesagt: Nicht von heute auf morgen muss eine Wandlung erfolgen. Viele Männer reifen an der Vaterschaft. Sie spüren den Drang danach, die Verantwortung für die Tochter oder den Sohn zu übernehmen.

Meist profitieren sie im Laufe der ersten Monate auch selbst davon: Aus einem ungeregelten wird ein organisierter Tagesablauf und wo einstmals Tütensuppen regierten, da wird genau auf den Speiseplan geachtet. Jeder Vater lernt hinzu.

Die fehlende Zuversicht

Doch viele werdende Väter leiden nicht alleine im Hinblick auf die Zeit nach der Geburt. Weit verbreitet ist die Angst vor Komplikationen der Partnerin während der Schwangerschaft. Ebenso werden Krankheiten und Missbildungen bei den Kindern häufig befürchtet.

Allerdings sind diese Risiken den Ärzten bekannt. In der neun Monate umfassenden Phase vor der Geburt wird mit medizinischen Tests bei der Mutter sowie dem ungeborenen Baby regelmäßig die Wahrscheinlichkeit eventueller Komplikationen untersucht.

Treten diese auf, kann meist noch vor der Geburt darauf eingewirkt werden. Zudem treten derlei Fälle relativ selten auf, müssen also nicht zu schlaflosen Nächten führen.

Fazit

Angst und Sorgen sollten dem werdenden Vater nichts ins Gesicht gezeichnet sein, wenn er von der Schwangerschaft erfährt. Mag es auch einige Einschränkungen geben, die sich auf die wirtschaftliche Lage des Haushalts sowie die Tagesplanung beziehen, so darf doch nicht übersehen werden, welches Glück ein Kind in die Familie trägt.

Oftmals wandelt sich das Leben aller Beteiligten damit grundlegend. Ein neues Verantwortungsbewusstsein kehrt ein, anstehende Probleme werden schneller und nachhaltiger gelöst. Statt mit bangen Gefühlen sollte die Geburt des eigenen Kindes als das gefeiert werden, was sie ist: das vielleicht größte Glück, das einen Menschen ereilen kann.

Couvade-Syndrom - mitfühlende Männer mit Babybauch

Ein rätselhaftes Phänomen beschäftigt die Experten. An sich sind Frauen schwanger, das ist logisch. Doch auch Männer zeigen häufig Schwangerschaftsanzeichen.

Neben Kopfschmerzen, Übelkeit und Stimmungsschwankungen kann sich sogar ein kugeliger Babybauch entwickeln. Was hat es mit dem Couvade-Syndrom auf sich?

Psychosomatisch bedingte Parallelschwangerschaft

In der Schwangerschaft müssen sich Frauen mit allerhand Begleiterscheinungen wie

herumschlagen. Doch auch viele Männer zeigen plötzlich wie ihre Partnerin Schwangerschaftssymptome, fühlen sich niedergeschlagen, leiden unter unerklärlicher Müdigkeit und legen sogar ein paar Kilos zu.

Entwicklungspsychologen beobachten, dass die Beschwerden bei Männern denen von schwangeren Frauen verblüffend ähnlich sind. Sogar der Bauch bläht sich auf und wird kugelig.

Wissenschaftler bezeichnen dieses Phänomen als Couvade-Syndrom, unter dem inzwischen etwa ein Viertel der Männer leiden. Der Begriff stammt aus dem Französischen, wobei "couver" soviel bedeutet wie "liebevolle Betreuung".

Männer fühlen so stark mit, dass sie selbst Schwangerschaftsanzeichen entwickeln. Experten sprechen von einer psychosomatisch bedingten Parallelschwangerschaft, die dadurch entsteht, dass sich Männer extrem in die Situation ihrer Partnerin versetzen und sich mit ihr solidarisieren.

Ungelöste Konflikte als Ursache?

Bei einigen werdenden Vätern lassen sich Hormonveränderungen nachweisen. Bisher konnten Forscher nicht eindeutig klären, warum das so ist. Ein Ansatz: Da schwangere Frauen ihr Verhalten ändern und vermehrt Pheromone (Sexuallockstoffe) bilden, könnte es möglich sein, dass beide Vorgänge bei Männern zu Veränderungen des Hormonspiegels und zu Schwangerschaftssymptomen führen.

Zwar scheinen ein bisschen schwangere Männer kein Grund zur Besorgnis zu sein, doch Wissenschaftler weisen darauf hin, dass auch ungelöste Konflikte Ursachen für das Couvade-Syndrom sein können. Hinter dem männlichen Mitgefühl könnte eine große Angst stecken, wie Sorgen vor der Zukunft oder sogar die Angst vor dem Kampf um die Zuneigung des Kindes.

Ausdruck für Gebärneid?

Tiefenpsychologen glauben, dass viele Männer eine Art Gebärneid entwickeln und durch die typischen Schwangerschaftsbeschwerden ihre wirklichen Gefühle zum Ausdruck bringen. Mit diesem Neid versuchen Männer unbewusst die Unfähigkeit zu kompensieren, selbst keine Kinder gebären zu können.

Zahlreiche Neurologen sind anderer Meinung und erklären das Couvade-Syndrom mit den Spiegelneuronen. Diese Neuronen sind Nervenzellen, die im Gehirn als Spiegelbild die gleichen Beschwerden und Verhaltensweisen auslösen wie bei der schwangeren Partnerin. Zeigen sich beim Mann Schwangerschaftszeichen, würden die Spiegelneuronen genau die Empfindungen und Veränderungen verursachen, die bei Schwangeren erkennbar sind.

Klar ist, dass sich auch bei Männern typische Symptome wie bei schwangeren Frauen zeigen können. Ob und in wie weit biochemische Prozesse an dem männlichen Schwangerschafts-Phänomen beteiligt sind, lässt sich noch nicht eindeutig erklären.

Nach der Geburt ist auch die Parallelschwangerschaft beendet, doch oft ist der väterliche Kugelbauch auch nach Monaten noch sichtbar. Das muss nicht sein - einige Hebammen haben inzwischen Rückbildungsgymnastik-Kurse für Männer ins Leben gerufen.

Tipps zur Gewöhnung an die Vaterrolle

In die Vaterrolle hineinzuwachsen, ist manchmal also gar nicht so einfach – unter anderem, weil werdende Väter im Gegensatz zu ihren Partnerinnen das Baby nicht im eigenen Körper wachsen spüren. Desto wichtiger ist es, so früh wie möglich Kontakt zum Kind aufzunehmen.

An die Stimme gewöhnen

Werdende Väter können dem ungeborenen Kind beispielsweise am Abend erzählen, wie sie den Tag verbracht haben. Das Baby gewöhnt sich auf diese Weise bereits an Papas Stimme, für seinen Vater wird ein Kind, mit dem man spricht, gleich viel realer. Für viele Väter ist es auch eine ganz besonders bewegende Erfahrung, wenn sie etwas später die ersten Tritte des Babys gegen Mamas Bauchdecke spüren können.

Mutter zu Vorsorgeuntersuchungen begleiten

Auf keinen Fall sollte es versäumt werden, die werdende Mutter zu den Vorsorgeuntersuchungen zu begleiten. Das gilt vor allem für die Ultraschall-Termine, bei denen Väter bereits einen ersten Blick auf das Kind werfen können. Auch der Geburtsvorbereitungskurs hilft, sich auf das Kind einzustimmen.

Generelles Wissen aneignen

Natürlich kann es nicht schaden, sich ein wenig Wissen rund um

  • Schwangerschaft
  • Geburt und
  • Kinderpflege

anzulesen, denn eigene Kompetenzen geben werdenden Vätern Sicherheit. Auch im Austausch mit Vätern aus der Familie oder dem Freundeskreis kann man viel Wissenswertes erfahren.

Eigene Kindheit reflektieren

Gleichzeitig gilt es, sich innerlich mit dem Thema Vaterschaft auseinanderzusetzen und dabei auch die eigene Kindheit zu reflektieren:

  • Was war gut?
  • Was möchte man selbst anders machen als der eigene Vater?
  • Was will man seinen Kindern auf den Lebensweg mitgeben?

Trotz aller möglichen Krisen, die auf werdene Eltern zukommen, ist und bleibt das Elternwerden und -sein etwas besonders Schönes - manchmal entwickeln sich dabei merkwürdige neue Angewohnheiten...

Das wundersame Verhalten junger Eltern

Wenn ein Paar das erste Kind auf die Welt bringt, dann ist es eine Frage der Zeit, wann das Paar anfängt, sich in seiner neuen Elternrolle zu zeigen. Hauptsächlich gibt es nur noch das Thema Neugeborenes.

Lange Geschichten über die Geburt, die Tage danach, wie anders das Leben durch das Neugeborene ist, was das Neugeborene bereits jetzt für Eigenheiten aufzeigt. Alles ist niedlich, unglaublich und erzählenswert. Nicht selten verlieren sich Väter wie Mütter in der Lobpreisung der Kleinen oder der Erzählung, wie anstrengend die Nächte und auch die Tage sind, seitdem das Kleine auf die Welt gekommen ist.

Wenn man es mit jungen Eltern zu tun hat, gibt es vieles zum Zuhören und auch einiges zum Wundern. Junge Eltern benehmen sich in der Öffentlichkeit ab und an so, als ob die gesellschaftliche Umgebung nicht anwesend wäre und alle Menschen im Café das Baby genauso süß finden wie die Eltern selbst und es daher nicht schlimm ist, wenn das Kind ein wenig unruhig ist oder anfängt zu weinen.

Junge Eltern haben zum Beispiel die Fertigkeit ausgeprägt, regelmäßig an der Windel des Babys zu riechen, um den Moment des Windelwechselns abzupassen. Mütter beginnen kurz vor dem Stillen des Kindes an ihren Brüsten zu tasten, um herauszufinden, welche der Brüste beim letzten Stillen eingesetzt wurde. Manchmal ist eine Mutter so sehr mit ihrem Baby und der Versorgung beschäftigt, dass sie gar nicht bemerkt, dass Sie sich in der Öffentlichkeit befindet.

Die Öffentlichkeit ist vergessen

Wenn Sie dies als Passant oder Passantin sehen, dann seien Sie nachsichtig und wissend, dass diese Frau eine neue Familiensituation zu meistern hat und es daher nicht immer der Form entsprechend zugehen kann und auch gar nicht muss. Ein Baby ist eine der stärksten und nahesten Erfahrungen bezogen auf die Natur. Es ist nicht verwunderlich, dass das Aufziehen eines Kindes die Eltern aus der Enge ihrer bisherigen Gesellschaftsrollen als Mann oder Frau bringt und Vater und Mutter näher beieinander und näher an den Bedürfnissen des Babys und der eigenen Bedürfnisse sind.

Wenn Eltern mit Kindern im ähnlichen Alter aufeinandertreffen, dann gibt es von einem Moment zum anderen kaum mehr eine Intimität zu schützen, wenn es um Anekdoten über das Kind geht. Schnell werden sich Erziehungsprobleme, Krankheitsbilder oder Erfahrungen mit übermüdeten, bockigen oder lieben und witzigen Kindern erzählt. Elternschaft kann auf besondere und euphorische Art und Weise verbinden.

Eine komplett neue Erfahrung

Neugeborene können Eltern ohne große Anstrengung an die körperlichen und emotionalen Grenzen führen. Ab einem bestimmten Alter hat man sich mit damit auseinanderzusetzen, dem Kind beizubringen, dass man nicht zu popeln hat und wenn das Kind das Elternteil fragend ansieht, dann ist eine gute Antwort angebracht.

Eltern stehen mit dem Tag der Geburt vor unzähligen Neuerfahrungen und lernen die Welt nicht nur aus der Perspektive des Kindes neu kennen, sondern auch aus ihrer eigenen Perspektive. Sie müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen, wie sie sich souverän benehmen, wenn das Kind im Restaurant oder im Geschäft beim Einkaufen anfängt zu weinen. Junge Eltern müssen, wenn sie unterwegs sind, einen Ort finden, an dem Sie geruchsintensive Windeln entsorgen können und ihr Baby windeln oder stillen können.

Es mit Humor nehmen

In Deutschland und anderen Ländern sind Babys dahingehend gern gesehen, dass es in großen Geschäften und Restaurants Wickelstuben und Kindersitze sowie Parkplätze für Kinderwagen gibt. Es ist also wichtig, dass sich junge Eltern nicht zu vorsichtig und entschuldigend bewegen.

Nachwuchs gehört zum Leben und bedeutet für viele sogar, das Leben in seiner Einzigartigkeit und seinem fortwährenden Wunder zu erfahren. Freuen Sie sich an dieser Lebensphase und lachen Sie lieber einmal zu viel über schräge und vermeintlich eigenartige Situationen für Sie als Elternteil oder im Zusammenhang mit Ihrem Baby, als dass Sie alles zu ernst nehmen.

Sie haben genügend Anspannung und Stress in Ihrem Elterndasein. Lachen Sie und sorgen Sie für ein leichteres Gemüt bei Ihrem Partner und sich.

Grundinformationen und Hinweise zu Eltern

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Baby hand in father's palm © Dmitry Pichugin - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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