Lesen - Nutzen, Formen und Tipps zum Lesenlernen

Lesebrille auf einem aufgeschlagenen Buch, dahinter ein Stapel mit weiteren roten Büchern

Rund um die Fähigkeit, zu lesen - Vorteile, Lernmöglichkeiten und Co

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  • von Paradisi-Redaktion

Lesen spielt in allen Bereichen des Alltags eine große Rolle und bedeutet mehr als nur die Aneinanderreihung von Buchstaben und Lauten. In erster Linie kommt es nämlich auf ein gutes Textverständnis an, also auf die Fähigkeit, Inhalte verstehen und interpretieren zu können. Um diese Stufe der Lesekompetenz zu erreichen, bedarf es viel Zeit und intensive Übung. Informieren Sie sich über die Bedeutung und Formen des Lesens, und welche Tipps man zum Lesenlernen beachten sollte.

Lesen: Definition und Nutzen

Das Lesen beschreibt das visuelle - oder auch taktile - Wahrnehmen von Schriftzeichen bzw. deren Umsetzen in Lautsprache. Umgesetzt werden in diesem Zusammenhang

  • Buchstabenlaute
  • Silben
  • Wörter
  • Sätze oder auch
  • Textabschnitte.

Einzelne Buchstaben werden also zu Silben, die wiederum zu Wörtern geformt usw. Des Weiteren wird der Begriff des Lesens auch für das Auswerten von nicht-linearen Texten, wie etwa Karten, Plänen oder Zeichnungen sowie Noten verwendet. Erst durch das Lesen eines Textes etc. kann man diesen verstehen.

Dabei handelt es sich um eine Fähigkeit, die erst erlernt werden muss; dies geschieht in der Regel ab der ersten Klasse; doch auch schon vorher üben viele Eltern mit ihren Kindern das Lesen.

Die Fähigkeit, Lesen zu können, ist in sämtlichen alltäglichen Bereichen unabdingbar. Neben Rechnen und Schreiben zählt sie zu den wichtigsten kulturellen Fertigkeiten.

Man liest, um

  • sich zu orientieren (z.B. beim Lesen von Wegweisern, Verkehrsschildern, Warnschildern etc.)
  • zu verstehen (z.B. beim Lesen von Bedienungsanleitungen oder Beipackzetteln von Medikamenten)
  • sich zu informieren oder sich zu unterhalten (z.B. beim Lesen von Büchern, Zeitungen oder Internetseiten

Selbst, wer nicht sehen kann, ist in der Lage zu lesen. Zu diesem Zweck gibt es eine spezielle Blindenschrift, bei der die unterschiedlichen Buchstaben in Form von Zeichen, die der bzw. die Blinde durch Anfassen erkennt, gelesen werden. Die Unfähigkeit, zu lesen, kann auf Analphabetismus zurückzuführen sein; nähere Informationen erhalten Sie hier. Probleme beim Lesen wiederum können ihre Ursachen in der Dyslexie oder der Legasthenie haben.

Merkmale einer guten Lesbarkeit

Der richtige Buchstabenabstand ist wichtig für die gute Lesbarkeit eines Textes
Der richtige Buchstabenabstand ist wichtig für die gute Lesbarkeit eines Textes

Damit ein Text für einen gesunden Leser gut lesbar ist, sollte dieser bestimmte Merkmale aufweisen. Anders als meistens angenommen, steht dabei nicht die Schriftgröße an erster Stelle.

Eine besondere Rolle spielt besonders der Buchstabenabstand. Je näher die einzelnen Buchstaben zueinander stehen, desto mühseliger ist es, sie zu erkennen.

Nach Ansicht von Gehirnforschern ist es für das menschliche Auge entscheidend, dass der Hintergrund eines Objekts ein möglichst geringes Potential für Ablenkung bietet. Je mehr Raum dieses Objekt - oder eben einen Buchstaben - umgibt, desto lesefreundlicher in diesem Fall.

Dabei gilt, dass der Abstand umso größer sein muss, je größer die Entfernung des Objekts ausfällt. Würde man sich ein Buch aus einer größeren Entfernung versuchen zu lesen, würden die Buchstaben verschwimmen und nicht mehr einzeln hervorstechen. Dabei spielt auch das Alter eine Rolle: ein älteres Kind wird einen deutlich kleineren Abstand besser wahrnehmen und somit schneller lesen können, als ein Kind, welches gerade erst mit dem Lesen begonnen hat.

Die neue Art zu lesen: User scannen Texte in F-Form

Junge Geschäftsfrau im Büro sitzt vor dem Computer
Business woman portrait in an office © Andres Rodriguez - www.fotolia.de

Das Internet verändert die Lesetechnik: Der User scannt die Texte in F-Form und springt von Absatz zu Absatz. Kann der Textinhalt mit dieser Lesegewohnheit überhaupt noch aufgenommen werden oder sind nur noch Passagen mit Schlüsselwörtern interessant?

Sprunghafte Online-Leser mit Stichwort-Ambition

Studien des dänischen Informatikers Jakob Nielsen analysieren den Leseprozess im Internet. Demzufolge lesen User zwar die erste Zeile, überfliegen dann aber den Text und wandern im F-Format entlang des linken Bildrandes. Der Online-Leser hüpft durch ein Kapitel und erfasst Wortgruppen statt einzelne Worte zu lesen. Informatiker beobachteten 25 Studienteilnehmer über mehrere Wochen und stellten fest, dass jeder vierte Aufruf einer Website nur vier Sekunden dauerte.

Junge Online-Leser haben eine Ambition zu Stichworten. Ein Text wird nicht mehr komplett gelesen, sondern gescannt. Gerade im Internet lassen sich viele User durch fettgedruckte Passagen, Links oder Zwischenüberschriften ablenken und nutzen andere Lesegewohnheiten als bei Texten im Druckformat. Einige Linguisten und Neurowissenschaftler befürchten jetzt, dass vertieftes und intellektuelles Lesen bald nicht mehr möglich ist.

Multitasking-Fähigkeiten durch digitale Medien

Die Theorie der amerikanischen Wissenschaftlerin Maryanne Wolf: User, die in ihrem Leben früh in die Online-Welten abtauchen, entwickeln Multitasking-Fähigkeiten, weil ihre Aufmerksamkeit ständig auf neue Web-Inhalte gelenkt wird.

Das Reflektieren von Lektüre könnte für die neue Generation immer unwichtiger werden. Die Ansprüche junger Leute haben sich geändert - kurze Sätze und prägnante Fakten sind gefragt. Oft reichen schon ein paar einzelne Lesehäppchen aus, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Der Online-Leser sortiert innerhalb von Sekundenbruchteilen in Wichtig und Unwichtig. Viele Leseforscher sehen aber keinen Grund zur Sorge. Experimente beweisen, dass der Mensch Texte auf Papier zwar schneller liest, gescannte Webinhalte aber genauso gut versteht. Keiner kann bisher genau erklären, was wirklich beim sprunghaften Erfassen von Textinhalten im Gehirn der Leser geschieht.

Kleine Schrift verbessert das Textverständnis

Zwei kleine Mädchen liegen im Bett und lesen ein Buch zusammen
two young girls lying in the bed and reading a book together © Noam - www.fotolia.de

Forscher aus Israel haben jüngst eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Wenn man das Textverständnis bei Schülern anheben möchte, sollten kleinere Buchstaben verwendet werden. Die Wissenschaftler haben sich die Frage gestellt, ob äußere Umstellungen einen Einfluss auf das Lesen haben.

So wurde neben der Größe der einzelnen Buchstaben, auch deren Abstand verändert oder die Zeilen verlängert. Nach dem Lesen wurden den Kindern Fragen gestellt, die das Begreifen des Textes dokumentieren sollten.

Besseres Textverständnis von Fünftklässlern bei kleiner Schrift

Schüler der fünften Klasse konnten Texte besser erfassen, wenn die Buchstaben eher klein waren. Für die Wissenschaftler lag dies daran, dass sich die Kinder stärker konzentrieren mussten und dadurch den Text genauer lasen. Die Länge der jeweiligen Zeilen oder deren Abstand hatte jedoch keine Auswirkungen.

Bei Zweitklässern sah das Ergebnis völlig anders aus. Da Kinder in dieser Altersstufe noch in der Lese-Lernphase sind, hatten sie mit kleinen Buchstaben Probleme. Ihr Textverständnis verschlechterte sich. Auch längere Zeilen machte den ungeübten Lesern zu schaffen.

Distanz beeinflusst Einstellung zu Gegenständen - und das Leseverständnis

Forscher stellten Zusammenhang zwischen Verständnis und räumlicher Distanz fest

Kleines Mädchen bei Hausaufgaben, neben ihr grüner Apfel auf Tisch
adorable girl studying © Jose Manuel Gelpi - www.fotolia.de

Die Entfernung zwischen zwei Gegenständen beeinflusst das Denken der Menschen und auch das Leseverständnis. Dies erkannten Sprachwissenschaftler der Universität Bielefeld nach entsprechenden Experimenten mit freiwilligen Probanden.

Die Forscher ließen die Teilnehmer Karten lesen, die sich entweder aufeinander zu oder voneinander weg bewegten. Dabei stellte sich heraus, dass sie Sätze, die Ähnlichkeiten ausdrückten, umso schneller lesen konnten, je näher die Karten zusammen lagen. Bei Sätzen, die Gegensätzliches ausdrückten, wurden die Sätze dagegen umso schneller erfasst, je weiter die Karten auseinander lagen.

Besseres Verständnis durch verschiedene Abstände

Das Gehirn scheint also durch die Distanz von mehreren Dingen zu erfassen, ob diese als Gruppe zusammengehören oder nicht. Grundschülern könnte es so zum Beispiel im Deutsch-Unterricht erleichtert werden, bestimmte Sachen als Gruppen wahrzunehmen, wenn diese möglichst nahe zusammen stehen.

Möglicherweise kann die Erkenntnis der Sprachwissenschaftler auch das Privatleben beeinflussen: Wer dem Partner suggerieren will, dass die Beziehung innig ist, sollte die beiden Zahnputzbecher eng nebeneinander stellen. Stehen weit auseinander, könnte dies den ein oder anderen hingegen ins Grübeln bringen.

Formen des Lesens

Es gibt unterschiedliche Formen des Lesens. Diese bilden die Voraussetzung für einen guten Leser; zudem gibt es gegenseitige Ergänzungen.

Da wäre zum einen das Buchstabieren:

  • einzelne Erkennung der Buchstaben und Zuordnung derer Lautwert
  • Zuordnung und Aussprechen eines hörsprachlich bekannten Wortes durch die Buchstabenabfolge
  • Schwierigkeiten: etwa bei Umlauten oder Zwielauten; hier stimmen Buchstabenlautwerte nicht mit der Aussprache des Gesamtwortes überein
  • Teil der Lesefertigkeit; gelingt auch bei unbekanntem/fremdsprachlichen Wort
  • sehr langsames Vorgehen

Auch das Erkennen von Wörtern zählt zum Lesen: selbst wenn nur ein Buchstabenteil fixiert wird, kann die richtige Zuordnung von Wörtern erfolgen. Bei kürzeren Wörtern erfolgt keine direkte Anschauung mehr, bei längeren lediglich die Kontrolle von Anfang und Ende.

Die Schwierigkeit der Sinnerfassung auf Satzebene ist abhängig von Satzlänge und Lesegeschwindigkeit, unter der Voraussetzung, dass man die Wörter kennt. Die Sinnerfassung auf thematischer Ebene dient dem Verständnis von komplizierten Sätzen sowie Wortbedeutungen aus dem Kontext heraus. Der Inhalt wird komprimiert, die Lesegeschwindigkeit gesteigert.

Lesen ändert das Verhalten - und macht zufriedener

Beim Lesen wird das Bedürfnis nach Akzeptanz durch Identifikation mit Hauptfigur verwirklicht

Frau sitzt in weißem Sessel und liest ein Buch
woman reading a book © Tomasz Wojnarowicz - www.fotolia.de

Was du liest, das bist du auch. Auf diesen kurzen Nenner lassen sich die Erkenntnisse einer Studie von US-Wissenschaftlern der Universität in Buffalo bringen. Menschen nehmen schnell Verhaltensweisen von Personen an, über die sie gerade gelesen haben. Wer in einem Harry Potter-Band schmökere, benehme sich auch ein wenig so wie der Zauberlehrling aus Hogwarts, erläutert Shira Gabriel, die Leiterin der Studie.

Die Forscher vergleichen dies mit der Art und Weise, wie sich Menschen in der Gesellschaft anpassen. Schon seit langem ist bekannt, dass sich das Verhalten, aber auch Einstellungen und Meinungen, von Menschen, die viel Zeit miteinander verbringen, angleiche, erklärt Gabriel. Ihre Untersuchung habe ergeben, dass dies auch für Personen gelte, über die man gerade gelesen habe.

Zufriedenheit und Identifikation mit dem Helden

140 Probanden hatten sich mit einem Kapitel eines Harry-Potter-Buches oder einem Abschnitt aus einem Werk der Twilight-Reihe beschäftigt. Anschließend mussten sie Rede und Antwort über ihr Verhalten und ihre Einstellungen stehen.

Der Test ergab ebenfalls, dass durch das Lesen auch das Bedürfnis nach sozialer Bindung und Akzeptanz wachse, so Shira Gabriel. Dies werde durch die Identifikation mit einer Persönlichkeit aus einem Buch befriedigt. Die Probanden gaben an, sich nach dem Lesen zufriedener mit sich und ihrem Leben zu fühlen. Zudem berichteten sie, dass sich auch ihre Laune gebessert habe.

Im Lesen sind Männer schlechter als Frauen

Junge Frau im runden Sesselstuhl beim Lesen
Junge Frau beim lesen © Frank Eckgold - www.fotolia.de

Eine Studie der Universität Hamburg ergab, dass Männer deutlich schlechter lesen können als Frauen. Dies zeigten auch die vergangenen PISA-Untersuchungen, die alle drei Jahre seit 2000 bei den Schülern in allen Ländern gemacht werden. In folgenden schnitten 15-jährige Mädchen in der Kategorie Lesen/Textverständnis immer besser ab als Jungen ihres Alter.

Aber auch bei den Erwachsenen einzelner Berufsgruppen herrschen große Unterschiede - beispielsweise jeder vierte Maler, Koch oder LKW-Fahrer ist ein sogenannter funktionaler Analphabet.

So gehören in Deutschland insgesamt etwa siebeneinhalb Millionen Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren zu diesem Personenkreis, wobei zwei Millionen sogar das Lesen und Schreiben einzelner Wörter schwer fällt.

Arbeiten und Lesen - Kein Augenschaden bei wenig Licht

Dunkelhaarige Frau mit Brille im Haar arbeitet im Licht einer Schreibtischlampe am Laptop
woman working on a laptop © Konstantin Yuganov - www.fotolia.de

Kinder lesen gerne unter der Bettdecke, wo nur eine Taschenlampe zum Einsatz kommt. Eltern machen sich Sorgen darüber, dass diese Tatsache den Kinderaugen schaden könnte. Ein Experte meint, dass dabei wirklich nichts passieren kann. Wenig Licht sorgt einzig dafür, dass sich die Person nicht lange konzentrieren kann und schnell ermüdet. Das wiederum liegt daran, weil sich das Auge doppelt soviel anstrengen muss.

Eine wirkliche Schädigung ist dabei aber nicht möglich. Um so mehr Licht, um so mehr Konzentration hat der Mensch in der Regel. Deswegen sollte auch immer eine Lampe neben dem Computer stehen. Um so heller der Raum, um so länger ist die Aufmerksamkeitsspanne. Das gilt für Kinder und auch für Erwachsene.

Ist das Lesen auf E-Books anstrengender?

Forscher vergleichen Hirnströme und Augenbewegungen mit den medialen Lesevorlieben der Deutschen

Frau sitzt in weißem Sessel und liest ein Buch
woman reading a book © Tomasz Wojnarowicz - www.fotolia.de

Während in Deutschland das Buch nach wie vor das beliebteste Medium zum Lesen ist, werden in Ländern wie den USA oder Großbritannien schon jetzt mehr elektronische Bücher als gedruckte Varianten verkauft. Forscher der Universität in Mainz wollten nun herausfinden, welches Lesen tatsächlich anstrengender ist.

Hirnaktivität und Augenbewegungen

Dafür sollten 56 Probanden im Alter zwischen 21 und 34 Jahren sowie von 60 bis 77 Jahren kurze Texte auf E-Books und normalen Büchern lesen. Mit Hilfe eines Elektroenzephalographen wurde ihre Hirnaktivität aufgezeichnet und außerdem ihre Augenbewegungen verfolgt.

Das gedruckte Wort war in beiden Gruppen das beliebteste Medium, wohingegen die Jüngeren als zweite Wahl den E-Reader und die Senioren das Tablet bevorzugten. Die objektiven Messungen der Hirnströme und Augenbewegungen passten jedoch keineswegs zu den persönlichen Vorlieben der Teilnehmer.

Tablet im Alter empfehlenswert

Während die Forscher bei den jungen Testteilnehmern überhaupt keinen Unterschied feststellten, kamen die Älteren mit dem Tablet anscheinend viel besser klar als mit dem E-Reader oder der Buchseite. Zum einen war ihre Lesegeschwindigkeit viel höher und zum anderen blieb die Gehirnaktivität weit unter dem E-Reader und Buch.

Auch beim Pisa-Test für Erwachsene ist Deutschland nur Mittelmaß

Älterer Mann beim Zeitunglesen
reading newspapers © drx - www.fotolia.de

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) führt alle drei Jahre weltweit die bekannten Pisa-Studien bei den 15-jährigen Schülern durch. Jetzt wurden einmal die 16 bis 65-Jährigen auf ihr Wissen überprüft. An dieser Studie nahmen die 24 wichtigsten Industrienationen auf der Welt mit 166.000 Personen teil, 5.465 vertraten dabei Deutschland.

Japan und Finnland in der Spitze

Im Endergebnis landete Deutschland nur im Mittelfeld. Beim Lesen und Rechnen lagen die Vertreter aus Japan und Finnland an der Spitze. Neben Lesen und Rechnen wurden aber auch noch der Umgang mit einem Computer getestet. Beim Lesen war es wichtig auch die Texte zu verstehen, wobei Deutschland im Vergleich zu den anderen Nationen nur Mittelmaß war.

Beim Rechnen lagen aber die Deutschen etwas über dem Durchschnitt. Hier wurden einfache Grundrechenarten wie Prozentrechnung und Dreisatzaufgaben gefragt. Dabei ging es beispielsweise um Preisnachlass im Supermarkt, Grafiken verstehen sowie auch Umrechnung von Celsius in Fahrenheit. Dabei muss man natürlich vorher wissen, dass 1 Grad Fahrenheit der Temperatur von Minus 17 Grad Celsius entspricht, beziehungsweise 1 Grad Celsius 34 Grad Fahrenheit.

Umgang mit dem Computer für manche Erwachsene zu schwierig

Aber mancher Erwachsene hat in Deutschland auch Probleme im Umgang mit einem Computer, wobei 12,6 Prozent der Deutschen die Computer-Maus nicht bedienen können. Noch schwieriger wird es bei eigenen Problemlösungen und dem Navigieren über mehrere Webseiten, was nur 36 Prozent beherrschen.

Soziale Herkunft entscheidend

Aber auch beim Test der Erwachsenen zeigte sich, wie schon früher bei den 15-Jährigen, dass in Deutschland die Bildung stark von der sozialen Herkunft abhängig ist. So erreichten diejenigen, deren Eltern keine Berufsausbildung oder Abitur besaßen, im Schnitt 54 Punkte weniger als die Personen, wo ein Elternteil einen Hochschulabschluss oder eine Meisterausbildung vorweisen konnte.

Die Mythen der Kindheit - schadet Lesen unter der Decke den Augen?

Kleines Mädchen unter weißer Bettdecke auf dem Rücken liegend im Bett
Bedtime © Hallgerd - www.fotolia.de

Vielen Kindern wird erzählt, dass sie sich beim heimlichen Lesen unter der Bettdecke die Augen verderben - weil sie schließlich schlafen sollen statt noch stundenlang zu lesen. Eine andere beliebte Drohung ist es, Kindern zu erzählen, ihre Augen würden so stehenbleiben, wenn sie absichtlich schielen.

Doch an diesen Mythen ist wenig dran, versichern Augenexperten. So führt das Lesen bei schlechtem Licht zwar dazu, dass die Augen schneller ermüdeten, doch während des Schlafs erholen sie sich wieder.

Damit die Augen wirklich zu Schaden kommen, müsste das Kind schon täglich mehrere Stunden lang im Halbdunkeln lesen. Dann könnte der Augapfel in die Länge wachsen und zu Kurzsichtigkeit führen.

Schielen und Fehlsichtigkeiten behandeln lassen

Das absichtliche Schielen und Augenverdrehen führt dagegen auf gar keinen Fall zu bleibenden Schäden - es ärgert nur meist die Erwachsenen. Wird das Schielen jedoch nicht absichtlich herbeigeführt, muss es ärztlich behandelt werden.

In diesem Fall kann die Fehlstellung der Augen dazu führen, dass das räumliche Sehen und die Sehschärfe lebenslang beeinträchtigt werden. Zumal die Betroffenen auch psychologisch unter dem "Silberblick" leiden.

Empfehlenswert ist es, das Kind zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr einmal auf Mikrostrabismus - eine Fehlstellung der Augen - testen zu lassen.

Und letztlich: Auch das nahe Sitzen vor dem Fernseher führt nicht zu Sehschäden. Sitzt das Kind jedoch mit Vorliebe sehr nah am Bildschirm, kann dies ein Hinweis auf eine bestehende Fehlsichtigkeit sein und sollte vom Augenarzt untersucht werden.

Studie: Frühe Lesefähigkeit, höhere Intelligenz

Intellektuelle Unterschiede resultieren aus unterschiedlichen Erfahrungen

Zwei befreundete Jungen liegen lächelnd auf Bett und schauen sich gemeinsam ein Buch an
Two Young Boys Lying Down On A Bed Reading A Book © Monkey Business - www.fotolia.de

Lesen gilt seit jeher als Inbegriff von Bildung - und somit als Voraussetzung für die Herausbildung intellektueller Fähigkeiten. Lange bevor es Internet und Co. gab, wurde Wissen vor allem über Bücher vermittelt. Und noch heute gilt Lesen als eine besondere Form der Wissensaneignung, die durch kein anderes Medium ersetzt werden kann.

Zusammenhang zwischen Lesen und Intelligenz bestätigt

Jetzt gibt es wissenschaftliche Unterfütterung für den Zusammenhang zwischen Lesen und Intelligenz. Allerdings: Wer hieraus ein einfaches "Lesen fördert die Intelligenz" macht, der liegt nicht ganz richtig.

Tatsächlich hat das britische Forscherteam nämlich vielmehr herausgefunden, dass eine frühe Lesefähigkeit bei Kindern sich auch später in einer höheren Intelligenz zeigt. Und diese kann zum Beispiel auch bei genetisch identischen Zwillingen höchst unterschiedlich ausfallen.

Intellektuelle Unterschiede sind Resultat aus Erfahrungen

Oder anders gesagt: Die späteren intellektuellen Unterschiede resultieren die Forschern zu Folge aus den verschiedenen Erfahrungen, die beide Zwillinge gemacht hatten. Die Schlussfolgerung: Einige Kinder brauchen mehr Unterstützung als andere, um Spaß am Lesen zu bekommen und so künftig auch mehr zu lesen - hier wäre ein guter Ansatzpunkt für Eltern und natürlich Schulen, alle Kinder entsprechend individuell abzuholen und zu fördern.

Der Zusammenhang zwischen früher Lesefähigkeit und der später stärker ausgeprägten Intelligenz ist nur eine von vielen Erkenntnissen, die das Forscherteam der Langzeitstudie herausfand. Hierfür wurden 1.890 Zwillingspaare in einem Gemeinschaftsprojekt der University of Edinburgh sowie des King´s College London über viele Jahre in ihrer Entwicklung begleitet. Die Studie ist Teil der "Twins Early Development Study" gilt als ein Meilenstein der Forschung im Bereich Entwicklungspsychologie und ist ein fortlaufendes Projekt.

Lesen mit eReader verschlechtert den Schlaf – kurzwelliges Licht dämpft Melatonin

Leuchtende Bildschirme vermindern die Schlafqualität durch eine verminderte Melatonin-Produktion

Junge Frau in pinkem Top, blonden Locken und silberner Herzkette liegt auf Bett mit rotem Buch in der Hand
beauty reading a book © Doreen Salcher - www.fotolia.de

Immer mehr Menschen legen sich abends mit einem eReader ins Bett. Statt im matten Schein der Nachttischleuchte zu lesen, blicken sie auf ein erleuchtetes Display. Das ist angenehm – aber es schadet dem anschließenden Schlaf. Wie Forscher herausgefunden haben, reduziert das kurzwellige Licht die Produktion von Melatonin.

Elektronische Displays erschweren das Einschlafen

Ob

leuchtende Bildschirme sind heute allgegenwärtig. Wer abends längere Zeit auf ein elektronisches Display blickt, schläft jedoch schwerer ein. Und auch die Schlafqualität wird vermindert.

Im Test stiegen die Probanden, die vor dem Einschlafen vom Bildschirm eines Tablets gelesen hatten, am nächsten Morgen messbar erschöpfter aus dem Bett. Als Ursache haben die Wissenschaftler Veränderungen in der Melatonin-Produktion ausgemacht.

Kurzwelliges Licht reduziert die Melatoninausschüttung

Das Schlafhormon reguliert im Organismus den Tag-Nachtrhythmus, gesteuert von Helligkeit und Dunkelheit. Wenn am Abend viel kurzwelliges Licht in die Augen strahlt, etwa durch eReader, schüttet der Körper weniger Melatonin aus.

Folge: der Organismus kann sich weniger gut auf die Nachtruhe einstellen. Beim Lesen in einem klassischen Buch ist dieser Effekt gering. Denn herkömmliche Leuchten senden sanftere Lichtwellen aus.

Bücher zu lesen, verlängert das Leben

Studie macht deutlich: Menschen, die viel lesen, nehmen damit positiven Einfluss auf Lebensfreude und Lebenswille

Lesen - aufgeschlagene, im Hintergrund gestapelte Bücher
books © Pakhnyushchyy - www.fotolia.de

Es gibt Bücherratten, die beim Schmöckern die perfekte Entspannung finden und es gibt Lesemuffel, die nur die notwendigste Lektüre mitnehmen. Wo sich ein Mensch zwischen diesen Extremen ansiedelt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die eigene Einstellung zum Lesen hat dabei offenbar einen Einfluss auf die Lebenserwartung. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine Studie aus den USA.

Viellesen verlängert das Leben

Die Forscher hatten insgesamt 3.635 Männer und Frauen zum Thema Lesen befragt. Sie sollten angeben, wie oft in der Woche sie Zeit damit verbrachten und ob sie dabei Bücher oder Magazine zur Hand nahmen. Jeder Teilnehmer war mindestens 50 Jahre alt und wurde im Schnitt 9,5 Jahre beobachtet. Dabei wurden Tests zur geistigen Leistungsfähigkeit angefertigt und allgemeine Gesundheitsfragen gestellt. Todesfälle in der Zeit wurden aus dem Sterberegister genommen. Zunächst einmal fiel auf, dass Vielleser

  1. eher weiblich waren,
  2. einen höheren Bildungsgrad erreicht hatten und
  3. finanziell stabil lebten.

Die Forscher rechneten diese Faktoren aus der Studie heraus, ebenso Dinge wie Gesundheitszustand und Sehfähigkeit. Dennoch blieb eindeutig: Wer viel liest, verlängert damit das eigene Leben.

Bücher erhöhen Lebensfreude und Lebenswille

Für genaue Zahlen wurden die Teilnehmer in drei Gruppen aufgeteilt. Vielleser waren alle, die über 3,5 Stunden Bücher oder sieben Stunden Zeitschriften pro Woche durchlasen. Darunter kamen Normal- und Nie-Leser. Insgesamt starben im Beobachtungszeitraum

  • 33 Prozent der Nie-Leser und
  • 27 Prozent Bücher- beziehungsweise Zeitschriftenleser.

Bei Zeitschriften musste aber tatsächlich mehr als sieben Stunden wöchentlich gelesen werden, damit das Sterberisiko um elf Prozent gegenüber den Nie-Lesern sank. Bei Büchern genügte bereits eine normale Lesedauer von unter drei Stunden wöchentlich, um das Sterberisiko um 17 Prozent zu senken. Viel-Leser mit über 3,5 Stunden kamen sogar auf 23 Prozent.

Die Forscher glauben, dass bei jedem Lesen die geistige Fitness trainiert wird, allerdings Bücher insgesamt mehr kognitive Prozesse in Gang setzen als Zeitschriften. Das intensive Lesen dürfte die Sozialkompetenz schulen und geistige Flexibilität erhalten. All das ist wichtig, um lange Lebensfreude und damit Lebenswille zu haben.

Eingriff in die Hirnstruktur: die Lesefähigkeit ändert alles

Veränderung des Hirnstamms durch das Lesenlernen - die Rolle des Großhirns unbedeutender als bisher gedacht

Blaue 3-D-Grafik des Kopfes und Gehirns eines Mannes (Seitenansicht), Gehirnaktivität rot-leuchtend hervorgehoben
Anatomy of male active brain © pankajstock123 - www.fotolia.de

Auch wenn es für viele Menschen in Industrienationen eine Selbstverständlichkeit geworden ist, gehört das Lesen aus rein evolutionärer Sicht zu den sehr jungen Menschheitsentwicklungen. Kulturell hat es uns weit vorangebracht, doch das Gehirn ist im Grunde gar nicht darauf ausgelegt.

Bisher gingen Hirnforscher deshalb davon aus, dass die Lesefähigkeit im Großhirn erworben wird. Dieser Teil ist evolutionär am jüngsten und passt sich daher den neuen Anforderungen an. Doch eine aktuelle Studie zeigt, dass die Antwort viel verblüffender ist.

Lesenlernen verändert den Hirnstamm

Die Wissenschaftler gingen nach Indien und führten dort ein Experiment mit Frauen zwischen 24 und 40 Jahren durch. Alle Teilnehmerinnen konnten ihre Muttersprache Hindi nicht lesen. Dieses Phänomen ist in Indien weit verbreitet, da den meisten Frauen bis heute der Zugang zum Schulwesen nicht möglich ist.

Die Hirnstruktur der Probandinnen wurde analysiert und ihnen danach Unterricht im Lesen ermöglicht. Bereits nach sechs Monaten hatten die Frauen das Leseniveau einer Erstklässlerin erreicht. Eine erneute Analyse der Hirnstruktur zeigte nun, wo sich das Gehirn verändert hatte: im Hirnstamm und im Zwischenhirn.

Der Hirnstamm ist nicht nur deutlich älter als das Großhirn, er ist der evolutionär älteste Bereich. Hier finden eigentlich instinktive Impulse wie Hunger, Atmung, Flucht etc. ihren Ursprung. Der Gedanke, dass sich der Hirnstamm durch neue Impulse aus der Umwelt verändert, war bislang eher abwegig.

Zusammenarbeit des Thalamus mit Seharealen

Neben dem Hirnstamm hatte sich auch der Thalamus, ein Bereich im Zwischenhirn, verändert. Das Aktivitätsmuster beider Bereiche war nun so gestaltet, dass sie enger mit den Seharealen zusammenarbeiteten. Das macht Sinn, da für das Erlernen von Schrift winzige Strichunterschiede erkannt werden müssen, damit ein Zeichen von anderen unterschieden werden kann.

Die neuen Erkenntnisse über die veränderte Hirnstruktur beim Lesen-lernen ist nicht nur für Menschheitsforscher interessant, sondern könnte auch zu einer besseren Verständnis von Lese-Rechtschreib-Störungen und Therapiemöglichkeiten führen.

Emotionale Wörter bringen beim Lesen das Gehirn auf Trab

Gefühlsbesetzte Begriffe wie „Tod“ oder „Liebe“ erfassen wir beim Lesen nicht nur schneller, wir merken sie uns auch besser als neutrale Wörter wie „Papier“ oder „Möbel“.

Die Apotheken Umschau berichtet über eine Studie der Diplom-Psychologin Johanna Kißler von der Universität Konstanz, die dies nachwies. Die Forscherin konnte nicht nur durch Messung der Gehirnströme zeigen, dass mit Emotionen besetzte Wörter stärkere Reaktionen hervorrufen.

Die Versuchsteilnehmer konnten sich anschließend auch an mehr erinnern.

Beim Lesen bewegen sich die Augen unterschiedlich

Junge Frau beim Zeitunglesen
young lady reading © Sly - www.fotolia.de

Während man bisher davon ausging, dass die Augen beim Lesen immer auf einen gemeinsamen Punkt gerichtet sind, haben britische Psychologen nun herausgefunden, dass die Augen beim Lesen hin und her wandern und dabei keine Synchronität besteht.

Es zeigte sich, dass ein Auge auf einen Buchstaben und das andere auf einen anderen schaut. Erst im Gehirn werden diese unterschiedlichen Bilder zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Forscher konnten bei einem Test die Theorie der abwechselnden Ausblendung mal des einen und mal des anderen Auges ausschließen.

Diese Erkenntnisse könnten zu einer wesentlichen Verbesserung beim Erlernen des Lesens beitragen.

Zeitschriften online lesen immer beliebter

Blonde Frau mit Haarspange liegt lächelnd auf dem Bett vor einem Laptop
Woman laptop © Phase4Photography - www.fotolia.de

Zeitschriften werden von den Lesern im Alter von unter 15 Jahren am liebsten online gelesen.

Die von PWC (PricewaterhouseCoopers) durchgeführte Medienstudie belegt, dass Online-Magazine der klassischen Print-Version vorgezogen werden. Insgesamt wurden 5.000 Personen aus zehn verschiedenen Ländern befragt. Von den 5.000 Befragten kamen mindestens 500 Jugendliche aus Deutschland. Insgesamt konnte gezeigt werden, dass 60 Prozent der Befragten zu ihren Print-Magazinen auch gerne zusätzlich ein Online-Angebot der Zeitschrift zur Verfügung hätten.

Die Online-Leser wären laut Studie sogar bereit zu zahlen. Der Preis sollte allerdings nur die Hälfte kosten wie die gedruckte Version.

Reaktionen werden schon beim Lesen von Wörtern gezeigt

Der Mensch zeigt bestimmte Reaktionen schon beim Lesen von bestimmten Wörtern, so bewirkt beispielsweise das Wort "Lächeln" automatisch, dass wir unsere Lachmuskeln bewegen.

Holländische Wissenschaftler haben dies nun nachweisen können, wobei die einzelne Reaktion auch von der einzelnen Beschreibung abhängt, das heißt je bildhafter ein Wort ist oder eine Körperfunktion klar beschrieben wird, wirkt sich dies auf die Reaktion aus. Auch der Gesichtsausdruck des Gegenüber spiegelt sich in einem selber wieder.

Bei der Studie mussten Freiwillige einige Wörter auf einem Bildschirm lesen, wobei die Aktivität bestimmter Gesichtsmuskeln gemessen wurde, so zum einen der die Mundwinkel und zum zweiten, der für das Stirnrunzeln zuständige. Bei den Wörtern handelte es sich um positive und um negative Begriffe, so dass einmal der Mundwinkel, bei den positiven, und auch das Stirnrunzeln, bei den negativen, aktiviert wurden. Als Ergebnis hielten die Forscher fest, dass sich die Sprache auch auf die Körperreaktion auswirkt.

Studentenellenbogen - Konzentriertes Lesen kann die Gelenke schädigen

Lesen - aufgeschlagene, im Hintergrund gestapelte Bücher
books © Pakhnyushchyy - www.fotolia.de

Sitzen und lesen klingt eigentlich nicht nach einer gefährlichen Tätigkeit. Aber wie so häufig kann zu viel des Guten schädlich sein. Deswegen wird die sogenannte "Bursitis", eine schmerzhafte Entzündung der Schleimbeutel im Ellenbogen, umgangssprachlich auch Studentenellenbogen genannt.

Wer viel liest und dabei den Ellbogen auf den Tisch abstützt, belastet seine äußeren Gelenke auf Dauer immens. Was sich zunächst nur in einem Brennen oder leichten Ziehen äußert, kann sich bei weiteren Belastungen zu starken Schmerzen auswachsen.

Auch Schwellungen und Überwärmung des Gelenkes sind möglich. Zur Behandlung kann ein Arzt kühlende Salben verschreiben. In Extremfällen ist eine Stoßwellentherapie hilfreich, bei der mechanische Wellen auf den Ellbogen projiziert werden. Vorbeugend sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass man in regelmäßigen Abständen die Leseposition verändert.

Gute Leser haben Probleme bei Gesichtererkennung

Wissenschaftler der INSERM Cognitive Neuroimaging Unit haben entdeckt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Lesefähigkeit und anderen kognitiven Leistungen des menschlichen Gehirns gibt. Überraschenderweise stellte sich heraus, dass eine gute und früh erlernte Lesefähigkeit sich negativ auf andere Fähigkeiten wie das Erinnern von Gesichtern ausübt.

In dem Experiment unterzogen die Forscher ihre Probanden einem Gehirnscan. Unter ihnen waren Analphabeten, geübte Leser und Menschen, die erst zu einem späten Zeitpunkt das Lesen gelernt hatten. Bei den geübten Lesern zeigten sich zwar erhöhte Aktivitäten in Hirnarealen, die für das Erkennen von Formen zuständig sind; in Tests jedoch, in denen die Probanden Gesichter wiedererkennen sollten, schnitten sie schlechter ab als die Vergleichspersonen mit weniger ausgeprägter Lesekompetenz.

Der Forschungsleiter erklärt sich das Ergebnis als eine Folge der "neuronalen Recyclingtheorie": entwicklungsgeschichtlich neue Fähigkeiten wie das Lesen werden von Teilen des Gehirns übernommen, die früher beim Menschen etwa für Fähigkeiten zum Jagen oder bestimmte Gedächtnisleistungen zuständig waren.

E-Books sind für das Auge zu einfach zu lesen

Wie Forscher der Princeton University herausgefunden haben, vergessen Leser, die auf einem E-Book lesen, den Inhalt des Buches schneller als diejenigen, die sich ein "echtes" Buch oder etwas Handgeschriebenes durchlesen. Der Grund: Das auf dem Bildschirm Geschriebene erscheint dem Auge als zu einfach; das Gehirn stuft die Informationen als unwichtig ein und somit wird der Inhalt schnell vergessen.

Man hat immer erwartet, dass gerade die Einfachheit der E-Books gut für unser Gedächtnis sei, doch nach Ansichten der Forscher wird das Gehirn dadurch schlichtweg "faul", sodass wir uns die Informationen nicht merken. Einer der Experten dazu: "Manchmal dauert es lange, bis man die Handschrift eines Menschen entziffert hat, vielleicht ist das der Grund, warum wir diese Texte besser behalten als die von Emails". Fazit: um Informationen länger abspeichern zu können, ist es ratsam, das Material "schwieriger lernbar" zu machen.

Die meisten Deutschen nehmen Bücher mit auf Reisen

Nahaufnahme Sonnenbrille auf zugeklapptem Buch
Urlaub © matttilda - www.fotolia.de

Zum entspannten Urlaub gehört auch ein gutes Buch, das zumindest findet die Mehrheit der Deutschen, wie eine Umfrage im Auftrag der Raststättenkette "Serways" zeigt.

Insgesamt drei Viertel der 3.016 Befragten nehmen demnach mindestens ein Buch mit auf Reisen. Vor allem die Frauen scheinen im Urlaub gerne zu lesen, denn von den weiblichen Befragten nehmen immerhin 79% ein Buch mit, während dies nur 68% der männlichen Befragten tun. 21% der Befragten nehmen gar keine Bücher mit auf Reisen und 5% machen garkeinen Urlaub.

Auch hinsichtlich der Bildungsabschlüsse der Befragten zeigten sich deutliche Unterschiede. Während 86% der Befragten mit Abitur ein Buch mit auf Reisen nehmen, hat nur etwa die Hälfte der Teilnehmer mit Real-, Gesamt- oder Hauptschulabschluss ein Buch dabei.

Tipps und Spiele zum Lesenlernen für Kinder

Lesenlernen ist ein langwieriger Prozess, der viel Zeit, Mühe und Durchhaltevermögen erfordert. Damit Kinder in der Grundschule mit Spaß das Lesen erlernen können und nicht überfordert werden, gibt es speziell konzipierte Leselernspiele, die die Motivation steigern. Doch auch andere Übungen und Tricks tragen dazu bei, dass das Kind mit Spaß und Erfolg Lesen lernt.

Lernen durch Zuhören

Die Grundlagen des Lesens werden bereits im Vorschulalter gelegt und liegen in den Händen von Eltern und Erziehern. Diese nehmen zunächst die Rolle der Vorleser ein, während die Kinder ausschließlich zuhören.

Aber schon hier beginnt der Lernprozess: Die Kinder entwickeln ein Verständnis für Worte, Silben und Betonungen, das für das Erstlesen in der Grundschule von großer Bedeutung ist. Eltern sollten ihren Kindern also regelmäßig altersgerechte Bücher vorlesen, das Erlernen von Buchstaben und die ersten eigenen Leseerfahrungen haben dagegen Zeit bis zur Einschulung.

Ab der ersten Klassen

Im Erstleseunterricht der Schuleingangsphase kommt fast überall die Anlauttabelle zum Einsatz. Auf dieser ist das Alphabet und hinter jedem Buchstaben ein für alle Kinder bekanntes Motiv, das mit dem jeweiligen Buchstaben beginnt, abgedruckt.

Im gegenseitigen Wechsel nennen die Spieler einen Buchstaben und lassen sich ein Wort sagen, dass mit diesem Buchstaben beginnt. Ziel ist es, dass die Anlauttabelle irgendwann nur noch mental in den Köpfen der Kinder zum Einsatz kommt und auch Worte gefunden werden, die nicht als Motiv in der Tabelle abgebildet sind. Andersherum kann man sich natürlich auch ein Wort ausdenken und der Spielpartner muss den Anfangsbuchstaben nennen.

Den Schülern wird so vermittelt, welchen Laut sie welchem Buchstaben zuordnen müssen. Eltern finden eine solche Anlauttabelle oft in den Schulbüchern und können mit diesem Material gemeinsam mit dem Kind üben.

Auch das Silbentraining ist für Erstklässler von großer Bedeutung. Silbenkärtchen kann man im Fachhandel erwerben oder selbst herstellen. Für Kinder ist dieses Lernmaterial eine Art Spiel, in dem die Karten verdeckt, gezogen und vorgelesen oder zu Worten zusammengefügt werden.

Wort-Memory

Für Kinder, die bereits ganze Wörter lesen können, eignet sich das Wort-Memory. Hier gehören immer drei Karten zusammen, von denen auf der ersten ein Motiv abgebildet ist, auf der zweiten dasselbe Motiv mit dem Wort in Großdruckbuchstaben und auf der dritten nur das Wort.

Das Spiel können viele Kinder gemeinsam spielen, wobei die Karten zunächst gemischt und verdeckt auf einen Tisch gelegt werden und anschließend abwechselnd von den Kindern gezogen werden. Wer alle drei Karten eines Wortes gefunden hat, darf die Karten an sich nehmen.

Worte legen

Beliebt sind auch Spiele, in denen Kinder selbständig aus einzelnen Buchstaben Worte legen müssen. Hierfür kann man kleine Buchstabenkärtchen beschriften und ausschneiden. Jeder Buchstabe sollte mehrmals vertreten sein.

Die Kinder ziehen nun eine bestimmte Anzahl von Buchstaben und versuchen jeweils, ein möglichst langes Wort zu legen. Abhängig von der Länge der Wörter werden Punkte verteilt, so dass die Kinder einen zusätzlichen Anreiz haben.

Sätze lernen

Ähnlich kann man auch beim Lernen von Sätzen verfahren. Jedes Kind schreibt zunächst auf vorgefertigte Kärtchen je drei Nomen, Verben und Objekte. Diese Kärtchen werden anschließend verdeckt auf den Tisch gelegt und jeder Spieler zieht drei Wörter. Ziel ist es, einen sinnvollen Satz zu bilden oder zu begründen, warum ein solcher mit den gezogenen Kärtchen nicht möglich ist.

Ab der zweiten Klasse

Ab der zweiten Klasse beginnen Kinder flüssiger zu lesen, sie kommen mit ganzen Sätzen zurecht und können einfache schriftliche Anweisungen inhaltlich verstehen. Eltern haben nun die Möglichkeit, ihren Kindern zu einem flüssigen Lesen zu verhelfen.

Zum einen können sie ihr Kind laut vorlesen lassen. Da das zu Beginn aber noch mit viel Anstrengung verbunden ist, sollte man die Kinder damit nicht überfordern. Zehn Minuten pro Tag reichen aus.

Lesen im Alltag

Eine weitere Idee ist es, das Lesen in den Alltag der Kinder zu integrieren. Als Möglichkeiten bieten sich das Hinterlegen kurzer Briefe und Notizen oder das Einkaufen mit Einkaufszettel an.

Dadurch erfährt das Kind, dass seine Lesefähigkeit in vielen Situationen von Nutzen ist. Für ältere Kinder, deren Lesekompetenz primär im Bereich des inhaltlichen Verständnisses gefördert werden soll, eignet sich das Stellen von einfachen Textfragen.

Spielerisches Lernen

Auch spezielle Software und Spiele eignen sich zum Lesen üben. Welches Programm pädagogisch sinnvoll ist, können Eltern bei den Lehrern ihrer Kinder oder im Fachhandel erfragen.

Weit verbreitet ist auch das Internetprogramm "Antolin". Hier können Schüler sich einloggen und inhaltliche Fragen zu einem selbstgewählten Buch beantworten. Für jede richtig beantwortete Frage Punkte und können ihren Punktestand online mit Freunden und Klassenkameraden vergleichen.

Mit Fingern lesen lernen geht schneller

Kleiner Junge beim Lesen in einem Buch
Junge liest ein Buch © S.Kobold - www.fotolia.de

Eine Studie zeigt: Durch Tasten lernten Kinder schneller lesen.

Kinder lernen deutlich schneller lesen, wenn sie die Buchstaben – zusätzlich zum Sehen und Hören – auch tasten können, berichtet das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau unter Berufung auf französische Forscher. Diese verglichen eine klassische Lernvariante mit einer Methode, bei der die Kinder zusätzlich Reliefbuchstaben fühlen mussten.

Nach sechs Sitzungen konnten die tastenden Kinder doppelt so viele Wörter lesen wie die anderen.

Die Forscher glauben, durch das Tasten würden die Kinder gezwungen, die Buchstaben intensiver zu analysieren und zu verarbeiten.

Eltern: Vorlesen mangelhaft

Eltern mit zwei Töchtern, Mutter beim Vorlesen aus einem Buch
Familie beim Geschichten vorlesen © Kzenon - www.fotolia.de

Immer weniger Kinder bekommen von den Eltern Geschichten vorgelesen oder erzählt. Das erfuhr Prof. Dr. Joachim Kahlert von der Universität Münster bei der Befragung von Kindern nach ihren Hauptbeschäftigungen.

Aber: „Studien belegen, dass Kinder, die schon in der Vorschulzeit viel vorgelesen bekommen, in der Schule schneller und sicherer schreiben und lesen lernen“, sagte er dem Apothekenmagazin BABY und die ersten Lebensjahre. Die Aufforderung, wieder mehr vorzulesen, verbindet der Pädagoge mit dem Tipp, dabei viel mit den Kindern über die Bücher zu sprechen. Etwa darüber, was das Kind in der Geschichte wohl denkt oder wie es sich verhalten sollte. Das rege das selbständige Denken an.

Kahlert weiter: „Vorlesen ist zudem eine wichtige Form des sozialen Miteinanders. Kinder lieben und brauchen ein Klima, in dem sie sich aufgehoben fühlen, eine Situation, die Ruhe vom hektischen Alltag schafft.“

Die Lust am Lesen wird den Kindern durch den Deutschunterricht genommen

Lehrerin mit Grundschülern im Unterricht, einige zeigen auf
kinder melden sich im unterricht © contrastwerkstatt - www.fotolia.de

Karin Richter, eine Erziehungswissenschaftlerin, hat in ihrer Studie "Lesemotivation in der Grundschule" veröffentlicht, dass altbackene Methoden und unpassende Bücher im Deutschunterricht die Freude am Lesen bei den Kindern vertreibt.

Die Studie besagt, dass bei den Schülern der zweiten bis vierten Klasse der Deutschunterricht an Interesse stark verliert. Bei den Mädchen sinkt das Interesse in diesem Zeitraum von rund zwei Drittel auf 40 Prozent, während bei den Jungen noch in der zweiten Klasse zur Hälfte begeistert sind, aber in der vierten Klasse nur noch 28 Prozent.

Die Kinder lesen am liebsten Abenteuergeschichten, und deshalb, so Karin Richter, sollte auch "Harry Potter" in den Schulen gelesen werden.

Neues Testverfahren für Schulkinder dokumentiert den Lernfortschritt

Grundschüler sitzen im Klassenzimmer und schreiben einen Test
schüler schreiben test © drubig-photo - www.fotolia.de

Ein neues Testverfahren, das den Lernfortschritt von Schulkindern beim Lesen schnell und leicht dokumentieren lässt, konnte nun durch Wissenschaftler des Instituts für Heilpädagogik der Uni Flensburg entwickeln. Für die Lernkompetenz gilt hierbei der Indikator wie viele Wörter pro Minute richtig von dem jeweiligen Kind gelesen werden.

Das Verfahren selbst soll einerseits die Kontrolle der Qualität des Unterrichts darstellen und anderseits eine Grundlage zur individuellen Förderplan-Erstellung für jedes Kind. 28 Lesetexte finden sich in dem Verfahren, die von dem Schüler jeweils eine Minute lang laut vorgelesen werden. Die Lehrer können hierbei mittels eines Auswertungsbogens die korrekt gelesene Anzahl der Wörter erfassen.

Die Entwicklung des sogenannten LDL-Verfahrens (Lernfortschrittsdiagnostik) basiert hierbei auf Verfahren, die in den USA bereits eingesetzt werden und nun auf Deutschland übertragen wurde.

Gute-Nacht-Geschichten sind beliebter als Schlaflieder

Gute-Nacht-Geschichten bei Kindern immer noch brandaktuell

Kleinkind liegt im Bett und schläft, umgeben von Kuscheltieren
kleinkind schlafen © Dron - www.fotolia.de

Das Apothekenmagazin „Baby und Familie“ wollte es wissen und befragte 668 Menschen, darunter 298 Elternpaare, welche abendliche Rituale es für kleine Kinder bei ihnen gäbe. Immerhin sind feste Abläufe sehr wichtig, um den jüngsten Familienmitgliedern Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln.

Geschichten nach wie vor aktuell

Bei der Umfrage zeigte sich ganz klar, dass Platz Eins von den Gute-Nacht-Geschichten eingenommen wird. 90 Prozent der Kinder ab vier und bis sechs Jahren bekommen von Mama oder Papa eine solche vorgelesen. Kleinkinder bis vier Jahre bekommen immerhin noch zu 71 Prozent eine Geschichte aus dem Märchen- oder Wunderland.

Die Quote ist hier vermutlich kleiner, da die Kognition von Kleinkindern noch nicht so weit entwickelt ist und diese komplexere Geschichten noch nicht verstehen. Und wie steht es mit den Grundschülern?

Selbst wenn die Verarbeitungsfähigkeit und das Lernen schon so weit fortgeschritten sind, dass die Kinder selbst lesen können, hören 60 Prozent noch immer gern den Eltern beim Erzählen einer Gute-Nacht-Geschichte zu. Das ist immerhin mehr als die Hälfte der sieben bis zwölf Jährigen.

Platz zwei der abendlichen Rituale bekommt das Schlaflied. Das Singen ist aber mit 43 Prozent bei den Kleinsten und 36 Prozent bei den bis sechs Jährigen dennoch deutlich abgeschlagen. Noch weiter hinten findet sich das Gute-Nach-Gebet mit den Eltern. Nur circa 25 Prozent der Väter und Mütter spricht vor dem Schlafen ein Gebet mit den Kindern.

Tablets und E-Books regen Väter zum Vorlesen an

Notebook, Tablet und Smartphone mit Startbildschirm
Mobile devices with touchscreen interface © Oleksiy Mark - www.fotolia.de

E-Books erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Ersetzen können sie das gedruckte Buch jedoch noch nicht. Eine Studie zum Deutschen Vorlesetag zeigt aber, dass bereits jede siebte Familie Angebote zum digitalen Vorlesen nutzt.

Vor allem bei Vätern sind digitale Vorlesebücher beliebt. Bereits 40 Prozent der befragten Männer, die über Vorleseerfahrung mit beiden Varianten verfügen, bevorzugen ein elektronisches Medium. Bei Müttern, die am häufigsten vorlesen, ist das Verhältnis genau umgekehrt.

Die Studie ergab, dass 88 Prozent der Eltern Vorlese-Apps für eine sinnvolle Ergänzung halten, sie aber nicht als einen vollständigen Ersatz für das gedruckte Buch ansehen. Da es gerade beim abendlichen Vorlesen um Gemütlichkeit und Beisammensein geht, sind klassische Bücher (noch) klar im Vorteil. E-Books, dies zeigt die Untersuchung, werden gerade auf Reisen gern genutzt, da sich auf den Tablets ausreichend Vorlesestoff speichern lässt.

Lesefähigkeit bei Kindern mit Legasthenie durch Action-Videospiele steigern

Zwei Jungen liegen auf dem Boden und spielen Videospiel mit Konsole
zwei jungen spielen videospiel © contrastwerkstatt - www.fotolia.de

Obwohl gerade die Action-Videospiele vor allem bei den Eltern keinen guten Ruf haben, können sie bei Kinder mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche die Lesefähigkeit deutlich verbessern. Dies trifft laut Forschern der Universität Padua auch dann zu, wenn diese Spiele nicht direkt was mit der Sprache zu tun haben.

Die Defizite in der visuellen Aufmerksamkeit sind eine der Ursachen für die Bildung von Legasthenie. Im Zuge von Experimenten stellten die Experten fest, dass das Gehirn der Kinder durch wiederholtes Spielen lernt, wie es die wichtigen Informationen eines geschriebenen Wortes noch schneller erfassen kann.

In Bezug auf das Grundlagenverständnis von Legasthenie ist dies Studie ein enorm wichtiger Schritt. Nichts desto trotz betonen die Verfasser, dass Eltern ihre Kinder jetzt nicht unkontrolliert Action-Videospiele spielen lassen sollten.

Kinder lernen am Computer schneller das Lesen

Eltern sind durch Warnungen von Pädagogen und Mediziner wohl bekannt, dass sie ihre Kinder nicht zu lange vor TV und PC sitzen lassen sollten. Australische Forscher entdeckten nun jedoch auch Vorzüge dieser Beschäftigung für Kinder.

Mit 1500 Kindern im Alter von 4 Jahren wurde eine Studie durchgeführt. Diese Kinder nutzen den Computer regelmäßig und konnten unter Beweis stellen, dass sie das Alphabet wesentlich leichter und schneller erlernen konnten. Bei dieser Studie waren keine Unterschiede durch das soziale Umfeld zu entdecken. Kinder, denen es nicht möglich war einen Computer zu nutzen, kannten teilweise keinen Buchstaben.

Wie weit sich der Einfluss eines Computers tatsächlich auf die Entwicklung eines Kindes zeigen kann ist noch zu unerforscht. Interessant wäre die Erforschung, ob sich Kinder rein spielerisch oder auch mit Lernprogrammen beschäftigen. Natürlich sollten Eltern ihre Kinder nicht unbegrenzt vor dem PC sitzen lassen, denn wie bei so vielem entscheidet hier auch ein gesundes Maß.

Die positiven Auswirkungen des Vorlesens auf die Kinderentwicklung

Vorlesen: Mutter mit Sohn auf der Couch, sie liest ihm etwas vor
Mother and child reading a book © didesign - www.fotolia.de

Vorlesen gehört in vielen Familien zu den alltäglichen Ritualen - oftmals ist es erst die Gute-Nacht-Geschichte, die die Kleinen dazu bringt, ins Bett zu gehen. Doch auch zwischendurch wird Kindern gerne vorgelesen. Diesen macht das Zuhören Spaß und zudem werden sie in vielen Bereichen gefördert.

Neben der Erweiterung des Wortschatzes und dem Verständnis der verschiedenen Laute wird die Kreativität der Kinder beflügelt. Wenn sie sich nicht gerade die Abzeichnungen in einem Bilderbuch ansehen, so stellen sie sich in ihren Köpfen vor, wie die Helden der Geschichte aussehen könnten. Dies schult ihr Vorstellungsvermögen und die Fantasie. Nebenbei werden noch Kommunikation und Konzentration gefördert.

Früh mit dem Vorlesen beginnen

Wer seinem Kind etwas Gutes tun möchte, sollte schon früh damit beginnen, ihm vorzulesen. Bereits im Babyalter können Bilderbücher angesehen werden – für die Kleinsten eignen sich dabei besonders dicke Pappbücher sehr gut, denn danach greifen sie gerne. Ab drei Jahren kann man dann damit anfangen, Geschichten vorzulesen. Auch im Grundschulalter sollte das Vorlesen weitergeführt werden; hier können die Kinder dann auch selbst mal ein Stückchen lesen.

In der heutigen Zeit der Medien wird Kindern leider immer seltener vorgelesen, stattdessen sehen sie fern oder spielen mit ihrem Handy. Damit sie jedoch eine gesunde Entwicklung erfahren, sollte man diesen Brauch unbedingt fortführen und gemeinsam mit seinem Kind eine Reise in die Fantasie machen.

Vorlesen erweitert das Sprachverständnis: Mit den Kindern darüber reden erhöht den Effekt

Dass Vorlesen gut für Kinder ist, weiß inzwischen fast jede Mutter und auch jeder Vater. Jetzt hat ein Professor herausgefunden, dass "interaktives Lesen" die Kinder noch besser fördert. Professor Bradford Wiles weist darauf hin, dass Eltern beim Vorlesen gleichzeitig Fragen stellen sollten oder aber auch den Text mit Erklärungen vertiefen könnten.

Dadurch erweitert sich das passive Sprachvermögen von Kindern und der Wortschatz entwickelt sich entsprechend. Damit wird eine wichtige Grundlage für die spätere Lese- und Schreibkompetenz der Kinder gelegt.

Professor Wiles beschäftigt sich damit, wie Kinder aus benachteiligten Familien am Besten in ihrer Intelligenz angeregt werden können. Dafür wurden Elternratgeber herausgegeben und aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechende Vorlesetipps mit eingearbeitet.

Eltern mit hohem Bildungsstand und Migrationshintergrund lesen ihren Kindern am häufigsten vor

Junge im gelben Shirt und kleines Mädchen im Top lesen in einem großen Buch
bücherwürmer © Ramona Heim - www.fotolia.de

Seit Jahren prophezeien Experten, dass das abendliche Vorlesen in Familien allmählich ausstirbt. Eine aktuelle Studie der Stiftung Lesen zeigt jedoch genau das Gegenteil. Seit 2007 ist die Zahl der Eltern, die ihren Kindern mindestens einmal pro Woche eine Geschichte vorlesen leicht angestiegen.

Insgesamt 88% der 500 befragten Eltern mit Kindern zwischen drei und fünf Jahren greifen vor dem Schlafengehen regelmäßig zum Buch. Im Jahr 2007 waren es noch 82%. Bei Eltern mit einem niedrigen Bildungsniveau ist die Zahl der Vorleser sogar noch deutlicher angestiegen, von 67% auf 81%.

Am höchsten aber ist die Zahl der Vorleser bei Eltern mit hohem Bildungsniveau und Migrationshintergrund. Von ihnen lesen 28% ihren Kindern sogar täglich vor. Von den befragte Eltern ohne Migrationshintergrund tun dies nur 26%. Die meisten Lese-Verweigerer gibt es nach wie vor in Familien mit niedrigem Bildungsstand. In dieser Gruppe müssen 16% aller Kleinkinder ganz auf die Gute-Nacht-Geschichten verzichten. Noch höher ist diese Zahl nur bei schlecht gebildeten Eltern mit Migrationshintergrund. Von ihnen verweigert ein Drittel das Vorlesen.

Die Studie zeigte auch, dass es noch immer deutlich mehr Frauen als Männer gibt, die ihren Kindern vorlesen. Insgesamt gaben 29% der Mütter und lediglich neun Prozent der Väter an, ihren Kindern Geschichten vorzulesen. Immerhin ist die Zahl der vorlesenden Väter seit 2007 aber leicht gestiegen.

Leiden Kinder an einer Leseschwäche, dann können E-Books möglicherweise helfen

Zwei kleine Mädchen liegen im Bett und lesen ein Buch zusammen
two young girls lying in the bed and reading a book together © Noam - www.fotolia.de

Leiden Kinder an einer Leseschwäche, der sogenannten Dyslexie, dann können E-Books möglicherweise dieses Problem beheben. Zu dieser Erkenntnis kamen nun amerikanische Forscher.

„Visual Attention Deficit“ und „Visual Crowding“

Werden auf dem Display nur wenige Wörter angezeigt, so konnten diese Kinder mit einer Dyslexie besser erfassen und somit auch schneller lesen. Auch das Verständnis für den Text war deutlich höher.

Bei einer Dyslexie haben Betroffene oftmals Probleme damit, die einzelnen Buchstaben in einem Wort oder auch die Wörter in einer Zeile schnell zu unterscheiden. Auch haben sie Probleme damit, einen Buchstaben in der Nähe von anderen Buchstaben zu unterscheiden. Die Fachausdrücke hierfür lauten „Visual Attention Deficit“ und „Visual Crowding“. Stehen in einer Zeile nur sehr wenige Wörter und diese möglichst nicht so dicht beieinander, dann kann die Leseschwäche behoben, beziehungsweise reduziert werden.

Bei der Studie wurden 103 Schüler beim Lesen mit einem E-Reader beobachtet, welche nachweislich an einer Dyslexie leiden und es stellte sich heraus, dass sich die Leseschwäche weniger bemerkbar machte. Nun hoffen Forscher, dass der E-Reader auch als Lernmittel anerkannt wird und zukünftig auch in Schulen eingesetzt werden kann. Kindern mit einer Leseschwäche wäre damit sehr geholfen.

Lärm belastet Kinder: Lesenlernen dauert länger in lauten Schulen

Norah-Lärmstudie deckt auf, dass das Lesenlernen in Schulen mit hohem Lärmpegel länger dauert als in ruhigem Umfeld

Rückansicht kleines Mädchen vor Tafel, abc, 123
Vorschule © lu-photo - www.fotolia.de

Kinder, deren Schulen unter starker Lärmbelastung leiden, lernen langsamer Lesen als Kinder an ruhigen Schulen. Dies ergab die sogenannte Norah-Lärmstudie (Noise-Related Annoyance, Cognition and Health), die das Bundesland Hessen in Auftrag gegeben hat um die Auswirkungen des Fluglärms rund um den Frankfurter Flughafen zu erforschen.

Fazit: Mit jeden 10 Dezibel Lärmpegel mehr wächst der Rückstand beim Lesenlernen um einen Monat im Vergleich zu Kindern, deren Schulen nicht unter Lärm leiden.

Diskrepanz durch Lärm

Geprüft wurden insgesamt 29 Schulen im Rhein-Main-Gebiet, deren Dauerschallpegel tagsüber bei 39 bis 59 Dezibel lag. Dabei wurden 1243 Zweitklässler, 85 Lehrer und 1185 Eltern nach ihrer Einschätzung zum Lärm befragt.

Auffällig dabei: Der Lärm schien Kinder ohne Migrationshintergrund weit mehr zu belasten als Kinder mit Migrationsunterschied, bei denen sich kaum Unterschiede in der Lesefähigkeit zeigten. Ein Grund für diese Diskrepanz wurde nicht genannt.

Fluglärmdebatte

Das Land Hessen freute sich über eine Versachlichung der Fluglärmdebatte und sprach von "messbaren, aber nicht dramatischen Auswirkungen des Fluglärms". Man nehme die Studienergebnisse sehr ernst und würde weiter "konsequent an der Reduzierung des Fluglärms arbeiten", so Regierungssprecher Michael Bußer.

Frühes Vorlesen lässt Kleinkinder später zu Leseratten werden

Mit regelmäßigem Vorlesen fördern Eltern das Sprachverständnis und die Vorstellungskraft ihrer Kinder

Vorlesen: Mutter mit Sohn auf der Couch, sie liest ihm etwas vor
Mother and child reading a book © didesign - www.fotolia.de

Schon lange ist bekannt, dass elterliches Vorlesen am Abend gut für die frühkindliche Entwicklung ist: Kinder, denen schon früh viel vorgelesen wird, greifen auch später gerne zu Büchern zum Selbstlesen und fördern so ihre Bildung.

Studie zur geistigen Stimulation

Wie dies konkret zusammenhängt, haben nun Ärzte des Cincinnati Children's Hospital Medical Center in den USA genauer erforscht. Die Mediziner hatten die Eltern von 19 Kindern zwischen drei und fünf Jahren dazu befragt, wie häufig sie ihren Kindern unterschiedliche Bücher vorlasen und auf welche anderen Arten sie den Nachwuchs geistig stimulierten. Anschließend beobachteten sie die Kinder, die gerade einen altersgerechten Text vorgelesen bekamen, mit dem funktionellen Magnetresonanztomographen.

Sprachverständnis und Vorstellungskraft

Dabei erkannten sie, dass beim Vorlesen bestimmte Gehirnregionen aktivitiert werden, die für die Verarbeitung von Sprache und die Vorstellungskraft von Bedeutung sind. Besonders bedeutsam ist dies beim Übergang von Bilderbüchern zu regulären Büchern: Sind die Kinder in der Lage, die gedruckten Texte im Kopf zu visualisieren, greifen sie viel lieber zu Büchern. Außerdem trägt eine verstärkte Aktivität in dieser Gehirnregion zu einem besseren Sprachverständnis bei, das sich positiv auf die schulische Entwicklung auswirkt.

Selbsterfüllende Prophezeiung: Warum Jungen schlechter Lesen

Studie macht deutlich, welch weitreichende Folgen fest verankerte Stereotyisierungen haben können

Kleiner Junge beim Lesen in einem Buch
Junge liest ein Buch © S.Kobold - www.fotolia.de

Im Zusammenhang mit Pisa und der Schulbildung hört man immer wieder von der sogenannten "Leselücke". Das Wort beschreibt die Beobachtung, dass unter gleichaltrigen Mädchen und Jungen eine Lücke klafft, wenn es um die Lesefähigkeit geht. Mädchen fällt es leichter, einen Text zu erfassen.

Ihre Lesekompetenz liegt im Alter von 15 Jahren ungefähr ein Schuljahr vor dem der Jungen. Manche vermuten, dass dieser Geschlechterunterschied biologische Gründe hat, doch Studien wie die jüngste Untersuchung aus Frankreich zeigen eher: Es ist eine selbsterfüllende Prophezeiung.

Druck durch Erwartungssituationen

Die Forscher arbeiteten mit Kindern in der dritten Klasse. Alle bekamen eine Liste mit Wörtern, darunter verschiedene Tiernamen. Nun sollten alle Jungen und Mädchen in einer festgelegten Zeit so viele Tiere wie möglich entdecken und unterstreichen.

  1. In der Ausgangssituation wurde das Experiment von den Lehrern als Test angekündigt. Wie erwartet, schnitten die Mädchen besser als die Jungen ab.
  2. In einem Gegenversuch wurde das Experiment als Spiel präsentiert, das statt dem Unterricht gespielt wird. Nun schnitten Jungen und Mädchen gleich gut ab.

Vor dem Experiment hatte man alle Kinder im spielerischen Gespräch gefragt, ob sie gern lesen. Dabei hatte es auch einige Jungen gegeben, die offenbar das Lesen mochten. Sie schnitten jedoch in der "Prüfungssituation" dennoch schlechter als Mädchen ab.

In der "Spielsituation" waren sie dann allerdings oft sogar besser als Mitschülerinnen. Damit zeigt sich, dass in ernsten Erwartungssituationen offenbar die unbewusste Erwartung, man müsse schlechter als Mädchen sein, zu Stress führt.

Selbstgemachte Vorurteile

Mädchen sind schlechter in Mathe, Jungen dafür schlechter im Lesen. Diese beiden Stereotypen sind in vielen Köpfen fest verankert. Genau dieser Umstand führt dazu, dass bereits die Jüngsten durch

mit den vermeintlichen Tatsachen konfrontiert werden. Das Ergebnis: Mädchen finden Mathe blöd, Jungen das Lesen und man beschäftigt sich lieber mit dem, was "alle Freundinnen" oder "alle Kumpels" besser können. So wird aus den selbstgemachten Vorurteilen eine selbsterfüllende Prophezeiung.

Wunderwerk Gehirn: die Synapsen für das Lesen sind schon im Vorschulalter da

Studie deckt auf, dass sich Verbindungen für höhere Fähigkeiten nicht erst ausbilden, wenn sie benötigt werden

Zwei Kinder lesen in Büchern, ein hellhäutiges, brünettes Mädchen links und ein farbiger Junge in blauem Shirt rechts
literacy and diversity © Varina Patel - www.fotolia.de

Das menschliche Gehirn gilt nach wie vor als Wunderwerk, dessen Funktionen noch lange nicht komplett entschlüsselt sind. Nun überraschen Forscher mit der Beobachtung, dass die Fähigkeit zum Lesen offenbar deutlich früher als gedacht vorhanden ist. Im Vorschulalter reagieren die Gehirne auch ohne Lesefähigkeit auf die Buchstaben.

MRT-Bilder geben Aufschluss

Die Wissenschaftler arbeiteten mit Kindern, die fünf Jahre alt waren und noch nicht Lesen oder Schreiben konnten. Man ließ sie verschiedene Wörter ansehen und analysierte dabei die Hirnaktivität. Dieser Test wurde drei Jahre später wiederholt. Nun waren die Kinder acht Jahre alt und hatten diese Wörter bereits in der Grundschule gelernt.

Die Hirnuntersuchungen mittels MRT zeigten, dass dieselben Hirnverbindungen wie bei der ersten Untersuchung aktiv wurden. Das visuelle Erkennen war mit dem sogenannten Sprachkortex verbunden. Das bedeutet, dass die bildlichen Eindrücke in das Areal geleitet werden, wo Wörter erkannt und Sprache verarbeitet wird. Die notwendigen Synapsen für das Lesen sind demnach vorhanden, bevor das Lesen selbst gelernt wird.

Biologische Anlage für das Lesen vorhanden

Das ist eine Sensation, denn eigentlich geht man in der Hirnforschung davon aus, dass sich die Verbindungen für höhere Fähigkeiten erst ausbilden, wenn sie benötigt werden. Hinzu kommt, dass Lesen als Fähigkeit an sich eine sehr junge Errungenschaft der Menschheit ist.

Laut geschichtlichen Forschungen ist anzunehmen, dass sie erst vor 5.000 bis 6.000 Jahren entwickelt wurde. Demnach hatte das Gehirn keine Zeit, die biologische Anlage für das Lesen allen Menschen von Geburt an mitzugeben. Dennoch zeigt die Studie genau das.

Vater und Kind profitieren von der Vater-Kind-Interaktion beim Vorlesen

Väterliches Vorlesen schult Sprachfähigkeit und Sozialverhalten des Kindes und stärkt die Vaterrolle

Junger Sohn umarmt Vater von hinten, beide lachen fröhlich
Closeup portrait of a happy father and son together © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Die Gute-Nacht-Geschichte gehört in vielen Familien mit kleinen Kindern fest zum Alltag. Auch tagsüber nehmen sich Eltern, Geschwister oder Erzieher immer wieder Zeit, mit Vorschulkindern gemeinsam ein kindgerechtes Buch zu lesen.

US-Forscher haben in diesem Zusammenhang in einem Elternprogramm untersucht, wie sich das Vorlesen durch Väter auf die Entwicklung auswirkt. Die Ergebnisse zeigen, wie wertvoll diese Lesezeit sowohl für Kinder als auch für Väter ist.

Experiment mit vorlesenden Vätern

126 Männer und ihr Nachwuchs wurden nach dem Zufallsprinzip entweder auf eine Warteliste gesetzt oder durften direkt mit dem Versuch anfangen. Wer direkt starten durfte, bekam einen Leitfaden, wie das Vorlesen am besten gestaltet werden kann. Dafür sahen sich die Männer in einem achtwöchigen Seminar Vorlese-Videos an, in denen bewusst Fehler gemacht wurden. Diese analysierten sie und erarbeiteten unter Anleitung bessere Strategien. So geschult sollten sie nun ihren eigenen Kindern Geschichten vorlesen.

Kind und Vater profitieren

Es zeigte sich, dass durch das Vorlesen die Sprachfähigkeit der Kinder und ihr Sozialverhalten besser als in der Gegengruppe auf der Warteliste wurde. Mehr Disziplin zog in den Alltag ein, die Kinder wurden insgesamt reifer und die Väter selbst fühlten mehr Vertrauen in ihr Erziehungsverhalten.

Das kann man tatsächlich auf das Vorlesen zurückführen. Anders als beim eigenständigen Lesen geht es beim Vorlesen mit Vorschülern immer um einen dynamischen Prozess. Beide Seiten sprechen über den Inhalt, schauen sich Bilder gemeinsam an und bewerten das Verhalten der Buchfiguren. Für die Kinder ist das vielmehr als nur ein lustiger Zeitvertreib. Sie lernen spielerisch das ethische Bewerten, verbessern ihre Sprachfähigkeit und arbeiten an sozialen Kompetenzen.

Die Vater-Kind-Interaktion hilft gleichzeitig den Vätern dabei, eine engere Bindung zum Kind aufzubauen und die eigene Vaterrolle zu definieren. So gefestigt, werden sie konsequenter und fürsorglicher zugleich.

Buchstaben frühzeitig erkennen: Warum bereits im Kindergarten Bücherlesen wichtig ist

Für einen leichteren Schulstart: Forscher raten zu Vorlesestunden in der Kita

Bunte Bauklötze formen das Wort "Kindergarten"
Kindergarten © mapoli-photo - www.fotolia.de

Kinder sollten eine kindgerechte Zeit haben und von den Eltern nicht unter den Druck einer extremen Frühförderung gestellt werden. Es spricht jedoch nichts gegen spielerisches Lernen. Doch wie kann solch eine Förderung im Kindergarten aussehen?

Deutsche Forscher haben eine Studie zum Thema Buchstabenerkennen durchgeführt. Sie wollten wissen, ob gemeinsames Lesen mit Kindern deren Verständnis von Schrift fördert und sie damit besser auf die Schulzeit vorbereitet. Derzeit kommen viele Kinder in die erste Klasse, ohne mit Buchstaben vertraut zu sein. Ihr Lernen beginnt bei 0.

Die 69 Kinder im Experiment befanden sich im Vorschulalter und wurden auf zwei Methoden aufgeteilt. Entweder durften sie sich jede Woche ein Buch aus der Kita aussuchen und mit nachhause nehmen oder die Erzieherinnen waren Vorleserinnen vor Ort.

Fitter zum Schulstart dank besserem Buchstabenverständnis

Bei der ersten Methode bat man die Eltern, das jeweils ausgesuchte Buch zuhause gemeinsam mit dem Kind zu betrachten. Für Methode 2 erhielten die Erzieherinnen eine gesonderte Schulung im Dialogischen Vorlesen. Die Kinder wurden so besonders stark motiviert, das Buch gemeinsam mit der Erzieherin zu betrachten. Eine dritte Teilnehmergruppe kombinierte beide Methoden und Gruppe 4 diente als Kontrollgruppe.

Zu Beginn des Experimentes und nach einem halben Jahr wurde das Buchstabenverständnis der Kinder in einem Test ermittelt. Man zeigte ihnen echte Buchstaben und Fantasiezeichen und sie sollten auswählen, welche die Wahren aus dem Alphabet sind.

Das gelang den drei Lese-Gruppen gegenüber der Kontrollgruppe nach sechs Monaten deutlich besser. Auch ohne die Buchstaben genau einem Laut zuordnen zu können, hatten die Kinder ein erstes Bewusstsein für die Schriftsprache entwickelt.

Das ist eine wichtige Vorläuferfertigkeit, die ihnen den Schulstart erleichtern wird. Die Forscher raten daher zu individuellen Vorlesestunden in Kitas und zuhause.

Doch auch im höheren Alter kann man noch einiges lernen, wenn es ums Lesen geht...

Tipps für effektiveres Lesen

Vieles, was man im Alltag liest, überfliegt man nur, ohne es wirklich zu behalten. Effektiv zu lesen bedeutet hingegen, das Gelesene auch wirklich zu verstehen und langfristig zu speichern.

Es geht also nicht darum, möglicht schnell zu lesen. Auf diese Weise macht das Lesen deutlich mehr Spaß, denn wer alles versteht, lernt, dies auch wirklich zu schätzen. Zudem spart man dadurch eine Menge Zeit und Energie, wenn es ums Lernen geht.

Folgende Tipps können beim effektiveren Lesen helfen:

  • sich über den Autor informieren, um das Werk besser einordnen und verstehen zu können
  • das Gelesene hinterfragen, um den Inhalt zu vertiefen und sich besser daran erinnern zu können
  • das Werk in der Gruppe zu diskutieren, um auch andere Einsichten kennen zu lernen, auf die man vorher nicht gekommen wäre
  • seine Gedanken zum Werk notieren, um sich auch nach dem Lesen noch damit zu beschäftigen
  • Rezensionen lesen, um zu lernen, was es heißt, die wichtigsten Informationen aus dem Werk herauszuholen
  • wichtige Dinge nachschlagen, um sein Allgemeinwissen immer wieder zu erweitern

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Quellenangaben

  • DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.
  • Bildnachweis: book with glasses on it isolated © dusk - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: proof © Jens Hertel - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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