Intelligenz: Formen, Entwicklung und beeinflussende Faktoren

Grafik Gehirn Neurologie in blau

Definition und Interpretation von Intelligenz

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  • von Paradisi-Redaktion

Intelligenz wird sehr unterschiedlich definiert und interpretiert. Dennoch sind sich alle einig, dass Intelligenz eine wertvolle Gabe ist und nicht nur den Menschen vom Tier unterscheidet, sondern auch in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens unverzichtbar ist. Auf wissenschaftlicher Ebene sucht man noch immer nach einer Definition, die dem gesamten Intelligenzbegriff gerecht wird. Informieren Sie sich, welche Arten von Intelligenz es gibt, und durch welche Faktoren sie beeinflusst werden kann.

Intelligenz: ein Versuch der Definition

Hinter der Intelligenz verbirgt sich die kognitive Leistungsfähigkeit eines Menschen. Zu diesen kognitiven Fähigkeiten zählen etwa

  • das Lernen
  • die Wahrnehmung
  • die Kreativität
  • die Aufmerksamkeit
  • das Planen
  • die Erinnerung
  • die Orientierung
  • die Argumentation
  • der Wille
  • das Glauben
  • das Problemlösen
  • die Introspektion sowie
  • die Imagination

Emotionen haben ebenso einen bestimmten kognitiven Anteil. Eine allgemeingültige Definition von Intelligenz besteht nicht, da die genannten Fähigkeiten in unterschiedlich starker Ausprägung vorhanden sein können und man sich des Weiteren bezüglich der Bestimmung und Unterscheidung nicht einig ist.

Zu den Wissenschaften, die sich damit beschäftigen, zählen die allgemeine und differentielle sowie die Neuropsychologie. Dabei bedient man sich Methoden der Hirnforschung, Entwicklungspsychologie und im steigenden Umfang auch der künstlichen Intelligenz.

Eine ganzheitlich messbare Gabe?

Es herrscht Uneinigkeit darüber, ob Intelligenz ganzheitlich gemessen werden kann oder ob es verschiedene Bereiche von Intelligenz gibt, die unabhängig voneinander zu betrachten sind. In letzterem Fall nehmen unter anderem die verbale, visuelle, kreative und logische Intelligenz gesonderte Rollen ein.

  • Die verbale Intelligenz umfasst die Fähigkeiten, die ein Mensch in seinem sprachlichen Ausdruck vorweisen kann.
  • Die visuelle Intelligenz dagegen bezieht sich auf die optische Wahrnehmung und
  • eine kreative Intelligenz liegt in ausgeprägter Form vor, wenn ein Mensch in der Lage ist, selbständig etwas Neues zu schaffen.
  • Die logische Intelligenz ist schließlich die Art, die viele Menschen mit dem gesamten Intelligenzbegriff gleichstellen - hier geht es darum, schnell und ohne Hilfsmittel Gesetzmäßigkeiten unter anderem in Zahlenreihen, Formen oder Begriffen zu erkennen.

Voneinander unabhängige Bereiche sind wahrscheinlicher

Während die ersten Definitionen Intelligenz noch als ganzheitlichen Begriff beschrieben und man glaubte, dass mit dem Lebensalter auch die Intelligenz zunimmt, geht man heute davon aus, dass Intelligenz viele verschiedene, voneinander unabhängig zu bewertende Bereiche umfasst und sich nicht linear und altersabhängig entwickelt. Der Psychologe David Wechsler, nach dem ein heute weit verbreiteter Intelligenztest benannt wurde, definierte 1964 Intelligenz als eine individuelle Fähigkeit, die

  • zweckvolles Handeln
  • auf Vernunft basierendes Denken und
  • die Fähigkeit, sich mit seiner Umwelt auseinanderzusetzen,

umfasst. Anders als Längenmaße oder Gewichte kann Intelligenz nicht direkt gemessen werden. Um dennoch einen Vergleich zwischen den kognitiven Leistungen der Menschen zu bekommen, führten Wissenschaftler den Intelligenztest und den Intelligenzquotienten ein.

Ersterer dient als Messinstrument bei der Ermittlung des individuellen Intelligenzquotienten, der im Durchschnitt bei einem Wert von 100 liegt. Die meisten Menschen besitzen einen IQ zwischen 85 und 115, nur ein kleiner Teil der Bevölkerung erreicht weniger oder mehr Punkte. Wer auf der Skala einen IQ von 130 oder mehr erreicht, gilt als hochintelligent bzw. hochbegabt.

IQ – Ende der Fahnenstange bei der Intelligenz erreicht?

Grafik menschlicher Kopf mit Gehirn, Migräne
transparenter schädel mit gehirn und migräneanfall © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Jahrzehntelang ging es mit dem IQ bergauf. In den 90er Jahren verlangsamte sich das Wachstum – und zuletzt sank der IQ im Durchschnitt sogar leicht. Das haben laut einem Bericht der Gesundheitszeitschrift Apotheken Umschau Forscher der Uni Kopenhagen anhand der Musterungstests dänischer Wehrpflichtiger festgestellt.

Zwischen 1958 und 1988 stieg der durchschnittliche IQ in den Industrieländern von 100 auf 110, in den 90er Jahren aber nur noch um einen Punkt auf durchschnittlich 111, um zuletzt leicht zu sinken. Der Anstieg bis 1988, so glaubt der dänische Forscher Dr. Thomas Teasdale, sei auf die Verbesserung des Schulsystems in der Nachkriegszeit zurückzuführen.

Werden wir jetzt wieder dümmer? Teasdale beruhigt: Noch halte er die Entwicklung nur für eine Stagnation.

Männer doch schlauer als Frauen?

Mann schaut nachdenklich nach oben, Zeigefinger an Kinn
Mann mit Gedankenblase © Robert Kneschke - www.fotolia.de

Bei einem Test mit 100.000 18-jährigen männlichen sowie weiblichen Personen fanden Forscher mittels des Scholastic Assessment Test (SAT) heraus, dass die Männer deutlich besser abschnitten. Im Schnitt waren die Ergebnisse der männlichen Teilnehmer um 3,69 Punkte besser.

Bis jetzt wurde angenommen, dass die Intelligenz bei Männern und Frauen ungefähr gleichauf ist. Doch durch den Test scheint diese Annahme nun seine Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Jetzt sollen weiterführende Tests weiter Aufschluss geben.

Intelligenz offenbar nicht wichtig für Erfolg

Geschäftsfrau mit dunkelbrauner Brille lächelt in Kamera
businesswoman © Kurhan - www.fotolia.de

Talent sowie Intelligenz sind für die Bewältigung einer Aufgabe anscheinend nur zweitrangig, wichtiger ist die investierte Hartnäckigkeit. Auch der Grad des Interesses, das für die gestellte Herausforderung aufgebracht wird, hat eine zusätzliche Bedeutung.

Dies ist das Ergebnis einer Veröffentlichung des Magazins "vital". Demzufolge lasse sich die entscheidende Eigenschaft für Erfolg, die Beharrlichkeit, auch erlernen. Laut der Zeitschrift macht sich dieser Effekt schon im Kindesalter bemerkbar: Sechsjährige mit Ausdauer lernen das Lesen schneller als intelligentere Kinder.

Sind gebildete Frauen karrieregeiler als Männer?

Junge Geschäftsfrau mit Handy lächelt in Kamera
Image of beautiful business woman calling by mobile © pressmaster - www.fotolia.de

Intelligente Frauen wollen lieber Karriere machen anstatt Kinder zu bekommen. Dies ist das Ergebnis einer Studie an der University of Florida, bei der rund 11.000 Datensätze von erwachsenen Amerikanern aus Erhebungen aus den 80er und 90er Jahren analysiert wurden.

Die Männer denken anders als die Frauen: Ihnen bringt ein Kind Ansehen. Darüber hinaus würden Kinder Männer bei der beruflichen Karriere nicht stören. Männer werden in der heutigen Zeit zwar mehr ins Familienleben eingebunden, die Frauen müssten aber noch immer die Hauptlast tragen.

Besonders das Ergebnis bei nicht-ehelichen Gemeinschaften war interessant. Diese haben laut der Studie eine aufgeschlossene Meinung zum Nachwuchs. Seit den 70er Jahren würden in den USA auch bewusste Entscheidungen gegen Kinder getroffen. Außerdem wären Frauen jetzt bei ihrer ersten Schwangerschaft älter als noch vor einigen Jahren.

Intelligenz verbraucht mehr Lebensenergie

Tadeusz Kawecki und Joep Burger, zwei Forscher aus der Schweiz, haben beweisen können, warum dumme Fliegen länger leben als ihre intelligenteren Artgenossen.

Zu Studienzwecken wurden Fliegen aus dem Raum Basel von den Wissenschaftlern in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe wurden unter anderem darauf trainiert, ihren Geschmackssinn mit ihrem Geruchssinn zu kombinieren. Hierfür brauchte es etwa 30 bis 40 Generationen, bis die Fliegen lernfähiger waren als die Gruppe der "normalen" Fliegen. Die dummen Fliegen sind 85 Tage alt geworden, die intelligenteren Fliegen hingegen haben nur rund 60 Tage überlebt.

Die Wissenschaftler konnten somit beweisen, dass ein lernfähiges Gehirn bis zu einem Viertel mehr Lebensenergie der Tiere verbraucht.

Worin besteht der Zusammenhang zwischen Intelligenz und dem IQ-Wert?

Interview mit Dr. Bianca Vaterrodt-Plünnecke zum Tag der Intelligenz

Schülerin an Tafel mit Matheformel denkt nach
let's think © Tomasz Trojanowski - www.fotolia.de

Der Kölner Stadt-Anzeiger hat sich mit Frau Dr. Bianca Vaterrodt-Plünnecke vom Institut für Psychologie der Universität in Bonn über das Thema der Intelligenz unterhalten.

Hoher IQ ist keine Garantie für beruflichen Erfolg

Die Menschen versuchen seit über hundert Jahren die Frage nach der Intelligenz zu beantworten. Dafür gibt es aber keine eindeutige Antwort, denn sie ist kein Merkmal, sondern mehr eine Fähigkeit neue Situationen zu erkennen und die Probleme logisch zu lösen. Somit gibt es verschiedene IQ-Tests, so dass es beim Menschen unterschiedliche IQ-Werte geben kann, oder der Test muss bestimmte wissenschaftliche Anforderungen erfüllen, was aber bei den meisten nicht gegeben ist, beispielsweise die im Internet vorhandenen.

In den letzten Jahren wird auch viel über die "Emotionale Intelligenz" gesprochen, die Fähigkeit sich in die Lage eines Anderen hineinzudenken, und es gibt jetzt verschiedene "EQ-Tests", die aber wenig aussagefähig sind.

Aber ein hoher IQ ist keine Garantie für beruflichen Erfolg, denn oftmals war ein mittelmäßiger Schüler erfolgreicher als der Klassen-Primus, denn dafür muss man teamfähig, motiviert und fleißig sein, aber vor allem über einen gesunden Menschenverstand verfügen. Die Intelligenz wird vererbt, aber auch das Umfeld prägt diese.

Am 20. September war der "Tag der Intelligenz".

Intelligente Männer werden bei der Partnerwahl von den Frauen bevorzugt

Paar ist draussen, sie schauen sich gegenseitig an und lächeln
Portrait of woman and man looking at each other outside © pressmaster - www.fotolia.de

Frauen suchen für eine kurzfristige Liaison wie auch für eine dauerhafte Beziehung intelligente Männer, so das Ergebnis einer Studie.

Der Studienleiter Mark Prokosch setzte nicht wie üblich Fragebögen oder Fotos ein um herauszufinden wie die bevorzugten Eigenschaften oder Charakterzüge eines potenziellen Partners sein sollten, sondern arbeitete mit 15 männlichen Studenten. Die Studenten mussten Aufgaben wie Nachrichten vorlesen, eine Erklärung abliefern warum sie ein guter Partner wären, oder was es für Konsequenzen hätte wenn man Leben auf dem Mars entdecken würde. Ein Sprachtest sowie das werfen eine Frisbee-Scheibe gehörten ebenso dazu.

200 Frauen mussten dann mit Hilfe der Videos die Hauptdarsteller als Kurz- oder Langzeitpartner bewerten. Das Ergebnis zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Intelligenz und Attraktivität, bei Kurz- und Langzeitpartnern. Forscher waren davon ausgegangen, dass Frauen für Affären meist Männer mit besonders männlichen Attributen bevorzugen. Aus der Sicht der Evolution lässt ein intelligenter Mann eher darauf schließen, eine Familie versorgen zu können.

Geringer IQ verantwortlich für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Höhere Lebenserwartung durch höheren IQ - Zusammenhang in Langzeitstudie aufgedeckt

Älterer Mann nach vorn gekrümmt, hält sich Brust vor Schmerzen Herzinfarkt Herzattacke
mature businessman clutching his chest © Lisa F. Young - www.fotolia.de

Es ist seit langer Zeit bekannt, dass Menschen aus oberen sozialen Schichten eine wesentlich höhere Lebenserwartung haben als sozial Unterprivilegierte. Doch welche Faktoren sind dabei entscheidend?

Niedriger IQ als Indikator für höhere Gefährdung einer Erkrankung

Die Auswirkungen sozialer Faktoren auf die Gesundheit wurden im Rahmen einer britischen Langzeitstudie an 1.200 Männern und Frauen über 20 Jahre lang untersucht. Das Ergebnis zeigt, dass ein geringer Intelligenzquotient, nach dem Rauchen aber noch vor vor Bluthochdruck und Übergewicht, der wichtigste Risiko-Indikator für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist.

Ein niedriger IQ ist jedoch kein Risikofaktor, sondern lediglich ein Indikator für höhere Gefährdung. Ein direkter Zusammenhang zwischen gesundheitsschädigendem Verhalten und geringer Intelligenz kann jedoch nicht gezogen werden, da neben körperlicher Aktivität auch soziale Faktoren eine Rolle spielen. Sozialer Status (gemessen am Einkommen) und IQ sind gleich entscheidend.

Im Vergleich mit wirtschaftlich besser gestellten Menschen ist die Sterblichkeitsrate bei sozial Unterprivilegierten um den Faktor 2,5 erhöht. Der Intelligenzquotient ist nicht nur eine Sache von Begabungen; Bildung und Ausbildung sind ebenso von entscheidender Bedeutung.

Wo sich im Gehirn die Intelligenz befindet

Lehrmodell menschliches Gehirn auf weißem Hintergrund
Menschliches Lehrmodell eines Gehirns © Teamarbeit - www.fotolia.de

Wissenschaftler aus Amerika und Deutschland haben jetzt erforscht, wo eigentlich die Intelligenz herkommt. Hierbei stellten sie fest, dass diese nicht das gesamte Gehirn benötigt, aber auch nicht nur in einem bestimmten Teil sich befindet. Vielmehr ist es in Gehirnregionen in den Stirn- und Scheitellappen durch eine enge Verknüpfung miteinander zu finden.

Für die Untersuchungen dienten den Forschern Patienten, die Gehirnverletzungen in unterschiedlichen Gehirnregionen erlitten hatten. Als Ergebnis fassten die Wissenschaftler auch folgendes zusammen, dass die allgemeine Intelligenz darin besteht, verschiedene geistige Fähigkeiten miteinander zu verbinden. Hierbei sind vor allem das Arbeitsgedächtnis, der sinnvolle Ablauf bestimmter Denkprozesse, sowie auch das sprachliche und räumliche Denkvermögen zu nennen.

Bewiesen: Weisheit ist keine Frage des Alters

Wissenschaftler der Bremer Jacobs-Universität haben in einer Studie herausgefunden, dass Weisheit im Erwachsenenalter nicht zwangsläufig etwas mit verstrichenen Lebensjahren zu tun haben muss. In einer Versuchsreihe konfrontierten Forscher alte und junge Studienteilnehmer mit komplizierten Lebenssituationen und fragten diese nach der besten Vorgehensweise.

Das Ergebnis zeigte, dass die älteren Teilnehmer in puncto gute Ratschläge den jüngeren Mitstreitern nicht überlegen waren. Kein Wunder, denn bereits Mitte Zwanzig ist die Fähigkeit zu lebenskluger Einsicht geformt und abgeschlossen. Wer mit 80 Jahren als weise gilt, ist es demnach höchstwahrscheinlich auch mit 25 Jahren schon gewesen. Mit dem Alter, so erklärt Prof. Ursula Staudinger, nehme die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinversetzen zu können, sogar ab und die Lust auf Neues schwinde. Es ist wichtig, gewonnene Erfahrungen im Laufe des Lebens immer wieder zu testen, um herauszufinden, ob diese unter veränderten Umständen immer noch adäquat zutreffen.

Intelligenz macht einen resistenter gegen Selbstmordgedanken

Studie zeigt: Intelligente Menschen sind weniger suizidgefährdet

Brünettes Mädchen mit schwarzem Pulli blickt von einer Autobahnbrücke, Kamera von hinten
sehnsucht © Phototom - www.fotolia.de

In Schweden führte man eine Studie mit mehr als einer Millionen Patientendaten zum Thema Suizidbereitschaft durch. Man untersuchte Patientenakten auf die Frage hin, ob es eine Korrelation zwischen dem Intelligenzquotienten und der Bereitschaft zum Selbstmord gibt. Das Ergebnis war verblüffend. Offenbar sind Männer mit einem niederen IQ eher bereit sich selbst zu töten, als Geschlechtsgenossen mit höherer Intelligenz.

Studienergebnisse

Die in der Studie verwerteten Patientendaten enthielten das Ergebnis von IQ-Tests, die von den Männern absolviert wurden. 18.000 der Männer hatten zudem versucht, ihr Leben gewaltsam zu beenden.

Diese Daten wurden ausgewertet und das Ergebnis lässt keine Zweifel übrig: Der IQ hat einen bedeutenden Einfluss auf die Selbstmordbereitschaft. Offenbar erhöht Intelligenz unseren inneren Toleranzbereich gegenüber Stress. Intelligente Menschen finden eher effektive Wege mit psychischer Belastung produktiv umzugehen.

Man dürfe auch nicht vergessen, dass Intelligenz Einfluss auf die Berufswahl und demzufolge das Einkommen hat. Wer unter finanziellen und sozialem Notstand leidet, ist eher anfällig für Depressionen und suizidale Handlungen.

Unterschätztes Kleinhirn - unser IQ sitzt sowohl im Großhirn als auch im Kleinhirn

Das Kleinhirn ist nicht nur für Bewegungsabläufe wichtig sondern auch für die Intellgenz

Grafische Darstellung menschliches Gehirn
menschliches gehirn © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Lange Zeit ging die Hirnforschung davon aus, dass unsere Intelligenz im Großhirn beheimatet ist. Dies scheint aber nur die halbe Wahrheit zu sein, wie aktuelle Forschungsergebnisse zeigen. Das Kleinhirn, genauer die graue Substanz darin, scheint ebenfalls bei der Höhe des IQ mitzuwirken.

Kleinhirn ist ebenfalls für die Intelligenz relevant

Bislang schrieb man dem Kleinhirn nur die Funktion zu, unsere Bewegungsabläufe zu kontrollieren. Eine Studie mit 228 Senioren zeigte aber deutlich, dass die Intelligenz der Teilnehmer umso höher war, je mehr graue Substanz sich in ihren Kleinhirnen befand. Die Erkenntnis überraschte die Forscher und könnte einiges grundlegend verändern.

Bisher dachte man, dass der Abbau der kognitiven Fähigkeiten mit dem Absterben von Hirnmasse im Großhirn zusammenfällt. Daher wurde geistige Fitness im Alter immer mit der Stimulation dieses Bereiches gefördert. Offenbar muss man nun aber auch das Kleinhirn trainieren, um diesen Vorgang in beiden Regionen zu bremsen.

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Das Intelligenz-Zusammenspiel zwischen Groß- und Kleinhirn war allerdings bei den männlichen Probanden stärker, als bei ihre weiblichen Mitstreiterinnen. Woher der Unterschied zwischen den Geschlechtern kommt, ist den Forschern noch nicht klar.

Frauen mit Köpfchen wirken nach wie vor eher abschreckend auf Männer

Blonde Frau mit Brille und blauem Pullover zeigt und blickt nach oben
smiling woman pointing her finger up © Syda Productions - www.fotolia.de

Eine internationale Studie mit Befragten aus den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien sowie Großbritannien hat ergeben, dass clevere Frauen nach wie vor eher abschreckend auf das männliche Geschlecht wirken. AskMen hat über 70.000 männliche Freiwillige auf ihre Einstellungen zu diesem Thema geprüft.

Das Ergebnis ist einigermaßen traurig. Fast die Hälfte der Männer (45 Prozent) erklärte, eine Kollegin bei der Arbeit käme für sie als Partnerin nicht infrage. Nur für One-Night-Stands mit Frauen, die auf Augenhöhe arbeiten, waren 56 Prozent bereit. Dass eine Frau in dem gleichen Betrieb und der gleichen Abteilung arbeitet, hieße ja dann, dass sie die gleiche gute Ausbildung genossen hat und entsprechend gebildet ist. Das macht unattraktiv. In dieses Bild passt, dass rund ein Viertel der Befragten erklärten, sie würden etwas mit einer Frau aus der gleichen Firma anfangen, sofern sie eine schlechtere Position im Job habe, als sie selbst.

Je höher der IQ, desto höher das Risiko für Drogenkonsum

Forscher haben herausgefunden, dass Kinder mit hohem IQ besonders gefährdet sind, später Drogen zu konsumieren

Drogen werden mit einem Geldschein in eine Linie geformt, Kokain
Drogen © VRD - www.fotolia.de

Verhaltensforscher haben ermittelt, dass besonders intelligente Menschen zum Drogenkonsum neigen. Demnach sind Kinder mit hohen IQ stark gefährdet, als Jugendliche und auch Erwachsene zu Drogen zu greifen. Meist dient dabei Nikotin und Cannabis nur als Einstiegsdroge.

Die britischen Forscher fanden heraus, dass es eine enge Verknüpfung gibt, die von Dingen wie Geschlecht und Charakter zwar beeinflusst wird, jedoch bleibt auch im besten Fall das Risiko im Vergleich zu "normalen" Leuten erhöht. Untersucht wurden die Daten von 8.000 Kindern, die im Alter von nicht mehr als zehn Jahren einen IQ-Tests durchgeführt hatten.

Intelligente Frauen haben ein noch höheres Risiko als intelligente Männer

Nun befragte man die damaligen Kinder einmal im Alter von 16 Jahren und später noch einmal mit 30 Jahren zu ihrer Lebensweise und speziell zum Thema Drogenkonsum. Es zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen der Intelligenz der nun erwachsenen Kinder und ihrem Risiko für Drogenkonsum.

Das Risiko erhöhte sich bei Männern um 50 Prozent. Bei den Frauen war das Risiko sogar noch höher. Im Vergleich zu den männlichen Probanden verdoppelte es sich noch einmal. Warum aber der IQ sich so stark auf den Hang zum Drogenkonsum auswirkt, ist noch unklar.

Dumme Männer - Studie zeigt, wie Männergehirne beim Gespräch mit einer Frau abschalten

Dunkelhaarige Frau bei einem Date mit einem kräftigen Mann in blauem Hemd im Straßencafe
interracial couple meeting on a casual first date outdoors © Innovated Captures - www.fotolia.de

Eine Studie belegt nun, was so manche Frau sich wohl schon das ein oder andere Mal gedacht hat: Während ein Mann mit einem weiblichen Gegenüber spricht, nimmt seine Denkleistung mehr und mehr ab. Das Reden mit einer Frau lässt das Männergehirn langsam in den Lehrlauf gehen.

Die Studie aus den Niederlanden ließ Männer einmal mit Geschlechtsgenossen und einmal mit Frauen reden. Die Gespräche wurden aufgezeichnet und analysiert. Zudem musste jeder Mann nach den verschiedenen Gesprächen einige Tests absolvieren, in denen seine geistigen Leistungen getestet wurden.

Ergebnis der Analyse der Gespräche und der Tests: Der Mann büßt beim Gespräch mit weiblichen Personen einige kognitive Fähigkeiten ein, beim Gespräch mit einer männlichen Person jedoch nicht. Die Testergebnisse fielen nach Gesprächen mit Frauen deutlich schlechter aus.

Doch warum ist das so? Die Forscher haben die These, dass der Mann schlicht die Signale der Frau zu sehr interpretiert. Er achtet auf Worte, Tonfall, Mimik und Gestik und versucht in jedem Signal einen Sinn zu sehen. Am Liebsten versucht er, aus den Signalen zu lesen, dass sie ihn mag und ihn hoch schätzt. Diese Überinterpretation vernebelt für einige Zeit die übrigen geistigen Fähigkeiten. Das geistige Nachlassen ist aber zum Glück nur vorübergehend.

Kinder mit niedrigem IQ anfälliger für Rassismus

Neigen Menschen mit geringer Intelligenz zu rechtsextremen Meinungen? Diese Vermutungen legen zumindest Langzeitbeobachtungen in England nahe.

Psychologen der Brock University in Kanada sind sich sicher, dass sich die politische Einstellung eines Menschen schon in frühen Jahren voraussagen lässt. Demnach neigt ein zehnjähriges Kind, das bei einem IQ Test schlecht abschneidet, eher dazu, als Erwachsener rassistische Vorurteile zu hegen. Laut den Psychologen liege dies daran, dass weniger intelligente Menschen sich zu Stabilität und Ordnung im psychologischen Sinne hingezogen fühlen. Konservative bis rechtspolitische Anschauungen kommen ihnen daher entgegen.

Diese These konnten die Experten ebenfalls mit einer zweiten Studie verstärken. In dieser wurden 250 amerikanische Studenten zu ihrer Einstellung zu Homosexualität untersucht. Auch hier konnten die Psychologen feststellen, dass die Ablehnung gegen Homosexualität anstieg, je weniger die Fähigkeit vorhanden war abstrakt zu denken.

Die Erkenntnis, dass die politische Einstellung in einen direkten Zusammenhang mit den Intelligenzquotienten steht, ist nicht neu. Bereits vor zwei Jahren untersuchte der Psychologe Satoshi Kanazawa 15.000 Teilnehmer auf diesen Aspekt. Er stellte fest, dass Teilnehmer, die sich selbst als sehr konservativ bezeichneten durchschnittlich fünf Punkte unter den Durchschnitts IQ lagen. Teilnehmer hingegen, die sich als politisch sehr progressiv einschätzten, lagen deutlich über dem Durchschnitt.

Diese und weitere Studien zeigen, dass konservative Menschen grundsätzlich eher misstrauisch sind als progressive. Die geringeren kognitiven Fähigkeiten führen schneller zu einer grundsätzlichen Ablehnung gegenüber allem Fremden, Neuen oder Andersartigem.

Wer gut ausgebildet ist, greift häufiger zum Alkohol

Studie deckt Verbindungen zwischen sozialen Verhaltensweisen und Zivilisationskrankheiten auf

Cognac im Glas, daneben Zigarren
cuban cigar and cognac on wood background © Marco Mayer - www.fotolia.de

Die Universität Bayreuth hat herausgefunden, das die „Laster“ von Menschen direkt mit ihrem sozialen Hintergrund zusammenhängen. Bildung, Arbeit, aber auch das Einkommen schlagen sich auf den Konsum von

nieder.

Dabei scheinen sich die höher gebildeten Personen eher mit Alkohol zu beschäftigen. Raucher finden sich bei stärkerem Bildungsniveau weniger.

Verbindungen von Verhaltensweisen und Zivilisationskrankheiten

Diese interessanten Resultate hat eine Untersuchung der Uni Bayreuth ergeben. Dort hatte man das deutsche Gesundheitsverhalten genauer unter die Lupe genommen. Veröffentlicht wurden die Details dazu im Fachmagazin "Economics Research International".

Viele der für Zivilisationskrankheiten hauptverantwortliche Verhaltensweisen werden von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen gelebt. Udo und Brit Schneider haben sich Unterlagen aus dem Jahr 2006 vorgenommen, um mögliche Verbindungen zu beleuchten. Dabei zeigten sich deutliche Differenzen.

Alkohol und Rauchen innerhalb der Gesellschaft

Personen ohne Berufsabschluss findet man häufiger unter den Rauchern. Auch bei deutlichem Überwicht sind öfter diejenigen dabei, die keinen Studiengang absolviert haben. Die Vermutung liegt nahe, dass sich besser ausgebildete Menschen über die Gefahren des Tabakkonsums im Klaren sind. Das glaubt jedenfalls Brit Schneider.

Weshalb diese dann jedoch zu Alkohol greifen, lässt sich mit der These nicht erklären. Vielmehr scheint es dabei so zu sein, dass Alkohol in der Gesellschaft mehr akzeptiert ist. Das harmlose Gläschen in der Meetingpause wird als nicht so tragisch angesehen. Der Alkoholkonsum ist einfacher zu verbergen.

Geschlechterunterschiede

Es gibt übrigens auch eine Diskrepanz zwischen den Geschlechtern. Während Frauen mit höherer Bildung kaum unter Übergewicht leiden, macht dies bei den Männern keinen Unterschied.

Forscher entdecken das stärkste Intelligenz-Gen beim Menschen

Blaue 3-D-Grafik eines DNA-Moleküls
3d render of dna structure, abstract background © DigitalGenetics - www.fotolia.de

Der Neuropsychologe Steven Pinker von der Harvard-Universität hat mit einem Forscherteam jetzt das bislang stärkste Intelligenz-Gen gefunden, welches großen Einfluss auf das Leistungsvermögen im Gehirn hat. Allerdings macht diese Erbanlage bei dem Intelligenzquotienten gerade mal einen Unterschied von 1,3 Punkten aus. Somit steht zwar fest, dass bestimmte Gene Einfluss auf die geistige Leistungsfähigkeit haben, allerdings beruht Intelligenz nicht auf wenige besondere Gene.

Eine wichtige Rolle spielen laut Pinker vor allem tausende Erbfaktoren, womit auch die kognitive Leistungsfähigkeit viel mit dem genetischen Erbe zu tun hat. Hunderte Wissenschaftler sind seit Jahren auf der Suche nach einem Mastergen für Intelligenz, konnten bis jetzt jedoch wenig Gene definieren, welche großen Einfluss auf die Intelligenz des Menschen haben.

Für die Entdeckung des jetzt gefundenen stärksten Intelligenz-Gen's arbeiteten über 200 Wissenschaftler aus 12 Ländern eng zusammen und werteten DNA-Proben von über 20.000 Menschen aus.

Geht es noch besser? Die Entwicklung der Intelligenz beim Menschen

Die bisherige Evolution betrachtend, kommt die Frage auf, ob der heutige Mensch schon das Endziel ist oder ob es noch Luft nach oben gibt. Kann der Mensch noch intelligenter werden? Wolfgang Enard, Leiter des Lehrstuhls für Anthropologie und Humangenetik der Ludwig-Maximilians-Universität München erklärt, dass es für eine neue Spezies existentiell sei, sich über Tausende von Generationen hinweg durchzusetzen, indem es eine stetige hohe Anzahl an Nachkommen gibt.

Dies ist die Regel der Evolution und brachte den heutigen Menschen hervor. Es muss also Momente in der menschlichen Entwicklungsgeschichte gegeben haben, in der die intelligentere, damalige Minderheit, sich effektiv durchsetzen konnte und so zur Mehrheit wurde. Der heutige Mensch, mit der Fähigkeit, sich selbst reflektierend zu betrachten, ist aber mit seinen etwa 200.000 Jahren noch recht jung. Dass die jetzige Entwicklung des Menschen, mit der jetzigen Intelligenz also erfolgreich ist, wird sich erst in der Zukunft zeigen.

Denn nur, wenn der Mensch weiterhin existiert, also Nachkommen hervorbringt, wird er als erfolgreich gelten. Dabei hält Enard es für "eher unwahrscheinlich, dass höhere Intelligenz in den nächsten paar Tausend Jahren stetig einen Vorteil bringen wird. Eher bestimmen die wechselnden und verschiedenen kulturellen Einflüsse die Anzahl der Nachkommen".

Intelligentere Eltern haben intelligentere Kinder - IQ wird sehr stark von den Genen beeinflusst

Darüber streiten sich die Geister und sehr viele Forscher: Über die Frage ob unser IQ von Geburt an feststeht, oder ob er sich formen lässt. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat in einer Studie mit 2000 Teilnehmern herausgefunden, dass Eltern ihren IQ stärker weitergeben als andere Eigenschaften wie Sozialverhalten, Offenheit und Gewissenhaftigkeit.

Außerdem kommen die Kinder mit zunehmendem Alter dem IQ der Eltern immer näher. Angeborene Fähigkeiten sind beispielsweise Problemlösefähigkeiten. Erlernbare Fähigkeiten sind beispielsweise die Möglichkeit, Probleme zu lösen indem man gemachte Erfahrungen und erlerntes Wissen anwendet.

Im Ergebnis fanden die Forscher heraus, dass Eltern mit hohem Bildungsabschluss Kinder hatten, die bei den Tests besser abschnitten. Dieser Vorsprung wurde mit den Jahren noch größer. Daraus schlussfolgerten die Forscher, dass Intelligenz weitgehend erblich ist.

Forscher analysieren Zusammenhang zwischen IQ und Wahrnehmung

Wissenschaftler der University of Rochester haben sich im Rahmen einer Studie mit dem Zusammenhang zwischen der Intelligenz eines Menschen und dessen Reaktionsvermögen beschäftigt. Es kam überraschenderweise heraus, dass gewisse optische Reize von den intelligenteren Probanden deutlich schlechter wahrgenommen wurden.

Bei dem Test ging es darum, auf einem Bildschirm zu erkennen, ob schmale oder breite Linien sich bewegten und wenn ja, in welche Richtung. Bei den schmaleren Linien schnitten die Menschen mit höherem IQ wie erwartet besser ab, doch bei den größeren Abbildungen hatten sie deutliche Schwierigkeiten.

Die Wissenschaftler erklärten dieses Ergebnis folgendermaßen: Das Gehirn der intelligenteren Personen ist in der Lage, unwichtigere Ereignisse in den Hintergrund zu stellen und lediglich die wichtigen Informationen herauszufiltern und besser zu behalten.

Übertragen auf den Test könnte man sagen, dass die Probanden die großflächigen Linien eher als Hintergrundereignis interpretiert haben. Es wurde quasi als unwichtig gespeichert und unterdrückt. Durch diese neue Erkenntnis hoffen die Forscher, dass man auch simple Intelligenztests in Zukunft verbessern; sie sprechen von einer kultur-unabhängigen Methode.

Intelligenz eines Kindes: Bis zum zehnten Geburtstag prägt das Umfeld den IQ ganz entscheidend

Zwei Mütter spielen mit ihren beiden Kleinkindern im Spielzimmer
two mothers play with children in playroom 2 © Pavel Losevsky - www.fotolia.de

Bereits seit einiger Zeit diskutiert man in der Medizinwelt, wie stark der Einfluss der Gene und wie stark der Einfluss der Umwelt auf die Intelligenz eines Kindes wirkt. Viele sehen ganz klar eine Dominanz der Gene und manche Ärzte betonen, dass die Erziehung eine noch entscheidendere Rolle spielt.

Eine aktuelle Studie führt nun beide Lager mehr oder weniger zusammen. Sie führte als Meta-Analyse mehrere Zwillingsstudien zusammen und kommt zu einem interessanten Schluss. Demnach bestimmen die Gene zu rund 70 Prozent den IQ eines Menschen. Der Einfluss der Gene ist aber keinesfalls von Geburt an gleich hoch. Vielmehr ist der genetische Faktor zunächst deutlich kleiner als der Einfluss der sozialen Umwelt.

In den ersten zehn Jahren eines Menschenlebens bestimmen Verwandte, Lehrer und Freunde wie sich die Intelligenz eines Kindes entwickelt. Erst mit zunehmenden Alter kommt die Rolle der Gene vermehrt zum Tragen. Die Forscher erklären diese Veränderung mit einer Aktivierung und Inaktivierung bestimmter Gene. Die Förderung in der Kindheit oder das Ausbleiben einer Förderung führt dazu, dass bestimmte IQ-Gene stimuliert werden oder aber weniger aktiv sind. So bestimmt also das soziale Umfeld im wesentlichen darüber, ob ein Kind seine in den Genen vorprogrammierte IQ-Obergrenze erreicht oder nicht.

Bei Kindern aus sozial eher benachteiligten Familien liegen oft genauso gute genetische Veranlagungen zur Intelligenz vor, doch die Förderung fehlt. Daher wird in den ersten Jahren viel Potenzial verschenkt, das später nicht mehr ausgeschöpft werden kann.

Die Studie belegt damit, was viele Lehrer immer wieder betonen. Es ist sehr wichtig, bereits den Jüngsten einen optimalen Zugang zur Bildung zu gewähren.

Studien zufolge werden wir immer intelligenter

Um sich einen Eindruck über die Intelligenz eines Menschen machen zu können, gibt es zahlreiche entsprechende Tests. Einen IQ zwischen 85 und 115 haben dabei knapp 70 Prozent der Bevölkerung und gelten damit als durchschnittlich intelligent.

Bereits vor zahlreichen Jahren hat man bei der stetigen Durchführung solcher Untersuchungen immerzu feststellen können, dass die Menschheit von Generation zu Generation intelligenter wird - und dieser Trend setzt sich nach Angaben von Forschern weiter fort.

Anpassung an die moderne Gesellschaftsstruktur

Psychologen sehen darin jedoch weit mehr als das. Sie sprechen von einer notwendigen Anpassung an die morderne Welt, an die moderne Gesellschaft und die modernen Lebensverhältnisse. So müsse ein Mensch heutzutage weitaus mehr leisten, um sich in dieser schnellebigen Welt überhaupt zurechtfinden zu können. Dieses höhere Maß an Denkvermögen, welches uns heute abverlang wird, können wir wiederum durch die Bedinungen, die heutzutage dafür gegeben sind, entfalten.

Durch eine gesunde Ernährungs- und Lebensweise und großen Fortschritten in Sachen Gesundheitsvorsorge geben wir unseren Gehirnen die Möglichkeit, sich schneller zu entwickeln. Natürlich spielt auch die Schulbildung eine wichtige Rolle. Und somit ist auch Erfolg ein entscheidender Faktor, der im Zusammenhang mit der heutigen Intelligenz steht.

Fehlende IQ-Punkte durch andere Fähigkeiten einholen

Doch um erfolgreich zu sein, beispielsweise in der Schule, bedarf es weiteren Faktoren als der Intelligenz. So haben zahlreiche Tests bewiesen, dass es nicht nur die Hochbegabung ist, die zu guten Leistungen führt. Wer einen etwas höheren IQ aufweist als der Durchschnitt und zudem Fleiß, Motivation und Durchhaltevermögen an den Tag legt, wird man die fehlenden IQ-Punkte dadurch auffüllen können.

Krähen genauso intelligent wie Kleinkinder

Kleiner Junge mit Schwimmbrille auf Stirn am Beckenrand im Schwimbad lacht, im Hintergrund rot-weiße Absperrleine
Happy child in a swimming pool © Acik - www.fotolia.de

Bislang galten Menschenaffen als besonders geschickt im Umgang mit Werkzeugen. Aber auch in der Vogelwelt findet sich ein wahrer Spezialist in der Verwendung von Hilfsmitteln.

Bereits in Erzählungen aus der Antike wird die Intelligenz der Krähe erwähnt. Ein Test zeigte nun, die Rabenvögel sind wirklich so intelligent, wie es in den überlieferten Geschichten dargestellt wird.

Eine Gruppe von neuseeländischen Forschern trainierte für den Test sechs Neukaledonienkrähen und lehrte sie, kleine Steine als Werkzeug einzusetzen.

Im anschließenden Test präparierten die Forscher Plexiglas-Zylinder mit Futter, das sich auf einem Korken befand und durch den niedrigen Wasserfüllstand für die Krähen nicht erreichbar war. Als Hilfe stellten sie außerdem verschiedene Steine und Gegenstände zur Verfügung.

Krähe als Mitglied der intelligentesten Tiere im Tierreich

Mithilfe der Steine gelang es den Krähen letztendlich, an das Futter zu gelangen. Hierfür warfen sie die Steine ins Wasser, woraufhin dieses stieg und den Korken nach oben brachte. Zusätzlich stellten die Wissenschaftler fest, dass die Vögel schwere Gegenstände bevorzugten und sich für den Zylinder mit dem höchsten Wasserstand entschieden.

Damit gehören die Krähen zu den intelligentesten Tieren im Tierreich und befinden sich in diesem Bereich auf der gleichen Stufe wie ein fünfjähriges Kind.

IQ von 1000 dank Genmanipulation - Menschen könnten in Zukunft superintelligent werden

Veränderung kognitiver Fähigkeiten durch Optimierung von Genen könnte in Zukunft möglich sein

Forscherin schnibbelt mit einer Schere an einem blauen DNA-Modell
gen schere 1 © Gernot Krautberger - www.fotolia.de

Der US-amerikanische Wissenschaftler Stephen Hsu von der Michigan State University ist der Meinung, dass die Menschen in Zukunft zehnmal so intelligent sein könnten wie heute.

Nach Ansicht von Hsu ist für spätere Generationen dank Genmanipulation ein IQ von 1000 möglich. Die Intelligenzquotienten von Genies wie Stephen Hawking (160) oder Albert Einstein (160 bis 190) muten vergleichsweise bescheiden an.

Denkbare Auswirkungen der Genoptimierung

Hsu geht davon aus, dass rund 10.000 unterschiedlichen Gene Merkmale wie Körpergröße und kognitive Fähigkeiten bestimmen. Sollte es möglich sein, diese Gene zu optimieren, wäre ein vielfach höherer IQ möglich.

Ebenfalls verbessern ließen sich nach Meinung des Physikers das

Die Liste, so Hsu, sei sehr lang. Das Design von Wunschkindern durch die Eltern auf Grundlage ihrer eigenen genetischen Codes sei in Zukunft nicht unmöglich.

Starker Eingriff in die Gesellschaft

Der US-Wissenschaftler warnt jedoch davor, solch eine Technologie nur bestimmten Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen. Die Folge wäre eine Ungleichheit, die es in der Menschheitsgeschichte zuvor noch nie gegeben habe.

Inwieweit Intelligenz von Eltern vererbbar ist

Wissenschaftler untersuchen den Einfluss des Bildungsniveaus der Eltern auf ihre Kinder

Eltern mit zwei Töchtern, Mutter beim Vorlesen aus einem Buch
Familie beim Geschichten vorlesen © Kzenon - www.fotolia.de

Schon lange rätseln Wissenschaftlern darüber, ob die Kinder schlauer Eltern intelligenter sind als ihre Altersgenossen. Nun hat sich ein Forscherteam der US-Universität Virginia dieser Fragestellung angenommen. Sie untersuchten 436 Brüderpaare, die zwischen 1955 und 1990 in Schweden zur Welt gekommen waren. Die Jungen wuchsen jeweils bei verschiedenen Eltern auf.

Nicht-genetische Einflüsse

Die Studie zeigt, dass Intelligenz zwar vererbt werden kann, allerdings nur begrenzt. So hängt der Intelligenzquotient (IQ) auch von nicht-genetischen Einflüssen ab. Dazu gehören

  • ein stimulierendes Umfeld,
  • eine gute Schulbildung und
  • Förderung.

Ausgleich durch Umweltfaktoren

Der größte Unterschied beim IQ zwischen zwei Brüdern lag in der Untersuchung bei 7,6 Punkten. Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass das Bildungsniveau der Eltern Einfluss auf die Kinder habe, aber viele andere Umweltfaktoren eine mindestens genauso wichtige Rolle spielen. So seien Unterschiede in der Intelligenz zu 50 bis 80 Prozent genetisch bedingt. Fleiß und Ausdauer könnten jedoch einiges ausgleichen.

Intelligenzquotient von Menschen steigt nur noch langsam

In den vergangenen Jahrzehnten ist der Anstieg der Ergebnisse von IQ-Tests abgeflacht

Computer Freak mit Brille, streberhaft, guckt schockiert auf Rechner
shocked computer nerd © Scott Hancock - www.fotolia.de

Trotz Krieg und Umweltzerstörung: Die Menschen werden immer schlauer. Allerdings steigt der Intelligenzquotient (IQ) nach Ansicht von österreichischen Wissenschaftlern nur noch langsam.

Anstieg der durchschnittlichen IQ-Werte

Seit 1900 haben die durchschnittlichen IQ-Werte weltweit um drei Punkte pro Jahrzehnt zugelegt. Das haben zwei Forscher der Universitäten Wien und Göttingen herausgefunden, als sie IQ-Daten von etwa vier Millionen Testpersonen aus mehr als 30 Ländern analysierten.

Dass Menschen in IQ-Tests immer besser abschneiden, war bereits bekannt. Dieses als Flynn-Effekt bekannte Phänomen bezeichnet die Tatsache, dass bis in die 1990er Jahre die Ergebnisse von IQ-Tests – bei unterbliebener Nacheichung – in Industrieländern im Mittel immer höhere Werte erbrachten, die gemessene Intelligenz also zunahm. Daher mussten die Tests immer wieder angepasst werden. Gründe für den Effekt sind bessere Umweltbedingungen, etwa

  • Bildung,
  • Ernährung,
  • Gesundheitsversorgung und
  • Massenmedien,

aber auch genetische Faktoren. In den vergangenen Jahrzehnten ist der Anstieg jedoch abgeflacht.

Faktoren der Verbesserung

Die Autoren sind der Meinung, dass Menschen heute erfahrener im Umgang mit Intelligenz-Tests sind. Dennoch lassen sich auch Verbesserungen im logischen Denken beobachten. Insgesamt intelligenter, so die Wissenschaftler, seien wir deswegen aber nicht unbedingt.

Zwillingsstudie entdeckt gleich 40 Gene für den IQ

Intelligenz steckt in den Genen - Forscher entschlüsseln 40 verantwortliche Gene

Drei Genetiker in weißen Kitteln stehen an einem Medienscreen
Group of geneticists working at media screen © Alexander Raths - www.fotolia.de

Wie intelligent ein Mensch ist oder wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Schon länger geht man in der Forschung davon aus, dass die Intelligenz in den Genen steckt. Damit ist allerdings nicht gesagt, dass ein unterdurchschnittlich intelligenter Mensch nur das "Opfer seiner Gene" ist.

Dinge wie Erbkrankheiten werden entweder eindeutig geerbt oder treten bei einem Kind nicht auf. Bei der Intelligenz ist es wie mit der Körpergröße nicht so eindeutig. Die elterlichen Gene bestimmen keinen festen IQ oder eine fixe Körpergröße, sondern geben einen Rahmen vor.

Es gibt also Minimal- und Maximalwerte, die durch verschiedene Umwelteinflüsse erreicht werden können. Manche Gene werden durch Förderung erst aktiviert, was die Wichtigkeit der Chancengleichheit betont.

Einzelne Gene bisher noch nicht benennbar

Ältere Studien zur Intelligenz haben bereits gezeigt, dass die Unterschiede bei Zwillingen in bis zu 80 Prozent der Fälle auf genetische Unterschiede zurückzuführen sind. Demnach machen die Gene den Großteil des Einflusses aus. Bislang ist es der Forschung aber nicht gelungen, einzelne Gene zu benennen.

Eine großangelegte Untersuchung mit 80.000 Teilnehmern hat nun 40 Gene gefunden, die in einem klaren Zusammenhang mit der Intelligenz stehen. Was nach viel klingt, relativiert sich allerdings schnell.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass mit diesen 40 Genen gerade einmal 4,8 Prozent der Intelligenzentwicklung erklärt werden kann. Wird die kognitive Leistungsfähigkeit wirklich zu 80 Prozent in den Genen verschlüsselt, fehlen zu 75,2 Prozent noch immer die Gene.

Zunächst bleibt das Wissen um die IQ-Gene daher von rein wissenschaftlichem Interesse. Die berühmte Suche im Heuhaufen soll aber weitergehen. Die Forscher möchten vor allen Dingen Gene finden, die mit Lernstörungen oder schweren, geistigen Behinderungen in Verbindung stehen. An dieser Stelle wäre das neue Wissen dann interessant, um Betroffenen neue Therapiemöglichkeiten anzubieten.

IQ, EQ - verschiedene Arten von Intelligenz

Mit dem Begriff "Intelligenz" verbinden die meisten Menschen die individuelle Fähigkeit, analytisch-logisch zu denken. Wer schon einmal an einem Intelligenztest teilgenommen hat – sei es unter der Aufsicht eines Psychologen oder einfach nur aus purer Neugier im Internet – weiß, dass hier vor allem analytisches, kombinatorisches und logisches Denken gefragt sind. Außer Acht gelassen werden dagegen soziale und emotionale Faktoren.

Der klassische Intelligenzbegriff mit dem Intelligenzquotienten als Messgröße umfasst das logisch-mathematische Denken. In Intelligenztests geht es zum Beispiel darum,

  • Zahlenreihen fortzuführen
  • Muster und Strukturen zu erkennen und
  • unbekannte Probleme zu lösen.

Je nach Definition und Modell wird der Intelligenzbegriff ganzheitlich verstanden oder in verschiedene, voneinander unabhängige Bereiche geteilt, die einzeln gemessen und bewertet werden.

Tests zur Bestimmung des IQs

Zur Messung des Intelligenzquotienten gibt es verschiedene wissenschaftliche Tests, mit denen ein Punktewert ermittelt wird. An diesem kann man ablesen, ob man hinsichtlich seiner kognitiven Intelligenz zum Durchschnitt der Bevölkerung zählt oder nach oben oder unten abweicht.

Der IQ liegt im Schnitt bei einem Wert von 85 bis 115. Wer darunter liegt, gilt als minder begabt. Personen mit einem IQ von über 130 sind hochbegabt.

Die Bedeutung der emotionalen Intelligenz

Bei der Ermittlung eines IQ wird jedoch die emotionale Intelligenz nicht berücksichtigt, die – obwohl kein Quotient – als EQ bezeichnet wird. Im Vergleich zur klassischen Intelligenz ist der Begriff der emotionalen Intelligenz noch relativ jung.

Geprägt wurde er erst im Jahr 1990 durch Peter Salovey und Jack Mayer, populär wurde er durch den Autor Daniel Goleman, der die emotionale Intelligenz mit fünf Parametern in Verbindung setzt:

Gefühle, Stimmungen und Emotionen werden nicht in Abhängigkeit davon bewertet, in welchem Ausmaß sie vorhanden sind, sondern wie mit ihnen umgegangen wird.

Als Messinstrument für die emotionale Intelligenz steht der Mayer-Salovey-Caruso Emotional Intelligence Test (MSCEIT) zur Verfügung. Auf der Grundlage des Intelligenzmodells von Mayer und Salovey werden hier

  • die Wahrnehmung
  • die Verwendung und das Verstehen von Emotionen sowie
  • der Umgang mit Emotionen

getestet.

Intuition kann genauso wertvolle Ergebnisse bringen wie kühle Analysen

Wer Entscheidungen häufig aus dem Bauch heraus trifft und dabei richtig liegt, ist kein Glückspilz, sondern nutzt nur besonders effektiv unbewusst gespeicherte Informationen. Viele wissenschaftliche Experimente, so berichtet die Apotheken Umschau, haben nachgewiesen, das Intuition der kühlen Analyse aufgrund vielfältiger Informationen nicht unterlegen ist. Wer oft mit seiner Eingebung gut gefahren ist, sollte deshalb ruhig dabei bleiben.

Der niederländische Psychologe Professor Ap Dijksterhuis gibt aufgrund seiner Forschungen sogar ganz konkrete Tipps, wann man der Intuition und wann man besser der Ratio folgen sollte: Bei einfachen Dingen, so hat er herausgefunden, profitiert der Mensch davon, bewusst nachzudenken. Bei vielschichtigen Angelegenheiten aber sollte er sein Unterbewusstes hinzuziehen.

Im Leben kommt es mehr auf die emotionale Intelligenz als auf den IQ an

Zwei Freundinnen, rothaarig und blond, umarmen sich
Freundinnen © bilderbox - www.fotolia.de

Viele Menschen, die einen hohen Intelligenzquotienten (IQ) haben, kommen aber im wirklichen Leben nicht zurecht. Für den Erfolg eines Menschen spielt somit der IQ keine große Rolle, denn er besagt lediglich, wie ein Mensch mit Zahlen und Sprache umgehen kann.

Der Umgang mit den Mitmenschen wird dabei aber außer acht gelassen, was aber gerade im wirklichen Leben eine große Rolle spielt, und hier kommt die sogenannte emotionale Intelligenz (EQ) ins Spiel.

Von dieser sind Glück und Erfolg im Leben abhängig, aber diese kann man auch weiterentwickeln. Der amerikanische Psychologe Daniel Goleman hat dieses nachgewiesen und in seinem Bestseller die "Emotionale Intelligenz" niedergeschrieben.

Emotionale Intelligenz – die Klugheit des Herzens ist wichtiger ist der IQ

Die Emotionale Intelligenz steht auf fünf Säulen und lässt sich trainieren

Beruf - Chefin mit weißem Laptop und Papieren im Gespräch mit einer Angestellten
discussing today's work © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Erfolg beruht nicht nur auf intellektuellen Leistungen. Mindestens ebenso wichtig wie der Intelligenzquotient (IQ) ist die Emotionale Intelligenz (EQ). Wer auch mit dem Herzen denken kann, ist glücklicher, gesünder und öffnet sich selbst und seinen Mitmenschen neue Perspektiven für die persönliche Entwicklung.

Seit Daniel Goleman das Konzept der Emotionalen Intelligenz in den Neunziger Jahre bekannt gemacht hat, ist die Klugheit der Gefühle ein vieldiskutiertes Thema. Firmen achten bei der Auswahl neuer Mitarbeiter verstärkt auf soziale Kompetenzen und Selbststeuerung der Bewerber. Psychologen trainieren unglückliche Paare, wie sich selbst und die Bedürfnisse des Partners besser wahrnehmen.

Was sind die Säulen des EQ?

Laut Goleman steht die Emotionale Intelligenz auf fünf Säulen. Neben

sind das

  • Empathie sowie
  • Selbstwahrnehmung und
  • Selbststeuerung.

Emotional intelligente Menschen können demnach ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse erkennen, die Befindlichkeiten anderer Menschen wahrnehmen und angemessen darauf reagieren. Sie erkennen Konflikte frühzeitig, können diese konstruktiv lösen und planvoll handeln.

Darüber hinaus haben sie die Fähigkeit, sich selbst und andere für neue Aufgaben zu begeistern. Es fällt ihnen leicht, Kontakte zu knüpfen, bestehende Beziehungen pflegen sie – im privaten wie im beruflichen Umfeld.

Emotionale Intelligenz trainieren

Während der IQ sich nicht erlernen lässt, kann man Emotionale Intelligenz gezielt trainieren. Das gelingt nicht von heute auf morgen, mit der Übung wachsen jedoch auch die Erfolge. Der erste und wichtigste Schritt beginnt mit der eigenen Wahrnehmung.

Ob man dabei auf klassische Meditation setzt oder im Alltag immer mal wieder kleine Achtsamkeitsübungen macht, ist nebensächlich. Beides führt zu einer größeren Sensibilität für die eigenen Gefühle – die wichtigste Voraussetzung, um auch die Empfindungen anderer Menschen zu erkennen und mitfühlend zu handeln.

Emotionale Intelligenz im Beruf

In den Führungsetagen großer Unternehmen tummeln sich immer noch viele Narzissten. Tatsächlich sind diese Menschen in der Lage, die Bedürfnisse von Kollegen und Kunden rasch zu erkennen. Allerdings nur, um sie für die eigenen Zwecke auszunutzen. Und auch in anderen beruflichen Aufgabenfeldern haben sie wenig zu bieten.

Goleman nennt hier vor allem das

  • effiziente Teamwork,
  • Respekt und
  • Toleranz sowie
  • die Fähigkeit zu konstruktiver Kritik.

Zur emotionalen Konsequenz gehören hier beide Facetten:

  • Kritik mitfühlend und effizient zu formulieren sowie
  • die Fähigkeit, Kritik an der eigenen Person für persönliche Entwicklungen zu nutzen.

IQ von Grundschülern sagt nichts über ihr Ethik-Empfinden aus

Moralgefühl und Intelligenz stehen bei Kindern im Grundschulalter in keinem Zusammenhang

Grundschüler sitzen im Klassenzimmer und schreiben einen Test
schüler schreiben test © drubig-photo - www.fotolia.de

Wer intelligent ist, der hat auch ein gutes Gefühl für richtig und falsch. So lautet eine allgemeine Ansicht, die jedoch wissenschaftlich nicht wirklich belegt werden kann.

Manche Psychologen sind vielmehr der Meinung, dass der IQ eines Menschen noch rein gar nichts über seine Fähigkeit zum moralischen Handeln aussagt. Eine aktuelle Studie hat Moralgefühl und Intelligenz bei Grundschülern überprüft und sieht zumindest in dieser Altersgruppe tatsächlich keinen Zusammenhang.

Durchführung der Studie

Deutsche Forscher arbeiteten mit 129 Kindern und deren Eltern zusammen. Die Jungen und Mädchen waren sechs bis neun Jahre alt und gingen in die Grundschule.

Zunächst führten die Forscher einen kindgerechten IQ-Test durch und bestimmten damit die Intelligenz jedes Kindes. Danach zeigte man jedem Kind verschiedene Bildergeschichten. Die Hauptfiguren brachen darin moralische Regeln und halfen beispielsweise einem Bedürftigen nicht, hänselten andere Kinder oder waren Süßigkeitendiebe.

Nach jeder Geschichte bat man die Grundschüler einzeln, sich in die Lage der Täter und in die der Opfer einzufühlen. Sie sollten das Handeln bewerten und (wenn möglich) Empathie zeigen. Aus den Angaben leiteten die Forscher das Moralgefühl für jedes Kind ab.

Kinder mit hohem IQ weisen nicht automatisch die bessere Moral auf

Es zeigte sich, dass überdurchschnittlich intelligente Kinder keinesfalls die bessere Moral hatten. Ethisches Verhalten wird demnach unabhängig von der Intelligenz erworben.

Diese Erkenntnis ist wichtig, denn es nimmt sowohl Eltern und Erzieher als auch Lehrer und andere Betreuer in die Pflicht. Jedes Kind kann unabhängig von der Intelligenz lernen, was moralisches Handeln bedeutet.

Man darf bei "kleinen Genies" auf keinen Fall voraussetzen, dass sie aufgrund ihrer intellektuellen Fähigkeiten von selbst einen moralischen Kompass entwickeln. Alle Kinder benötigen eine vergleichbare Förderung und vor allem gelebte Vorbilder.

Die Forscher betonen allerdings auch, dass die Ergebnisse nur für Grundschüler aussagekräftig sind. Ob Teenager oder Erwachsene ein Ethik-Empfinden anders ausbilden und dabei die Intelligenz doch zum Tragen kommt, muss eigenständig überprüft werden. Einzelne Studien haben dazu durchaus einen Zusammenhang vermuten lassen.

Intelligenz bei Kindern - verschiedene Stufen und deren Entwicklung

Kinder können insgesamt sieben verschiedene Stufen der Intelligenz aufweisen. Eine jede von ihnen verbessert sich in den anfänglichen Lebensjahren. Allerdings können einige von ihnen auch im hohen Alter erheblich nachlassen.

Die eigenen Gefühle

Eine so genannte intrapersonale Intelligenz ist allen Kindern gegeben, die sich und ihre Gefühle als solche erkennen. Diese Eigenschaft verstärkt sich mit den Jahren und tritt bei weisen Senioren häufig auf.

Doch selbst im Vorschulalter kann das eigene Innenleben bereits erforscht werden. Damit lassen sich Emotionen unterdrücken – oder gezielt für bestimmte Zwecke einsetzen. Kinder mit einer starken Gefühlsintelligenz neigen häufiger dazu, ihre Gedanken in Tagebüchern festzuhalten. Häufig werden sodann Berufe ergriffen, in denen der angesammelte Schatz an Erfahrungen sinnvolle Dienste leistet.

Die soziale Intelligenz

Im Gegensatz zur vorgenannten intrapersonalen lässt sich auch eine interpersonale Intelligenz feststellen. Sie beschäftigt sich nicht mit dem eigenen Ich, sondern mit den Beziehungen zu allen Mitmenschen.

Schon Kleinkinder sind fähig, ihre Eltern von den Großeltern zu unterscheiden sowie bestimmte Merkmale zu filtern, die sie mögen oder ablehnen. Daraus wächst häufig auch ein Verständnis, sich in die Gefühle und Denkweisen anderer Menschen versetzen zu können. Gute Bedingungen also, um als Psychotherapeut, Lehrer oder in einem geistlichen Beruf tätig zu werden.

Das sprachliche Verständnis

Diese Intelligenz bestimmt darüber,

  • ab wann der Nachwuchs zu sprechen beginnt,
  • in welcher Weise das geschieht und
  • ob dabei Schwierigkeiten auftreten.

Bis zur Redegewandtheit eines Dichters ist es natürlich noch ein langer Weg – und doch können bereits Erst- oder Zweitklässler manch lesenswerte Formulierung zu Papier bringen. Ist diese Fähigkeit in jungen Jahren bereits ausgeprägt, folgt später nicht selten ein Beruf als Journalist, Autor oder Jurist. Tätigkeiten also, in denen das Gewicht eines Wortes schwer wiegt.

Das räumliche Vorstellungsvermögen

Auch kleine Kinder sind bereits in der Lage, unbewusst in ihrem Gehirn einen Plan des Zimmers, der Wohnung oder des Gartens anzulegen, in dem sie sich täglich bewegen. Wird dort nun ein Sessel verrückt oder ein Tisch anders hingestellt, registrieren die Kleinen das.

Mit dieser Fähigkeit sind sie später einmal in der Lage,

  • den Weg zur Schule zu finden
  • sich in komplexen Städten nicht zu verlieren und
  • sich eine räumliche Denkweise anzueignen.

Kinder, die über diese Form der Intelligenz verfügen, interessieren sich überdurchschnittlich oft für die Natur.

Die musikalische Intelligenz

Kinder neigen bereits sehr früh dazu, auf Lieder und Melodien zu reagieren. Vermutlich ist es aber falsch, hierbei von einer Intelligenz zu sprechen. Richtiger wäre es, eine von den Eltern weitergegebene Veranlagung darin zu vermuten.

Die Kleinen sind in der Lage, sich einfache Rhythmen zu merken, sie zu wiederholen und mit etwas Begabung sogar eigene simple Kompositionen zu entwerfen. Zumindest das Hobby führt jene Mädchen und Jungen anschließend häufiger in die Musikschule, wo sie ein Instrument erlernen.

Das logische Denken

  • Rätsel lösen
  • Puzzleteile anordnen oder
  • komplexe Vorgänge in ihre einzelnen Abläufe zergliedern

– wer über eine mathematische und logische Intelligenz verfügt, ist dazu in der Lage. Diese Bewältigung der Aufgaben erfolgt sachlich und nüchtern.

Emotionen werden dabei den Blick auf die Wahrheit nicht trüben. Erst das messerscharfe Denken und Kombinieren ebnet den Weg zur Lösung. Eine Eigenschaft, die in vielen wissenschaftlichen Berufen gefordert wird, die sich aber ebenso bei Richtern, höheren Polizeidienstgraden oder im Verwaltungsweg finden lässt.

Schon Kinder mit ausgeprägtem logischen Denken lösen gerne Rätsel
Schon Kinder mit ausgeprägtem logischen Denken lösen gerne Rätsel

Die Bewegungsformen

Eine letzte Spielart der Intelligenz ist in der Beherrschung des Körpers zu sehen. Sportler, Schauspieler und bildende Künstler weisen davon bereits als Kind ein Übermaß auf.

Sogar Ärzte, die mit ihren Fingern filigrane Tätigkeiten ausführen, sind damit ausgestattet. Viele auf diesem Gebiet hochbegabte Menschen äußerten in ihren reifen Lebensjahren, dass es eine Neuentdeckung des eigenen Ichs gewesen sei, die anfänglichen Talente der Kindheit in langen Jahren der Übung zu verfeinern. Auch das ist ein Merkmal, das jeder der sieben Formen der Intelligenz zukommt.

Beeinflussende Faktoren

Wie sich Intelligenz entwickelt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, die sich auf den IQ eines Menschen auswirken können. Es gibt keine klare Antwort auf die Frage, was den einen Menschen besonders und den anderen nur geringfügig intelligent werden lässt. Stattdessen müssen verschiedene Bereiche beleuchtet werden.

Zum einen gibt es die erbliche Komponente. Die Intelligenz ist zu einem gewissen Bestandteil von den Genen abhängig.

Man hat herausgefunden, dass eineiige Zwillinge, welche beide in einer jeweils anderen Familie aufgewachsen sind, einen Intelligenzquotienten mit vergleichbarem Wert aufweisen. Allerdings ist ebenso klar, dass es dabei kein Mastergen gibt, sondern viele verschiedene Gene im Zusammenhang eine Rolle spielen.

Besonders die, die Anteil an der Mitbestimmung der Gehirnstruktur haben, sind von Bedeutung. Insgesamt nimmt die erbliche Komponente aber nur etwa die Hälfte der beeinflussenden Faktoren ein. Des Weiteren spielen Umweltfaktoren eine Rolle. Diese wiederum lassen sich in mehrere Bereiche einteilen.

  • Von Bedeutung sind in diesem Zusammenhang etwa schichtspezifische Unterschiede. Hier lassen sich jedoch bezüglich der Ausbreitung bzw. Ausprägung in unterschiedlichen Regionen keine allgemeingültigen Aussagen treffen.

    Generell werden in städtischen Gebieten größere Unterschiede festgestellt, als auf dem Land. Dies ist etwa auf soziale Probleme wie etwa Drogenkonsum oder Arbeitslosigkeit zurück zu führen; dies und beispielsweise auch Armut können ein möglicher Grund für eine mangelnde Förderung des Nachwuchses darstellen.

  • Des Weiteren kann die Ernährung die Intelligenzentwicklung beeinflussen. Man hat herausgefunden, dass eine Mangelernährung Folgen für die Intelligenz sowie das Sozialverhalten haben kann. Allerdings ist in diesem Zusammenhang auch festzuhalten, dass betroffene Kinder einen normalen IQ erlangen können, sofern sie spätestens mit drei Jahren in gesunde Lebensumstände geraten.

    Während der Schwangerschaft oder der frühen Kindheit kann Jodmangel eine negative Auswirkung auf die Entwicklung der Intelligenz mit sich bringen. In einigen Studien hat man herausgefunden, dass besonders der Verzehr von Fisch zu einem höheren IQ führen kann.

  • Auch der Erziehungsstil beeinflusst die Intelligenz. So kommt es beispielsweise darauf an, wie viel Wert die Eltern auf eine intellektuelle Leistung ihres Kindes legen. Auch wurde ein Zusammenhang zwischen einem demokratischen und warmherzigen Erziehungsverhalten und einem höheren IQ festgestellt.

    Dementsprechend kann eine Vernachlässigung des Kindes zu einer Intelligenzminderung führen. Kommt es später jedoch zu einer liebevollen Betreuung, kann dagegen angegangen werden.

  • In Zusammenhang mit dem sozialen Status von Eltern kann auch das Sprachfeld als Einflussfaktor genannt werden. Wer häufiger mit seinen Kindern spricht, und dabei auch komplexe Sätze bildet, trägt dazu bei, dass diese einen höheren IQ erreichen können.

Flynn-Effekt

Der Politologe James Flynn konnte in den 80er-Jahren eine stetige Zunahme der Intelligenz in der Weltbevölkerung belegen, je Jahrzehnt um drei Punkte. Eine Erklärung lieferte er in dem Bereich, dass die Menschheit mit der Zeit gelernt habe, mit immer abstrakteren Symbolen, Klassifikationen und Denkweisen umzugehen; seiner Meinung nach würden die Gene sogar nur ein Viertel der beeinflussenden Faktoren darstellen.

Fazit

Eine hohe Intelligenz ist vererbbar - allerdings nur in dem Ausmaß, als dass man damit sozusagen eine bestmögliche Basis legt, auf der man aufbauen kann. Dies geschieht im Bereich unterschiedlicher Umweltfaktoren und besonders auch mit entsprechenden Förderungsmaßnahmen.

Grundinformationen und Hinweise zu Intelligenz

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: the brain © ktsdesign - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Parole crociate © mickyso - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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