Gymnasien - Formen, Ziele und Organisation

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Grundschule stehen Eltern und Schüler vor der schwierigen Aufgabe, das richtige Gymnasium zu finden. Das Kind soll sich auf der neuen Schule nicht nur wohl fühlen, sondern auch bestmöglich - entsprechend seiner Interessen und Neigungen - gefördert und gefordert werden. Es gibt unterschiedliche Formen von Gymnasien mit diversen Schwerpunkten; sie alle ebnen dem Schüler den Weg zum Abitur. Informieren Sie sich, wie ein Gymnasium organisiert ist und welche Merkmale gute Gymnasien aufweisen sollten.

Merkmale eines guten Gymnasiums und der Ablauf des Wegs zum Abitur

Das Gymnasium: Definition und Struktur

Beim Gymnasium handelt es sich um eine weiterführende Schule des sekundären Bildungsbereichs, welche zur Hochschulreife führt. Klassischerweise gliedert sich das Gymnasium in die Sekundarstufe I (Klasse 5 bis 10) und Sekundarstufe II (Oberstufe); als Abschluss erlangt man die Allgemeine Hochschulreife.

Als Voraussetzung für den Besuch des Gymnasiums zählt der Besuch der Grundschule; früher benötigen die Schüler zudem von dieser eine Empfehlung. Gute bis sehr gute Noten auf dem letzten Zeugnis der Grundschule sollten jedoch unbedingt vorhanden sein.

Nach klassischem Prizip (G9 - zu G8 im weiteren Verlauf mehr) teilt man die Sekundarstufe I in die Unterstufe - Klasse 5 bis 7 sowie die Mittelstufe - Klasse 8 bis 10 ein. Von der 11. bis 13. Klasse besucht man die Oberstufe.

Bis zur 7. Klasse gibt es einige Pflichtfächer; danach können die Schüler erste Schwerpunkte legen, wie etwa eine weitere Fremdsprache.

Die Ziele der Sekundarstufe I liegen vor allen Dingen darin, bestimmte Fähigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln. Zu diesen zählen:

In der Sekundarstufe II bzw. der Oberstufe geht man gesondert auf den Zugang zum Studium an einer Hochschule ein.

Die Oberstufe - Auf dem Weg zum Abitur

Die Oberstufe umfasst die letzten zwei oder drei Jahre vor dem Abitur und wird meist direkt im Anschluss an die Sekundarstufe I absolviert. Wer die Oberstufe mit Erfolg abschließt, hat die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife in der Hand und damit die Voraussetzung für die Immatrikulation an einer Hochschule erfüllt. Doch bis dahin ist der Weg lang und arbeitsintensiv.

Strukturierung

Mit der verkürzten Form des Gymnasiums, die das Abitur in nur 12 Jahren vorsieht, umfasst die Oberstufe an vielen Schulen nur noch zwei anstatt drei Jahre. Das bedeutet, dass die Einführungsphase verkürzt wird oder komplett wegfällt. An solchen Schulen müssen die Schüler nach Abschluss der 10. Klasse also direkt in die Qualifikationsphase einsteigen, was nicht nur in organisatorischer Hinsicht eine große Veränderung bedeutet, sondern auch Disziplin und Leistungsbereitschaft erfordert.

An den Schulen, die weiterhin eine dreijährige Oberstufe und damit eine Eingangsphase anbieten, werden die Schüler zunächst noch in Klassen unterrichtet und können sich bei der Kurswahl für die anschließende Qualifikationsphase mehr Zeit lassen. Erst im zweiten Jahr der Oberstufe findet der Unterricht in den gewählten Leistungs- und Grundkursen statt.

Qualifikationsphase

Mit der Qualifikationsphase ändert sich zum einen also der Stundenplan. In der Regel müssen die Schüler zwei Leistungskurse belegen, die nicht nur auf mehr Wochenstunden ausgelegt sind, sondern auch einen Großteil der Abiturnote ausmachen.

Andere Fächer werden in Grundkursen unterrichtet. Sowohl bei den Leistungs- als auch bei den Grundkursen hat man freie Wahl, sofern bestimmte Bedingungen eingehalten werden. So gibt es beispielsweise einige Pflichtfächer und nicht jede Kombinationsmöglichkeit ist zulässig.

Notenvergabe

Mit der Qualifikationsphase ändert sich zudem die Notenvergabe. Anstelle der sechs Schulnoten erhalten die Schüler jetzt je nach Leistung einen bis 15 Punkte. Auf dem Abiturzeugnis sind schließlich die Mittelwerte der in der Qualifikationsphase gesammelten Punkte zu finden – wobei die Punkte für Leistungs- und Grundkurse unterschiedlich gewichtet werden.

Prüfungen

Am Ende der Oberstufe müssen die Schüler den gelernten Stoff wissen und anwenden können. Die Prüfungen finden in den zwei Leistungskursen sowie in einem Grundkurs schriftlich statt, in einem weiteren Grundkurs werden die Abiturienten mündlich geprüft. Meist werden die mündlichen Prüfungen ein paar Wochen nach den schriftlichen angesetzt.

Mehr Selbstständigkeit

Mit der Oberstufe kommen auf die Schüler noch weitere Veränderungen zu. So werden sie ab jetzt von den Lehrern gesiezt und können sich für Fehlzeiten selbst entschuldigen. Auch der Elternsprechtag fällt weg – stattdessen führen die Lehrer die Gespräche mit den Schülern selbst.

Zwischen 2012 und 2015 wurde mit der Schulverkürzung G8 das Abitur nach der zwölften Jahrgangsstufe eingeführt - auch wenn es mittlerweile in den meisten Bundesländern zur Rücknahme gekommen ist, erklären wir im Folgenden dieses Prinzip.

Die Schulzeitverkürzung G8

Als Schulzeitverkürzung G8 auf den Gymnasien wird die Reduzierung von bis dahin dreizehn auf zwölf Schuljahre bezeichnet. Die Zahl der Jahreswochenstunden blieb unverändert, so dass derselbe Lehrstoff in acht anstelle von neun Schuljahren vermittelt und gelernt werden muss, zuzüglich der vier Grundschuljahre.

Anfang der 2000er Jahre wurde im Rahmen der Schulreform an den Gymnasien in Deutschland eine Verkürzung der Schulzeit beschlossen. Da Schule und Bildung in den Zuständigkeitsbereich der Bundesländer fällt, lag es in deren Entscheidung, diesen Beschluss der KMK, der Kultusministerkonferenz der Länder, umzusetzen. Mittlerweile ist das bundesweit geschehen - aber auch vielerorts wieder zurückgenommen worden.

Prinzip der Schulzeitverkürzung G8

Die Zahl der Schuljahre in den Sekundarstufen I und II betrug bis dahin, im Anschluss an die Primärstufe in der Grundschule, neun Schuljahre. Die ersten fielen in die Sekundarstufe I, die letzten drei in die zweite Sekundarstufe.

G8 steht für Gymnasium mit acht Jahrgangsstufen und bedeutet eine Verkürzung der insgesamt betrachteten Schulzeit um ein Schuljahr. Die für den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife, also für die Abiturprüfung, erforderliche Anzahl von 265 Jahreswochenstunden wurde von der KMK unverändert belassen, in ihrer Gesamtheit jedoch auf insgesamt zwölf anstelle dreizehn Schuljahre aufgeteilt. Die Gymnasiasten müssen dadurch in einem kürzeren Zeitraum schneller und insofern mehr lernen.

Gründe für die G8-Entscheidung und Bewertung

Begründet wurde die G8-Entscheidung zum einen mit der in Deutschland im europäischen Vergleich zu langen Schuldauer - zum anderen mit dem Aspekt der demografischen Lebenszeit. Ein früherer Schulabschluss hat ein dementsprechend früher beginnendes Studium und daran anschließend einen früheren Berufsbeginn zur Folge. Zeitgleich wird die Lebensarbeitszeit durch die neue Regelaltersgrenze mit dem 67. Lebensjahr für den Rentenbeginn verlängert.

Bei Anbetracht der Erfahrungen und einem Abwägen von Pro und Kontra überwiegen vielfach die Nachteile. Im Folgenden werden verschiedene Argumente aufgeführt, die zu einer G8-Bewertung führen.

  • Besonders durch das Zentralabitur wird landesweit derselbe Kenntnisstand von allen Abiturienten erwartet. Der Lehrstoff ist gegenüber G9 nicht reduziert oder verkürzt worden. Ersatzlose Streichungen sind nicht möglich, weil das Wissen vermittelt werden muss.

    Das hat eine oftmals unverhältnismäßige Temposteigerung im Unterricht zur Folge; daraus resultiert eine temporäre oder dauerhafte Überforderung der Schülerinnen und Schüler.

  • Die Wochenarbeitszeit liegt deutlich über der von tariflich Beschäftigten. Da die Jahreswochenstunden unverändert belassen worden sind, erhöht sich die Taktung in den Unterrichtswochen schon in der Sekundarstufe I.

    Durch Förderstunden, Hausaufgaben, Nachhilfeunterricht, Arbeitskreise, Leistungskurse und dergleichen mehr baut sich eine Wochenstundenzahl von fünfzig Stunden und zeitweise mehr auf. Die Gymnasiasten können kaum frei durchatmen, von Freizeit, Erholung oder Entspannung ganz zu schweigen.

  • Daraus resultiert eine Zunahme an psychischen Erkrankungen wie Schlafstörungen, psychosomatischen Beschwerden oder Medikamentenmissbrauch. Die Schüler halten sich medikamentös fit, um punktgenau die geforderte Leistung bringen zu können.

  • Die Persönlichkeitsentwicklung wird durch diesen Zeit-, Termin- und Leistungsstress deutlich gehemmt. Das wirkt sich auch auf die Entwicklung der sozialen Kompetenz aus. Für Hobbys und Neigungen bleibt kaum Zeit, ebenso wenig wie für den Aufbau und die Pflege von Freundschaften. Soziale Netzwerke sind kein Ersatz für Freunde, die man buchstäblich anfassen kann.

Unterstützung durch die Eltern und Lehrer

Damit der G8-Schulalltag gemanagt werden kann, müssen Familienangehörige aktiv mitarbeiten. Die Mithilfe bei den Hausaufgaben, oder der Pkw-Transfer zu Kursen sowie zu Terminen werden durch das enge Zeitkorsett notwendig.

Für den Gymnasiasten geht es um das Sammeln von Punkten für die spätere Abiturnote. Jeder in der Familie hilft gerne, ist aber auch dazu gezwungen.

Dem Lehrkörper ist es durchaus möglich, den Lehrplan so zu straffen, dass auch in der um ein Jahr verkürzten Schulzeit der gesamte Lehrstoff vermittelt wird. Die Schüler müssen ihrerseits diese komprimierte Form aufnehmen und in vollem Umfange verarbeiten.

Da kann viel diskutiert werden - im Endeffekt ändert das für die Gymnasiasten nichts. Sie müssen in kürzerer Zeit denselben Lehrstoff verarbeiten. Das ist mehr als ein Fulltimejob in einem Alter, in dem Industrie- und Handwerkskammern sowie Berufsinnungen bei den Auszubildenden jede Über- oder Mehrstunde strengstens überwachen.

Die Schulzeitverkürzung bedeutet mehr Stress in den verbliebenen Schuljahren
Die Schulzeitverkürzung bedeutet mehr Stress in den verbliebenen Schuljahren für die Schüler
Rücknahme

Vor diesem Gesamthintergrund wurde das Abitur nach zwölf Schuljahren in einem Großteil der Bundesländer wieder zurückgenommen:

  • In Niedersachsen wird es G9 Jahren ab dem Jahr 2021 wieder geben
  • In Schleswig-Holstein wird es ab dem Schuljahr 2019/2020 G9 wieder geben
  • In Hessen betrug die Anzahl der G8-Gymnasien im Schuljahr 2017/2018 lediglich elf von 107
  • In Nordrhein-Westfalen wird es ab 2016 wieder G9 geben
  • In Baden-Württemberg wurden mehrere Modellversuche des G9 gestartet
  • In Bayern werden die Gymnasien im Jahr 2024 zum letzten Mal G8 anbieten

Fächer, Ziele und Inhalte im Lehrplan des Gymnasiums

Bestandteile eines Lehrplanes für das Gymnasium sind

  • die Lehrziele
  • eine Zusammenfassung der Lehrinhalte
  • Details zu den Lernerfolgskontrollen wie Prüfungen
  • die Lehrbuchliste sowie
  • unterschiedliche Kompetenzen.

Erlassen wird der Lehrplan vom Kultusministerium des jeweiligen Bundeslandes für jede einzelne Schulform, in diesem Falle für das Gymnasium.

Der Lehrplan hat eine doppelte Bedeutung. Für den Lehrkörper ist er die Grundlage dafür, was im den Unterrichtsstunden, im Unterrichtsjahr und letztendlich in allen Schuljahren der Sekundarstufen I und II gelehrt werden muss.

Zentralabitur

Diese Notwendigkeit der Wissensvermittlung wird durch das Zentralabitur verstärkt. Landesweit, also zentral in dem betreffenden Bundesland, werden zu demselben Zeitpunkt dieselben Prüfungsaufgaben gestellt. Niemand kennt sie, so dass jeder buchstäblich auf alles vorbereitet sein muss.

Das ist nur dann möglich, wenn alle Inhalte des ebenfalls zentral vorgegebenen Lehrplans gelehrt worden sind. Umgekehrt ist der Lehrplan für die Gymnasiasten eine Orientierung über Art, Umfang und Struktur der Inhalte zu den einzelnen Fächern.

Beide Seiten, also Lehrende und Lernende, arbeiten auf ihre eigene Weise mit dem Lehrplan. Spätestens auf den zweiten Blick wird deutlich, wie wichtig es auch für die Schüler ist, sich intensiv mit dem Lehrplan zu beschäftigen. Denn erst dann wissen sie, was sie erwartet, was umgekehrt von ihnen erwartet werden kann, und spätestens bei der Abiturprüfung auch erwartet wird.

Lehrplan

All das, was auf der einen Seite gelehrt wird, muss auf der anderen Seite gelernt, also verarbeitet werden. Wenngleich die Schulbildung eine Zuständigkeit jedes einzelnen Bundeslandes ist, so gibt es eine Vielzahl von Fächern, die bundesweit gelehrt werden und insofern identisch sind.

Eine Auflistung von Lehrfächern kann insofern nur beispielhaft sein, so wie für das Bundesland Hamburg oder für das Bundesland Baden-Württemberg.

Eine Vielzahl von Fächern werden bundesweit gelehrt und sind identisch
Eine Vielzahl von Fächern werden bundesweit gelehrt und sind identisch
Beispiel: Gymnasien in Hamburg

Die folgende Gliederung der Fächer gilt für die Gymnasien im Stadtstaat Hamburg - sie ist in insgesamt fünf Fachbereiche unterteilt.

  • Gesellschaftswissenschaften
    • Geschichte
    • Philosophie
    • Politik-Gesellschaft-Wirtschaft
    • Religion [Christliche und andere Religionen]
  • Naturwissenschaften
    • Biologie
    • Chemie
    • Geografie
    • Informatik
    • Mathematik
    • Medien
    • Physik
  • Sprachen
    • Deutsch
    • Englisch
    • Französisch
    • Latein
    • Weitere Fremdsprache [Griechisch, Spanisch, Italienisch, Russisch]
  • Künste
  • Sport
Beispiel: Gymnasien in Baden-Württemberg

Im Lehrplan für die Gymnasien in Baden-Württemberg zum Beispiel sind die vorgenannten Fächer, wenn auch anders gegliedert, allesamt enthalten. Dort sind im Rahmen des Fächerverbundes weitere Fächer aufgeführt, von denen hier einige genannt werden.

  • Bioinformatik und Biotechnologie
  • Ernährungslehre
  • Ethik
  • Gemeinschaftskunde
  • Landeskunde
  • Mensch-Natur-Kultur, kurz MeNuk
  • Materie-Natur-Technik, kurz MNT
  • Musik-Sport-Gestalten, kurz MSG

Pflichtfächer

Diese Übersichten lassen sich für alle sechzehn Bundesländer ergänzen. Dabei überschneiden sich die meisten Fächer, weil sie als Pflichtfächer eine Grundlage für die Abiturprüfung sind.

Zu ihnen gehören

  • als Kernfächer die Sprachen
  • ein wichtiger Teil der Naturwissenschaften mit Mathematik, Physik und Chemie
  • Geschichte und Philosophie als Schwerpunktfächer der Gesellschaftswissenschaften sowie
  • der Sport.

Überall muss das Wissen im vorgegebenen Unterricht erworben werden - ergänzend dazu in Kursen, Leistungsgruppen sowie in Arbeitsgemeinschaften, und natürlich im Rahmen der Hausaufgaben, die mehr oder weniger gerne, freiwillig oder auch unwillig erledigt werden.

Hier haben die Schüler am ehesten die Gelegenheit, sich vom Lerndruck zu befreien. In der Schule selbst gilt, auch aufgrund der Schulpflicht, das Präsenzprinzip. Der Gymnasiast muss anwesend sein, wenn es keinen entschuldbaren Grund für seine Abwesenheit gibt.

Nicht alles auf einmal

Ein Teil dieser Fächer wird nicht von Beginn an gelehrt. Im Ergebnis müssen sie jedoch, bis zur so genannten Abiturreife, allesamt gelehrt worden sein. Im Verlaufe der acht, neun oder zehn Jahre entfallen Fächer, während zeitgleich oder zeitversetzt andere hinzukommen.

Hier haben die Schulleitungen der Gymnasien seitens des Kultusministeriums einen gewissen Ermessensspielraum. Der wird von Gymnasium zu Gymnasium unterschiedlich und insofern individuell genutzt. Der Gymnasiast muss wissen, dass er für die Abiturprüfung im wahrsten Sinne des Wortes alles wissen muss, was bis dahin gelehrt worden ist - sozusagen alles, was der Lehrplan hergibt.

Neben dem grundlegenden Aufbau eines Gymnasiums legen viele Einrichtungen Schwerpunkte, wodurch es mehrere Formen von Gymnasien zu unterscheiden gilt...

Verschiedene Gymnasienformen mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Beinahe nichts prägt den Lebensweg eines Schülers derart nachhaltig wie die Wahl der weiterführenden Schule. Sie kann zumeist ab der fünften Klasse besucht werden.

Vielfach besteht der Wunsch der Eltern, das Kind auf ein Gymnasium zu senden – doch unter ihnen gibt es verschiedene Ausformungen. Nicht immer ist sofort erkennbar, welche Einrichtung den Wünschen und Bedürfnissen sowie den Neigungen und Talenten des Kindes am ehesten entspricht.

Staatlich oder privat?

Die grundsätzliche Frage bei der Wahl der Schule liegt darin, ob diese eine staatliche oder eine private Prägung aufweisen soll. Beide Varianten unterscheiden sich nicht alleine hinsichtlich der Kosten – auf Privatgymnasien können schnell einmal Gebühren von 500 bis 1.000 Euro pro Monat entstehen.

Auch die Inhalte weichen voneinander ab.

  • Staatliche Einrichtungen lehren die Grundformen des Wissens,
  • private Anbieter gehen dagegen eher in die Tiefe der Materie und beleuchten diese mit modernen Hilfsmitteln.

Die beruflichen Zukunftsaussichten sind für die Absolventen der Privatgymnasien daher auch besonders gut – was hauptsächlich an deren hoher Kompetenz liegt.

Religiös oder weltlich?

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der Bildungseinrichtungen ist in ihrer Hinwendung zur Religion zu sehen.

  • Kirchliche Gymnasien sind sehr gottbezogen, thematisieren dessen Allmacht im Unterricht und leiten aus seinem Werk die zu vermittelnden Lehren ab.
  • Weltliche Häuser fokussieren sich dagegen auf die Wissenschaft, die sich über Jahrhunderte gewandelt hat.

Es sind aber nicht alleine die Kinder aus religiös geprägten Elternhäusern, die eine katholische oder evangelische Schule aufsuchen. Vielmehr wird dort eine stärkere persönliche Reife ermöglicht und somit ein charakterlicher Prozess angestoßen, der in dieser Form auf anderen Gymnasien nicht möglich ist. Auch dieses Merkmal kann die berufliche Zukunft beeinflussen – wird in jedem Fall aber die Person an sich auf eine höhere Stufe heben.

Vergangenheit oder Moderne?

Aber auch den Inhalten selbst sollte ein besonderes Augenmerk gewidmet werden. Sie prägen schließlich den Schüler, beeinflussen sein Wissen und damit die Fähigkeit, sich beruflichen oder privaten Problemen zu nähern.

  • Humanistische Gymnasien sind sehr in der Vergangenheit ansässig, lehren dabei antike Sprachen und Philosophien.
  • Moderne Bildungseinrichtungen legen den Schwerpunkt dagegen eher in der Gegenwart und der jüngeren Vergangenheit.

Beide Schulen können sich grundlegend voneinander unterscheiden und dem Absolventen ein differenziertes Rüstzeug für den Lebensweg an die Hand geben. Auch dieser Aspekt sollte bei der Wahl des Gymnasiums daher Beachtung finden.

Die Wahl des richtigen Gymnasiums ist nicht leicht
Die Wahl des richtigen Gymnasiums ist nicht leicht

Im Folgenden gehen wir genauer auf die unterschiedlichen Formen der Gymnasien ein...

Das humanistische Gymnasium

Die Schulzeit soll den Absolventen nicht alleine auf die Zukunft vorbereiten, sondern ihm ebenso einen Blick in die Vergangenheit ermöglichen. Die humanistischen Gymnasien haben sich diesem Zweck im besonderen Maße verschrieben.

Was leistet das humanistische Gymnasium?

Im Unterschied zu den anderen Bildungseinrichtungen wird hier zwischen den Klassenstufen 5 und 13 ein stärkerer Bezug zur Historie hergestellt. Neben den üblichen Fächern stehen daher die Sprachkenntnisse des Lateinischen und Griechischen im Vordergrund.

  • Geschichte
  • politische Bildung oder
  • Sozialkunde –

viele Inhalte weisen einen Bezug zu der jahrtausendealten Tradition der menschlichen Kultur auf. Anhand antiker Vorbilder werden die noch heute geltenden Funktionen der Gesellschaft beleuchtet und somit stets eine aktuelle Anwendung ermöglicht. Üblicherweise nehmen die vorgenannten Fächer auf dem gesamten Stundenplan auch eine stärkere Gewichtung ein, wogegen andere Materien eher nachrangig behandelt werden.

Für wen eignet sich das humanistische Gymnasium?

Die Schulen haben in den letzten Jahrzehnten eine Änderung erfahren. Zwar widmen sie sich noch immer den historischen Grundlagen der Zivilisation, aber der Umfang und der Inhalt des Stoffes sind mittlerweile doch etwas moderner ausgerichtet.

Als humanistisches Gymnasium wird heute vielfach lediglich eine Einrichtung verstanden, die neben den üblichen Fremdsprachen wie Englisch und Französisch auch Griechisch und Latein anbietet. Dennoch sollte bei den Schülern ein Interesse vorliegen, die Sprachen alter Kulturen wiederzuentdecken sowie antike Gesellschaftsmodelle zu diskutieren – und einen aktuellen Bezug herzustellen. Oft schließt sich der Schulzeit dann auch eine wissenschaftliche Laufbahn an.

Wie verläuft die Ausbildung auf einem humanistischen Gymnasium?

Die Schüler können sich je nach Bundesland ab der fünften beziehungsweise sechsten Jahrgangsstufe für die Einrichtung entscheiden und diese bis zur Beendigung der 13. Klasse besuchen. Das Abitur stellt den höchsten erreichbaren Abschluss dar.

Auf ihm wird neben dem Latinum zumeist auch das Graecum verzeichnet sein – die Kenntnis der lateinischen und griechischen Sprache also. Beide Merkmale sind heute vor allem in den geisteswissenschaftlichen Studiengängen gefragt und bilden somit die Basis der weiteren Qualifikation. Der Unterricht an sich weicht daneben auf den humanistischen Gymnasien nicht mehr nennenswert von jenem der sonstigen Schulen ab.

Das neusprachliche Gymnasium

Sprachen verbinden. Sie werden auf dem neusprachlichen Gymnasium als zentraler Wissensinhalt vermittelt und sollen eine interkulturelle Verständigung ermöglichen – oftmals wachsen damit auch die beruflichen Aussichten.

Was leistet das neusprachliche Gymnasium?

Die Schulen haben sich im besonderen Maße den Sprachen gewidmet. Hier jedoch eher den Lebenden als den Toten.

  • Französisch
  • Englisch
  • zuweilen auch Spanisch und
  • Italienisch

lassen sich auf dem Stundenplan finden. Daneben wird vielfach Latein angeboten.

Die Absolventen werden somit zwischen der fünften und 13. Klasse regelmäßig drei Fremdsprachen erlernt haben. Mindestens zwei der noch heute Gültigen sowie die lateinische als bereits Ausgestorbene.

Daneben wird im Unterschied zu den humanistischen Gymnasien ein aktueller Themenschwerpunkt gelegt, die Gesellschaft wird anhand moderner Philosophien betrachtet, die Politik nach heutigen Grundsätzen beurteilt. Der Schüler wird somit geistig im Hier und Jetzt geprägt.

Für wen eignet sich das neusprachliche Gymnasium?

Schüler, die ihre private und berufliche Zukunft in der Überschreitung der Grenzen und Kontinente sehen, können auf dem Gymnasium die Grundlagen der modernen Kultur und ihrer Verständigung erlernen. Der Fokus wird auf aktuelle Entwicklungen gelegt, die sprachliche Barriere dabei überwunden. Oftmals bieten derartige Einrichtungen daher auch Kursfahrten in das Ausland an, Partnerprogramme zu anderen Schulen in

werden gepflegt. Es sollte aus diesem Grund ein Interesse sowie ein Talent vorliegen, neue Sprachen zu erlernen und sich diesen im besonderen Maße anzunehmen.

Wie verläuft die Ausbildung auf einem neusprachlichen Gymnasium?

Der Alltag der Schüler wird sich von jenem der meisten anderen Gymnasien nicht nennenswert unterscheiden. So wird zwar den modernen Sprachen auf dem Stundenplan etwas mehr Platz und somit mehr Möglichkeit der Entfaltung eingeräumt – andere Fächer erfahren demgegenüber aber keine Reduzierung ihrer Wochenstunden.

Es wird somit das gegenwärtig übliche und nach den offiziellen Lehrplänen vorgegebene Wissen vermittelt, das lediglich einen Fokus auf die Sprachen legt. Zuweilen mag das dazu führen, dass die Schüler etwas länger im Unterricht sitzen, aber die Unterscheidungsmerkmale zu den anderen Bildungseinrichtungen sind gering. Die erworbene sprachliche Kompetenz indes kann Türen und Wege der weiteren beruflichen Zukunft öffnen.

Wenn die Sprache im Vordergrund steht, stellt sich die Frage, für welche man sich am besten entscheidet...

Die Wahl der richtigen Fremdsprache - Angebote und Tipps für die richtige Entscheidung

Zur strukturellen Ausrichtung des allgemeinbildenden Gymnasiums gehört unter anderem seine Fachrichtung, auch gymnasialer Zweig genannt. Vor dem Hintergrund, dass die Bildung eine Bundesländerkompetenz ist, sind die gymnasialen Zweige auch unterschiedlich ausgeprägt.

In Baden-Württemberg beispielsweise gliedern sie sich wie folgt:

  • Altsprachlich oder neusprachlich
  • Humanistisch
  • Mathematisch-Naturwissenschaftlich
  • Verstärkter Musikunterricht
  • Verstärkter Kunstunterricht
  • Bilingualer Unterricht
  • Sport

In Thüringen als einem der fünf beigetretenen Bundesländer sind es die gymnasialen Zweige:

  • Beruf
  • Musik
  • Sport
  • Sprachen
  • Spezialklassen

Alt- und neusprachliche Gymnasien

Schüler und Eltern sind ortsgebunden. Sie haben keinen Einfluss darauf, welchen Zweig, welche Fachrichtung das Gymnasium in ihrem Schulbezirk anbietet. Das humanistische Gymnasium, oft mit dem altsprachlichen nahezu identisch, hat die beiden Fremdsprachen Latein und Altgriechisch als Schwerpunktangebot.

Neusprachliche Gymnasien lehren vorwiegend Englisch, Französisch und Latein. Bei den anderen gymnasialen Zweigen ist oftmals Latein die erste Fremdsprache, ergänzt um zwei oder auch drei weitere Fremdsprachen als Wahlsprachen. Die humanistischen Gymnasien in Bayern bieten die drei Fremdsprachen in der Reihenfolge Latein-Englisch-Griechisch an.

Alte und moderne Sprachen

Als so genannte "Alte Sprachen" werden diejenigen bezeichnet, die in der heutigen Zeit nicht mehr verwendet werden. Das genaue Gegenteil gilt für die so genannten "Modernen Sprachen".

Zu diesen gehören Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch, gefolgt von Chinesisch, Japanisch und Russisch. Es sind allesamt Fremdsprachen, die in der heutigen globalisierten Welt international gesprochen und gepflegt werden.

Die eigentliche Wahl der richtigen Fremdsprache wird also zunächst maßgeblich vom gymnasialen Zweig bestimmt. Latein wird durchgängig gelehrt.

Wer mit der Schriftsprache Altgriechisch im späteren Berufsleben nicht arbeitet, für den ist das Erlernen dieser alten Sprache buchstäblich überflüssig. Da das die deutliche Mehrheit der Schüler ist, wird eher umgekehrt ausgewählt.

Diejenigen, die schon in jungen Jahren eine Affinität zu den alten Sprachen entwickeln, suchen ganz bewusst diesen gymnasialen Zweig. Alle anderen konzentrieren sich zwangsläufig auf den neusprachlichen Zweig.

Englisch als Pflichtfach

Unter den neusprachlichen beziehungsweise modernen Sprachen ist Englisch aus mehrerlei Gründen eine Pflichtwahl und vom Lehrplan als erste Fremdsprache vorgegeben. Englisch gehört zu derselben Sprachfamilie wie Deutsch, was den Lernprozess wesentlich erleichtert. Mit Englisch ist eine weltweite Verständigung weitestgehend möglich, ohne jedoch eher nicht.

Französisch und Spanisch

Bei der weiteren Sprachenwahl bietet sich in den meisten Fällen Französisch als nächste Fremdsprache an, dicht gefolgt von Spanisch.

  • Französisch ist einerseits in zahlreichen Ländern auf den meisten Kontinenten eine Verkehrs- oder Amtssprache.
  • Spanisch hingegen rangiert weltweit an vierter Stelle der am meisten gesprochenen Sprachen, nach Chinesisch, Indisch und Englisch. Spanisch ist eine Arbeitssprache der UN, der United Nations und deren Organisationen.

Sowohl Französisch als auch Spanisch sind Amtssprachen der Europäischen Union. In der spanischen Sprache ähneln sich Aussprache und Schriftsprache, was das Erlernen vereinfacht und den Lernprozess verkürzt.

Am Berufswunsch orientieren

Wenn Französisch und Spanisch sowie noch eine weitere Fremdsprache zur Wahl stehen, dann sollte die spätere Berufswahl mit berücksichtigt werden, sofern das in diesem frühen Stadium schon möglich und erkennbar ist. Bei einer Berufstätigkeit im europäischen Ausland sind Französisch und Spanisch die richtige Wahl, ergänzt um Italienisch.

Für eine Tätigkeit als Dolmetscher oder Übersetzer in der freien Wirtschaft könnn neben Englisch und Spanisch oder Französisch die drei modernen, also neueren Sprachen, Japanisch, Russisch oder auch Chinesisch interessant werden.

Die globalisierte Wirtschaft orientiert sich hin nach Asien. Dort ist Indien noch ein Schwellenland, während die Volksrepublik diese "Schwelle" seit einiger Zeit bereits überschritten hat. Und Japan ist seit jeher ein starker Wirtschafts- sowie Handelspartner.

Fazit

Ganz allgemein gilt der Grundsatz, dass heute und zukünftig ein Können an Sprachenvielfalt gar nicht groß genug sein kann. Trotzdem, oder gerade auch deswegen kommt es auf die richtige Wahl an. Schon in jungen Jahren entscheidet sich mit der richtigen Sprachenwahl, wie aussichts- und erfolgreich die späteren Berufschancen sein können.

Das mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium

Jugendliche, die ihre berufliche Zukunft in den naturwissenschaftlichen Bereichen sehen, müssen in den Fachrichtungen der

  • Biologie
  • Physik
  • Chemie und
  • Mathematik

zu besonders guten Leistungen fähig sein. Diese können auf einer mathematisch-naturwissenschaftlichen Schule verbessert werden.

Was leistet das mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium?

Im Vergleich zu anderen Einrichtungen, die einen Ausgleich zwischen den geisteswissenschaftlichen, sprachlichen und künstlerischen Fächern anzustreben versuchen, legt das Gymnasium seinen Schwerpunkt auf den Naturwissenschaften. Neben den bereits angesprochenen Inhalten findet dabei zumeist auch eine Vermittlung des Wissens der Informatik statt.

Insgesamt wird daher eine erste Spezialisierung in den Materien der Mathematik sowie der Naturwissenschaften unternommen. Im Rahmen dessen wird ein üblicher Unterricht angeboten, der lediglich bei den Fremdsprachen eine Ausnahme erkennen lässt: Regelmäßig muss Latein erlernt werden, um damit die Basis naturwissenschaftlicher Schriften legen zu können.

Für wen eignet sich das mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium?

Die Schulform richtet sich an alle Kinder und Jugendlichen, die eine besondere Begabung in dem Bereich der mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächer erkennen lassen. Meist hegen diese bereits den Wunsch, später ein entsprechendes Studium aufzunehmen, sich etwa der Medizin, der Informatik, der Chemie oder der Physik zu widmen.

Auf der Schule findet daher auch ein besonders intensiver Umgang mit der Materie statt. Verglichen mit anderen Gymnasien wird üblicherweise gleichfalls ein praktischer Bezug hergestellt.

  • Exkursionen in die Natur
  • wissenschaftliche Experimente im Labor und
  • die Auswertung derselben

gehören für die Absolventen zu den routinierten Bereichen ihres Könnens.

Wie verläuft die Ausbildung auf einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium?

Auf den entsprechenden Einrichtungen kann der Unterricht je nach Bundesland ab der fünften beziehungsweise sechsten Klasse aufgenommen und bis zur Beendigung der 13. Klasse fortgeführt werden. Das Gymnasium wird daher mit dem Abitur verlassen.

Je nach Jahrgangsstufe wird ein neuer Schwerpunkt gelegt, sodass im gesamten Verlauf die Fachrichtungen der Mathematik, der Biologie, der Chemie und der Physik umfangreich erörtert werden konnten. Der daneben angebotene allgemeine Unterricht hegt hingegen nur wenige Anforderungen an die Schüler und kann nicht als Leistungsfach gewählt werden. Zudem ist außerhalb der Schule mit Exkursionen und Fahrten in wissenschaftliche Lehranstalten zu rechnen.

Das Mädchen-/Jungengymnasium

In Deutschland besteht die Möglichkeit, eine Ausnahme vom koedukativen Unterricht vorzunehmen, bei dem Mädchen und Jungen gleichermaßen die Klasse besetzen. Ob eine Geschlechtertrennung aber sinnvoll ist, ist umstritten.

Gemeinsam oder getrennt?

Beim koedukativen Unterricht wird nur ein geringes Augenmerk auf die Zusammensetzung der Klasse gelegt. Der Sozialverbund soll im Laufe der Zeit zusammenwachsen, die Grenzen zwischen Mädchen und Jungen fließend verschwinden. Ebenso wird dabei die gegenseitige Hilfe angestrebt, wobei sich beide Geschlechter im Idealfalle ergänzen und den Leistungsdurchschnitt der Klasse anheben sollen.

Wissenschaftlichen Studien zufolge steigert sich das Niveau aber erst dann, wenn Mädchen und Jungen getrennt voneinander unterrichtet werden. Diesem Erfordernis entsprechen die eigens geschaffenen Gymnasien. Doch während sich die Mädchenschulen einer regen Nachfrage erfreuen, lässt sich im gesamten Bundesgebiet kaum mehr eine Handvoll Jungenschulen finden.

Das Mädchengymnasium

Einst als Alternative zum koedukativen Unterricht angesehen, wird das Mädchengymnasium immer häufiger von den Schülerinnen gewählt. Allerdings weicht die Wissensvermittlung hier von den anderen Schulen der Jahrgangsstufen 11 bis 13 kaum ab. Die einzige relevante Veränderung wird in den zuweilen angebotenen Kursen des Kochens und des Haushaltes angesehen – da es viele Absolventinnen aber anschließend in die wissenschaftlichen Bereiche zieht, ist der Andrang dafür eher gering.

Somit bleibt lediglich die Trennung von den Jungen als einziger greifbarer Zweck erkennbar, den diese Schulform gegenwärtig im Vergleich zu anderen Lehreinrichtungen erfüllt. Das wiederum macht sich bei den Leistungen bemerkbar: Die Mädchen gelten insgesamt als besser ausgebildet und wurden in ihren Talenten stärker gefördert, als das in gemischten Klassen möglich wäre.

Das Jungengymnasium

Im Gegensatz dazu weist die Republik gegenwärtig lediglich vier Gymnasien auf, die ausschließlich von Jungen und jungen Männern besucht werden. Auch bei ihnen weicht der Lehrplan nicht von den üblichen Vorgaben ab.

Interessant erweist es sich dabei allerdings, dass zwar die Mädchen ohne die Jungen bessere Leistungen im Durchschnitt erbringen – dass aber die Jungen im Gegenzug ohne die Mädchen keine erkennbare Positiventwicklung aufweisen. Auch das mag ein Grund dafür gewesen sein, dass viele Bundesländer in den letzten Jahren eine Weiterführung der gymnasialen Oberstufe alleine für die jungen Herren abgelehnt haben.

Das kirchliche Gymnasium

Nicht jedem Schüler ist beim Besuch eines Gymnasiums lediglich die Vorbereitung auf den Beruf wichtig. Viele von ihnen wünschen sich ebenso eine persönliche und religiöse Prägung. Diese kann von den kirchlichen Schulen übernommen werden.

Was leistet das kirchliche Gymnasium?

Evangelische und katholische Bildungseinrichtungen mit den weiterführenden Stufen 11 bis 13 lassen sich im gesamten Bundesgebiet finden. Bei ihnen wird der Religionsunterricht im Vergleich zu anderen Schulen nicht nur mit einer höheren Zahl an Wochenstunden angeboten, sondern auch verpflichtend erteilt.

  • Gespräche über Gott und sein Werk gehören daneben zu beinahe allen Unterrichtsfächern; das Thema wird stets in einen Zusammenhang zum jeweils besprochenen Lehrinhalt gesetzt.
  • Ebenso zählen gemeinsame Gebete zu den grundsätzlichen Voraussetzungen dieser Schulen.
  • Darüber hinaus werden aber auch die Fragen des Einzelnen und der Gesellschaft sehr stark in den Unterrichtseinheiten thematisiert.

Für wen eignet sich das kirchliche Gymnasium?

Die Türen der Schulen stehen allen Kindern und Jugendlichen offen, die eine Nähe zu Gott, zur Religion allgemein oder zur Kirche suchen und die daneben bereits getauft wurden.

Zwar wird Gott hier als stets gegenwärtiges Thema in den Unterricht einbezogen, doch sind es häufig gerade die Aspekte des gesellschaftlichen Zusammenlebens, die einen wahren Unterschied zu den üblichen Gymnasien darstellen. Die katholischen und evangelischen Anbieter lehren nicht simpel die Materie, sondern wollen das Denken und Empfinden der Schüler anregen. Die Fähigkeit, sich selbst und die Mitmenschen zu hinterfragen, sollte bei den Interessenten daher vorhanden sein.

Wie verläuft die Ausbildung auf einem kirchlichen Gymnasium?

Ab der fünften Klasse steht den Kindern der Zugang offen. Auf dem ersten Blick scheint sich der Unterricht nur geringfügig von jenem der sonstigen Schulen zu unterscheiden. Neben dem Bezug zur Religion und zur Gesellschaft werden indes etwa die Themen der Evolution anders behandelt und dabei eher als Werk Gottes deklariert.

Ungeachtet dessen verläuft die Ausbildung aber weitgehend im üblichen Rahmen. Die erfolgreiche Beendigung der 13. Klasse umfasst das Abitur. Der Absolvent wird dabei jedoch im Regelfall eine stärkere persönliche Reife durchlaufen haben und im Charakter gefestigter sein, als ihm das auf einer nichtkirchlichen Einrichtung möglich gewesen wäre.

Das private Gymnasium

Nicht allen Eltern ist es recht, dass ihre Kinder lediglich jene Inhalte erlernen, die der staatliche Lehrplan vorgibt. Als Alternative werden die privaten Gymnasien angesehen, die eine bessere Förderung des Einzelnen erlauben.

Was leistet das private Gymnasium?

Verglichen mit den staatlichen Regelschulen gehen die privaten Gymnasien einigen Materien deutlich intensiver auf den Grund. Der Unterricht erweist sich zuweilen als komplexer, vielschichtiger – dadurch aber auch interessanter.

Den Schülern wird ein Arbeiten mit den neuesten Ansichten der Wissenschaft ermöglicht. Gerade im Fachbereich der Informatik stehen oftmals Hochleistungsgeräte zur Verfügung.

Hier wird allgemein nicht nur das Grundwissen vermittelt, sondern bereits eine erste Spezialisierung vorgenommen. Die Absolventen sind daher später an den Universitäten und bei den Arbeitgebern besonders gerne gesehen.

Für wen eignet sich das private Gymnasium?

Die Einrichtungen sprechen alle Interessenten an, die ein Wissen erwerben wollen, das

  • von den allgemein üblichen Vorgaben abweicht,
  • dabei tiefer in die Materie eindringt und
  • somit eine höhere Kompetenz bei den Schülern hervorruft.

Diese erlernen bereits in jungen Jahren die Übernahme von Verantwortung, das Planen eigener Projekte sowie die Grundlagen des Marktes.

Da die Ausbildung von einem privaten Anbieter offeriert wird, können jedoch monatliche Kosten anfallen, die regelmäßig zwischen 500 und 1.000 Euro betragen. Je nach Einrichtung kann die Grenze nach oben aber weitgehend offen sein. Dennoch handelt es sich dabei um Investitionen, die sich lohnen und die die Zukunft des Schülers prägen.

Wie verläuft die Ausbildung auf einem privaten Gymnasium?

Bereits die Klassen werden im Umfang deutlich geringer als auf den staatlichen Schulen gehalten. Das Arbeitsklima unter den zehn bis 12 Anwesenden ist regelmäßig sehr motiviert, die fachliche Kompetenz wird zumeist durch einen mit besonderen Qualifikationen versehenen Lehrer übernommen.

Dennoch steigt damit auch der Druck auf die Schüler. Sie müssen vielfach

  • eigene Vorträge halten
  • individuelle Projekte vorbereiten und somit
  • mehr Eigeninitiative zeigen.

Zudem ist der Alltag oft länger als in den meisten anderen Schulen. Bis in den Nachmittag oder sogar den Abend hinein werden die komplexen Themen besprochen. Die Absolventen sind damit also bereits auf das elitäre Arbeiten vorbereitet.

Das musische Gymnasium

Die musische Begabung fördert den weiteren Lebensweg. Ist erkennbar, dass der Schüler über genügend Talent verfügt, um später einmal im Bereich der Kunst zu studieren oder sogar zu arbeiten, so lohnt sich eine entsprechende Förderung bereits auf dem Gymnasium.

Was leistet das musische Gymnasium?

Im Vergleich zu den anderen Schulformen wird hier ein besonderer Wert auf die künstlerische Bildung gelegt. Im Regelfall werden daher die Fächer der Kunst und Musik verpflichtend angeboten.

Dazu kann je nach Schulform das handwerkliche Talent – etwa im Rahmen von Skulpturen, Mosaiken und Plastiken – in besonderer Weise vermittelt werden. Auch die Elemente des Schauspiels und des Tanzes sowie der Literatur und der Kunstinterpretation lassen sich auf dem Stundenplan wiederfinden. Demgegenüber erfahren die Fachrichtungen der natur-, geistes- und sprachwissenschaftlichen Bereiche eine Reduzierung auf das Lehren von grundsätzlichem Wissen.

Für wen eignet sich das musische Gymnasium?

Diese Schulform bietet allen Schülern eine Vermittlung der theoretischen und praktischen Kunstfertigkeiten, die ihren beruflichen oder sogar privaten Lebensweg im Bereich der Kunst fortsetzen möchten. Gerade vor einem angestrebten Studium im Bereich

  • der Literatur
  • der Musik oder
  • der Malerei

kann je nach Akademie ein Abschluss auf dem musischen Gymnasium erforderlich sein. Ebenso sollten sich die Schüler aber fähig fühlen, den oft hohen Anforderungen der Schule zu entsprechen. Aufgrund des komplexen Umfangs an Wissen, das neben den Klassenstunden auch im Einzelunterricht vermittelt wird, reduziert sich die Freizeit oft erheblich.

Wie verläuft die Ausbildung auf einem musischen Gymnasium?

Zunächst einmal wird der Schüler bereits bei der Anmeldung eine Eignungsprüfung bestehen müssen. Einmal aufgenommen, verbringt er die Stufen zwischen der fünften und elften Klasse an der Einrichtung. Hier erlernt er zwei Fremdsprachen sowie die Grundlagen der übrigen Fächer.

Das Augenmerk der musischen Lehre erfüllt er durch den vielfältigen Kunstunterricht. Daneben wird meist das Erlernen zumindest eines Instruments für den Abschluss vorausgesetzt. Diese Fertigkeit kann im Einzelunterricht bei speziell geschulten Lehrern erworben werden. Nach Beendigung der elften Klasse steht es dem Schüler frei, umgehend die Ausbildung auf einer Kunstakademie aufzunehmen oder auf einem herkömmlichen Gymnasium zusätzlich die Klassen 12 und 13 zu absolvieren, die zur Hochschulreife berechtigen.

Das Sportgymnasium

Viele Kinder verfügen über körperliche Fähigkeiten, die zur Hoffnung auf eine sportliche Karriere berechtigen. Die Förderung auf einem Sportgymnasium kann daher sinnvoll sein.

Was leistet das Sportgymnasium?

Auf der Einrichtung stehen sämtliche Formen der Bewegung sowie des entsprechenden Hintergrundwissens im taktischen oder ernährungswissenschaftlichen Bereich im Fokus. Neben dem rein fachlichen Unterricht werden daher an jedem Tag auch zwei bis drei Trainingseinheiten absolviert, wobei sich deren Richtung anhand der Vorgaben der Schule oder dem Talent des Schülers bemisst. Das Gymnasium soll den Absolventen daher auf den Sport an sich vorbereiten, ihm aber ebenso die nötige Kompetenz ermöglichen, um nach der Karriere einen beruflichen Wechsel vorzunehmen und somit auch in anderen Branchen tätig sein zu können.

Für wen eignet sich das Sportgymnasium?

Die Schule bietet sich für alle Kinder und Jugendlichen an, die tatsächlich eine Laufbahn als Sportler anstreben und daher in den Vereinen des Breitensports keine ausreichende Förderung erfahren. Zudem sollte schon in den jungen Jahren die Bereitschaft zu Leistung und Disziplin sehr ausgeprägt sein, da neben dem üblichen Unterricht auch die Trainingseinheiten gewissenhaft absolviert werden wollen. Ein Schultag kann daher bereits früh beginnen und spät enden.

Bei der Wahl der Einrichtung ist aber auf die Qualifikationen der Ausbilder zu achten. Für Schüler, die sich dem Wintersport widmen, müssen daher spezielle Sportgymnasien aufgesucht werden.

Wie verläuft die Ausbildung auf einem Sportgymnasium?

Der Unterricht kann zwischen den Klassenstufen 5 und 13 an der Einrichtung absolviert werden. Die Schulzeit endet demnach im Regelfall mit dem Abitur.

Nach den grundlegenden Kenntnissen des allgemeinen Sports findet meist zwischen der siebten und neunten Klasse eine Spezialisierung auf bestimmte Bereiche statt. Hier wäre also eine Förderung der Leichtathletik, des Fußballs oder anderer Disziplinen möglich.

Je nach Bildungsanstalt werden neben dem Training bereits in diesem Rahmen Wettkämpfe angeboten. Andere Gymnasien besitzen dagegen Partnerprogramme zu Profivereinen, zu deren Kader ein Aufstieg denkbar ist. Bereits der Wahl der Schule kommt somit für die weitere Karriere des Kindes oder Jugendlichen ein erheblicher Stellenwert zu.

Die Bereitschaft zu Leistung und Disziplin ist am Sportgymnasium sehr wichtig
Die Bereitschaft zu Leistung und Disziplin ist am Sportgymnasium sehr wichtig

Bei einer solch großen Auswahl an Gymnasien stellt sich die Frage, ob das Kind den Anforderungen an diese Schulform gewachsen ist...

Checkliste: Ist das Kind bereit fürs Gymnasium?

Im Anschluss an den Besuch der Grundschule als Primärstufe entscheiden die Erziehungsberechtigten über den Wechsel zu einer weiterführenden Schule in der Sekundarstufe I. Für den geplanten Besuch des Gymnasiums hilft den Eltern eine Checkliste, um die Eignung ihres Kindes richtig einzuschätzen.

Das Gymnasium führt, als eine weiterführende Schule der Sekundarstufe I, zur Hochschulreife. Die Sekundarstufe I umfasst als Schulstufen die Haupt- und die Realschule, die beiden Formen integrierte und kooperative Gesamtschule, sowie das Gymnasium bis zur neunten Klasse.

Danach folgt in der Sekundarstufe II die gymnasiale Oberstufe - abhängig von dem jeweiligen Bundesland in den Klassen zehn bis zwölf, elf bis zwölf oder elf bis dreizehn.

Ist das Gymnasium die richtige Wahl?

Doch bis dahin ist es für den erfolgreichen Grundschüler noch ein weiter Weg. Für ihn steht in der vierten Klasse der Primärstufe die Entscheidung an, ob insgesamt die Voraussetzungen für einen Wechsel zum Gymnasium vorliegen.

Während es in früheren Jahrzehnten eine verbindliche Grundschulempfehlung gab, entscheiden heutzutage ausschließlich die Eltern beziehungsweise die Erziehungsberechtigten darüber, welche der weiterführenden Schulen sie in der Sekundarstufe I für ihr Kind als geeignet ansehen. Wenn das Gymnasium präferiert wird, dann ist damit auch als Ziel das Abitur, also die erfolgreiche Abiturprüfung, verbunden. Für den in der Regel zehnjährigen Grundschüler bedeutet das einen acht- bis zu neunjährigen Gymnasiumbesuch. Selbst wenn die letztendliche Entscheidung zum Schulübertritt bei den Eltern liegt, so sollten sie doch die Meinung der Grundschule berücksichtigen und in ihre Überlegungen einbeziehen.

Drei Gesichtspunkte des Gutachtens

Sie wird mancherorts als Gutachten schriftlich formuliert und bezieht sich schwerpunktmäßig auf diese drei Gesichtspunkte. Die können vom Lehrkörper erfahrungsgemäß besser als von den Eltern bewertet werden.

  • Leistungsstand als Momentaufnahme anhand der Zeugnisnoten
  • Lernentwicklung – Lern- und Arbeitsverhalten, Prognose für zukünftiges Lernen
  • Lernfähigkeit – Einschätzung von selbstständigem schulischem Lernen im Verhältnis zu häuslicher Förderung

Generelle Checkliste

Darüber hinaus, und das ist für das Schulkind ebenso wichtig, müssen die Erzieher eine eigene Checkliste aufstellen und die Fragen objektiv sowie realistisch beantworten.

  • Lust am Lernen
    • Wie ausgeprägt ist das Interesse des Kindes am kontinuierlichen Wissenserwerb?
  • Konzentrationsfähigkeit
    • Ist das Kind dazu in der Lage, sich deutlich länger als eine Stunde zu konzentrieren, sich also auf einen Sachverhalt zu fokussieren?
  • Begeisterungsfähigkeit
    • Wie steht es um das ganz allgemeine Interesse an Neuem und an Fremdem - ist das Kind allem gegenüber aufgeschlossen, oder eher nicht, bis hin zu desinteressiert?
  • Selbstständiges Arbeiten
    • Eine der ganz wichtigen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Gymnasiumbesuch - managt das Kind seinen Schulalltag ohne Rückfragen bei den Eltern und lernt es zuhause ohne Aufsicht, oder muss ihm permanent über die Schulter geschaut werden?
  • Flüssigkeit im Arbeitsablauf
    • Wird zügig und ohne Unterbrechung gelernt?
    • Werden zunächst die Lieblings- oder die unangenehmen Fächer bearbeitet?
    • Warum und wie lange werden Pausen beim Nachmittagslernen gemacht?
  • Merkfähigkeit
    • Kann das Kind gut auswendig lernen?
    • Wird das Gelernte dauerhaft behalten, muss zwischendurch wiederholt werden, oder wird auch manches regelrecht vergessen?
  • Selbstvertrauen in das eigene Können
    • Ist ausreichend Ehrgeiz vorhanden, muss oder kann er geweckt werden, und wie sieht es bei Schwierigkeiten beziehungsweise bei Erfolglosigkeit aus?
  • Belastbarkeit
    • Wird der Schulalltag eher als Last denn als Lust empfunden?
    • wird die Anstrengung schnell oder weniger schnell zur Belastung, und wie wird dann damit umgegangen?
  • Freude am Lernen und Denken
    • Wie steht es um innovatives Denken und Handeln?
    • Wie werden Problemlösungen angegangen?
  • Heimisches Umfeld zum Lernen
    • Bieten die Eltern für die kommenden zehn Jahre das notwendige Umfeld aus organisatorischer und auch finanzieller Sicht mit eigenem Jugendzimmer, Ruhe und Abgeschiedenheit zum Lernen?
  • Elektronische Medien wie Internet, Handy, Smartphone & Co.
    • Sie müssen dauerhaft investiert, der Umgang damit jedoch kontrolliert bis hin zu eingeschränkt werden können - kann das gewährleistet werden?

Abschließend stellt sich noch die Frage, ob die bisherigen schulischen Leistungen in der Grundschule so gut gewesen sind, dass daran nahtlos an die Anforderungen des Gymnasiums angeknüpft werden kann. Um dort erfolgreich zu sein, muss das Kind die Grundschule ohne jede Elternunterstützung oder gar Nachhilfeunterricht besucht haben.

Wenn man sich für das Gymnasium - und bestenfalls auch für eine bestimmte Art - entschieden hat, kommt es bei der Auswahl auch auf bestimmte allgemeine Merkmale an...

Merkmale eines guten Gymnasiums

Bei der Wahl des Gymnasiums stellt sich die Frage, welche Merkmale es aufweisen sollte, um als empfehlenswert zu gelten.

Inhaltliche Schwerpunkte

Viele Gymnasien setzen inhaltlichen Schwerpunkte. So haben einige Schulen ein breitgefächertes Unterrichts- und Freizeitangebot im musikalischen oder künstlerischen Bereich, andere sind für ihre naturwissenschaftlich-mathematische Ausrichtung bekannt und wiederum andere legen ihren Schwerpunkt auf Fremdsprachen.

Kinder, die sehr einseitige Interessen haben, sind auf solchen Gymnasien gut aufgehoben. Hier können sie neben der allgemeinen Hochschulreife auch Zusatzqualifikationen in ihrem Interessenbereich erwerben. Parallel zur Schulausbildung gibt es beispielsweise Möglichkeiten, berufsqualifizierende Abschlüsse als Fremdsprachenkorrespondent oder Erzieher zu erwerben.

Tag der offenen Tür

Wer auf der Suche nach einem guten Gymnasium ist, sollte am Tag der offenen Tür die Möglichkeit nutzen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Auf diesem Wege kann man sich einen Eindruck

  • von den Räumlichkeiten
  • von den Lehrern und
  • vom Klima zwischen den Schülern

verschaffen. Der Tag der offenen Tür sollte aber nicht allein ausschlaggebend für die Schulwahl sein, da hier ein Einblick in den realen Schulalltag meist zu kurz kommt. Vielmehr sollte man sich auch anderweitig informieren.

Informationen einholen

So kann man ein gutes Gymnasium auch daran erkennen, dass Schulleiter und Lehrer gerne und ausführlich Informationen über ihre Schule geben und auf Anfragen nicht abweisend reagieren. Zudem spricht ein öffentlich einsehbares Schulprogramm für eine gute Schule, die hinter ihren Zielen und Angeboten steht.

Außerschulische Angebote

Bei der Schulwahl sind sowohl für Eltern als auch für Schüler außerschulische Angebote ein wichtiges Entscheidungskriterium. Werden im Anschluss an den Unterricht

angeboten, können Schüler zusammen mit Freunden und Klassenkameraden ihren Hobbys nachgehen und Eltern wissen ihre Kinder auch nach Schulschluss gut betreut.

Weitere Kriterien

Letztlich kann auch der Ruf eines Gymnasiums die Schulwahl beeinflussen. Viele Schulen verweisen auf ihrer Homepage auf Zeitungsartikel und Pressemitteilungen, die in den letzten Jahren erschienen sind. Auch lange Anfahrtswege von Schülern sowie positive Erfahrungen von Familien aus dem Freundeskreis oder der Nachbarschaft deuten darauf hin, dass es sich um ein gutes Gymnasium handelt.

Ebenso sollten Eltern und Schüler auf folgende Aspekte achten:

  • die Atmosphäre: Begrüßung, Umgang miteinader, Bauchgefühl
  • die Art des Direktors als Leiter des Gymnasiums: Umgangsart, Stil, Offenheit etc.
  • ein praktikabler Anfahrtsweg
  • die Größe der Schule bzw. Klassen für Rückschlüsse auf die Lerneffizienz
  • Ausstattung: modern, hygienisch, ergonomisch
  • Position der Schule: welche Ziele werden angestrebt?
  • Wettbewerbe, an denen die Schule sich beteiligt

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  • Portrait of a study group © Yuri Arcurs - www.fotolia.de
  • pretty female college student sitting in a classroom full of stu © lightpoet - www.fotolia.de
  • Students during exam © Photographee.eu - www.fotolia.de
  • Portait of young student © Yuri Arcurs - www.fotolia.de
  • Exulting sprinter showing expression of victory in front of the © WavebreakMediaMicro - www.fotolia.de

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