Mögliche gesundheitliche Gefahren: Ohrentzündungen, Dekompressionskrankheit und Tiefenrausch

Drei Taucher lachen in Kamera

Viele Taucher müssen ihr Hobby aufgeben, weil sie unter schmerzenden Gehörgangsentzündungen leiden; auch die Gefahr der Taucherkrankheit sowie eines Tiefenrauschs besteht

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  • von Paradisi-Redaktion

Es gibt einige fürs Tauchen typische gesundheitlichen Gefahren; dazu zählen beispielsweise Ohrentzündungen oder die Dekompressionskrankheit. Tauchgänge sollten stets nur mit ausreichend Erfahrung bzw. mit Tauchlehrern durchgeführt werden. Zudem gibt es einige Schutzmaßnahmen, um das Risiko für die besagten Gefahren zu mindern. Informieren Sie sich über mögliche gesundheitliche Gefahren beim Tauchen.

Gehörgangsentzündung

Ursachen

Die Nutzung von Wattestäbchen ist wenig sinnvoll, denn durch ständige Anwendung löst sich der schützende Fettfilm im Innenohr auf, winzige Mikroverletzungen schädigen zudem die feine Haut am Gehörgang. Bakterien können ungehindert eindringen und sich ausbreiten. Ohrstäbchen verursachen oft erhebliche Verletzungen am Trommelfell, vor allem, wenn die Stäbchen stark hin und her bewegt werden und tief ins Ohr eindringen.

Symptome und mögliche Folgen

Beim Tauchen können sich pathogene Keime an der äußeren Gehörganghaut einnisten. Algen, Mikroorganismen oder Plankton spülen Bakterien in die Ohren, die lästige Gehörgangsentzündungen auslösen. Die sensible Ohrumgebung reagiert dann häufig mit

Vielfach kommt es zu vermehrter Sekretion. Taucher sprechen oft von sehr intensiven Schmerzen, die sich schnell steigern. Auch leichter Juckreiz kann auf eine Gehörgangsentzündung hinweisen.

Bei starken Schwellungen besteht das Risiko, dass der Gehörgang verlagert wird oder die Ohrmuschel gänzlich zuschwillt. In extremen Fällen greifen die Schwellungen auf den Gesichtsbereich über, sodass häufig ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik nötig ist. Antibiotika-Infusionen verhindern die weitere Ausbreitung der Ohrentzündung auf Hals und Gesicht.

Diagnose und Behandlung

Ein HNO-Arzt muss zunächst klären, ob nicht auch eine Mittelohrentzündung oder eine Wundrose Auslöser für die Ohrenschmerzen ist. Eine Ohrspiegelung liefert die Diagnose.

Handelt es sich um eine Gehörgangsentzündung, entscheidet der Mediziner über geeignete Therapiemaßnahmen. Oft reicht es, die Ohren trocken zu halten und für die nächste Zeit auf Tauchgänge zu verzichten.

Ohrentropfen können helfen, entfalten aber nicht bei jedem Patienten die gewünschte Wirkung. Vor allem, wenn die Krankheitszeichen stark ausgeprägt sind, nützen Ohrentropfen wenig. Dann ist ein Arzt die richtige Anlaufstelle.

Anhand mikroskopischer Untersuchungen klärt der Arzt, ob die Ohrentzündung durch Bakterien oder Pilze ausgelöst wurde. Antibiotikahaltige Ohrentropfen oder Antibiotika-Mischungen mit Kortisonsalbe sowie Schmerzmittel lindern Schwellungen, Rötungen und Entzündungen.

Tipps zur Prophylaxe

Um Ohrenentzündungen beim Tauchen oder Schwimmen vorzubeugen, helfen verschiedene Tipps.

  • Wattestäbchen sollten grundsätzlich nicht genutzt werden
  • Bei stärkerem Wind ist ein Mütze der richtige Begleiter
  • Nach einem Tauchgang kann es hilfreich sein, die Ohren mit einem Föhn vorsichtig trocken zu pusten
  • Besonders sicher ist das Spülen der Ohren mit Süßwasser, vor allem beim Tauchen in salzhaltigem Meerwasser

Bei der Anwendung von Ohrentropfen scheiden sich die Geister. Da jeder Mensch eine anders zusammengesetzte Ohrhaut hat, können auch die Reaktionen unterschiedlich sein. Menschen mit sehr feuchtem Ohr-Milieu oder Neigung zu Schuppenflechte vertragen Tropfen mit säurehaltigen Inhaltsstoffen häufig nicht sehr gut oder verspüren keinerlei Wirkung.

Um Austrocknungen und Ohrenentzündungen zu verhindern, kann der Gehörgang mit Babyöl behandelt werden. Häufig reichen aber auch schon die herkömmlichen Prophylaxe-Maßnahmen.

Effektiver Schutz durch Tauchmasken

Viele Taucher bekommen immer wieder Gehörgangsentzündungen, obwohl sie alle vorbeugenden Maßnahmen ausschöpfen. Wer nicht will, dass die Tauchferien buchstäblich ins Wasser fallen, kann eine Tauchmaske nutzen.

Die Masken bieten effektiven Schutz, weil die Ohren trocken bleiben. Mithilfe eines Schlauchsystems, das mit speziellen Ohrenklappen verbunden ist, wird das Eindringen von Wasser verhindert, ohne dass die Ohren wie bei der Anwendung von Ohrstöpseln hermetisch verschlossen sind.

Taucher, die mehr über Therapiemöglichkeiten bei Gehörgangsentzündungen erfahren wollen, profitieren von Tauchersprechstunden, die in zahlreiche Städten angeboten werden.

Dekompressionskrankheit (Taucherkrankheit)

Das Meer bildet einen faszinierenden Lebensraum, der dem Menschen leider nur begrenzt offensteht. Wer ihn kennenlernen und sich in das Reich bezaubernder Pflanzen und Tiere begeben möchte, sollte daher über eine zweckmäßige Taucherausrüstung verfügen und den Abstieg in die Tiefe beherrschen. Anderenfalls kann es zur Dekompressionskrankheit kommen, die bei schwerem Verlauf sogar tödlich ist.

Worum handelt es sich bei der Dekompressionskrankheit?

Wer die Tiefen des Meeres erkundet, begibt sich damit nicht nur in ein wunderschönes Ökosystem, sondern setzt sich auch den dortigen Gefahren aus. Diese können beinahe unsichtbar über den Betroffenen hereinbrechen. So wird er etwa den Druckunterschied unter Wasser nur selten einmal spürbar erleben – es sei denn, er steigt viele Meter tief hinab.

Einlagerung von Stickstoff

Doch auch die im kühlen Nass gelösten Gase können bedrohlich werden. Wer die Atmung mit Pressluft unterstützt, wird somit stets die Einlagerung von Stickstoff nicht vermeiden können. Die Ursache dafür liegt im Wasserdruck, der

  • auf den Körper einwirkt und
  • ein Ausbreiten des Gases in das organische Gewebe hervorruft.

Wie stark sich dieser Vorgang einstellt, hängt aber insbesondere mit der gewählten Tiefe des Wasser sowie mit dem allgemeinen Verhalten des Tauchgängers zusammen.

Die Einlagerung erfolgt dabei im Gehirn sowie den Muskeln relativ schnell, benötigt hingegen im Fettgewebe und den Knochen deutlich mehr Zeit. Insofern kommt es gerade bei den lebenswichtigen und gut durchbluteten Organen zu einem rasanten Anstieg des Stickstoffgehaltes.

Das Gas fungiert dabei nicht als Bestandteil diverse Stoffwechselvorgänge. Es wird also nicht wie der Sauerstoff durch den Körper selbst verbraucht und bestmöglich verwertet. Vielmehr kann der Stickstoff nur durch ein gezieltes Abatmen reduziert werden.

Im Regelfall reicht es dafür bereits aus, eine ruhige Atmung beizubehalten und gerade während des Auftauchens nicht überstürzt zu agieren. Das eingelagerte Gas wird sich nun wieder verflüchtigen und aus den Organen sowie dem Gewebe austreten – auch das geschieht meist unbemerkt.

Falsche Atmung und zu schnelles Auftauchen

In einigen wenigen Fällen kommt es jedoch dazu, dass der Druckunterschied der jeweiligen Wassertiefen zu stark auf den Körper einwirkt. Meist tritt diese Situation bei einem allzu schnellen Auftauchen auf. Auch eine falsche Atmung wird daran beteiligt sein, dass das Stickstoff nicht sofort gelöst wird, sondern in Form von Blasen in das Blut und die Organe eindringt. Hier kann das Gas nun schädigend wirken und sogar das betroffene Gewebe zerstören.

Meist ist damit die zumindest zeitweilige Unterbrechung der körperlichen Funktionen verbunden.

  • Das Blut kann nicht zirkulieren,
  • das Gehirn nicht ausreichend arbeiten.

Insofern gelten die unzureichende Versorgung mit lebenswichtigen Bausteinen sowie die Manko des Körpers, kleinste Wunden im Organismus nicht mehr selbst beheben zu können, als Nebenerscheinungen der so genannten Taucherkrankheit.

Wer ist von der Dekompressionskrankheit betroffen?

Grundsätzlich kann die Krankheit jeden Taucher treffen, der geringe Fehler beim Aufsteigen sowie bei der Atmung begeht. Diese lassen sich zwar meist durch gezieltes Training vermeiden, können aber in panikartigen Situationen schnell einmal vergessen werden und somit zu Komplikationen führen. Der Sportler sollte sich darum auch nie in Gefahrenlagen bringen, die er nicht problemlos meistern kann.

Leider werden die Risiken der Tiefe dabei vielfach noch immer unterschätzt, sodass es regelmäßig zu Unfällen kommt und sich die Einlagerung der Gase in das Gewebe einstellt. Eine ganz besondere Vorsicht sollten dagegen die Anfänger des Hobbys walten lassen. Sofern sie noch nicht über die richtige Atemtechnik verfügen, ist ihnen nur ein Abstieg in geringe Tiefen anzuraten.

Auf die körperliche Verfassung achten

Allerdings ist nicht nur der Kenntnisstand des Tauchers entscheidend. Auch seine allgemeine körperliche Verfassung kann zum Auftreten der Dekompressionskrankheit führen. Das ist häufig bei den Risikokandidaten der Fall.

führen ebenso dazu wie

Doch selbst wer sich gesund ernährt und diese Hinweise beachtet, begibt sich zuweilen in die Gefahr. Hierzu reicht bereits ein geringes Fieber aus.

Ebenso können schon kleine Entzündungsherde im Organismus des Betroffenen an dem Auftreten der Leiden beteiligt sein. Gerade unbemerkt vorliegende Herzkrankheiten gelten daher relativ häufig als Auslöser derselben.

Eine gute körperliche Gesundheit sowie ein trainierter Fitnesszustand sollten daher bei jedem Tauchgang vorliegen.

Zu kurze Abstände zwischen den Tauchgängen vermeiden

Demgegenüber können aber auch vollständig vitale Taucher die Symptome erleiden. Das ist sehr oft dann der Fall, wenn mehrere Wassergänge in relativ kurzen zeitlichen Abständen durchgeführt werden. Denn sogar bei einer optimalen Atmung und einem langsamen Aufstieg wird sich stets eine kleine Menge an Stickstoff in den Organen und dem Gewebe festsetzen.

Dies geschieht meist unbemerkt, wobei sich der Wert in der Folgezeit auf natürlichem Wege senkt. Dennoch kann der spontane Anstieg des Pegels binnen weniger Stunden dazu führen, dass selbst ein perfekter, aber wiederholt ausgeführter Aufstieg zur Taucherkrankheit führt.

Es empfiehlt sich daher auch für trainierte Sportler, regelmäßige Pausen einzulegen, in denen die körperliche Belastung möglichst gering sein sollte und eine Entspannung sowie das ruhige Ausatmen gewährleistet sind. Insbesondere gilt das, wenn in den nachfolgenden Tagen weitere Tauchgänge anstehen.

Die Symptome der Dekompressionskrankheit

Die Krankheit zählt zu jenen Leiden, die in akuten Fällen sowie bei Nichtbehandlung tödlich verlaufen können. Allerdings lassen sich diesbezüglich nur unzureichende pauschale Einschätzungen abgeben, da das ruhige Abatmen der Gase von vielen körperlichen Kriterien abhängt, die stets nur im Einzelfall gültig sind.

Insofern sollte bei Auftreten der nachfolgend genannten Symptome ein Arzt aufgesucht werden – das bedeutet im Gegenzug aber nicht, dass eine ausbleibende medizinische Konsultation direkt zur Lebensgefahr führt. Einige der sich einstellenden Beschwerden werden nach wenigen Stunden oder Tagen gänzlich verschwunden sein, andere erweisen sich dagegen als intensiver.

Voneinander abgegrenzt werden somit drei Klassen: Es handelt sich hierbei um die Kategorien DCS Typ I und DCS Typ II. Sie wirken unterschiedlich auf den Körper ein. Lediglich chronische Leiden bilden dagegen den DCS Typ III.

DCS Typ I

Bei der Klassifizierung des DCS Typ I handelt es sich um relativ geringe Symptome, die im Regelfall weder akute noch chronische Leiden hervorrufen. Oftmals stellt sich hierbei eine Ermüdung der Gelenke und Knochen ein, die mit allgemeinen Zuständen der Erschöpfung einhergeht. Der Sportler kennt diese Situation meist bereits, wenn er mehrfach an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gelangt ist und weiß, wann er abbrechen sollte.

Daneben kann der Typ I aber auch mit Jucken und Blasenbildung der Haut verbunden sein. Organisch kommt es zudem in einigen Fällen zum Austritt von Flüssigkeit aus dem Gewebe sowie der Bildung kleiner Blutgerinnsel.

Gerade die beiden letztgenannten Merkmale sind für den Taucher meist aber nicht wahrnehmbar. Er sollte dennoch auf die Beeinträchtigung der Bewegung sowie die Müdigkeit achten und bei ihrem Erkennen das Tauchen beenden.

DCS Typ II

Demgegenüber fällt der DCS Typ II deutlich schwerer aus. Er betrifft vorrangig das Nervensystem des Betroffenen und kann sich dabei vor allem auf die Sinne legen.

  • So fällt das Sehen oder Hören oft schwerer oder wird nur gedämpft wahrgenommen.
  • Der Blick in die Weite gestaltet sich wie durch einen Schleier, wobei sogar der komplette Verlust des Sehvermögens nicht auszuschließen ist.
  • Auch ein verändertes Wahrnehmen der Tastsinne, von Schmerzen und weiteren Symptomen kann auftreten.
  • Ganz akut stellt sich die Krankheit dar, wenn sie den Verlust der motorischen Fähigkeiten mit sich bringt, der Betroffene also nicht mehr laufen oder schwimmen kann.
  • Meist folgt diesem Zustand die Bewusstlosigkeit, die ebenso mit dem Atemstillstand einhergeht.

Diagnose und Therapie der Dekompressionskrankheit

Bereits bei Auftreten der Symptome ist unverzüglich ein Mediziner aufzusuchen. Zwar können auch ohne ärztliche Maßnahmen gerade kleinere Traumata vollständig abheilen. Über die Ausbreitung der Beschwerden wird der Betroffene selbst aber nur wenig wissen, ist er doch nicht in der Lage, die Verteilung des Gases im Gewebe zu kontrollieren oder geringe Blutgerinnsel zu erkennen.

Die Diagnose überlässt er somit dem Arzt, der

  • dem Patienten meist Sauerstoff verabreichen wird und
  • ihn in eine Überdruckkammer legt,

womit das gezielte Absenken des Stickstoffgehaltes im Organismus verbunden ist. Diese Maßnahmen gelten nicht nur zur schnellen Bekämpfung der Symptome, sondern leiten in akuten Fällen auch die Erste Hilfe ein, an die sich eine professionelle Behandlung anschließt.

Bei der Diagnose wird der der Mediziner daher über alle Anhaltspunkte der Krankheit in Kenntnis gesetzt werden müssen. Für die Kollegen des Tauchers ist es daher wichtig, zuvor bereits auf etwaige Ausfallerscheinungen zu achten und den Betroffenen bei akuten Unfällen bestmöglich nach seinen Leiden zu befragen, solange er dafür noch den Verstand und das Bewusstsein besitzt.

führen oft schon zu einer ersten Verbesserung der Leiden. Ob daneben ein Aufenthalt in der Überdruckkammer anzuraten ist, hängt jedoch vom Einzelfall ab. Je stärker die Schmerzen des Patienten sind, desto eher ist diese Maßnahme aber nötig.

Anschließend wird eine Beobachtung im Krankenhaus unumgänglich sein, kann doch nie ganz ausgeschlossen werden, dass der Anteil des Stickstoffes im Gewebe noch gefährlich hoch ist.

Weitere Therapien hängen damit zusammen, inwieweit gerade die Organe beschädigt sind. Befindet sich das Gas allzu lange in ihnen, kann das Gewebe zerstört werden und sich unter Umständen nicht mehr selbst erneuern. In diesen Fällen wäre es insbesondere beim Gehirn wichtig, über Heilbehandlungen oder sogar Operationen nachzudenken.

Das ist auch dann der Fall, wenn das beschädigte Gewebe unrettbar verloren ist und entfernt werden muss. Die Herstellung der motorischen Fähigkeiten sowie die gestörte Wahrnehmung der Sinne lassen sich demgegenüber bereits mit physiotherapeutischen Mitteln unterstützen, zu denen ein gezieltes Training zählt.

In bestimmten Situationen ist damit allerdings gleichfalls die Verabreichung von Medikamenten verbunden. Wer diese Strapazen vermeiden möchte, sollte seine Tauchgänge daher möglichst sicher bewältigen und selbst bei Auftreten kleinerer Symptome bereits einen Arzt konsultieren.

Der Tiefenrausch

Beinahe magisch zieht das Meer den Menschen an. Doch je weiter sich dieser in die Tiefen des fremden Lebensraumes begibt, desto höheren Gefahren setzt er sich aus. Gerade der Tiefenrausch kann sich dabei als ebenso tückisch wie riskant einstellen.

Worum handelt es sich bei dem Tiefenrausch?

Der Tiefenrausch wird zuweilen mit der Dekompressionskrankheit verwechselt. Allerdings unterscheiden sich beide in ihren Auswirkungen. Gleich ist ihnen, dass sie unter Nutzung von Pressluft entstehen, mit der die Atmung unter Wasser vereinfacht werden soll. In diesem Gas befinden sich jedoch Stickstoffe, die für sich genommen ungefährlich sind, die indes unter bestimmten Voraussetzungen mit Risiken verbunden sein können.

Sowohl beim Tiefenrausch als auch der Dekompressionskrankheit lösen sich die Stickstoffe und werden dabei nicht nur einfacher über das Blut transportiert, sondern können sich ebenso in den Organen und im Nervensystem festsetzen. Grundsätzlich führen diese Vorgänge zu einer Art Betäubung des Bewusstseins.

Beispielhaft ist somit die Bezeichnung der Stickstoffnarkose, unter der der Tiefenrausch auch bekannt ist. Der Betroffene wird seine Wahrnehmung nur noch gedämpft spüren und damit erhebliche Risiken eingehen. So weiß er mitunter nicht,

  • in welche Richtung er tauchen muss,
  • welche Anstrengungen er seinem Körper noch zumuten kann und
  • in welche Gefahren er sich begibt.

Die Auswirkungen finden – im Gegensatz zur Dekompressionskrankheit – damit nur unter Wasser statt, erweisen sich aber als besonders riskant und lebensgefährlich. Dabei können die Symptome bereits in geringen Tiefen auftreten und abhängig von der körperlichen Verfassung des Sportlers sein.

Wer ist vom Tiefenrausch betroffen?

Die Gesundheit und das Wohlbefinden spielen beim Auftreten der Krankheit eine bedeutsame Rolle. Zwar wächst die Wahrscheinlichkeit des Tiefenrausches immer dann, wenn sich der Taucher

  • tief in das Meer hinabbewegt und
  • mit einer hohen Menge an Pressluft arbeitet.

Aber selbst in geringen Tiefen können sich bereits erste Symptome bemerkbar machen. Das ist meist dann der Fall, wenn der Sportler ohnehin körperlich nicht gänzlich fit war, vielleicht kleinere Schwächen bereits mit sich herumtrug und diese vor seinem Tauchgang nicht kurierte.

Beeinträchtigt werden kann der Transport des Stickstoffs im Organismus zudem unter Einnahme von Medikamenten, Drogen und Alkohol. Meist stellt sich dabei eine Verschlechterung des Zustandes dar, die Symptome werden sich schneller und spürbarer bemerkbar machen.

Nicht unbeachtet sollte dabei der mentale Zustand des Athleten bleiben. Wer häufig unter Stress leidet oder sich allgemein nicht wohlfühlt, wird regelmäßig ebenso eher mit den Auswirkungen des Tiefenrauschs zu kämpfen haben.

Abzuraten ist darüber hinaus solchen Tauchern, die bereits grundsätzlich über Ängste in engen Räumen verfügen und bei denen das getrübte Bewusstsein in der Tiefe zu Panikattacken und einer völligen Hilflosigkeit führen könnte.

Symptome des Tiefenrausches

In welchen Tiefen sich der Rausch bemerkbar macht, wie stark er auftritt und welche Formen er dabei annimmt, ist stets abhängig vom Einzelfall. Bekannt ist, dass mehrere der nachfolgend genannten Symptome alleine oder gemeinsam spürbar werden. Gleich ist ihnen, dass sie zunächst langsam beginnen, sich mit der Fortdauer des Tauchgangs die Einschränkungen aber schleichend verstärken.

Entscheidend dabei ist, dass sich das Bewusstsein und das Urteilsvermögen des Betroffenen gänzlich verändern.

  • So kann er in Panik oder Euphorie geraten und nicht mehr in der Lage sein, die Umgebung realistisch einzuschätzen. Daraus ergibt sich eine Vielzahl unterschiedlicher Gefahren, denen der Taucher im Regelfall nicht mehr objektiv und die Sicherheit wahrend gegenübertreten kann.

  • Darüber hinaus stellt sich eine Veränderung der Sehstärke ein. Das Blickfeld ist stark getrübt und kann sich zum so genannten Tunnelblick verengen. Lichtspiele im Wasser werden intensiver wahrgenommen, können dabei aber die Augen und das Bewusstsein erheblich reizen.

  • Nicht selten erkennt der Sportler zudem Lichter und Farben, die alleine seiner Vorstellung entspringen, die sich mithin also nicht in der Realität einstellen. In diesen Fällen ist der Tiefenrausch bereits weit fortgeschritten. Er wird dabei von einer schnelleren Atmung begleitet.

  • Der anfänglich vom Taucher im Mund festgestellte metallische Geschmack nimmt in seiner Intensität ebenso zu.

  • Die Glieder und das mentale Bewusstsein scheinen zu ermüden.

Diagnose und Therapie der Erkrankung

Da der Tiefenrausch ausschließlich unter Wasser stattfindet, ist ein Erkennen meist relativ schwierig. Gerade der Betroffene selbst sollte daher bei ersten Veränderungen seiner Wahrnehmung, beim Ermüden des Körpers oder beim metallischen Geschmack auf ein weiteres Absinken verzichten.

Ratsam ist es zudem, ausschließlich in Gruppen zu tauchen und dabei nicht nur auf sich selbst, sondern stets auch auf den Nebenmann einen Blick zu bewahren. Kleine motorische Aussetzer erkennt ein Betrachter oft besser als der Sportler, bei dem sie auftreten.

Im Gegensatz zur Dekompressionskrankheit, die sich auch nach dem Auftauchen noch weiterentwickeln und daher besonders gut an Land behandelt werden kann, ist ein nachträgliches Eingreifen beim Tiefenrausch nicht möglich.

  • Die einzige Möglichkeit, die Symptome zu lindern, liegt in einem geordneten Auftauchen.

Das sollte möglichst schnell geschehen, um den Anstieg des Stickstoffs im Organismus zumindest zu begrenzen. Dabei sind jedoch die Dekompressionszeiten zu beachten, um einen allzu rasanten Anstieg und somit den Auftritt der Dekompressionskrankheit zu vermeiden.

Gerade hierbei ist es wichtig, mit Kollegen und Freunden zu tauchen. Ist der Betroffene nicht mehr in der Lage, die Zeiten genau abzuschätzen, so begibt er sich beim Emporkommen nicht selten in Lebensgefahr.

Vorbeugende Maßnahmen gegen den Tiefenrausch

Das Auftreten der Krankheit ist insbesondere wegen seiner Abhängigkeit vom Einzelfall sehr tückisch. So lässt sich vorab meist nicht genau sagen, ob sich die Symptome einstellen und wann damit zu rechnen ist. Ratsam erweist es sich daher, vor dem Tauchgang auf Alkohol, Drogen und Medikamente zu verzichten.

Darüber hinaus muss die körperliche Fitness den Anforderungen entsprechen. Wer sich bereits müde und abgeschlagen fühlt, der verzichtet im Zweifelsfall auf ein weiteres Herabsteigen in die Tiefe.

Gleiches gilt für den mentalen Zustand: Ängste, Nöte, Panikanfälle und Ähnliches können ungeachtet ihrer Intensität ein sehr gutes Warnsignal darstellen.

Allerdings kann der Sportler auch über die Wahl seiner Ausrüstung zumindest beeinflussend auf die möglichen Gefahren reagieren. Hierbei ist speziell der Frage der verwendeten Pressluft ein erhebliches Augenmerk zu widmen.

Grundsätzlich gilt: Je tiefer der Taucher ins Meer hinabsteigt, desto eher sollte er dabei auf stickstoffhaltige Gase verzichten und diese durch ein Gemisch aus Helium ersetzen. Dieses ist zwar teurer und wird vorrangig nur in besonderen Gefahrenbereichen eingesetzt, wird im Ernstfall aber den Tiefenrausch etwas hinauszögern.

Ist das nicht möglich, so empfiehlt es sich, neben den Tiefen auch in regelmäßigen Abständen im flacheren Wasser zu tauchen und damit den Stickstoffgehalt im Organismus abzubauen.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Going under © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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