Verschiedene Formen des Yoga und neue Varianten

Spätestens, seitdem Yoga viele berühmte Anhänger hat, wird es in der gesamten Bevölkerung immer populärer. Entgegen manchen Vorstellungen hat es allerdings nichts mit Magie oder religiöser Trance zu tun, sondern zielt auf das Erreichen einer natürlichen Dehnbarkeit des Körpers und psychischer Ausgeglichenheit hin. Das Ziel lautet also: pure Entspannung von Körper und Geist. Wie dies gelingt, zeigen wir hier in Form von unterschiedlichen Yoga-Varianten.

In diesem Artikel informieren wir über unterschiedliche Yoga-Formen und geben zudem einen Überblick über neue, moderne Varianten

Yoga hilft in allen Lebensbereichen

Für viele Menschen lautet das oberste Ziel, Übergewicht abzubauen oder vorzubeugen. Gleichzeitig wollen sie auch insgesamt sportlicher werden.

Yoga kann dabei helfen, das perfekte Körpergewicht für die jeweilige Körpergröße zu erreichen. Es kombiniert überaus effektiv Atemübungen, die der Konzentration helfen, sowie auch als Entspannungstechnik eingesetzt werden können, mit einem ganzheitlichen Körpertraining - eine optimale Kombination, um seinen Körper nachhaltig und dauerhaft zu veränder, eine positive Veränderung, die letztendlich auch auf andere Lebensbereiche ausstrahlen wird.

Wenn Ihnen beigebracht wird, wie Sie beim Yoga ihren Körper optimal einsetzen, stärkt das nicht nur ihre Muskeln, sondern auch mentalen Fähigkeiten. Fit zu sein bedeutet

  • beweglich zu sein,
  • Kraft zu entwickeln und
  • mit Stress bewusst umgehen zu können.

All das kann mit Yoga ohne Umwege erreicht werden. Alle Yoga-Übungen beanspruchen die großen Muskelgruppen wie

in einer sehr komplexen Art und Weise, die zudem äußerst schonend für die Gelenke ist. Deshalb gilt Yoga als Sportart, die in jedem Alter, unabhängig der aktuellen Form oder der Körpergröße ausgeübt werden kann.

Das moderne Yoga vertraut auf die traditionellen Überlieferungen, die sich bewährt haben, und kombiniert diese sehr wirkungsvoll mit den neuen Erkenntnissen und Techniken aus der Sportwissenschaft. Damit geht Yoga weitaus umsichtiger mit seinen Wurzeln um, als viele andere Sportarten, und ist dennoch offen für das Wissen der Gegenwart. Eine Einstellung, die sich auf die Ausübenden überträgt und zu gefestigten Persönlichkeiten machen kann.

Yoga ist eine sehr gelenkeschonende Sportart
Yoga ist eine sehr gelenkeschonende Sportart

Die 6 Yoga-Wege

Die Yoga-Tradition entwickelte sich über Jahrtausende hinweg in der indischen Kulturgeschichte. In die westliche Welt hielt dieses Übungssystem vor ungefähr hundert Jahren Einzug.

Es existieren sechs unterschiedliche Yoga-Wege, die sich zu einer ganzheitlichen Art der Yoga zusammensetzen, die von vielen Yoga-Lehrern empfohlen wird. Allerdings lautet der Rat, das jedes Individuum selbst herausfinden muss, welche Übungen und Wege am besten für den eigenen Körper geeignet sind

.

Hatha Yoga

Als bekanntester Weg gilt Hatha Yoga, was zur Entwicklung des physischen Körpers dient. Es wird vor allem in den westlichen Ländern praktiziert und ist sehr körperbetont. Die Grundlage des Hatha-Yoga bildet das Gleichgewicht zwischen Geist und Körper.

Hatha Yoga unterteilt sich wiederum in acht Stufen, die in der vorgeschriebenen Reihenfolge beschritten und ausgeübt werden sollten. Diese umfassen

  • Übungen zu speziellen Stellungen,
  • Atemübungen und
  • Entspannungstechniken

    .

Säulen des Hatha-Yoga

Das Wort "Hatha" hat seinen Ursprung im indischen Sanskrit und steht für den Einfluss von Sonne und Mond. Diese gegensätzlichen Kräfte sollen durch das Hatha-Yoga in Einklang gebracht werden.

Ist im westlichen Kulturkreis von Yoga die Rede, meint man damit eigentlich das Hatha-Yoga. Das Hatha-Yoga wird von drei Säulen getragen. Dabei handelt es sich um

  • Asanas (körperliche Übungen) und
  • Pranayamas (Atemübungen) sowie
  • die Dhyanas, die Meditationsübungen.

So lassen sich durch die Kombination aus körperlichen Übungen, Atemübungen und Meditation sowohl Körper als auch

Geist und Seele stärken.

Voraussetzungen

Eine wichtige Grundlage, um positive Effekte durch Yoga zu erzielen, ist Ruhe und Entspannung. Wer mit Yoga beginnt, sollte sich daher erst langsam und geduldig an die verschiedenen Übungen herantasten. So braucht es oft viel Zeit und reichlich Übung, bis sich die Verspannungen innerhalb des Körpers lösen lassen und die positive Energie

fließen kann.

Raja Yoga und Kundalini Yoga

Raja Yoga dagegen wendet sich dem Geist zu und arbeitet mit unterschiedlichen Meditationstechniken, während sich Kundalini Yoga mit den Energiezentren des Körpers, auch Chakras genannt, beschäftigt.

Der Lehre nach existieren sieben dieser Chakras, die sich entlang der senkrechten Mittelachse des Körpers, also der Wirbelsäule, anordnen. Diese sind durch einen Kanal verbunden, durch den die Energie aufsteigen kann, wenn die einzelnen Chakras miteinander harmonisieren und geöffnet sind. Einzelne Details zu diesen Chakras - denen unterschiedliche Qualitäten des menschlichen Lebens zugeordnet werden - sowie ihre genaue Lage können in versch

iedenen Lehren variieren.

Karma Yoga

Eine aktivere Variante ist Karma Yoga oder das "Yoga der Tat". Es lehrt, sich dem Schicksal nicht passiv hinzugeben, sondern es als Chance zu begreifen. Es soll helfen, die Grenzen de

s eigenen Ichs zu finden.

Bhakti Yoga und Jnana Yoga

Übrig bleiben Bhakti Yoga, welches sich mit der Liebe zu Gott beschäftigt, und Jnana Yoga, welches sich mit philosophischen Fragen beschäftigt, denen versucht wird, sich durch Meditatio

n anzunähern.

Yoga-Varianten und Abwandlungen

Im Laufe der Zeit haben sich immer mehr Yoga-Varianten sowie moderne Awandlungen etabliert.

  • Beim "Vinyasa Yoga" ist eine eher tanzlastige Ausführung typisch.
  • "Ashtanga" ist hingegen sehr intensiv und sowohl auf körperliche wie geistige Kraft ausgerichtet.
  • "Bikram Yoga" orientiert sich wieder stärker an das klassische Yoga und der traditionellen Ausübung.

Obwohl sie alle unterschiedlich sind, entspringen die Varianten doch alle einem gemeinsamen Ursprung und bieten so den selben Nutzen. Auf einige Yoga-Varianten gehen wir

im Folgenden genauer ein.

Fitness Yoga

"Fitness Yoga" ist ein neuer Trend, der die kräftigenden und meditativen Elemente des klassischen Yogas mit fettverbrennenden Übungen aus der großen Fitnesswelt kombinieren will. "Fitness Yoga" konzentriert sich dabei auf Übungen, die bestimmte Körperbereiche und insbesondere den Bauch und unteren Rücken stärken und straffen sollen.

Dabei sind die Übungen in einem Kurs so zusammengestellt, dass der Körper ganzheitlich trainiert wird und keine Disbalancen entstehen. Die zum Teil sehr anspruchsvollen Elemente helfen dabei, eine hohe Konzentrationsgabe zu erlangen und gleichzeitig abzuschalten. Ein scheinbarer Widerspruch, den Yoga-Übende aber immer wieder erleben können.

Mit "Fitness Yoga" beweist das klassische Yoga, dass es in leichten Abwandlungen für viele Ziele und Zwecke ein lohnender Sport ist und viele Wege anbietet, die in unterschiedlichen Lebenssituationen als passend empfunden werden können, beispielsweise während einer Schwangerschaft oder der Rehabilitation von einer Verletzung od

er Krankheit.

Yoga-Variante Gyrokinesis

Das Konzept "Gyrokinesis" bedeutet übersetzt "kreisende Bewegungen" und soll vor allem bei Rückenbeschwerden und Verspannungen helfen. Trainiert werden aber auch die Wirbelsäule sowie die Bauch- und Beckenbodenmuskulatur.

Anders als bei den meisten sonstigen Yoga-Varianten findet das Programm nicht auf dem Boden oder mithilfe eines Balls, sondern auf einem Hocker statt. Ein klassisches Aufwärmprogramm gibt es ebenso wenig. Eingeleitet wird stattdessen mit einer "Erweckungszeremonie", die nach ihrer englischen Übersetzung "Awakening" heißt und aus ein

er Selbstmassage besteht.

Dreidimensionale kreisende Bewegungen

Erfunden wurde diese Yoga-Variante schon in den 70er Jahren von Juliu Horvath. Der Tänzer strebte eine "Aufrichtung von innen" an, die für eine gute Haltung sorgen solle.

Nicht umsonst erinnern einige der Bewegungen tatsächlich an einen Tanz. Zentraler Bestandteil der Übungen ist es, seinen Körper auf dem Hocker unter Spannung zu setzen und bestimmte Körperteile anschließend kreisen zu lassen oder die Zehen beispielsweise in einem Spagat auseinander zu drücken.

Wie bei den meisten Yoga-Übungen spielt auch die Atmung bei Gyrokinesis eine zentrale Rolle. Die Sauerstoffeinnahme wird bei dem Konzept sogar besonders akzentuiert eingesetzt und hört sich wie intensives Stöhnen an. Viele Aktive beschreiben, dass sie sich an diesen Aspekt ers

t hätten gewöhnen müssen.

Luftige Kleidung ist unverzichtbar

Viele Yoga-Varianten kann man problemlos alleine mit einem Buch in den heimischen vier Wänden machen. Gyrokinesis ist dabei die Ausnahme. Aufgrund der Fremdartigkeit des Konzepts ist die Traineranleitung unverzichtbar und man sollte sich deshalb für einen Kurs entscheiden.

Bei diesem ist luftige und bequeme Kleidung der Schlüssel zum Trainingserfolg, denn ansonsten wird das Vorhaben, Körperteile unter maximaler Körperspannung kreisen zu lassen, noch weiter erschwert.

Beachtet man diese Punkte jedoch, wird man schon nach kurzer Zeit belohnt. Teilnehmer an den Übungen berichten immer wieder, man fühle sich schon nach einer Sitzung geschmeidig und entspannt. Auch gegen Rückenschmerzen helfe das Programm fast schon blitzartig und vertreibe d

iese gekonnt.

Viniyoga: Der Mensch im Mittelpunkt

Immer mehr Menschen wissen die wohltuende Wirkung von Yoga auf Körper, Geist und Seele zu schätzen. Vor allem Viniyoga gewinnt immer mehr Anhänger, denn diese Yogaform stellt den einzelnen Menschen und dessen Persönlichkeit in den Mittelpunkt und richtet sich nach seinen augen

blicklichen Bedürfnissen.

Das persönliche Fitnesslevel ist entscheidend

Mit Yoga schafft sich der Mensch eine Insel der Ruhe und findet wieder zu innerer Balance. Doch viele Yogaübungen sind schwierig und nicht jeder ist in der Lage, sich wie ein indischer Meister zu verrenken.

Viniyoga ist ein besonderer Yogastil und beinhaltet Yogatechniken, die an das persönliche Fitnesslevel angepasst sind und nicht umgekehrt. Alle Übungen berücksichtigen individuelle Fähigkeiten und orientieren an den jeweiligen Gegebenheiten.

Bisher verzeichnen besonders therapeutische Anwendungen verblüffende Erfolge. Der große Yogameister Sri Krishnamacharia hat die spezielle Sichtweise dieser Yogaform geprägt, indem er die Möglichkeiten eines jeden Menschen in d

en Fokus stellte.

Die positive Wirkung des Viniyoga

Viniyoga hat nicht zum Ziel, eine Reihe akrobatischer Einlagen zu erlernen, sondern passt sich an die Gegebenheiten des Yogaschülers an. Qualifizierte Yogalehrer bringen vor der Yogastunde in Erfahrung, welche körperlichen und seelischen Beschwerden vorliegen und richten die Yogasequenzen danach aus. Dabei spielen Faktoren wie Vorerkrankungen, Beruf und allgemeine Lebensumstände eine Rolle.

Viniyoga folgt keinen esoterischen Ansätzen, sondern versteht sich als Yogastil zur individuellen Gesundheitsförderung. Je nach Zielsetzung steht

im Vordergrund. Die Vorteile von Viniyoga:

  • Yogaübungen nach persönlichen Möglichkeiten
  • Auf körperliche und seelische Gegebenheiten abgestimmte Yogaeinheiten
  • Jederzeit Anpassung an veränderte Lebenssitua

    tionen