3. August 2010
Als Koffein bezeichnet man ein Alkaloid. Es zählt zu den Stimulantien.
Bei Koffein oder Coffein handelt es sich um ein Alkaloid, das zur Stoffgruppe der Xanthine gehört. Man zählt es zu den psychoaktiven Drogen und Stimulantien.
Koffein ist ein Bestandteil von zahlreichen Genussmitteln wie Kaffee, Tee, Energy-Drinks oder Cola-Getränken und besitzt eine anregende Wirkung. In seiner reinen Form ist es ein geruchloses, weißes und kristallines Pulver, das einen bitteren Geschmack aufweist. Keine andere pharmakologisch aktive Substanz ist auf der Welt so häufig verbreitet wie Koffein.
Koffein ist bekannt und beliebt für seine anregende Wirkung. Es hat zahlreiche pharmakologische Effekte auf den menschlichen Organismus. So regt es das Zentralnervensystem (ZNS) an, steigert die Herzfrequenz, erhöht die Kontraktionskraft des Herzens, sorgt für Bronchialerweiterung, wirkt erweiternd auf die peripheren Blutgefäße, stimuliert die Peristaltik des Darms und fördert die Glycogenolyse und Lipolyse. Darüber hinaus hat Koffein auch einen leicht harntreibenden Effekt, da es die Rückresorption von Wasser aus dem Primärharn hemmt. Obwohl Koffein über ein breites Wirkungsspektrum verfügt, dient es in geringen Mengen vorwiegend als Stimulans. Dabei werden vor allem die Psyche, die Konzentration und der Antrieb gesteigert. Darüber hinaus wird dem Auftreten von Müdigkeit entgegengewirkt. Durch höhere Koffeinmengen werden auch das Atemzentrum und der Kreislauf stimuliert. In geringerer Konzentration wirkt Koffein vor allem auf die sensorischen Hirnrindeteile, während durch höhere Dosen auch die motorischen Gehirnzentren beeinflusst werden. Dabei wird eine Spannung der Hirngefäße bewirkt, wodurch es zu einer Erhöhung der Aufmerksamkeit und des Konzentrationsvermögens kommt. Außerdem wird das Schlafbedürfnis verringert, da Ermüdungserscheinungen beseitigt werden. Die Erhöhung des Blutdrucks fällt dabei nur gering aus und verschwindet bei längerer Einnahme gänzlich. Ermöglicht wird das breite Wirkungsspektrum von Koffein durch eine Reihe von Wirkungskomponenten. Dabei wird auf molekularer Ebene in spezielle Zellvorgänge eingegriffen. So ist das Koffein in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke nahezu ungehindert zu überschreiten und seine anregende Wirkung im Zentralnervensystem zu entfalten.
Als Entdecker des Koffeins gilt der Apotheker und Chemiker Friedhelb Ferdinand Runge (1794–1867), der auf Johann Wolfgang von Goethes (1749–1832) Anraten Untersuchungen des Kaffees vornahm, um die anregende Substanz des Genussmittels zu entdecken. Im Jahre 1820 schaffte Runge schließlich die Isolation von reinem Koffein aus Kaffeebohnen, wodurch er als Entdecker des Koffeins angesehen wird. Außerdem gelang es 1821 einigen französischen Apothekern Koffein zu isolieren.
Ebenso Koffein ist Thein oder Tein, der Wirkstoff, der in Schwarzem und Grünem Tee vorkommt. Der Unterschied zwischen Koffein aus Tee und Koffein aus Kaffee besteht darin, dass das Alkaloid unterschiedlich freigesetzt wird. So besteht bei Koffein aus Kaffee eine Bindung an einen Chlorogensäure-Kalium-Komplex. Dieser setzt nach dem Kontakt mit der menschlichen Magensäure das Koffein sofort frei. Dagegen besteht bei Koffein aus Tee eine Bindung an Polyphenole, wodurch es zu einer Freisetzung des Alkaloids erst im Darm kommt. Als Folge davon tritt die anregende Wirkung später ein, hält dafür aber länger an.
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