17. Juni 2009
(dgk) Größere Mengen Kalzium in der Nahrung (Milchprodukte) oder auch in Form von Nahrungsergänzungsmitteln schützen Frauen offenbar davor, an verschiedenen Krebsarten – vor allem Krebsarten des Verdauungsapparates wie dem Darmkrebs – zu erkranken. Bei Männern ist der generell positive Effekt so nicht feststellbar; immerhin aber haben sie bei erhöhter Kalziumaufnahme wohl ein vermindertes Risiko, Tumore im Darmtrakt (vor allem Dickdarmkrebs) zu bekommen.
Das jedenfalls legt eine aktuelle, groß angelegte epidemiologische Studie aus den USA um Dr. Yikyung Park vom National Cancer Institute nahe. Die Wissenschaftler hatten die Daten von fast 300.000 Männern und rund 200.000 Frauen aus der "National Institutes of Health-AARP Diet and Health Study" ausgewertet, die über mehrere Jahre regelmäßig Auskunft über ihre Ernährungsgewohnheiten und eventuelle Aufnahme von Nahrungsergänzungsmitteln gaben. Diese Daten setzten die Forscher in Beziehung zu dem staatlichen Krebsregister. Über einen Zeitraum von sieben Jahren wurden 36.965 Tumorerkrankungen bei den Männern und 16.605 bei den Frauen diagnostiziert.
Die Auswertung der Forscher ergab, dass bei den weiblichen Studienteilnehmern eine höhere Kalziumzufuhr insgesamt mit einem geringeren Krebsrisiko verbunden war. Dies galt allerdings nur bis zu einer Aufnahme von bis zu 1.300 mg Kalzium pro Tag; höhere Dosen reduzierten das Krebsrisiko nicht weiter. Besonders ausgeprägt war der Zusammenhang zwischen der Kalziumgabe und dem verringerten Risiko, Tumore im Verdauungstrakt (insbesondere Dickdarmkrebs) zu entwickeln. Bei Männern hingegen zeigte die täglich aufgenommene Kalzium-Menge lediglich einen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko für Tumore im Verdauungstrakt, nicht aber auf das Risiko, an anderen Krebsarten zu erkranken.
Wie die Forscher mit Verweis auf ältere Studien erklären, kann Kalzium offenbar übermäßiges Zellwachstum verhindern und außerdem an Gallenflüssigkeit und Fettsäuren binden, was sich schützend auf das Darmepithel (Zellschicht, die den Darm auskleidet) auswirken könne.
Quelle:
Yikyung Park, Michael F. Leitzmann, Amy F. Subar, Albert Hollenbeck, Arthur Schatzkin, Dairy Food, Calcium, and Risk of Cancer in the NIH-AARP Diet and Health Study, Arch Intern Med. 2009;169(4):391-401. Abstract: http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/short/169/4/391
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