Schlangenbisse - Ursachen, Symptome und Behandlung

Schlangenbisse sind schmerzhaft und können schlimme Folgen haben. In manchen Fällen enden sie sogar tödlich.

Die Entstehung von Schlangenbissen und wie man sie erkennen und behandeln kann

Definition

Schlangenbisse sind Bisswunden, die von Schlangen verursacht werden. Bei Bissen durch Giftschlangen besteht zudem die Gefahr einer Vergiftung.

Wann und warum Schlangen beißen

In den meisten Fällen beißen Schlangen zu, wenn sie ihre Beute überwältigen wollen oder zur Abwehr, wenn sie sich bedroht fühlen. Immer wieder werden auch Menschen Opfer von Schlangenbissen, die dann von Vergiftungserscheinungen oder Infektionen bedroht werden. Allerdings kommt es nur in seltenen Fällen zu Schlangenbissen, da diese Reptilien sehr scheu sind und die Nähe von Menschen in der Regel meiden.

Für den Fall, dass sich Menschen einer Schlange nähern, registriert das Reptil dies mit seinen sensiblen Sinnesorganen und flüchtet. Gefahr besteht jedoch, wenn eine schlafende Schlange in ihrem Versteck gefunden wird und sich in die Enge getrieben und bedroht fühlt.

Weltweit sterben jährlich etwa 100.000 Menschen an Schlangenbissen. Touristen sind davon nur selten betroffen. Meist handelt es sich bei den Bissopfern um Einheimische, die z.B. bei der Feldarbeit gebissen werden. Bei einem unbehandelten Schlangenbiss liegt die Sterblichkeit bei etwa 20%.

Ursachen

Die meisten Schlangenbisse passieren in tropischen Ländern oder Gebieten, in denen Schlangen beheimatet sind. In Deutschland kommen Schlangenbisse nur selten vor.

Sie können in manchen Gebieten passieren, in denen die heimische Kreuzotter vorkommt. Diese greift jedoch nur in seltenen Fällen an.

Eine Ursache können Wander- oder Klettertouren sein, bei denen man eine Kreuzotter aufscheucht. Da bei einem Kreuzotterbiss jedoch nur selten Gift abgesondert wird, kommt es nur selten zu Symptomen wie Atemnot oder einem Kreislaufschock. Gefährdet dafür sind vor allem Kinder und ältere Menschen.

In manchen Fällen kann es jedoch zu Schlangenbissen kommen, weil sich Menschen bestimmte Arten von Schlangen zu Hause halten. Durch Fahrlässigkeit, nicht artgerechte Haltung oder bei der Fütterung kann es mitunter zu Bissen von gefährlichen Reptilien mit bösen Folgen kommen.

Verlauf

Der Verlauf eines Schlangenbisses hängt auch von der Art der Schlange ab und ob und wie viel Gift in die Blutbahn gelangt ist. Während der Biss einer einheimischen Kreuzotter nur selten Komplikationen nach sich zieht, kann der Biss einer tropischen Giftschlange unbehandelt im schlimmsten Fall sogar den Tod zur Folge haben.

Symptome

Erste Anzeichen eines giftigen Schlangebisses treten nach etwa 30 Minuten auf. Die Symptome bei Schlangenbissen sind unterschiedlich, da es die verschiedensten Arten von Schlangen gibt, die eine unterschiedliche Gefährlichkeit aufweisen. Schlangengifte wirken auf verschiedene Weise.

In allen Fällen entstehen jedoch Schmerzen und Schwellungen. Häufig schwellen die Lymphknoten der Umgebung an. Oft kommt es auch zu Symptomen wie:

Besonders schlimm sind Schlangenarten wie Kobras, die ihr Gift auch speien können, wodurch es sogar zu einer Erblindung kommen kann. Auf jeden Fall muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose

Eine Diagnose kann bereits aufgrund der Symptome und der Situationsschilderung gestellt werden. Meist ist eine 24-stündige stationäre Beobachtung erforderlich.

Behandlung

Wenn es zu einem Schlangenbiss kommt, muss so rasch wie möglich ein Transport zum nächsten Krankenhaus durchgeführt werden. Der Betroffene sollte Ruhe bewahren und das gebissene Körperteil ruhig gestellt werden, damit es nicht zu einer schnelleren Verbreitung des Giftes im Körper kommt. Wegen der sich ausbreitenden Schwellung sollten Armreife oder Ringe entfernt werden.

Keinesfalls sollten Maßnahmen wie

  • Aussaugen der Bissstelle
  • Einschnitte in die Bisswunde
  • intensives Kühlen
  • Abbinden von Arm oder Bein

vorgenommen werden, da sich der Zustand des Betroffenen dadurch noch weiter verschlimmern kann. Schlangengifte haben häufig Einfluss auf das Gerinnungssystem, so dass es bei Einschneiden der Bissstelle zu starken Blutungen kommen kann. Die einzige meist negative Folge des Abbindens ist das Absterben von Gliedmaßen.

Flüssigkeit kann in Form von Tee oder Wasser verabreicht werden. Im Krankenhaus wird der Patient mindestens 24 Stunden lang beobachtet.

Darüber hinaus werden abschwellende Maßnahmen ergriffen. Dafür werden kühlende Umschläge auf die Bisswunde gelegt. Außerdem werden der Kreislauf und die Blutgerinnung überwacht.

Falls erforderlich, wird auch eine Tetanusspritze verabreicht. In schweren Fällen mit akuten Vergiftungserscheinungen kommt ein Schlangen-Antiserum zur Anwendung.

Vorbeugung

Giftschlangen gibt es auf der ganzen Welt. Die Wahrscheinlichkeit auf Giftschlangen zu treffen ist allerdings im Westen der USA, in Südamerika und in tropischen Ländern am größten. Für den Fall, dass man in Gegenden in denen Giftschlangen leben unterwegs ist, gibt es einige Vorsorgemaßnahmen zu beachten.

  • Tragen Sie bei Wanderungen immer lange Hosen und festes Schuhwerk (im Idealfall knöchelhohe Wanderstiefel)
  • Um Schlangen zu verscheuchen treten Sie stets mit festem Tritt auf und schleichen Sie nicht
  • Greifen Sie nie unbedacht in Felsspalten oder in dichtes Geäst
  • Schauen Sie erst immer genau hin, bevor Sie sich irgendwo hinsetzen
  • Gehen Sie nachts nur mit ausreichender Beleuchtung raus
  • Untersuchen Sie abgelegte Kleidung dringend vor dem Anziehen

Falls es zu einer Konfrontation mit einer Schlange kommt, darf man sie nicht in die Enge treiben, sondern sollte langsam zurückweichen und ihr einen Fluchtweg lassen.

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  • Attacking snake / Atheris nitschei © mgkuijpers - www.fotolia.de

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