Prellungen - Ursachen, Symptome, Arten und Behandlung

Schwarz-weiß Bild Mann mit Armschmerzen hat Hand auf rot beleuchteten Arm gelegt

Die Entstehung von Prellungen und wie man sie behandeln kann -zum Beispiel die Fingerprellung, Handgelenksprellung, Armprellung, Schulterprellung, Schienbein- und Knöchelprellung

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  • von Paradisi-Redaktion

Prellungen zählen zu den häufigsten Verletzungen. Es gibt verschiedene Arten von Prellungen.

Definition

Prellungen (Kontusionen) gehören zu den häufigsten Alltagsverletzungen. Fast jeder Mensch zieht sich im Laufe seines Lebens Prellungen zu. Besonders gefährdet sind dabei Sportler oder spielende Kinder.

Bei Prellungen kommt es zu einer Quetschung der Blut- und Lymphgefäße. Dabei wird weiches Gewebe, wie beispielsweise ein Muskel, gegen härtere Strukturen des Gewebes wie Gelenkkapseln oder Knochen gedrückt.

Während die Haut unverletzt bleibt, bildet sich jedoch ein Ödem. Verursacht durch einen dumpfen Stoß, kommt es zu einem Platzen von Lymphgefäßen und kleinen Kapillaren.

Dadurch sammelt sich das Blut unter der Haut und es bildet sich eine Schwellung, die eine blaue bis violette Färbung annimmt. Außerdem entsteht ein Hämatom (Bluterguss) mit gleichzeitiger Wärmebildung bis hin zu einer Entzündung.

Ursachen

Hervorgerufen werden Prellungen durch unmittelbare, stumpfe Einwirkung von Gewalt. Hauptursachen sind

  • stumpfe Schläge
  • Stöße und
  • Stürze.

Prellungen entstehen häufig bei sportlichen Aktivitäten. Daher gilt eine Prellung auch als typische Sportverletzung.

Besonders beim Fußball kommt es, aufgrund von Zweikämpfen beim Spiel, ständig zu Prellungen. Augenprellungen können durch den Aufprall eines Balles beim Fußball, Squash oder Tennis entstehen.

Auch im Wintersport gehören Prellungen aufgrund von Stürzen zum Alltag. Aber ebenso durch Unfälle im Haushalt, am Arbeitsplatz oder beim Spielen von Kindern kann es schnell zu einer Prellung kommen.

Verlauf und mögliche Komplikationen

Äußere Prellungen verlaufen in der Regel harmlos. Je schneller eine Behandlung erfolgt, desto rascher setzt der Heilungsprozess ein. In manchen Fällen kann es jedoch zu schweren Blutergüssen kommen, die durch eine Operation entfernt werden müssen.

Bei Muskelprellungen können Komplikationen, wie eine Druckerhöhung im Muskel, entstehen, was auch Kompartmentsyndrom genannt wird. Dabei kann es zu einem Absterben des Muskels kommen, was eine rasche Operation erforderlich macht.

Symptome

Ein typisches Merkmal von Prellungen ist, dass die Oberfläche der Haut dabei weitgehend intakt bleibt, während es zu einer Quetschung der darunter befindlichen Weichteile kommt. So wird bei einer Kontusion das weiche Gewebe gegen die härteren Körperstrukturen wie Gelenkkapseln oder Knochen gedrückt.

Typische Symptome einer Prellung sind:

  • ein blauer Fleck, der durch den Bluterguss verursacht wird
  • Schmerzen
  • Schwellungen
  • Muskelverhärtungen und
  • Bewegungseinschränkungen

Das Hämatom entsteht, wenn Risse in den Gefäßen zu Blutungen in die Zellzwischenräume führen.

Arten von Prellungen

Je nach Lokalisation teilt man Prellungen in verschiedene Arten ein. Dazu gehören

  • Muskelprellungen
  • Hautprellungen
  • Nervenprellungen
  • Gelenkprellungen
  • Knochenprellungen sowie
  • Prellungen der inneren Organe.

Zu Kontusionen kann es an den unterschiedlichsten Körperstellen kommen. So zum Beispiel an

Gelenkprellungen

Die Prellung am Sprunggelenk ist schmerzhaft
Die Prellung am Sprunggelenk ist schmerzhaft

Von Gelenkprellungen sind vor allem besonders häufig betroffen:

Symptome sind Blutergüsse im Gelenk, die sehr schmerzhaft sind sowie eine Funktionseinschränkung des betroffenen Gelenks.

Muskelprellungen

Muskelprellungen gelten als besonders schmerzhaft, da sich der Bluterguss zwischen den Muskelfasern bildet. Es kommt zu einem unmittelbaren Einsetzen der Schmerzen sowie zu Bewegungseinschränkungen. Entsteht dabei eine größere Schwellung, bildet sich oftmals eine Muskelverhärtung.

Knochenprellungen

Knochenprellungen treten häufig am Schienbein auf
Knochenprellungen treten häufig am Schienbein auf

Zu Knochenprellungen kommt es an Körperpartien, an denen der Knochen lediglich von einer dünnen Hautschicht umgeben wird. Dies ist zum Beispiel am Schienbein der Fall. Wird das Schienbein durch einen Tritt in Mitleidenschaft gezogen, kommt es zu einem Riss der Blutgefäße der Knochenhaut, wodurch ein Bluterguss zwischen Knochenhaut und Knochen entsteht.

Da die Knochenhaut sehr schmerzempfindlich ist, sind die Schmerzen an dieser Stelle besonders ausgeprägt. Die starken Schmerzen dauern jedoch nur wenige Minuten.

Augenprellungen

Eine Prellung des Auges wird durch einen Schlag auf das Auge verursacht. Dadurch entsteht eine Einblutung in das Auge. Bei einer solchen Prellung sollte besser ein Arzt aufgesucht werden, um das Auge nach möglichen weiteren Verletzungen zu untersuchen.

Prellungen innerer Organe

Diese Art von Prellung ist die schwerste Form, kommt aber nur selten vor. Sämtliche Organe können davon betroffen sein, wie:

In manchen Fällen können erst später Symptome auftreten. Daher sollte bei einem Verdacht auf Prellungen von inneren Organen stets ein Arzt aufgesucht werden.

Bei Verdacht auf Prellung der inneren Organe sollte man stets zum Arzt gehen
Bei Verdacht auf Prellung der inneren Organe sollte man stets zum Arzt gehen

Diagnose

Anhand der äußeren Symptome lässt sich eine Prellung schnell feststellen und entsprechend behandeln. Um das genaue Ausmaß einer Verletzung festzustellen, werden Ultraschall- oder auch Röntgenuntersuchungen durchgeführt.

Behandlung

Bei sämtlichen Prellungen sollte rasch mit der Behandlung begonnen werden. Für den Fall einer akuten Prellung gibt es einige Behandlungsmöglichkeiten. Wichtig ist dabei, dass der Austritt von Blut in das Gewebe reduziert wird.

Erste Hilfe

Eine bewährte Erste-Hilfe-Maßnahme ist die so genannte PECH-Regel. "PECH" steht für Pause, Eis, Compression (Kompression) und Hochlagern. Das heißt, dass sich der Patient schont, die betroffene Körperstelle mit Eis oder kaltem Wasser kühlt, sie hochlagert und einen Kompressionsverband anlegt.

Gekühlt werden sollte für etwa 30 Minuten mit speziellen Gelen, Kühlaggregaten oder Umschlägen. Eine Kühlung bewirkt ein Zusammenziehen der Blutgefäße und kann so den Austritt von Blut verhindern; Blutergüsse können so vermieden werden.

Wichtig ist, diese Maßnahmen so rasch wie möglich durchzuführen, um größere Hämatome zu verhindern und die Behandlungsdauer zu verkürzen. Die weitere Behandlung hängt davon ab, wie schwer die Verletzung ist und welche Körperstellen betroffen sind.

Prellungen und Verstauchungen kann man auch selbst behandeln

Fußgelenk bekommt einen Verband angelegt
Verband auf den Fußgelenk anlegen © Marina Bartel - www.fotolia.de

Schnell ist es passiert, man hat sich beim Laufen den Fuß verdreht oder auch durch einen Fall eine Prellung zugezogen. Danach muss man aber nicht sofort zum Arzt, denn auch eigene Behandlungen sind hierbei ausreichend. So sollte man die geprellten und verstauchten Körperteile erst einmal zwei bis drei Stunden kühlen, wobei man die Kompresse pro Stunde für einige Minuten entfernt, wie auch die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in Berlin empfiehlt.

In dieser Zeit werden die Muskeln stärker durchblutet, was sonst erst wesentlich später geschieht und dann zu noch stärkeren Schmerzen führen kann. Gegen die Schwellungen sollte bei der Kühlung auch ein sogenannter Kompressionsverband angelegt werden, wobei aber die Spannung regelmäßig überprüft werden muss. Das betroffene Bein oder den Arm am besten hochlagern, so dass das Blut auch leichter abfließen kann.

Ärztliche Behandlung

Für den Fall, dass man sich über das Ausmaß der Verletzung nicht im Klaren ist, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Gleiches gilt, wenn die Schwellungen auch durch das Kühlen nicht verschwinden oder das betroffene Körperteil nach Tagen noch stark schmerzt.

Der Arzt kann feststellen, ob es sich um eine ernste Verletzung oder lediglich um eine Blessur handelt. Besonders wenn die Augen, der Kopf oder der Bauch betroffen sind, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Falls erforderlich, verordnet der behandelnde Arzt Schmerzmittel oder entzündungshemmende Präparate. Neben entzündungshemmenden Präparaten kommen vor allem Mittel zum Einsatz, die mögliche Flüssigkeitsansammlungen in den Geweben abbauen.

In seltenen Fällen kann es nötig sein, eine Drainage zu legen, damit die angesammelte Flüssigkeit austreten kann. Bei größeren Blutergüssen in den Gelenken kommt es oftmals zur Anwendung einer Punktion, bei der die Flüssigkeit mit einer Nadel abgesaugt wird.

In seltenen Fällen müssen Blutergüsse auch durch eine Operation beseitigt werden.

Vorbeugung

Generelle Vorsorgemaßnahmen gegen Prellungen sind nur schwer zu treffen. Bei bestimmten sportlichen Aktivitäten kann das Tragen von Schienbeinschützern, Gelenkschonern oder von Helmen vor Prellungen schützen.

Auf den folgenden Seiten gehen wir etwas näher auf verschiedene Prellungen ein.

Arten von Prellungen

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Quellenangaben

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  • Bildnachweis: Ankle Injury © BVDC - www.fotolia.de
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  • Bildnachweis: magen illustration © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

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