Übersicht und Entwicklung verschiedener Impfprogramme

Impfungen: Spritze auf Impfpass

Wichtige Impfungen und Geschichte des jeweiligen Impfstoffes

Zu den wichtigsten medizinischen Präventivmaßnahmen zählen Schutzimpfungen. Dabei bringt man einen Impfstoff in abgeschwächter Form in den Körper ein.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Impfungen

Eine Impfung, die man auch als Vakzination bezeichnet, dient dazu, den Organismus vor bestimmten gefährlichen Infektionskrankheiten zu schützen. Im Rahmen einer Schutzimpfung verabreicht man dem Körper einen Impfstoff, der abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger enthält.

Auf diese Weise wird das Abwehrsystem des Organismus dazu gebracht, so genannte Antikörper zu bilden, damit es zu einer langen Immunität gegen die auslösenden Erreger kommt.

Geschichte der Impfung

Seuchen und Epidemien führten bis ins 19. Jahrhundert zu hohen Erkrankungs- und Todesraten. So fielen beispielsweise 30 Prozent aller Pocken-Patienten dieser Infektionskrankheit zum Opfer.

Spritze auf einem Impfausweis

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelang es jedoch endlich, Krankheitserreger wie Bakterien nachzuweisen, was zur Entwicklung der ersten Impfstoffe gegen Milzbrand und Tuberkulose führte. Schließlich starteten gegen Ende des Jahrhunderts die ersten landesweiten Impfprogramme.

Im Laufe der Zeit entwickelten Mediziner und Wissenschaftler immer mehr Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten wie Gelbfieber oder Kinderlähmung. Unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erfolgten seit 1967 weltweite Impfprogramme.

In Deutschland werden Impfempfehlungen von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Instituts abgegeben.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die unterschiedlichen Impfprogramme im Detail vor.

Impfung gegen Diphtherie (Bakterium Corynebacterium diphtheriae)

Die Diphtherie zählt zu den ansteckendsten und gefährlichsten Krankheiten der oberen Atemwege. Verursacht wird die Erkrankung von dem Gift des Bakteriums Corynebakterium diphtheriae. In früheren Zeiten nannte man die Diphtherie auch Würgeengel der Kinder, da sie vor allem Kinder befiel.

Zu den typischen Symptomen der Krankheit gehören:

Besonders gefährlich ist das Anschwellen der Rachenschleimhaut, wodurch die Patienten kaum noch Luft bekommen. In vielen Fällen hat Diphtherie einen tödlichen Verlauf.

Entwicklung des Impfstoffes

  • Im Jahr 1888 gelang es den Medizinern Emile Roux (1853-1933) und Alexandre Yersin (1863-1943), das Diphtherietoxin nachzuweisen.
  • 1891 entwickelte der deutsche Bakteriologe Emil von Behring (1854-1917) gemeinsam mit dem Immunologen Erich Wernicke (1859-1928) ein Diphtherieheilserum, das eine Heilungsquote von 75 Prozent aufwies.
  • 1898 erfolgte eine passive Immunisierung gegen die Krankheit durch ein neutralisiertes Diphtherietoxin.
  • Eine aktive Impfung mit Diphtherietoxoid ist seit 1923 möglich.

In Deutschland tritt die Diphtherie heutzutage aufgrund von Impfschutz und verbesserten hygienischen Verhältnissen kaum noch auf. In bestimmten Ländern, wie den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, kam es in den letzten Jahren jedoch wieder zu einem Wiederaufflackern der Krankheit.

Impfstoff

Bei einer Diphtherie-Impfung handelt es sich um einen Totimpfstoff, der aus dem abgeschwächten Toxin des Diphtherie-Erregers besteht. Verabreicht wird der Impfstoff durch eine Spritze in den Muskel

Die Grundimmunisierung erfolgt in der Regel im Säuglingsalter zusammen mit anderen Standardimpfungen.

Im Alter zwischen 5 und 6 Jahren sowie zwischen 9 und 17 Jahren muss eine Auffrischungsimpfung erfolgen. Im Erwachsenenalter sollte die Auffrischung alle zehn Jahre stattfinden.

Empfohlen wird eine Impfung gegen Diphtherie von der STIKO für alle Kinder und Erwachsenen. Größere Nebenwirkungen sind bei einer Diphtherie-Impfung nicht zu befürchten.

Gelegentlich kommt es zu:

Impfung gegen FSME (FSME-Virus)

Unter FSME versteht man eine Frühsommer-Meningo-Enzephalitis. Ausgelöst wird die Infektionskrankheit von FSME-Viren, die durch Zeckenbisse übertragen werden. Die Erkrankung tritt vor allem in den Monaten März bis November auf.

Besonders verbreitet ist FSME in den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern sowie in osteuropäischen Staaten. Aber ebenso tritt sie gelegentlich auf in:

Für Menschen, die in diesen Risikogebieten leben, ist eine Impfung empfehlenswert.

Entwicklung des Impfstoffes

  • 1956 gelang es erstmals, das FSME-Virus zu isolieren.
  • 1973 kam es am Wiener Institut für Virologie zur Herstellung des Impfstoffes FSME-immun.
  • Drei Jahre später erfolgte die industrielle Produktion. In den ersten Jahren wurden allerdings nur Waldarbeiter geimpft.
  • In den 90er Jahren brachte ein US-amerikanisches Pharmaunternehmen einen neuen Impfstoff heraus, der jedoch erhebliche Nebenwirkungen aufwies und daher im Jahr 2001 wieder vom Markt verschwand.
  • Verbesserte FSME-Impfstoffe, die sich sowohl für Erwachsene als auch für Kinder eignen, stehen seit 2002 zur Verfügung.

Impfstoff

Der FSME-Impfstoff ist ein Totimpfstoff, der abgeschwächte FSME-Viren enthält, von denen die Krankheit jedoch nicht mehr ausgelöst werden kann. Kinder lassen sich grundsätzlich ab dem ersten Lebensjahr impfen.

Bei Kindern unter drei Jahren treten allerdings häufiger Nebenwirkungen wie Fieber auf. Daher sollte eine geplante Impfung unbedingt mit dem Arzt ausführlich besprochen werden.

Insgesamt setzt sich die FSME-Impfung aus drei Injektionen zusammen.

  • Die ersten beiden Impfungen erfolgen im Intervall von ein bis drei Monaten.
  • Neun bis zwölf Monate später findet dann die dritte Injektion statt.

Die Dauer des Impfschutzes beträgt fünf Jahre. Danach ist eine Auffrischung erforderlich.

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs (Humane-Papillomviren)

Humane Papillomviren (HPV) werden als Ursache für einen großen Teil aller Gebärmutterhalskarzinome angesehen. Diese Krebsform gilt bei Frauen als zweithäufigste bösartige Tumorerkrankung auf der Welt.

Allein in Deutschland kommt es Jahr für Jahr zu ca. 6.000 Krankheitsfällen und ungefähr 1.500 Todesfällen durch Gebärmutterhalskrebs. Besonders betroffen sind Frauen zwischen 45 und 55 Jahren. Die Infektion erfolgt zumeist durch direkten Kontakt mit infizierter Schleimhaut oder Haut.

Bei rund 70 Prozent aller sexuell aktiven Frauen kommt es im Laufe des Lebens zu einer Infektion mit humanen Papillomaviren. Die überwiegende Mehrheit wird davon jedoch nicht krank. Gefahr besteht allerdings, wenn das Immunsystem des Körpers die Viren nicht ausschalten kann.

Seit einigen Jahren ist jedoch eine Impfung gegen HPV-Viren möglich.

Entwicklung des Impfstoffes

  • Einen Impfstoff gegen die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 gibt es seit dem Jahr 2006.
  • Ende 2007 wurde ein weiterer Impfstoff gegen die HPV-Typen 16 und 18 herausgebracht.

Bei dem Impfstoff handelt es sich um einen so genannten Totimpfstoff, der keine lebenden Viren enthält. Seine Zusammensetzung besteht aus Eiweißstoffen. Diese entsprechen den Oberflächenstrukturen der unterschiedlichen Virustypen.

Durch die HPV-Impfung versetzt man den Körper in die Lage, Antikörper gegen die Oberflächenpartikel zu bilden. Auf diese Weise lassen sich spätere Infektionen unterbinden.

Die Impfstoffe sind vor allem gegen die gefährlichen HPV-Typen 16 und 18 gerichtet. Diese beiden Typen verursachen etwa 70 Prozent aller Gebärmutterhalskarzinome.

Mit einem der beiden Impfstoffe ist es zudem möglich, sich gegen die HPV-Typen 6 und 11 impfen zu lassen, die 90 Prozent aller Genitalwarzen bei Frauen und Männern auslösen.

Impfempfehlung

Von der STIKO wird empfohlen, dass sich sämtliche Mädchen, die zwischen 12 und 17 Jahre alt sind, einer HPV-Impfung unterziehen. Dabei ist es wichtig, dass die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt wird.

In einem Zeitraum von sechs Monaten injiziert man den Impfstoff insgesamt dreimal in den Oberarm. Nach der dritten Injektion ist der Impfschutz vollständig wirksam.

Wie lange die Immunisierung anhält und ob eine Auffrischung erforderlich ist, ließ sich bislang noch nicht klären. Ebenso offen ist die Frage, ob eine HPV-Impfung von Männern zur Vermeidung von Gebärmutterhalskrebs beiträgt.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen der HPV-Impfung sind:

Die Kosten für die Impfung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Dennoch ist die Zahl der Impfungen in letzter Zeit zurückgegangen, was Gesundheitsexperten auf eine gestiegene Impfskepsis zurückführen.

Die Debatte um die Wirksamkeit der Impfung

Allerdings haben auch zahlreiche Wissenschaftler Zweifel an der Wirksamkeit der Impfung. So weisen sie darauf hin, dass durch das Impfen lediglich zwei der krebserregenden Papillomavirentypen bekämpft werden, obwohl es mindestens 13 Hochrisikotypen gibt.

Darüber hinaus treten bei manchen Geimpften auch schwerere Nebenwirkungen auf, Lähmungen oder Ohnmacht. Da erst seit wenigen Jahren geimpft wird, bestehen zudem keine Erfahrungen, was die Impfergebnisse und Langzeitfolgen anbelangt. Mit zuverlässigen Daten rechnen Mediziner erst in 20 bis 30 Jahren.

Auch die Impfempfehlung der STIKO ist umstritten. So arbeiten mehrere Mitglieder der Impfkommission, die im Jahr 2007 für die Impfung stimmten, für unterschiedliche Impfhersteller, worin die Kommission allerdings kein Problem sieht. Auch der Gemeinsame Bundesausschuss für Ärzte, Kassen und Patienten hat keinerlei Zweifel und bezeichnet die Impfung als alternativlos.

Die Kritiker der Papillomaviren-Impfung sehen dies anders und empfehlen jungen Mädchen, sich im Vorfeld genau zu informieren. Unabhängig davon, ob man sich impfen lässt oder nicht, sollte ab dem 20. Lebensjahr eine jährliche Vorsorgeuntersuchung durch einen Frauenarzt erfolgen.

Impfung gegen Gelbfieber (Gelbfieber-Virus)

Bei Gelbfieber handelt es sich um eine schwere Infektionskrankheit. Auslöser ist das Gelbfieber-Virus, welches nur in tropischen Regionen vorkommt, wie:

Die Übertragung des Krankheitserregers erfolgt durch Stechmücken. Von Mensch zu Mensch wird es hingegen nicht übertragen.

Jedes Jahr erkranken etwa 200.000 Menschen weltweit an Gelbfieber. Ohne eine Impfung nimmt die Krankheit häufig einen tödlichen Verlauf. Besonders betroffen sind Menschen zwischen 20 und 30 Jahren. So stirbt fast die Hälfte aller Erkrankten in diesem Alter.

Symptome des Gelbfiebers sind:

  • hohes Fieber
  • eine gelbliche Hautfärbung
  • äußere und innere Blutungen

Entwicklung des Impfstoffes

Im Jahr 1937 gelang es dem südafrikanischen Biologen Max Theiler (1899-1972) zusammen mit Hugh Smith einen Impfstoff gegen Gelbfieber zu entwickeln, sodass in den 40er Jahren größere Impfstoffmengen produziert werden konnten. Man gewinnt den Lebendimpfstoff, der abgeschwächte Gelbfieber-Viren enthält, durch Vermehrung in bebrüteten Hühnereiern.

Impfempfehlung

Für Babys unter neun Monaten eignet sich die Impfung allerdings nicht. Auch Menschen über 60 Jahren sollten eine Impfung mit ihrem Arzt aufgrund starker Nebenwirkungen ausführlich besprechen.

Da sich Gelbfieber nicht ursächlich behandeln lässt, ist es ratsam, vor Reisen in Gelbfieber-Regionen eine Gelbfieber-Impfung durchzuführen. In manche Länder darf man sogar nur dann einreisen, wenn zuvor eine Impfung erfolgt ist.

Allerdings kann nicht jeder Arzt gegen Gelbfieber impfen. So muss die Impfung an einer staatlich zugelassenen Impfstelle erfolgen.

Für einen ausreichenden Impfschutz genügt eine einmalige Injektion. Die Wirkung setzt bereits nach zehn Tagen ein. Die Dauer des Impfschutzes beträgt mindestens zehn Jahre.

Nebenwirkungen

In manchen Fällen kann es nach der Gelbfieber-Impfung zu leichten Nebenwirkungen kommen. Dabei handelt es sich meist um:

Impfung gegen Grippe (Influenza-Viren)

Bei der Influenza handelt es sich um eine hochansteckende Infektionskrankheit der Atemwege, die nicht mit einem deutlich leichter verlaufenden grippalen Infekt (Erkältung) zu verwechseln ist. Verantwortlich für die Erkrankung ist das Influenza-Virus. Dieses verbreitet sich vor allem durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch.

Da das Virus die Schleimhäute der Atemwege in Mitleidenschaft zieht und die Abwehrkräfte schwächt, wird der Organismus anfälliger für gefährliche Sekundärinfektionen wie eine Lungenentzündung oder eine Herzmuskelentzündung.

Impfempfehlung

In Deutschland ist die Influenza die Infektionskrankheit mit der höchsten Todesrate. Besonders gefährdet für schwere Komplikationen sind:

  • Senioren
  • Kinder
  • Menschen, die unter Vorerkrankungen leiden

Aus diesem Grund empfiehlt die STIKO eine Grippe-Impfung:

Das Gleiche gilt für Menschen, die aufgrund ihres Berufes viel mit anderen Menschen in Berührung kommen. Dabei handelt es sich vor allem um:

Impfstoff

Der Impfstoff gegen Influenza zählt zu den Totimpfstoffen. Das heißt, dass er aus Influenza-Viren gebildet wird, die nicht mehr in der Lage sind, die Krankheit auszulösen. Seine Herstellung erfolgt in bebrüteten Hühnereiern, die etwa zehn bis elf Tage alt sind.

Ein Problem ist allerdings, dass das Grippevirus seine Oberfläche von Jahr zu Jahr verändert, wodurch es das menschliche Abwehrsystem überlistet. Aus diesem Grund ist es erforderlich, eine Grippe-Impfung jedes Jahr zu wiederholen, da die Impfstoffe des Vorjahres ihre Wirksamkeit bald wieder verlieren und neu entwickelt werden müssen.

Keinen Schutz bieten Grippe-Impfstoffe gegen grippale Infekte, da für diese verschiedene andere Viren verantwortlich sind. Allerdings ist der Verlauf einer gewöhnlichen Erkältung weitaus milder.

Für eine Grippe-Impfung genügt eine einzige Injektion. Etwa 14 Tage nach dem Impfen setzt die schützende Wirkung des Impfstoffes ein. Ärzte empfehlen, die Impfung rechtzeitig vor Beginn der Grippesaison durchführen zu lassen. Nicht nötig sind Zeitabstände zu anderen Impfungen.

Nebenwirkungen

Normalerweise wird eine Grippe-Impfung gut vertragen. Gelegentlich können Nebenwirkungen auftreten, wie:

  • Reaktionen an der Einstichstelle
  • erhöhte Körpertemperatur
  • Müdigkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden

Impfung gegen Haemophilus influenzae Typ B (Bakterium Haemophilus influenzae b (Hib))

Bei Haemophilus influenzae Typ B (Hib) handelt es sich um ein Bakterium, das ausschließlich beim Menschen vorkommt und die Schleimhäute der oberen Atemwege befällt. Die Verbreitung des Erregers erfolgt von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion.

Symptome der Erkrankung

Bemerkbar macht sich die Erkrankung durch eine fiebrige Infektion von Nasen- und Rachenraum, die mit

einher gehen kann. Außerdem besteht die Gefahr von lebensbedrohlichen Komplikationen wie einer Kehldeckelentzündung (Epiglottis) mit Erstickungsanfällen oder einer eitrigen Hirnhautentzündung. Im schlimmsten Fall drohen bleibende Schäden wie:

Sogar das Eintreten des Todes liegt im Bereich des Möglichen. Besonders häufig tritt die schwere Erkrankung bei Babys im ersten Lebensjahr auf.

Impfung

Im Jahr 1990 wurde ein Impfstoff gegen Haemophilus influenzae Typ B in Deutschland eingeführt. Seither gingen die Infektionen mit dem Hib-Erreger um über 80 Prozent zurück. Die STIKO empfiehlt daher, alle Kinder unter fünf Jahren gegen die Krankheit impfen zu lassen.

Eine Impfung gilt auch deshalb als überaus wichtig, weil eine Antibiotika-Therapie aufgrund der Resistenz vieler Hib-Stämme häufig nicht mehr erfolgreich verläuft. Bei Kindern über fünf Jahren ist eine Hib-Impfung nur noch in Ausnahmefällen sinnvoll.

Bei den Impfstoffen gegen Hib handelt es sich in der Regel um Kombinationsimpfstoffe. Diese beinhalten einen Anteil der Hib-Komponente. Die Grundimmunisierung findet in vier Schritten statt. Festgelegt werden die Impftermine zumeist im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung U3.

Der Beginn der Immunisierung erfolgt im dritten Lebensmonat. Dabei erhält das Baby im Abstand von vier Wochen zunächst drei Injektionen. Ein halbes Jahr später findet dann der letzte Impftermin statt. Der Impfschutz hält mehrere Jahre vor. Eine Auffrischung ist nicht erforderlich, da bei älteren Kindern nur sehr selten Hib-Infektionen auftreten.

Injiziert wird der Totimpfstoff entweder intramuskulär in einen Muskel des Oberarms, des Oberschenkels oder des Gesäßes.

Ist das Kind schwer krank und leidet unter Fieber, raten Mediziner, die Impfung zu verschieben, da sonst die Gefahr besteht, dass das Immunsystem keine Abwehrstoffe gegen das Bakterium bildet.

Nebenwirkungen

Eine Hib-Impfung gilt als gut verträglich. In manchen Fällen können Nebenwirkungen auftreten, die jedoch meist harmlos sind. Dazu gehören:

  • kleine Schwellungen
  • Hautrötungen an der Injektionsstelle
  • erhöhte Temperatur
  • Magen-Darm-Probleme
  • Abgeschlagenheit

Impfung gegen Hepatitis A (Hepatovirus)

Zu Hepatitis A kommt es durch:

Verursacher der Krankheit ist das Hepatitis-A-Virus.

Bemerkbar macht sich die Infektion durch

  • eine Leberentzündung
  • Druckschmerzen im Oberbauch
  • Übelkeit und
  • Leistungsschwäche.

Besonders gefährdete Regionen und Einrichtungen

Besonders verbreitet ist Hepatitis A:

Nach Deutschland wird die Krankheit häufig durch Reisende eingeschleppt. Aber auch in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen kann das Virus auftreten.

Allerdings ist der Krankheitsverlauf bei Kindern meist mild, während Erwachsene längere Zeit unter erheblichen Beschwerden zu leiden haben.

In den meisten Fällen verläuft Hepatitis A jedoch positiv und heilt von selbst wieder ab. Zu Komplikationen kommt es nur selten. Nach überstandener Erkrankung herrscht eine lebenslange Immunität gegen das Virus. Als beste Schutzmaßnahme gegen die Infektion gilt eine Impfung.

Impfempfehlung

Sinnvoll ist eine Impfung gegen Hepatitis A vor Reisen in Gebiete, in denen eine mangelhafte Trinkwasserversorgung und schlechte hygienische Verhältnisse herrschen. Ebenfalls empfohlen wird eine Schutzimpfung:

  • medizinischem Personal
  • Personal in Kindertagesstätten
  • Menschen, die in psychiatrischen Einrichtungen arbeiten
  • Kanalarbeitern
  • Männern, die homosexuell aktiv sind
  • Patienten, die an einer chronischen Leberkrankheit leiden
  • Kontaktpersonen von Erkrankten wie zum Beispiel Angehörigen

Impfung

Der aktive Impfstoff zählt zu den Totimpfstoffen. Das heißt, dass er Teile des Virus enthält, die aber keine Krankheit auslösen können. Durch die Bildung von Antikörpern kann der Erreger im Ernstfall wirksam bekämpft werden.

Neben der Aktivimpfung ist auch eine passive Immunisierung gegen Hepatitis A möglich. Dabei werden fertige Antikörper gegen das Hepatitis-A-Virus verabreicht.

Den Impfstoff gewinnt man aus dem Blut von infizierten Menschen. Nach dem Reinigungsprozess erfolgt die Verarbeitung zu einem Impfstoff. Eine passive Impfung gilt als sinnvoll für Menschen, die sich nicht mehr rechtzeitig impfen lassen konnten oder in Berührung mit einem Kranken kommen. Der Schutz vor Hepatitis A hält allerdings nur ein paar Wochen an.

Verabreicht wird der Impfstoff in den Oberarm, das Gesäß oder den Oberschenkel.

  • Im Rahmen der Grundimmunisierung erfolgen zunächst zwei Injektionen.
  • Nach sechs bis zwölf Monaten wird dann eine Auffrischungsimpfung durchgeführt, um einen lang anhaltenden Impfschutz zu gewährleisten.

Bei erwachsenen Menschen beträgt die Immunität gegen den Erreger wenigstens 12 Jahre. Mitunter kann es sinnvoll sein, eine Hepatitis-A-Impfung mit einer Impfung gegen Typhus zu kombinieren. Auch eine gleichzeitige Impfung gegen Hepatitis B ist möglich.

Kinder lassen sich ab dem ersten Lebensjahr impfen. Eine passive Immunisierung lässt sich sogar schon bei Babys durchführen.

Nebenwirkungen

In manchen Fällen kommt es durch eine Hepatitis-A-Impfung zu leichten Nebenwirkungen wie:

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • erhöhter Körpertemperatur
  • Müdigkeit

Nicht empfehlenswert ist eine Impfung während der Schwangerschaft und der Stillzeit. So weiß man bisher nicht, ob das ungeborene Kind dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird.

Impfung gegen Hepatitis B (Hepatitis-B-Viren)

Ähnlich wie bei Hepatitis A handelt es sich auch bei Hepatitis B um eine Leberentzündung. Zu den typischen Symptomen der Krankheit, die vom Hepatitis-B-Virus (HBV) verursacht wird, gehören:

  • Übelkeit
  • Druckschmerzen im Oberbauch
  • Abgeschlagenheit

Die Übertragung des Virus erfolgt vor allem durch sexuelle Kontakte. Dabei nutzt der Erreger kleine Verletzungen der Haut und der Schleimhaut, um in den Körper einzudringen.

Das Hepatitis-B-Virus gilt sogar als noch ansteckender als das HI-Virus, das für die Immunschwächekrankheit AIDS verantwortlich ist.

In manchen Fällen kann die Erkrankung chronisch verlaufen und zu bleibenden Schäden führen.

Impfempfehlung

In Deutschland empfiehlt die STIKO seit 1995 eine aktive Immunisierung gegen Hepatitis B bei sämtlichen Babys und Kindern. Des Weiteren sollten sich folgende Personengruppen gegen das Virus impfen lassen:

  • Menschen, die in Heil- und Pflegeberufen tätig sind
  • Dialysepatienten
  • Reisende in Risikogebiete
  • HIV-Patienten
  • chronisch Leberkranke
  • Drogensüchtige

Das Gleiche gilt für Menschen, die häufig den Sexualpartner wechseln.

Impfung

Bei der Hepatitis-B-Impfung verabreicht man dem Patienten mit einer Spritze einen Totimpfstoff. Dieser setzt sich aus Teilen des Hepatitis-B-Virus zusammen. Das Injizieren des Impfstoffes erfolgt meist in den Oberarmmuskel. Impfungen in das Gesäß gelten als weniger zuverlässig.

Bei Babys erfolgt die Impfung normalerweise gemeinsam mit anderen Standardimpfungen wie zum Beispiel gegen:

  • Tetanus
  • Diphtherie
  • Kinderlähmung

Der Impfschutz dauert bis ins Erwachsenenalter an.

Für die Grundimmunisierung müssen insgesamt drei Injektionen verabreicht werden.

  • Die ersten beiden Impfungen führt man in einem Intervall von vier Wochen durch.
  • Ein halbes Jahr nach der ersten Injektion erfolgt dann die dritte Impfung.

Danach besteht ein Langzeitschutz von etwa zehn Jahren. Mithilfe einer Blutuntersuchung ist die Wirksamkeit der Impfung feststellbar. In Ausnahmefällen lässt sich auch eine passive Immunisierung durchführen.

Nicht ganz klar ist bislang, ob bei Hepatitis B eine Auffrischimpfung vorgenommen werden muss. Menschen, die zu den Risikogruppen zählen, befragen dazu am besten ihren Hausarzt.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen einer Hepatitis-B-Impfung sind:

  • Schwellungen und Hautrötungen an der Impfstelle
  • Müdigkeit
  • Fieber

Diese Beschwerden klingen jedoch nach ein paar Tagen wieder ab. Zu schweren Impfreaktionen kommt es nur sehr selten.

Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis-Bakterien)

Unter Keuchhusten (Pertussis) versteht man eine langwierige und ansteckende Atemwegserkrankung. Ausgelöst wird sie durch das Bakterium Bordetella pertussis. Während Keuchhusten zu Beginn der Krankheit in Form von erkältungsartigem Husten auftritt, kommt es später zu stakkatoartigen Hustenattacken.

Vor allem für Babys ist Keuchhusten sehr gefährlich, weil es bei ihnen sogar zu Atemstillstand kommen kann. Da sich Keuchhusten nur im Anfangsstadium ursächlich behandeln lässt, wird eine Impfung empfohlen.

Impfempfehlung

Nach Empfehlung der STIKO sollten sämtliche Kinder gegen Keuchhusten geimpft werden. In Deutschland kam es aufgrund von Impfmüdigkeit in den letzten Jahren wieder zu einem Anstieg der Erkrankung.

Seit 2009 empfiehlt die STIKO auch erwachsenen Menschen, sich gegen Keuchhusten impfen zu lassen. Die Impfung kann gleichzeitig mit einer Auffrischung gegen Diphtherie und Tetanus verbunden werden.

Grundsätzlich impfen lassen sollten sich:

  • medizinisches Personal
  • Mitarbeiter in Gemeinschaftseinrichtungen
  • Frauen im gebärfähigen Alter

Impfung

Als Impfstoffe kommen heutzutage azelluläre Stoffe zur Anwendung. Diese enthalten im Gegensatz zu früheren Jahren nicht mehr den kompletten Erreger, sondern nur noch bestimmte Teile, die für eine Immunantwort des Körpers benötigt werden. Die ap-Impfstoffe gelten daher als besser verträglich als die früheren Impfstoffe.

Nicht mehr zum Impfangebot gehört die passive Immunisierung gegen Keuchhusten, da sie sich als unwirksam erwies. Die Grundimmunisierung bei Babys nimmt man in der Regel zusammen mit weiteren Standardimpfungen wie zum Beispiel gegen

  • Kinderlähmung
  • Tetanus
  • Haemophilus influenzae Typ B oder
  • Diphtherie

vor. Das Festlegen der Impftermine erfolgt meist im Rahmen der U3-Vorsorgeuntersuchung.

Nach Empfehlungen der STIKO sollte die Grundimmunisierung im dritten Lebensmonat beginnen. Im Alter zwischen 5 und 6 Jahren wird eine Auffrischungsimpfung vorgenommen, die man mit einer Auffrischung gegen Diphtherie und Tetanus verbindet. Eine weitere Auffrischungsimpfung findet zwischen 9 und 17 Jahren statt.

Verabreicht wird die Injektion in den Oberarm, das Gesäß oder den Oberschenkel.

Nebenwirkungen

Dank neuer und besser verträglicher Impfstoffe, bei denen es sich um Totimpfstoffe handelt, kommt es heute nur noch selten zu Nebenwirkungen bei einer Keuchhusten-Impfung. Gelegentlich kommt es zu:

  • kleine Verhärtungen an der Einstichstelle
  • Schwellungen
  • Rötungen

Diese gehen jedoch von selbst wieder zurück. Nur selten kommt es zu kurzen Schreianfällen oder allergischen Reaktionen.

Impfung gegen Kinderlähmung (Polioviren)

In der Medizin bezeichnet man Kinderlähmung auch als Poliomyelitis oder Polio. Verursacher der hochansteckenden Infektionskrankheit ist das Poliomyelitis-Virus, das die Nervenzellen im Rückenmark, die für die Kontrolle der Muskeln sorgen, befällt.

Zwar ist der Krankheitsverlauf in den meisten Fällen leicht, bei rund einem Prozent aller Erkrankten kommt es jedoch zu Lähmungen der Gliedmaßen. Auch Gehirnschäden sind im Bereich des Möglichen.

Entwicklung der Polio-Impfung

Noch in den 50er Jahren stellte Kinderlähmung in Deutschland ein großes Problem dar. Anfang der 60er Jahre kam es jedoch zur Einführung eines Impfprogrammes gegen Polio. Dabei handelt es sich um eine Schluckimpfung, die dazu führte, dass die Krankheit immer mehr zurückgedrängt wurde. Mittlerweile stuft man Europa, Australien, Nordamerika sowie Teile Südamerikas und Südostasiens als poliofrei ein.

Mit zunehmender Impfmüdigkeit steigt jedoch die Gefahr, dass die Krankheit wieder vermehrt auftritt. So ist es möglich, dass Fernreisende sie aus Gebieten einschleppen, in denen die Krankheit noch immer vorkommt. Dazu gehören vor allem Länder wie:

Da das Virus überaus ansteckend ist, kann es sich unter nicht geimpften Menschen rasch ausbreiten. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion.

Impfung

Der Impfstoff gegen Polio zählt zu den Totimpfstoffen. Zusammengesetzt wird er aus abgetöteten Polio-Viren. Diese können die Krankheit nicht mehr hervorrufen.

Die Schluckimpfung, die in früheren Jahren Standard war, wird heutzutage allerdings nicht mehr verabreicht. Das liegt daran, dass es durch den damals eingesetzten Lebendimpfstoff mitunter zu schweren Impfkomplikationen kam. So lösten die abgeschwächten Polio-Viren die Kinderlähmung in einigen Fällen sogar selbst aus.

Aus diesem Grund verwendet man seit 1998 nur noch einen Totimpfstoff, der mit einer Spritze in den Oberarm, den Oberschenkel oder das Gesäß injiziert wird. Der als sehr zuverlässig geltende Impfstoff ist sowohl als Einzelstoff als auch als Kombinationsstoff anwendbar.

Die Grundimmunisierung gegen Kinderlähmung erfolgt bei Babys meist gemeinsam mit anderen Standardimpfungen. Zwischen dem 9. und dem 17. Lebensjahr ist eine Auffrischungsimpfung erforderlich. Eine Auffrischung nach dem 18. Lebensjahr gilt nicht mehr als empfehlenswert.

Bei erwachsenen Menschen ist eine Auffrischungsimpfung nur dann sinnvoll, wenn sie in ein Risikogebiet reisen und die letzte Impfung vor über zehn Jahren stattfand.

Für den Fall, dass im Kindesalter keine Polio-Impfung durchgeführt wurde, ist es möglich, die Grundimmunisierung später nachzuholen. Dazu reichen zwei Injektionen aus. Selbst wenn man nicht genau über eine Impfung in der Kindheit Bescheid weiß, kann trotzdem eine Grundimmunisierung erfolgen, denn zusätzliche Impfungen sind auch dann nicht schädlich, wenn der Patient tatsächlich schon einmal geimpft wurde.

Nebenwirkungen

Mitunter kann es nach einer Polio-Impfung zu leichten Nebenwirkungen kommen. Dazu gehören:

  • eine erhöhte Körpertemperatur
  • Müdigkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden

Impfung gegen Lungenentzündung (Pneumokokken-Bakterien)

Bei Pneumokokken handelt es sich um Bakterien, die unterschiedliche Krankheiten hervorrufen, wie:

  • die Lungenentzündung (Pneumonie)
  • die Mittelohrentzündung (Otitis media)
  • die Hirnhautentzündung (Meningitis)

Besonders problematisch sind Infektionen mit Pneumokokken für:

  • Senioren
  • Babys
  • Kleinkinder
  • Kinder und Erwachsene, die unter Vorerkrankungen leiden

Bei ihnen kann im schlimmsten Fall eine Pneumokokken-Infektion bleibende Schäden oder sogar den Tod zur Folge haben. Übertragen wird der Erreger Streptococcus pneumoniae durch Tröpfcheninfektion. Besonders groß ist das Erkrankungsrisiko in Herbst und Winter.

Impfempfehlung

Seit 2006 empfiehlt die STIKO, Kinder ab dem 2. Lebensmonat gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Das Gleiche gilt für ältere Menschen über 60 Jahre sowie Kinder und Erwachsene, bei den Vorerkrankungen wie zum Beispiel

bestehen.

Impfung

Gegen Pneumokokken kommen zwei Impfstoffe zur Anwendung.

  • Bei dem ersten Stoff handelt es sich um einen Polysaccharid-Impfstoff, der in erster Linie für Kinder und erwachsene Menschen bestimmt ist. Sein Wirkungsspektrum umfasst 23 unterschiedliche Arten von Pneumokokken.

  • Den zweiten Impfstoff bezeichnet man als Konjugat-Impfstoff. Der 2001 zugelassene Stoff ist vor allem für Kleinkinder geeignet. Er richtet sich speziell gegen Pneumokokken-Arten, die für Kinder gefährlich sind. Vor der Einführung des Konjugat-Impfstoffes konnten nur Kinder über drei Jahren oder Erwachsene geimpft werden.

    Die Wirkung des Polysaccharid-Impfstoffes ist bei Babys und Kleinkindern jedoch unzureichend. Durch die Entwicklung des neuen Impfstoffes ließ sich diese Lücke endlich erfolgreich schließen.

Pneumokokken-Impfung bei Babys

Bei Babys wird eine Pneumokokken-Impfung meist zusammen mit anderen Standardimpfungen durchgeführt. Die Grundimmunisierung erfolgt Schritt für Schritt, sodass mehrere Impftermine erforderlich sind. Diese legt man in der Regel bei der Vorsorgeuntersuchung U3 fest.

  • Normalerweise wird die erste Impfung am Ende des zweiten Lebensmonats vorgenommen.
  • Die zweite Impfdosis erhält das Kind einen Monat später.
  • Im vierten Lebensmonat erfolgt dann die dritte Teilimpfung.
  • Die letzte Impfdosis wird zwischen dem 11. und dem 14. Lebensmonat verabreicht.

Bei erwachsenen Personen genügt eine einzige Injektion zur Immunisierung. Etwa drei Wochen nach der Injektion des Impfstoffes setzt dessen schützende Wirkung ein, deren Dauer etwa fünf Jahre beträgt. Die Pneumokokken-Impfung gilt als sehr zuverlässig. Eine Wiederholung ist allerdings für Menschen ratsam, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko aufweisen.

Nebenwirkungen

In der Regel ist eine Pneumokokken-Impfung gut verträglich. Gelegentlich kommt es zu:

  • leichten Reaktionen an der Einstichstelle
  • Temperaturerhöhungen
  • Magen-Darm-Problemen
  • Müdigkeit

Impfung gegen Meningitis (Meningokokken-Bakterien)

Meningokokken (Neisseria meningitidis) sind Bakterien, die auf der ganzen Welt vorkommen. Diese Erreger können sowohl eine Hirnhautentzündung (Meningitis) als auch eine Blutvergiftung (Sepsis) hervorrufen. Als besonders gefährdet gelten Kinder unter fünf Jahren und Jugendliche.

Die Übertragung der gefährlichen Meningokokken erfolgt via Tröpfcheninfektion. Zu den typischen Symptomen einer Hirnhautentzündung gehören:

  • starke Kopfschmerzen
  • Nackensteifigkeit
  • hohes Fieber

In Deutschland kommt es pro Jahr zu etwa 700 Krankheitsfällen, von denen 50 tödlich enden. Manchmal treten auch bleibende Folgeschäden wie Lähmungen oder geistige Behinderung auf. Während die Meningokokken-Meningitis in den westlichen Industriestaaten nur noch selten auftritt, ist sie in Ländern der dritten Welt nach wie vor verbreitet.

Meningokokken-Unterarten

Mediziner unterscheiden bei Meningokokken zwischen verschiedenen Unterarten. So werden Krankheiten in Afrika vor allem durch den Serotyp A verursacht, während in Europa dagegen die Serotypen B und C Infektionen hervorrufen. Epidemien lösen sie im Gegensatz zu Typ A allerdings nicht aus. In Europa treten Hirnhautentzündungen vor allem im Winter und im Frühling auf.

Impfempfehlung

Eine Meningokokken-Impfung für Kinder wird von der STIKO seit dem Jahr 2006 empfohlen. Sie kann ab dem 12. Lebensmonat verabreicht werden. Allerdings schützt die Standard-Impfung lediglich vor Serotyp C. Bislang nicht möglich ist hingegen eine Impfung gegen Serotyp B.

Mittlerweile gibt es auch so genannte Konjugatimpfstoffe gegen die Serotypen A, C, W-135 und Y. Empfehlenswert ist eine Impfung gegen diese Serotypen für Personen, die in Risikogebiete reisen. Auch Menschen, die keine Milz mehr haben oder unter Immundefekten leiden, sollten sich gegen Meningokokken impfen lassen. Das Gleiche gilt für Personen, die Kontakt zu erkrankten Personen haben und noch nicht geimpft sind.

Impfung

Zur Anwendung kommen bei einer Impfung gegen Meningokokken entweder Polysaccharid-Impfstoffe oder Konjugat-Impfstoffe.

  • Während sich die Polysaccharid-Stoffe ab dem zweiten Lebensjahr verabreichen lassen,
  • eignen sich die Konjugat-Impfstoffe für Kinder, die zwischen zwei Monate und zwei Jahre alt sind.

Bei den Impfstoffen handelt es sich um Totimpfstoffe, die aus Teilen der Meningokokkenhülle bestehen. Die Meningokokken-Impfung zählt zu den aktiven Immunisierungen. Das heißt, dass vom Organismus nach der Impfung Antikörper gegen die Erreger gebildet werden.

Bei Kleinkindern wird eine Meningokokken-Impfung meist zusammen mit anderen Standardimpfungen durchgeführt. Sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen genügt eine einmalige Injektion. Nach zwei bis drei Wochen setzt der Impfschutz ein.

Nebenwirkungen

Nach einer Meningokokken-Impfung kann es manchmal zu Nebenwirkungen kommen, wie:

  • leichten Reaktionen an der Einstichstelle
  • einer erhöhten Körpertemperatur
  • Abgeschlagenheit
  • Magen-Darm-Beschwerden

Impfung gegen Mumps, Masern, Röteln (Viren)

Mumps, Masern und Röteln zählen zu den häufigsten Kinderkrankheiten. Es ist jedoch möglich, ein Kind gegen alle drei Erkrankungen impfen zu lassen.

Mumps

Bei Mumps, auch Ziegenpeter genannt, handelt es sich um eine Viruserkrankung, bei der es zu einer Entzündung der Ohrspeicheldrüse kommt. In schweren Fällen können auch das Gehör, das Rückenmark und das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen werden. So zählt Mumps bei Kindern zu den häufigsten Ursachen von Schwerhörigkeit. Auch eine Hirnhautentzündung ist im Bereich des Möglichen.

Ausgelöst wird die Erkrankung von dem Mumpsvirus. Die Übertragung des Erregers erfolgt zumeist durch Tröpfcheninfektion. Als typische Symptome gelten:

  • Kopfschmerzen
  • Husten
  • Fieber
  • das Anschwellen der Ohrspeicheldrüse
Impfung

Durch eine Impfung ist es möglich, Mumps wirksam vorzubeugen. Meist erfolgt die Impfung zusammen mit einer Masern- und Röteln-Impfung. Eine Impfung wird von der STIKO für alle Kinder empfohlen.

  • Die erste Impf-Injektion verabreicht man dem Kind zwischen dem 11. und dem 14. Lebensmonat.
  • Die zweite Teilimpfung findet dann zwischen dem 15. und dem 23. Lebensmonat statt.

Auf diese Weise soll der Schutz vor den Mumps-Viren bis ins Erwachsenenalter gewährleistet werden.

Wer als Kind nicht geimpft wurde und in Gesundheitsberufen oder Gemeinschaftseinrichtungen arbeitet, hat die Möglichkeit, die Impfung nachzuholen. Ratsam ist eine Mumps-Impfung auch für Menschen, die in Kontakt mit Mumpskranken kommen. Für die Mumps-Impfung verwendet man einen so genannten Lebendimpfstoff, in dem lebendige aber abgeschwächte Mumps-Viren enthalten sind. Diese sind nicht mehr imstande, eine schwere Krankheit zu verursachen.

Im Laufe der Zeit werden vom Organismus Antikörper gegen die Erreger gebildet, was zu einer lebenslangen Immunität führt. Verabreicht wird der Impfstoff in den Oberschenkel, das Gesäß oder den Oberarm.

Nebenwirkungen

Die meisten Kinder vertragen eine Mumps-Impfung sehr gut. Manchmal treten an der Injektionsstelle leichte Schwellungen oder Rötungen auf. Erfolgt die Mumps-Impfung gleichzeitig mit einer Impfung gegen Masern, kann es gelegentlich nach ein bis zwei Wochen zu leichten Masernsymptomen kommen. Dabei leiden die betroffenen Kinder zeitweilig unter Hautausschlag, der jedoch nicht ansteckend ist.

Kinder, die eine Immunschwäche aufweisen, sowie schwangere Frauen sollten nicht gegen Mumps geimpft werden.

Masern

Zu den ansteckendsten Kinderkrankheiten zählen die Masern. Dabei kommt es zu rotem Hautausschlag und Fieber. Urheber der Infektionskrankheit ist das Masern-Virus, dessen Übertragung durch Tröpfcheninfektion erfolgt.

Da durch die Masern das Immunsystem des Körpers erheblich geschwächt wird, besteht die Gefahr von schweren Komplikationen. Dazu gehören vor die allem die bakterielle Masernpneumonie (Lungenentzündung) sowie die Meningoenzephalitis (Gehirnentzündung). Diese Komplikationen treten allerdings nur selten auf.

Impfung

In Deutschland steht seit 1973 ein Impfstoff gegen Masern zur Verfügung, was dazu geführt hat, dass die Krankheit seitdem deutlich zurückgegangen ist. Allerdings werden die Masern häufig von Reisenden aus anderen Ländern eingeschleppt.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Masern-Impfung für alle Kinder. Als sinnvoll gilt die so genannte MMR-Impfung (Masern-Mumps-Röteln-Impfung), bei der eine Impfung sowohl gegen die Masern als auch gegen Mumps und Röteln erfolgt. Ratsam ist auch eine Impfung für erwachsene Menschen, die in Kinderkliniken, Kindertagesstätten oder Kinderheimen arbeiten.

Das Gleiche gilt für Personen mit einem unklaren Impfstatus. So besteht vor allem bei 20- bis 40-jährigen Erwachsenen oft kein ausreichender Impfschutz.

Ebenso wie bei der Mumps-Impfung benutzt man auch bei der Masern-Impfung einen Lebendimpfstoff. Dieser enthält abgeschwächte Masern-Viren. Nach der Impfung kommt es zur Herstellung von Antikörpern, die bei einer Infektion gegen die Masern-Viren vorgehen. Verabreicht wird ein spezieller MMR-Kombinationsimpfstoff, der zur gleichzeitigen Immunisierung gegen Mumps und Röteln dient.

  • Die erste Injektion erhält das Kind zwischen dem 11. und dem 14. Lebensmonat im Rahmen der U6-Vorsorgeuntersuchung.
  • Während der U7-Untersuchung zwischen dem 15. und dem 23. Lebensmonat folgt dann die zweite Impfdosis.

Auf Auffrischungsimpfungen zu einem späteren Zeitpunkt kann verzichtet werden. Für erwachsene Personen ist bereits eine einzige Injektion ausreichend.

Nebenwirkungen

Eine mögliche Nebenwirkung der Masern-Impfung können die so genannten Impfmasern sein. So kommt es bei rund fünf Prozent aller geimpften Kinder zu leichtem Fieber und Hautausschlag. Die Impfmasern sind jedoch nicht ansteckend. Gelegentlich treten auch vorübergehend Fieberkrämpfe auf.

Röteln

Eine weitere Kinderkrankheit, die von Viren verursacht wird, sind die Röteln (Rubella). Auch das Rötelnvirus verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion. Typische Symptome von Röteln sind

  • rötlicher Hautausschlag
  • geschwollene Lymphknoten und
  • leichtes Fieber.

Bei den meisten Kindern verläuft die Erkrankung harmlos. Bei erwachsenen Menschen können gelegentlich auch Gelenkbeschwerden auftreten. In seltenen Fällen sind schwere Komplikationen wie Entzündungen des Sehnervs, des Rückenmarks oder der Hirnhaut möglich.

Besonderes gefährlich sind Röteln für schwangere Frauen. Diese leiden zwar selbst nur leicht unter der Krankheit, doch das ungeborene Kind kann dadurch erheblich geschädigt werden. So besteht die Gefahr von:

  • Herzfehlern
  • Taubheit
  • Augenschäden
  • Hirnschäden

Mit einer Impfung lässt sich diesem Risiko jedoch entgegenwirken.

Impfung

Die STIKO empfiehlt eine Röteln-Impfung für alle Kinder. Um einer Röteln-Erkrankung während der Schwangerschaft vorzubeugen, sollten sich Mädchen spätestens zwischen dem 11. und dem 16. Lebensjahr einer Röteln-Impfung unterziehen.

Für die Impfung gegen Röteln kommt normalerweise der MMR-Impfstoff zur Anwendung, mit dem gleichzeitig eine Impfung gegen Mumps und Masern erfolgt. Erforderlich für einen wirksamen Impfschutz sind zwei Impf-Injektionen.

  • Die erste Impfdosis sollte zwischen dem 11. und dem 14. Lebensmonat verabreicht werden,
  • die zweite Impfung findet dann zwischen dem 15. und dem 23. Lebensmonat statt.

Nicht geeignet ist eine Röteln-Impfung für schwangere Frauen.

Nebenwirkungen

Eventuelle Nebenwirkungen nach einer Röteln- bzw. MMR-Impfung sind:

  • Schwellungen der Lymphknoten
  • Gelenkschmerzen
  • leichter Ausschlag
  • Fieber
  • die so genannten Impfmasern

Besteht bei dem Kind eine Allergie gegen Hühnereiweiß, muss vor der Impfung ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Impfung gegen Pocken (Variola-Virus)

Bei den Pocken handelt es sich um eine hochansteckende Infektionskrankheit. Urheber der Erkrankung sind Variolaviren aus der Gattung Orthopoxvirus. Die Übertragung der Krankheit kommt durch Tröpfcheninfektion oder Einatmen von kontaminiertem Staub zustande.

Typische Symptome von Pocken sind:

Im weiteren Verlauf bilden sich dann blassrote und juckende Flecken, aus denen wiederum Knoten entstehen. Diese Knoten verwandeln sich in Bläschen, die mit Eiter gefüllt sind.

Bei etwa einem Drittel der Erkrankten verlaufen die Pocken tödlich. Ein Heilmittel gegen die gefährliche Krankheit gibt es nicht. Daher kann nur eine Impfung wirksamen Schutz bieten.

Ausrottung der Pocken durch Impfung

Als Begründer der modernen Schutzimpfung gegen Pocken gilt der englische Landarzt Edward Jenner (1749-1823), der den Impfstoff 1796 entwickelte. Im Jahre 1807 wurde in Bayern erstmals eine Impfpflicht gegen Pocken eingeführt. Später schlossen sich weitere europäische Länder wie Preußen, Schweden und England an. 1967 kam es schließlich durch die WHO (Weltgesundheitsorganisation) zu einer weltweiten Impfpflicht.

Durch diese Maßnahme gelang es, die Pocken auf der ganzen Welt erfolgreich zu bekämpfen. Zu dem letzten bekannten Pockenausbruch kam es im Jahr 1977 in Somalia. Drei Jahre später wurde die Welt von der WHO für pockenfrei erklärt. Lediglich in zwei Laboren in den USA und Russland werden noch Pockenviren aufbewahrt.

In Deutschland wurde die Impfpflicht gegen Pocken 1976 wieder abgeschafft.

Impfung

Für eine Pockenimpfung kommt das Vaccina-Virus zur Anwendung. Ein Nachteil der Pockenimpfung besteht allerdings darin, dass es bei einigen Geimpften zu erheblichen Impfkomplikationen kommen kann. Dazu gehört zum Beispiel eine Gehirnentzündung. In der Vergangenheit verstarben sogar einige Menschen nach der Impfung.

Die WHO rät dazu, sich erst dann gegen Pocken impfen zu lassen, wenn die Krankheit wieder ausbricht. So ist es möglich, auch dann einen Impfschutz aufzubauen, wenn die Impfung erst vier Tage nach Ausbruch der Pocken erfolgt.

Da die Pocken keine unmittelbare Bedrohung mehr darstellen, führt man heutzutage keine entsprechenden Impfungen mehr durch. Ein Pockenausbruch aufgrund von Biowaffen oder Laborunfällen lässt sich allerdings nicht ganz ausschließen.

Impfung gegen schweren Durchfall (Rotavirus)

Keine Virenart löst bei Babys und Kleinkindern so häufig schwere Durchfälle aus wie das humane Rotavirus. Übertragen werden die Erreger in erster Linie durch Schmierinfektion. Aber auch kontaminierte Lebensmittel oder Wasser können zu einer Infektion führen.

Sehr oft treten Durchfallerkrankungen durch Rota-Viren in den Monaten Februar bis April auf. Besonders betroffen sind Kleinkinder. So kommt es bei über 90 Prozent aller Kinder in den ersten drei Lebensjahren zu einer Infektion mit Rotaviren. Bei kleinen Kindern besteht durch die schweren Durchfälle die Gefahr von lebensgefährlichem Flüssigkeitsverlust.

Ebenfalls zu den Risikogruppen zählen ältere Menschen über 60 Jahren. Junge Erwachsene leiden dagegen meist nur unter leichtem Durchfall.

Impfempfehlung

Seit 2006 stehen in Deutschland zwei Impfstoffe gegen die Rotaviren zur Verfügung. Eine generelle Impfempfehlung für alle Kinder wurde von der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Institutes jedoch nicht erteilt.

Als sinnvoll gilt eine Rotaviren-Impfung für Babys, die viel mit anderen Babys in Berührung kommen. Dies kann beispielsweise beim Babyschwimmen oder in einer Kindertagesstätte der Fall sein.

Der individuelle Nutzen einer Impfung für das Kind sollte jedoch gut abgewogen und mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Impfung

Eine Rotaviren-Impfung erfolgt mit einem Lebendimpfstoff, den man in Form einer Schluckimpfung verabreicht. In dem Impfstoff befinden sich lebende Erreger. Diese richten jedoch keinen Schaden an, da sie zuvor stark abgeschwächt werden.

  • Die erste Impfdosis kann das Kind ab der 6. Lebenswoche erhalten.
  • Die letzte Dosis folgt zwischen der 24. und der 32. Lebenswoche.

Die beiden Impfstoffe, die in Deutschland verabreicht werden, gelten als hoch wirksam. So ergaben die Zulassungsstudien eine Wirksamkeit von 96–98 Prozent. Der Impfschutz besteht für etwa zwei bis drei Jahre.

Eine Auffrischung ist nicht erforderlich, weil durch die Impfung die kritische Phase für Kleinkinder abgedeckt wird.

Nebenwirkungen

Größere Nebenwirkungen sind durch eine Rotaviren-Impfung nicht zu befürchten. Gelegentlich kommt es zu:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Atemwegsinfektionen
  • Fieber

Negative Wechselwirkungen zu anderen Impfstoffen ließen sich bislang nicht feststellen.

Impfung gegen Tetanus (Bakterium Clostridium tetani)

Tetanus wird auch als Wundstarrkrampf bezeichnet. Das liegt daran, dass es bei den Betroffenen zu einer krampfartigen Erstarrung der Muskulatur kommt. Zu den typischen Symptomen des Wundstarrkrampfs gehören:

  • Krämpfe der Gesichtsmuskulatur
  • starke Krämpfe der Brustmuskulatur
  • Krämpfe des Kehlkopfes

Etwa 10–20 Prozent aller Tetanus-Patienten sterben trotz intensivmedizinischer Behandlung an Herzversagen oder Atemstillstand.

Verursacht wird Tetanus von Giftstoffen des Bakteriums Clostridium tetani. Die Bakterien kommen auf der ganzen Welt vor und lauern meist im Erdboden. In den Organismus gelangen sie durch kleine Wunden. Diese entstehen oftmals durch Arbeiten im Garten oder im Freien.

Durch konsequente Impfprogramme gelang es, Tetanus in den westlichen Industrieländern deutlich zurückzudrängen. So kommt es in Deutschland pro Jahr lediglich zu 10–20 Tetanus-Erkrankungen.

Impfempfehlung

Von der STIKO wird eine Impfung gegen Tetanus für alle Menschen und in jedem Alter empfohlen. Die Grundimmunisierung sollte bereits im Kindesalter erfolgen.

  • Die erste Impfdosis kann ab der 9. Lebenswoche verabreicht werden.
  • Im dritten und im vierten Lebensmonat erhält das Kind weitere Injektionen.
  • Der Abschluss der Grundimmunisierung findet zwischen dem 11. und dem 14. Lebensmonat statt.
  • Eine Auffrischung sollte sowohl zwischen dem 5. und dem 6. Lebensjahr sowie zwischen dem 9. und dem 17. Lebensjahr durchgeführt werden.

Danach ist alle zehn Jahre eine neuerliche Auffrischung erforderlich.

Babys impft man während der Grundimmunisierung meist mit einem Sechsfachimpfstoff. Dabei erhält das Kind auch einen Impfschutz gegen weitere Krankheiten wie:

  • Kinderlähmung
  • Haemophilus influenzae Typ B
  • Keuchhusten
  • Hepatitis B
  • Diphtherie

Auch die späteren Auffrischungen werden normalerweise miteinander kombiniert.

Impfung

Der Tetanusimpfstoff zählt zu den Totimpfstoffen. Das heißt, dass er das Gift des Tetanus-Bakteriums in abgeschwächter Form enthält. Für nicht geimpfte Menschen ist auch eine passive Immunisierung möglich.

Dabei werden fertige Antikörper, die man aus menschlichem Blut gewinnt, verabreicht. Auf diese Weise lässt sich der Ausbruch der Krankheit verhindern oder abschwächen.

Die Injektion wird entweder in das Gesäß, den Oberschenkel oder den Oberarm gespritzt. Der Impfschutz gilt als sehr sicher.

Nebenwirkungen

Durch eine Tetanus-Impfung können in manchen Fällen verschiedene Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören:

  • Schwellungen und Hautrötungen an der Injektionsstelle
  • geschwollene Lymphknoten
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Magen-Darm-Probleme
  • Frösteln

Auch hohes Fieber, Fieberkrämpfe und Atemwegsinfektionen sind im Bereich des Möglichen. In der Regel gehen die Beschwerden jedoch nach ein bis drei Tagen wieder zurück.

Impfung gegen Tollwut (Tollwut-Virus)

Tollwut tritt sowohl bei Tieren als auch bei Menschen auf. Dabei handelt es sich um eine Virusinfektion, die von dem Tollwut-Virus hervorgerufen wird. Tollwut hat eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) zur Folge, die beinahe immer tödlich endet.

Auf den Menschen übertragen wird das Tollwut-Virus durch Bisse von infizierten Tieren wie Hunde und Katzen.

Nach Schätzungen der WHO kommt es weltweit pro Jahr zu etwa 55 Todesfällen durch Tollwut. Besonders betroffen sind asiatische und afrikanische Länder. In Deutschland und Europa sind dagegen nur sehr wenige Tollwutfälle zu verzeichnen.

Bemerkbar macht sich Tollwut zunächst durch Kopfschmerzen und Fieber. Später weisen die Patienten eine geradezu panische Angst vor Wasser auf. So reagieren sie auf Wasser aggressiv und mit Krämpfen. Außerdem kommt es zum Ausfluss von Speichel.

Im weiteren Verlauf treten Lähmungen anstelle der Krämpfe. Schließlich fallen die Betroffenen ins Koma und versterben an Atemlähmung. Die Dauer zwischen dem Beginn der Tollwut und dem Eintritt des Todes beträgt etwa eine Woche.

Impfempfehlung

Mithilfe einer Tollwut-Impfung ist es möglich, sich vor der schrecklichen Krankheit zu schützen. Zu empfehlen ist eine Tollwut-Impfung Personen, die häufig Kontakt mit Tieren oder Wildtieren haben. Dies trifft vor allem auf

zu. Aber auch Laborangestellte, die sich mit dem Tollwut-Virus infizieren könnten, sollten sich einer Impfung unterziehen. Des Weiteren muss nach einer Verletzung durch ein tollwutverdächtiges Tier unbedingt eine Tollwut-Impfung erfolgen. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht außerdem für Reisende, die in Gebieten unterwegs sind, in denen Tollwut verbreitet ist.

Impfung

Für die Tollwut-Impfung greift man auf einen Totimpfstoff zurück. Dieser wird aus abgetöteten Tollwut-Viren zusammengesetzt, die nicht mehr in der Lage sind, eine Infektion hervorzurufen. Kommt es zu einer Verletzung durch ein tollwutverdächtiges Tier, kann auch eine Simultanimpfung vorgenommen werden.

Das heißt, das gleichzeitig eine aktive und eine passive Immunisierung erfolgt. Bei der passiven Impfung injiziert man dem Patienten fertige Antikörper. Diese sind imstande, eingedrungene Krankheitserreger rechtzeitig abzufangen. Durch eine Simultanimpfung ist es möglich, einen umfassenden Sofortschutz zu gewährleisten.

In den meisten Fällen genügen drei Impfungen, um einen vollständigen Schutz gegen Tollwut aufzubauen.

  • Nach der ersten Impfung verabreicht man eine Woche später die zweite Impfdosis.
  • Die dritte Injektion erhält der Geimpfte weitere 14 Tage später.

Bei einer dauerhaften Infektionsgefährdung sollte eine regelmäßige Auffrischung erfolgen.

Je nach Risiko liegt die Dauer des Impfschutzes zwischen zwei und fünf Jahren. Bei einem Biss durch ein tollwutverdächtiges Tier verabreicht man dem Patienten sechs aktive Impfinjektionen sowie eine passive Impfung. Falls nötig, kann gleichzeitig auch eine Tetanus-Impfung vorgenommen werden.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen nach einer Tollwut-Impfung sind:

  • ein Anstieg der Körpertemperatur
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Abgeschlagenheit

Impfung gegen Tuberkulose (Mycobacterium tuberculosis)

Als Tuberkulose (TBC) oder Schwindsucht bezeichnet man eine bakterielle Infektionskrankheit. Urheber der Erkrankung ist das Mycobakterium tuberculosis. In den meisten Fällen wird die Lunge von den Bakterien in Mitleidenschaft gezogen, doch auch an Organen kann die tückische Erkrankung auftreten, wie:

  • dem Lungenfell
  • den Knochen
  • den Magen-Darm-Trakt
  • den Geschlechtsorganen
  • den Harnwegen
  • den Hirnhäuten

Jedes Jahr kommt es weltweit zu neun Millionen Tuberkulose-Fällen. Etwa eine Million Erkrankungen verlaufen tödlich. Besonders betroffen sind Afrika und Südostasien. In Europa ist die Krankheit dagegen deutlich zurückgegangen.

Impfung

Bis 1998 wurden in Deutschland aktive Schutzimpfungen gegen Tuberkulose durchgeführt. Dabei erhielten die Geimpften einen Lebendimpfstoff mit einem abgeschwächten Mycobakterienstamm (BCG).

Durch das Lübecker Impfunglück im Jahre 1930, bei dem über 200 Kinder mit virulenten Tuberkulosebakterien infiziert wurden und es zu 77 Todesfällen kam, verzögerte sich das Impfprogramm in Deutschland bis nach dem 2. Weltkrieg.

In der heutigen Zeit zählt die BCG-Impfung nicht mehr zu den von der STIKO empfohlenen Impfungen, da die Gefahr von Impfkomplikationen zu groß ist. Außerdem ist das Erkrankungsrisiko deutlich zurückgegangen.

Einen wirksamen Impfschutz gegen Tuberkulose gibt es derzeit nicht. Zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen zählen daher die frühzeitige Diagnose und eine entsprechende Therapie der Krankheit. Zur Behandlung erfolgt in der Regel eine medikamentöse Therapie mit Antibiotika.

Impfung gegen Typhus (Bakterium Salmonella Typhi)

Typhus ist eine Infektionskrankheit, die von dem Bakterium Salmonella Typhi verursacht wird. Sie kommt vor allem in Ländern vor, die in warmen Gebieten liegen und in denen schlechte hygienische Zustände herrschen. Mediziner unterscheiden bei Typhus zwischen:

  1. Bauchtyphus
  2. Paratyphus

Das Krankheitsbild von Paratyphus ist ähnlich, verläuft aber milder.

Symptome und Komplikationen der Erkrankung

Zu den typischen Symptomen von Typhus gehören:

  • stufenweise ansteigendes Fieber, das bis zu 40 Grad Celsius hoch sein kann
  • Schwindelgefühle
  • intensive Kopfschmerzen
  • Benommenheit

Viele Erkrankte sind gar nicht der Lage, ihren Zustand wahrzunehmen.

Weitere Symptome sind:

Darüber hinaus besteht die Gefahr von Komplikationen wie einer Lungenentzündung oder einer Hirnhautentzündung. Die Übertragung der Krankheitserreger erfolgt durch kontaminiertes Trinkwasser und verunreinigte Nahrungsmittel.

Allerdings kommt es nicht bei jedem Menschen zum Ausbruch der Krankheit. Dennoch stellen auch nicht erkrankte Personen eine ständige Infektionsquelle dar, da sie die Bakterien durch den Stuhl ausscheiden.

Die Therapie gegen Typhus erfolgt meist durch die Gabe von Antibiotika. Ein Problem ist jedoch die zunehmende Resistenz der Bakterien gegen verschiedene Präparate.

Impfempfehlung

Eine Impfung gegen Typhus ist vor allem dann zu empfehlen, wenn man eine Abenteuerreise oder eine Trekking-Tour in Länder unternimmt, in denen die Krankheit auftritt. Als Risikogebiete gelten vor allem Nordafrika und Asien.

Impfung

Eine Typhus-Impfung kann bereits im Kindesalter ab dem 2. Lebensjahr durchgeführt werden.

Schluckimpfung vs. Injektion

Verabreichen lässt sich der Impfstoff entweder als Schluckimpfung oder durch eine Spritze. Bei der Schluckimpfung kommt ein Lebendimpfstoff zur Anwendung, in dem lebendige Typhus-Bakterien enthalten sind. Diese sind jedoch im Vorfeld so stark abgeschwächt worden, dass sie keine Infektion verursachen können.

Bei dem zweiten Impfstoff handelt es sich um einen Totimpfstoff, in dem Teile der Bakterienzellwand vorkommen. Dieser Stoff wird dem Patienten injiziert.

Die Schluckimpfung hat den Nachteil, dass sie bei gleichzeitig auftretenden Magen-Darm-Erkrankungen oder der Einnahme von Antibiotika weniger wirksam ist. Außerdem eignet sie sich nicht für Menschen, die unter Immunschwäche leiden. Zudem ist es erforderlich, die Schluckimpfung mehrmals einzunehmen.

Das Wirkungsprinzip beider Impfstoffe basiert darauf, dass der Organismus nach ihrer Einnahme Antikörper bildet, die die Typhus-Bakterien bei einer Infektion wirksam bekämpfen und damit verhindern, dass es zum Ausbruch der Krankheit kommt.

  • Die Schluckimpfung wird in Form einer Kapsel verabreicht, die der Patient eine Stunde vor einer Mahlzeit einnimmt. Insgesamt nimmt man im Abstand von zwei Tagen drei Kapseln zu sich. Zehn Tage nach der letzten Impfdosis setzt der Impfschutz ein.

  • Bei dem Totimpfstoff genügt eine einmalige Injektion mit einer Spritze. Ungefähr eine Woche später beginnt der Impfschutz. Die Wirkungsdauer liegt bei zwei bis drei Jahren.

Eine Typhus-Impfung kann auch mit einer Impfung gegen Hepatitis A kombiniert werden.

Nebenwirkungen

Wie bei den anderen Impfungen besteht auch bei einer Typhus-Impfung die Möglichkeit, dass Nebenwirkungen auftreten. So kommt es nach der Schluckimpfung zu:

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall

Nach einer Impfinjektion treten mitunter erhöhte Temperatur, Muskelschmerzen oder Müdigkeit auf.

Impfung gegen Windpocken (Varicella-Viren)

Windpocken (Varizellen) zählen zu den ansteckendsten Virusinfektionen. Besonders betroffen von dieser Krankheit sind Kinder im Vorschulalter, weswegen man die Windpocken zu den typischen Kinderkrankheiten zählt. Doch auch bei Erwachsenen können sie mitunter vorkommen.

Die Übertragung der Varizella-Viren, die zur Familie der Herpes-Viren gehören, erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Außerdem sind die Viren aus den Windpockenbläschen in der Lage, lange in der Luft zu schweben, wodurch sie Infektionen auch über größere Entfernungen auslösen können. Aus diesem Grund gab man ihnen den Namen Windpocken.

Zu den typischen Symptomen von Windpocken gehören zunächst Fieber und Müdigkeit. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es zu Hautausschlag und Bläschenbildung am ganzen Körper.

Die Bläschen rufen oft starken Juckreiz hervor. Nach etwa ein bis zwei Wochen heilen sie jedoch wieder von selbst ab, ohne Narben zu hinterlassen.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen können die Windpocken schwerer verlaufen als bei Kindern. Eine mögliche Komplikation sind Nervenentzündungen. Nur selten kommt es zu einer Mittelohrentzündung oder Gehirnentzündung.

Bedenklich sind die Windpocken für schwangere Frauen, da sie das ungeborene Kind erheblich schädigen können.

Nach überstandener Krankheit herrscht eine lebenslange Immunität gegen die Viren vor, sodass die Windpocken nicht noch einmal ausbrechen können. Allerdings besteht die Gefahr, dass es im Alter zu einer Gürtelrose (Herpes Zoster) kommt.

Impfempfehlung

In Deutschland empfiehlt die STIKO seit 2004, Kinder und Jugendliche gegen die Windpocken impfen zu lassen. Auch Frauen, die einen Kinderwunsch haben sowie Menschen, die in Gesundheitsberufen arbeiten oder unter Leukämie oder schwerer Neurodermitis leiden, sollten sich impfen lassen, sofern sie die Krankheit nicht schon hatten.

Impfung

  • Die erste Teilimpfung erfolgt zwischen dem 11. und dem 14. Lebensmonat. Meist wird sie gleichzeitig mit der Masern-Mumps-Röteln-Impfung durchgeführt.
  • Die zweite Teilimpfung findet dann zwischen dem 15. und dem 23. Lebensmonat statt.

Der Impfstoff gegen Windpocken zählt zu den Lebendimpfstoffen. So enthält er abgeschwächte Varizella-Viren, die keine Infektion mehr auslösen können. Mittlerweile kommt auch ein Kombinationsimpfstoff (MMRV) zum Einsatz, der sowohl einen Impfschutz gegen die Windpocken als auch gegen Masern, Mumps und Röteln aufbaut.

Nebenwirkungen

Da die Windpocken-Impfung als gut verträglich gilt, kommt es nur selten zu Nebenwirkungen, wie:

  • örtliche Schwellungen und Rötungen an der Injektionsstelle
  • Fieber
  • Müdigkeit

Diese Beschwerden verschwinden jedoch rasch wieder.

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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