Impfungen für Erwachsene und Senioren

Zu den wichtigsten medizinischen Präventivmaßnahmen zählen Schutzimpfungen. Dabei bringt man einen Impfstoff in abgeschwächter Form in den Körper ein. Neben den Impfungen, die im Kindesalter empfohlen werden, gibt es auch einige Impfungen für Erwachsene und Senioren, die sinnvoll sind. Informieren Sie sich über empfohlene Impfungen für Erwachsene und Senioren.

Wichtige Impfungen im Erwachsenenalter

Die Impfung im kurzen Überblick

Eine Impfung, die man auch als Vakzination bezeichnet, dient dazu, den Organismus vor bestimmten gefährlichen Infektionskrankheiten zu schützen. Im Rahmen einer Schutzimpfung verabreicht man dem Körper einen Impfstoff, der abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger enthält.

Auf diese Weise wird das Abwehrsystem des Organismus dazu gebracht, so genannte Antikörper zu bilden, damit es zu einer langen Immunität gegen die auslösenden Erreger kommt.

Geschichte der Impfung

Seuchen und Epidemien führten bis ins 19. Jahrhundert zu hohen Erkrankungs- und Todesraten. So fielen beispielsweise 30 Prozent aller Pocken-Patienten dieser Infektionskrankheit zum Opfer.

Impfung: Frau bekommt Spritze in Oberarm
Impfung: Frau bekommt Spritze in Oberarm

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelang es jedoch endlich, Krankheitserreger wie Bakterien nachzuweisen, was zur Entwicklung der ersten Impfstoffe gegen Milzbrand und Tuberkulose führte. Schließlich starteten gegen Ende des Jahrhunderts die ersten landesweiten Impfprogramme.

Im Laufe der Zeit entwickelten Mediziner und Wissenschaftler immer mehr Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten wie Gelbfieber oder Kinderlähmung. Unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erfolgten seit 1967 weltweite Impfprogramme.

In Deutschland werden Impfempfehlungen von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Instituts abgegeben. Dabei gibt es neben den Empfehlungen für Kinder auch Impfungen, d

ie im Erwachsenenalter sinnnvoll sind.

Empfohlene Impfungen für Erwachsene und Senioren

Auch im Erwachsenenalter werden Auffrischungsimpfungen empfohlen. Diese sollten alle zehn Jahre erfolgen. Eine Auffrischung gegen Keuchhusten ist besonders für Eltern von Säuglingen sinnvoll.

Einen Sonderfall stellen Reiseimpfungen dar. Diese sind nur dann nötig, wenn eine Auslandsreise in Länder angetreten wird, in denen das Erkrankungsrisiko sehr hoch ist.

Dazu gehören zum Beispiel Impfungen gegen Hepatitis A. In manchen Staaten ist es sogar Pflicht, sich vor einer Einreise impfen zu lassen.

Folgende Impfungen stehen für Erwachsene zur Auswahl:

Im Folgenden gehen wir genauer auf die empfoh

lene Impfungen für Erwachsene ein.

Impfung gegen Diphtherie (Bakterium Corynebacterium diphtheriae)

Die Diphtherie zählt zu den ansteckendsten und gefährlichsten Krankheiten der oberen Atemwege. Verursacht wird die Erkrankung von dem Gift des Bakteriums Corynebakterium diphtheriae. In früheren Zeiten nannte man die Diphtherie auch Würgeengel der Kinder, da sie vor allem Kinder befiel.

Zu den typischen Symptomen der Krankheit gehören:

Besonders gefährlich ist das Anschwellen der Rachenschleimhaut, wodurch die Patienten kaum noch Luft bekommen. In vielen Fällen h

at Diphtherie einen tödlichen Verlauf.

Entwicklung des Impfstoffes

  • Im Jahr 1888 gelang es den Medizinern Emile Roux (1853-1933) und Alexandre Yersin (1863-1943), das Diphtherietoxin nachzuweisen.
  • 1891 entwickelte der deutsche Bakteriologe Emil von Behring (1854-1917) gemeinsam mit dem Immunologen Erich Wernicke (1859-1928) ein Diphtherieheilserum, das eine Heilungsquote von 75 Prozent aufwies.
  • 1898 erfolgte eine passive Immunisierung gegen die Krankheit durch ein neutralisiertes Diphtherietoxin.
  • Eine aktive Impfung mit Diphtherietoxoid ist seit 1923 möglich.

In Deutschland tritt die Diphtherie heutzutage aufgrund von Impfschutz und verbesserten hygienischen Verhältnissen kaum noch auf. In bestimmten Ländern, wie den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, kam es in den letzten Jahren jedoch wieder zu

einem Wiederaufflackern der Krankheit.

Impfempfehlung

Bei einer Diphtherie-Impfung handelt es sich um einen Totimpfstoff, der aus dem abgeschwächten Toxin des Diphtherie-Erregers besteht. Verabreicht wird der Impfstoff durch eine Spritze in den Muskel

Die Grundimmunisierung erfolgt in der Regel im Säuglingsalter zusammen mit anderen Standardimpfungen.

Im Alter zwischen 5 und 6 Jahren sowie zwischen 9 und 17 Jahren muss eine Auffrischungsimpfung erfolgen. Im Erwachsenenalter sollte die Auffrischung alle zehn Jahre stattfinden.

Empfohlen wird eine Impfung gegen Diphtherie von der STIKO für alle Kinder und Erwachsenen. Größere Nebenwirkungen sind bei einer Diphtherie-Impfung nicht zu befürchten.

Gelegentlich kommt es zu:

Impfung gegen FSME (FSME-Virus)

Unter FSME versteht man eine Frühsommer-Meningo-Enzephalitis. Ausgelöst wird die Infektionskrankheit von FSME-Viren, die durch Zeckenbisse übertragen werden. Die Erkrankung tritt vor allem in den Monaten März bis November auf.

Besonders verbreitet ist FSME in den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern sowie in osteuropäischen Staaten. Aber ebenso tritt sie gelegentlich auf in:

Für Menschen, die in diesen Risikogebieten l

eben, ist eine Impfung empfehlenswert.

Impfempfehlung

Der FSME-Impfstoff ist ein Totimpfstoff, der abgeschwächte FSME-Viren enthält, von denen die Krankheit jedoch nicht mehr ausgelöst werden kann. Kinder lassen sich grundsätzlich ab dem ersten Lebensjahr impfen.

Insgesamt setzt sich die FSME-Impfung aus drei Injektionen zusammen. Die ersten beiden Impfungen erfolgen im Intervall von ein bis drei Monaten.

Neun bis zwölf Monate später findet dann die dritte Injektion statt. Die Dauer des Impfschutzes beträgt fünf Jahre. Danach ist eine Auffrischung erforderlich.

Mehr Informationen zum FSME-Impfstoff, zu Grundimmunisierung und Auffrischimpfungen, Kostenübernahme und möglichen Nebenwirkungen lesen Sie in unserem Artikel .php">FSME-Impfung.

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs (Humane-Papillomviren)

Humane Papillomviren (HPV) werden als Ursache für einen großen Teil aller Gebärmutterhalskarzinome angesehen. Diese Krebsform gilt bei Frauen als zweithäufigste bösartige Tumorerkrankung auf der Welt.

Allein in Deutschland kommt es Jahr für Jahr zu ca. 6.000 Krankheitsfällen und ungefähr 1.500 Todesfällen durch Gebärmutterhalskrebs. Besonders betroffen sind Frauen zwischen 45 und 55 Jahren. Die Infektion erfolgt zumeist durch direkten Kontakt mit infizierter Schleimhaut oder Haut.

Bei rund 70 Prozent aller sexuell aktiven Frauen kommt es im Laufe des Lebens zu einer Infektion mit humanen Papillomaviren. Die überwiegende Mehrheit wird davon jedoch nicht krank. Gefahr besteht allerdings, wenn das Immunsystem des Körpers die Viren nicht ausschalten kann.

Seit einigen Jahren ist jedoch eine ">Impfung gegen HPV-Viren möglich.

Entwicklung des Impfstoffes

Einen Impfstoff gegen die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 gibt es seit dem Jahr 2006. Ende 2007 wurde ein weiterer Impfstoff gegen die HPV-Typen 16 und 18 herausgebracht.

Bei dem Impfstoff handelt es sich um einen so genannten Totimpfstoff, der keine lebenden Viren enthält. Seine Zusammensetzung besteht aus Eiweißstoffen. Diese entsprechen den Oberflächenstrukturen der unterschiedlichen Virustypen.

Durch die HPV-Impfung versetzt man den Körper in die Lage, Antikörper gegen die Oberflächenpartikel zu bilden. Auf diese Weise lassen sich spätere Infektionen unterbinden.

Die Impfstoffe sind vor allem gegen die gefährlichen HPV-Typen 16 und 18 gerichtet. Diese beiden Typen verursachen etwa 70 Prozent aller Gebärmutterhalskarzinome. Mit einem der beiden Impfstoffe ist es zudem möglich, sich gegen die HPV-Typen 6 und 11 impfen zu lassen, die 90 Prozent aller Genitalw

arzen bei Frauen und Männern auslösen.

Impfempfehlung

Von der STIKO wird empfohlen, dass sich sämtliche Mädchen, die zwischen 12 und 17 Jahre alt sind, einer HPV-Impfung unterziehen. Dabei ist es wichtig, dass die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt wird.

In einem Zeitraum von sechs Monaten injiziert man den Impfstoff insgesamt dreimal in den Oberarm. Nach der dritten Injektion ist der Impfschutz vollständig wirksam.

Wie lange die Immunisierung anhält und ob eine Auffrischung erforderlich ist, ließ sich bislang noch nicht klären. Ebenso offen ist die Frage, ob eine HPV-Impfung von Männern zur Vermeidung von

Gebärmutterhalskrebs beiträgt.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen der HPV-Impfung sind:

Die Kosten für die Impfung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Dennoch ist die Zahl der Impfungen in letzter Zeit zurückgegangen, was Gesundheitsexperten auf eine ge

stiegene Impfskepsis zurückführen.

Die Debatte um die Wirksamkeit der Impfung

Allerdings haben auch zahlreiche Wissenschaftler Zweifel an der Wirksamkeit der Impfung. So weisen sie darauf hin, dass durch das Impfen lediglich zwei der krebserregenden Papillomavirentypen bekämpft werden, obwohl es mindestens 13 Hochrisikotypen gibt.

Darüber hinaus treten bei manchen Geimpften auch schwerere Nebenwirkungen auf, Lähmungen oder Ohnmacht. Da erst seit wenigen Jahren geimpft wird, bestehen zudem keine Erfahrungen, was die Impfergebnisse und Langzeitfolgen anbelangt. Mit zuverlässigen Daten rechnen Mediziner erst in 20 bis 30 Jahren.

Auch die Impfempfehlung der STIKO ist umstritten. So arbeiten mehrere Mitglieder der Impfkommission, die im Jahr 2007 für die Impfung stimmten, für unterschiedliche Impfhersteller, worin die Kommission allerdings kein Problem sieht. Auch der Gemeinsame Bundesausschuss für Ärzte, Kassen und Patienten hat keinerlei Zweifel und bezeichnet die Impfung als alternativlos.

Die Kritiker der Papillomaviren-Impfung sehen dies anders und empfehlen jungen Mädchen, sich im Vorfeld genau zu informieren. Unabhängig davon, ob man sich impfen lässt oder nicht, sollte ab dem 20. Lebensjahr eine jährliche Vorsorgeuntersuchung durch einen rauenaerzte/">Frauenarzt erfolgen.

Impfung gegen Gelbfieber (Gelbfieber-Virus)

Bei Gelbfieber handelt es sich um eine schwere Infektionskrankheit. Auslöser ist das Gelbfieber-Virus, welches nur in tropischen Regionen vorkommt, wie:

Die Übertragung des Krankheitserregers erfolgt durch Stechmücken. Von Mensch zu Mensch wird es hingegen nicht übertragen.

Jedes Jahr erkranken etwa 200.000 Menschen weltweit an Gelbfieber. Ohne eine Impfung nimmt die Krankheit häufig einen tödlichen Verlauf.

Besonders betroffen sind Menschen zwischen 20 und 30 Jahren. So stirbt fast die Hälfte aller Erkrankten in diesem Alter.

Symptome des Gelbfiebers sind:

Impfempfehlung

Für Babys unter neun Monaten eignet sich die Impfung nicht. Auch Menschen über 60 Jahren sollten eine Impfung mit ihrem Arzt aufgrund starker Nebenwirkungen ausführlich besprechen.

Da sich Gelbfieber nicht ursächlich behandeln lässt, ist es ratsam, vor Reisen in Gelbfieber-Regionen eine Gelbfieber-Impfung durchzuführen. In manche Länder darf man sogar nur dann einreisen, wenn zuvor eine Impfung erfolgt ist.

Allerdings kann nicht jeder Arzt gegen Gelbfieber impfen. So muss die Impfung an einer staatlich zugelassenen Impfstelle erfolgen.

Für einen ausreichenden Impfschutz genügt eine einmalige Injektion. Die Wirkung setzt bereits nach zehn Tagen ein. Die Dauer des Impfschutzes beträgt mindestens zehn Jahre.

Mehr Informationen zum Gelbfieberimpfstoff, dem Impfvorgang, möglichen Nebenwirkungen und Gegenanzeigen lesen Sie im Artikel >Gelbfieberimpfung.

Impfung gegen Grippe (Influenza-Viren)

Bei der Influenza handelt es sich um eine hochansteckende Infektionskrankheit der Atemwege, die nicht mit einem deutlich leichter verlaufenden grippalen Infekt (Erkältung) zu verwechseln ist. Verantwortlich für die Erkrankung ist das Influenza-Virus. Dieses verbreitet sich vor allem durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch.

Da das Virus die Schleimhäute der Atemwege in Mitleidenschaft zieht und die Abwehrkräfte schwächt, wird der Organismus anfälliger für gefährliche Sekundärinfektionen wie eine Lungenentzündung oder eine ntzuendung/">Herzmuskelentzündung.

Impfempfehlung

In Deutschland ist die Influenza die Infektionskrankheit mit der höchsten Todesrate. Besonders gefährdet für schwere Komplikationen sind:

  • Senioren
  • Kinder
  • Menschen, die unter Vorerkrankungen leiden

Aus diesem Grund empfiehlt die STIKO eine Grippe-Impfung:

Das Gleiche gilt für Menschen, die aufgrund ihres Berufes viel mit anderen Menschen in Berührung kommen. Dabei handelt es sich vor allem um:

Impfstoff

Der Impfstoff gegen Influenza zählt zu den Totimpfstoffen. Das heißt, dass er aus Influenza-Viren gebildet wird, die nicht mehr in der Lage sind, die Krankheit auszulösen. Seine Herstellung erfolgt in bebrüteten Hühnereiern, die etwa zehn bis elf Tage alt sind.

Ein Problem ist allerdings, dass das Grippevirus seine Oberfläche von Jahr zu Jahr verändert, wodurch es das menschliche Abwehrsystem überlistet. Aus diesem Grund ist es erforderlich, eine Grippe-Impfung jedes Jahr zu wiederholen, da die Impfstoffe des Vorjahres ihre Wirksamkeit bald wieder verlieren und neu entwickelt werden müssen.

Keinen Schutz bieten Grippe-Impfstoffe gegen grippale Infekte, da für diese verschiedene andere Viren verantwortlich sind. Allerdings ist der Verlauf einer gewöhnlichen Erkältung weitaus milder.

Für eine Grippe-Impfung genügt eine einzige Injektion. Etwa 14 Tage nach dem Impfen setzt die schützende Wirkung des Impfstoffes ein. Ärzte empfehlen, die Impfung rechtzeitig vor Beginn der Grippesaison durchführen zu lassen. Nicht nötig s

ind Zeitabstände zu anderen Impfungen.

Nebenwirkungen

Normalerweise wird eine Grippe-Impfung gut vertragen. Gelegentlich können Nebenwirkungen auftreten, wie:

  • Reaktionen an der Einstichstelle
  • erhöhte Körpertemperatur
  • Müdigkeiti>
  • Magen-Darm-Beschwerden
Impfung gegen Hepatitis A (Hepatovirus)

Zu Hepatitis A kommt es durch:

Verursacher der Krankheit ist das Hepatitis-A-Virus.

Bemerkbar macht sich die Infektion durch

  • eine Leberentzündung
  • Druckschmerzen im Oberbauch
  • Übelkeit un

    d

  • Leistungsschwäche.
Besonders gefährdete Regionen und Einrichtungen

Besonders verbreitet ist Hepatitis A:

Nach Deutschland wird die Krankheit häufig durch Reisende eingeschleppt. Aber auch in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen kann das Virus auftreten.

Allerdings ist der Krankheitsverlauf bei Kindern meist mild, während Erwachsene längere Zeit unter erheblichen Beschwerden zu leiden haben.

In den meisten Fällen verläuft Hepatitis A jedoch positiv und heilt von selbst wieder ab. Zu Komplikationen kommt es nur selten. Nach überstandener Erkrankung herrscht eine lebenslange Immunität gegen das Virus. Als beste Schutzmaßnahme gegen di

e Infektion gilt eine Impfung.

Impfempfehlung

Sinnvoll ist eine Impfung gegen Hepatitis A vor Reisen in Gebiete, in denen eine mangelhafte Trinkwasserversorgung und schlechte hygienische Verhältnisse herrschen. Ebenfalls empfohlen wird eine Schutzimpfung:

  • medizinischem Personal
  • Personal in Kindertagesstätten
  • Menschen, die in psychiatrischen Einrichtungen arbeiten
  • Kanalarbeitern
  • Männern, die homosexuell aktiv sind
  • Patienten, die an einer chronischen Leberkrankheit leiden
  • Kontaktpersonen von Erkrankten wie zum

    Beispiel Angehörigen