27. Juni 2008
Von K. Schumann
In der Krebstherapie wird der Begriff Chemotherapie für die Behandlung mit so genannten Zytostatika gebraucht. Zytostatika sind Medikamente, die das Zellwachstum bzw. die Zellteilung hemmen. Sie werden sowohl chemisch als auch natürlich gewonnen.
Unsere Zellen sind während der Zellteilung leichter angreifbar. Genau hier wirken die Zytostatika. Sie stören bestimmte Stoffwechselvorgänge in den verschiedenen Phasen der Zellteilung. Somit wird die Zellteilung gestört und der Zelltod tritt ein.
Da Tumorzellen sich meist besonders schnell teilen, sind sie am stärksten von der tödlichen Wirkung der Zytostatika betroffen. Doch auch die Zellteilung aller gesunden Zellen wird gestört. Hier leiden besonders Körperzellen, die sich ebenfalls schnell teilen wie die Epithelzellen (z.B. in Mund, Magen und Darm), die Zellen des lymphatischen Systems (z.B. Lymphozyten), die Keimdrüsen, die Zellen des Knochenmarks und die Zellen von Haut, Haaren und Nägeln.
Die Gabe der Chemotherapie erfolgt vorwiegend als intravenöse Injektion oder Infusion. Meist handelt es sich um eine Mischung aus mehreren Zytostatika (Polychemotherapie). Auf eine Behandlungsphase folgt immer eine Behandlungspause, um dem Körper eine Möglichkeit zur Regeneration zu geben.
Eine Chemotherapie wird angewendet bei lokalen Tumoren, die metastasiert haben bzw. auch präventiv, um eine Metastasierung zu verhindern. Ein weiteres Einsatzgebiet sind bösartige Erkrankungen der Lymph- und Blutzellen. Leukämien, maligne Lymphome und Tumore im Kindesalter sprechen in der Regel gut auf eine Chemotherapie an. In anderen Fällen wie z.B. beim Nierenzellkarzinom sowie einigen Tumoren des Verdauungstrakts führt die Chemotherapie zu keiner signifikanten Besserung.
Auf Grund der Schädigung der gesunden Zellen kann es während der Chemotherapie zu Übelkeit und Erbrechen, Müdigkeit, Entzündungen der Schleimhäute, Fieber, Haarausfall oder Infektanfälligkeit kommen. Als Langzeitschäden können Schädigungen des Nervensystems und des Herzmuskels sowie Unfruchtbarkeit auftreten. Da Zytostatika ein krebserregendes Potenzial haben, kann aus der Chemotherapie eine neue Krebserkrankung resultieren. Meist handelt es sich dabei um akute Leukämien.
Ob eine Chemotherapie zum Einsatz kommt oder nicht ist unter anderem abhängig von der Art und dem Stadium der Erkrankung sowie von dem körperlichen Zustand des Patienten. Die Belastung des Patienten darf nicht dem Nutzen der Therapie überwiegen. So sollte eine Chemotherapie nur eingesetzt werden bei Aussicht auf Heilung oder einer deutlichen Verlängerung der Überlebenszeit.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
16.01.12 | |
![]() | CHEMOTHERAPIE |
03.11.11 | |
![]() | CHEMOTHERAPIE |
28.10.11 | |
![]() | CHEMOTHERAPIE |
22.08.11 | |
![]() | CHEMOTHERAPIE |
![]() | CHEMOTHERAPIE |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Chemotherapie Forum

