Reizhusten - Ursachen und Behandlung

Viele Menschen leiden unter Reizhusten. Dieses Symptom kann bei verschiedenen Krankheiten auftreten.

Die Entstehung von Reizhusten und wie man ihn behandeln und lindern kann

Ursachen

Reizhusten kann als Nebenwirkung einiger Medikamente auftreten. Patienten mit einer Hypertonie (Bluthochdruck) müssen so genannte ACE-Hemmer einnehmen, um ihren Blutdruck zu senken.

Eine Nebenwirkung dieser Präparate kann der Reizhusten sein. In diesem Fall kann der Arzt ein anderes Medikament mit gleicher Wirkung, jedoch ohne diese Nebenwirkung, verordnen.

Erkrankungen

In vielen Fällen tritt Reizhusten in Kombination mit einem grippalen Infekt oder einer beginnenden Grippe auf. Der Reizhusten entwickelt sich dann meist zu einem Husten mit Auswurf.

Auch Patienten mit Magenproblemen können unter Reizhusten leiden. Wird der Mageneingang nicht mehr vollständig verschlossen, so kann die Magensäure zurück in den Mund fließen. Dies bemerkt der Patient an einem morgendlichen Reizhusten.

Wenn ein Patient aufgrund einer Herzkrankheit Wasser in seiner Lunge hat, äußert sich auch dies durch einen Reizhusten. Dieser Husten tritt dann meist abends auf.

Eine Entzündung des Brustfells äußert sich ebenfalls mit Reizhusten. Die Patienten spüren dann zusätzlich große Schmerzen beim Ein- und Ausatmen. Asthmatiker leiden auch unter Reizhusten. Dieser kann das erste Symptom eines bis dahin noch unerkannten Asthmas sein.

Komplikationen

Im Falle einer Erkältung verschwindet der Reizhusten zusammen mit den anderen Beschwerden wieder. In anderen Fällen kann der trockene Husten jedoch einen chronischen Verlauf nehmen, was besonders bei Rauchern oftmals vorkommt. Bei Reizhusten, der durch Tabakkonsum entsteht, ist die Behandlung auch weitaus schwieriger.

Mitunter werden Reizungen der Atemwege durch Erkrankungen wie

hervorgerufen. Ebenso sind

möglich.

Wann zum Arzt?

Der Besuch eines Arztes wird empfohlen, wenn der Reizhusten länger als drei Wochen anhält. Der Mediziner kann feststellen, ob der trockene Husten durch eine bestimmte Grunderkrankung verursacht wird, die es entsprechend zu behandeln gilt.

Diagnose

Die Diagnose von Reizhusten ist in der Regel einfach. So handelt es sich um Reizhusten, wenn der Husten trocken ist, also kein Schleim ausgestoßen wird.

Zu Beginn der Untersuchung nimmt der Arzt eine ausführliche Befragung des Patienten vor und erkundigt sich nach dessen Beschwerden.

Körperliche Untersuchung und Bronchoskopie

Bei der körperlichen Untersuchung erfolgt das Abhören und Abklopfen der Atemwege des Patienten. Darüber hinaus kann eine Bronchoskopie (Lungenspiegelung) stattfinden. Dabei werden die unteren Atemwege, die sich an der Luftröhre befinden, überprüft.

Auf diese Weise lässt sich auch das Vorhandensein von Fremdkörpern oder Tumoren feststellen. Ebenso sind durch eine Bronchoskopie Hinweise auf immunologische Erkrankungen oder Allergien möglich.

Weitere Untersuchungen

Als weitere Untersuchungsmöglichkeiten kommen ein Lungenfunktionstest, bei dem das Lungenvolumen und der Atemstrom überprüft werden, sowie das Anfertigen von Röntgenaufnahmen und eine Computertomographie (CT) infrage.

Behandlung

Bei bakteriellem Infekt und Erkältung

Hat der Patient eine bakterielle Erkrankung, die den Reizhusten auslöst, so verordnet der Arzt ein Antibiotikum. Das Antibiotikum zerstört die Bakterien und führt so zur Genesung des Patienten.

Tritt der Reizhusten in Verbindung mit einer Erkältung auf, so kann der Arzt ein Hustenpräparat verordnen, das den Hustenreiz stillt. Einige Patienten benötigen auch ein entzündungslinderndes Spray mit Kortison.

Bei Nebenwirkung eines Medikaments

Reizhusten kann auch die Nebenwirkung einiger Medikamente zur Behandlung von zu hohem Blutdruck sein. In diesem Fall kann der behandelnde Arzt ein anderes Präparat mit gleicher Wirkung, aber ohne dieser Nebenwirkung verschreiben.

Bei möglichen Magenerkrankungen

Tritt der Reizhusten vorwiegend morgens auf, so kann eine Magenerkrankung die Ursache sein. Je nach diagnostizierter Magenerkrankung kann der Arzt auch hier Medikamente verordnen.

Selbsttherapie

Je nachdem, wie stark ausgeprägt der Reizhusten ist, kann auch eine Selbsttherapie erfolgen. Wichtig ist dabei vor allem die Zufuhr von Flüssigkeit.

Darüber hinaus sollten Wärmebehandlungen der Atemwege erfolgen, indem man Wärmewickel auflegt oder eine Bestrahlung mit Rotlicht vornimmt. Ebenfalls eine lindernde Wirkung entfalten Erkältungsbäder in Kombination mit ätherischen Ölen.

Hausmittel

Geht der Reizhusten mit einer Erkältung einher, können verschiedene Hausmittel Linderung verschaffen. Dazu gehört in erster Linie die Einnahme von Hustentees. Dieser kann sich zum Beispiel aus 10 Gramm Isländisch Moos sowie jeweils 5 Gramm

zusammensetzen. Alternativ ist auch eine Mischung aus einen halbem Esslöffel Huflattichblättern, Veilchenwurzeln, Süßholz, Anissamen und Wollblumen sowie einem Esslöffel Eibischwurzeln möglich. Zum Süßen des Tees lässt sich Honig verwenden.

Weitere hilfreiche Hausmittel gegen Reizhusten sind

Als besonders gut geeignet für Kinder gilt Majorantee mit Honig, den die kleinen Patienten dreimal täglich einnehmen.

Vorbeugung

Reizhusten tritt häufig in Zusammenhang mit einem grippalen Infekt auf, sodass also einer Erkältung vorgebeugt werden muss, was nicht so einfach ist. Da Tabakkonsum das Entstehen von Reizhusten fördert, ist es besser, auf ihn zu verzichten. Auch das passive Einatmen von Rauch kann schädlich sein.

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