31. März 2009
(dgk) Viele Frauen durchleben während der Regelblutung aufgrund Hormonspiegel-Schwankungen ein Stimmungstief oder sind abgeschlagen; manche trifft es besonders hart, denn sie leiden in dieser Zeit unter unangenehmen, starken Migräne-Attacken. Diese menstruelle Migräne tritt typischerweise zwei Tage vor bis drei Tage nach Einsetzen der Blutung auf, häufig sind die Schmerzen heftiger als bei der normalen Migräne und zudem länger andauernd. Eine aktuelle Studie iranischer Wissenschaftler legt nun nahe, dass Frauen, die an einer Menstruationsmigräne leiden, möglicherweise von einer gezielten Einnahme von Vitamin E profitieren und ihre Schmerzen verringern können.
Dr. Saeideh Ziaei und sein Forscherteam von der Tarbiat Modarres Universität in Teheran untersuchten in ihrer placebokontrollierten Doppelblind-Studie insgesamt 72 Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, die an zyklusabhängigen Migränebeschwerden litten. Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie war, dass die Probandinnen mindestens drei Monate vor Studienbeginn keinerlei Hormonbehandlungen erhalten hatten.
Die Frauen bekamen zunächst über einen Zeitraum von zwei Monatszyklen ein Scheinmedikament ohne Wirkstoff (Placebo), das jeweils fünf Tage lang – zwei Tagen vor bis drei Tage nach der Regel – eingenommen wurde. Die Scheinbehandlung endete mit einer einmonatigen "Auswaschphase". Im Anschluss daran erhielten die Testpersonen ein Vitamin-E-Präparat (Vitamin E softgel (400 IU)). Es hatte das identische Aussehen wie das Placebo zuvor und wurde in den folgenden zwei Monaten auch genauso wie das Scheinpräparat angewendet.
In Fragebögen dokumentierten die Probandinnen während des gesamten Studienzeitraums, wie stark ihre Migräne und andere Beschwerden waren. Ergebnis: Es zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede: Während der Zeit der Vitamin-E-Einnahme registrierten die Frauen wesentlich weniger häufig Kopfschmerzen, und ihre funktionelle Behinderung, also das Maß ihrer Arbeitsunfähigkeit als Folge von Migräneanfällen, war stark reduziert. Außerdem berichteten die Frauen von einer deutlich geringeren Empfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm – Beschwerden, die eine Migräneattacke üblicherweise begleiten. Auch das migränetypische Symptom Übelkeit trat weniger ausgeprägt auf als unter der Placebobehandlung.
Nach Ansicht der Forscher ist die Gabe von Vitamin E offenbar ein geeignetes Mittel, um Frauen von Beschwerden bei Menstruationsmigräne zu entlasten. Allerdings seien weitere, umfangreichere Studien nötig, um die Effektivität dieser Behandlung zu festigen. Worin die Wirkung des Vitamins E begründet ist, müsste noch genauer untersucht werden. Es ist aber bekannt, dass durch die Einnahme von Vitamin E die Spiegel von sogenannten Prostaglandinen gesenkt werden können, einer Gruppe von Gewebshormonen, die offenbar beim Auftreten der Menstruationsmigräne eine Rolle spielen. Außerdem ist Vitamin E in der Lage, Arachidonsäure zu binden, das die Bildung schmerzhervorrufender Substanzen fördert. So werden Vitamin-E-Präparate mittlerweile als Ergänzungen in der Schmerztherapie von Migräne- und Rheuma-Patienten eingesetzt.
Quellen:
Ziaei S et al: The effect of vitamin E on the treatment of menstrual migraine; Med Sci Monik, 2009 Jan; 15(1):CR16-19, www.unboundmedicine.com/
MedWire News: Vitamin E may benefit menstrual migraine sufferers, 09 January 2009, www.medwire-news.md/
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