Pemphigus vulgaris (Blasensucht)

Hautausschnitt mit Ausschlag, Allergie

Die Mundschleimhaut ist als Erstes von der Blasenbildung betroffen

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  • von Paradisi-Redaktion

Pemphigus vulgaris ist auch unter der Bezeichnung Blasensucht bekannt. Die seltene Hauterkrankung zählt zu den Autoimmunkrankheiten.

In der Medizin bezeichnet man Pemphigus vulgaris auch als Blasensucht. Von dieser selten auftretenden Hautkrankheit sind vor allem Menschen ab dem mittleren Lebensalter betroffen. Dabei kommt es zur Entstehung von schlaffen Blasen.

Schon nach kurzer Zeit zerplatzen die Blasen und verkrusten. Während in früheren Jahren die Patienten meist an Pemphigus vulgaris verstarben, ist heutzutage eine erfolgreiche Therapie möglich.

Ursachen

Pemphigus vulgaris ist eine Autoimmunkrankheit. Dabei kommt es zur Bildung von Autoantikörpern, die gegen Verbindungsproteine von Zellen der Epidermis oder der Schleimhaut vorgehen. Dies hat das Lösen der Zellen zur Folge, was wiederum zum Einsickern von Flüssigkeit und Blasenbildung führt.

Wodurch es zu diesem Prozess kommt, ließ sich bislang nicht feststellen. Bei manchen Patienten zeigt sich ein Pemphigus vulgaris nach der Einnahme von bestimmten Arzneimitteln. Dabei kann es sich um

handeln. Von Bedeutung sind zudem

Symptome

Die ersten Beschwerden treten bei der Blasensucht an der Mundschleimhaut auf, wo sich Blasen bilden, die rasch wieder aufplatzen und bluten, was mit Schmerzen verbunden ist.

Schließlich kommt es zu schmerzhaften Abschürfungen der Haut. Auch ein Übergreifen der Stellen ineinander ist möglich. Im Gegensatz zu anderen Hauterkrankungen leiden die Patienten nicht unter Juckreiz.

Das Abheilen der Blasen setzt in ihrem Zentrum ein. Zu Narbenbildung kommt es dabei nicht, allerdings ist eine länger anhaltende Hyperpigmentierung an den befallenen Stellen möglich. Besonders betroffene Körperpartien der Hautveränderungen sind:

Handelt es sich um einen großflächigen Befall der Haut, leiden die Patienten nicht selten unter

Diagnose

Als wichtiger Hinweis auf eine Blasensucht gilt das Nikolski-Phänomen. Bei diesem Test entstehen durch das Verschieben der Haut weitere Blasen. Außerdem kann eine Gewebeentnahme der Haut erfolgen.

Anschließend untersucht man die Probe in einem Labor. Der Nachweis von Pemphigus vulgaris findet zumeist durch eine Blutuntersuchung statt. Dabei stellt man Antikörper, die gegen das Zelladhäsionsmolekül Desmoglein 3 gerichtet sind, fest.

Behandlung

Ohne eine entsprechende Behandlung nimmt Pemphigus vulgaris nach einigen Jahren einen tödlichen Verlauf. Mittlerweile ist jedoch eine Therapie mit Immunsuppressiva und Glukokortikoiden möglich, wodurch sich die Behandlungschancen erheblich verbessern.

So überleben 80 bis 90 Prozent aller Patienten die Blasensucht. Zunächst erfolgt das Verabreichen von Kortison in hohen Dosen. Im weiteren Verlauf erhält der Erkrankte dann geringere Mengen. Weiterhin werden Immunsuppressiva wie

  • Cyclophosphamid
  • Azathioprin
  • Cyclosporin A oder
  • Methotrexat

gegeben. Außerdem erfolgt eine Plasmapherese, die zur speziellen Blutreinigung dient und die Pemphigus-Antikörper beseitigt. Zur lokalen Behandlung der befallenen Hautstellen werden

  • eine Kortisonsalbe
  • antiseptische Mittel und
  • feuchte Wickel

aufgetragen. Zur Spülung der Mundschleimhaut lässt sich ein Mundwasser, das Kortison enthält, verwenden. Außerdem sollte der Patient seine Haut keinen mechanischen Belastungen aussetzen.

Verschiedene Formen von Hautveränderungen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: An allergic reaction causeing a severe case of hives. © Rob Byron - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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