29. November 2011
Eine trockene Scheide ist für die betroffenen Frauen überaus unangenehm. Es gibt aber Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun.
Im Falle einer Scheidentrockenheit, auch Lubrikationsmangel genannt, wird die Scheidenflüssigkeit, die für die Befeuchtung der Vagina bei sexueller Erregung sorgt, nur unzureichend hergestellt. Die betroffenen Frauen leiden deswegen beim Geschlechtsverkehr unter Beschwerden wie Juckreiz, Brennen oder Schmerzen, wodurch es ihnen nicht mehr möglich ist, den Sex zu genießen.
Für Scheidentrockenheit kommen viele Ursachen in Betracht. Meist entsteht sie durch hormonelle Schwankungen während der Wechseljahre, die Einnahme der Antibaby-Pille oder eine Schwangerschaft, sowie durch bestimmte Krankheiten wie Pilzinfektionen, Blasenentzündungen, Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder humane Papillomviren. Aber auch psychische Gründe wie Probleme in der Beziehung, Angst vor Geschlechtsverkehr, Lustmangel, Stress und Nervosität oder der übermäßige Konsum von Zigaretten und Alkohol können zu einer trockenen Scheide führen. Da es also sehr viele mögliche Ursachen für Lubrikationsmangel gibt, muss zunächst einmal festgestellt werden, welche davon für das Problem verantwortlich ist, bevor eine Behandlung erfolgen kann. Für eine solche Untersuchung sollte man einen Frauenarzt konsultieren, der abklären kann, ob möglicherweise körperliche Gründe für die Scheidentrockenheit in Betracht kommen.
Die Behandlung einer trockenen Scheide richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Ist körperlich alles in Ordnung und liegen seelische Gründe vor, können die betroffenen Frauen versuchen, das Problem selbst in den Griff zu bekommen oder einen Sexualberater oder Psychotherapeuten aufsuchen, der den psychischen Ursachen auf den Grund geht. Ist dagegen eine bestimmte Krankheit der Auslöser für die fehlende Lubrikation, muss eine entsprechende Therapie durchgeführt werden, um das Problem zu beheben.
Als bewährtes Mittel bei Scheidentrockenheit gelten Gleitcremes, mit deren Hilfe sich der Mangel an Feuchtigkeit ausgleichen lässt. Diese erhält man rezeptfrei in Drogerien, Apotheken oder Sexshops. Beim Kauf einer Gleitcreme sollte man jedoch darauf achten, dass sie wasserlöslich ist, damit bei der Benutzung eines Kondoms dieses nicht beschädigt wird. Alternativ zu einer Gleitcreme können auch Babyöl oder Massageöl verwendet werden, die allerdings die Oberfläche von Kondomen angreifen.
Liegt ein Mangel an Östrogen vor, besteht auch die Möglichkeit einer Therapie mit einer Östrogencreme oder Östrogenzäpfchen, die Estriol enthalten. Diese Mittel dürfen jedoch nicht bei einer Schwangerschaft angewandt werden. Eine Alternative sind nicht-hormonelle Präparate, die jedoch als weniger wirksam gelten.
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