27. März 2009
Von Viola Reinhardt
Paraphilien sind für die Allgemeinheit kaum ein Begriff, spricht man allerdings von Perversionen wissen plötzlich alle Bescheid. Aber – es gibt keine Perversionen, sondern sexuelle Vorlieben die aus dem Rahmen fallen oder einen handfesten psychischen Hintergrund haben. Nicht alle, aber viele Paraphilien jedoch sind erst zu dem geworden was die Gesellschaft aus ihnen gemacht hat: Sexuelle Störungen.
Zur Erklärung vorab, was mit Paraphilien überhaupt gemeint ist, eine kleine Stippvisite in Sachen Begriffserklärung. Para also neben oder abseits und Philie oder Philia Freundschaft oder Liebe bezeichnen als Ganzes eine bestimmte sexuelle Vorliebe, die bei einer Art Sucht oder starken Abhängigkeit und weiterführenden Handlungen erst zu einer gestörten sexuellen Präferenz werden. Die Übergänge hierbei sind fließend, denn was den einen als normal erscheint, zeigt sich bei einem anderen Menschen schon als krank. Doch um es vorweg zu nehmen: Wirklich krank sind nur die wenigsten der Liebhaber ungewöhnlicher Liebespraktiken und der Begriff pervers ist selbst unter Fachleuten nicht mehr erwünscht.
Als Paraphiler bezeichnet zu werden bedingt zunächst einmal die "abnorme" sexuelle Vorliebe. Diese kann sich in vielfältigen Formen zeigen und ist so lange wie das ABC und unter Umständen auch noch länger. Allen gemeinsam ist der besondere Kick der zur Erregung und auch körperlichen Erfüllung führen soll und die beinhaltete Ausschließlichkeit. Genau diese lässt etwa "normales" Verhalten zu einer Paraphilie werden. Einige Beispiele aus dem Bereich der Paraphilien geben einen minimalen Einblick in die Welt der meist stillen und tabuisierten Sexualpräferenzen. So finden Amputophile diesen Kick darin indem sie ihr Liebesleben nur mit einem Menschen ausleben können oder wollen, der eine körperliche Behinderung aufweist. Choreophile finden diesen Reiz nur dann, wenn sie einer anderen Person beim Tanzen zu sehen.
In der Zoophilie steht die "intensive" Liebe zum Tier im Vordergrund, hingegen bei der Objektophilie ein bestimmter Gegenstand oder auch ein Objekt, wie ein Haus, eine Brücke oder auch eine Lok. Hier ist der Übergang zum Fetischismus schleichend und eine Abgrenzung fällt oft schwer, so etwa auch bei der Koprophilie, die die Vorliebe für sexuelle Spiele mit Fäkalien beinhaltet oder die Negrophilie, die im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht. Ebenfalls unter die Paraphilien fällt der Hang der Pädophilen, wobei gerade diese Paraphilie schon seit Jahrtausenden praktiziert wird und einst als normal galt. Heute ist von dieser Normalität der alten Zeiten vor zig Jahrhunderten oder Jahrtausenden wirklich nichts mehr zu sehen und die juristische Verfolgung ist den unterschiedlich geprägten Pädophilen gewiss. Auch fällt jede andere Paraphilie in den Bereich der Justiz sobald eine andere Person oder Sache während der Liebesspiele genötigt, belästigt oder auch geschädigt wird.
In der Psychiatrie werden die Auslöser einer möglichen Paraphilie ebenso heiß diskutiert wie die eigentliche Einstufung in einem der diagnostischen und statistischen psychiatrischen Handbücher (auch Katalog genannt). Schwierig wird es zudem, dann sowohl die Ursachen zu finden als auch eine mögliche Therapie durchzuführen, denn die meisten paraphil veranlagten Menschen (mehr Männer als Frauen) fühlen sich nicht abhängig und behandlungsbedürftig.
Wobei diese Einstufung als Paraphilie auch oft nicht zu recht vorhanden ist, denn betrachtet sich man die meisten Menschen etwas intensiver in ihren Vorlieben und "Süchten", dann zeigt ein auffallend hoher Prozentsatz eine gewisse sexuelle Präferenz: Beim Beobachten anderer Menschen, wenn sie sich in irgendeiner Form Zärtlichkeit geben oder auch nur zu "wollen und zu können", wenn der Partner ein gewisses Kleidungsstück trägt. Paraphilien und deren Einstufung sind ein ebenso interessantes als auch schwieriges Feld im Bereich der Psychologie und Psychiatrie, das sicherlich aufgrund der schwammigen Übergänge von Norm und Abnorm nie ganz aufgeschlüsselt werden kann. Übrigens Einteilungen, die in der Regel durch die Gesellschaft erfolgen oder auch über Jahrhunderte geprägt wurden.
Ich kann das verstehem, gibt Gerüche, die Menschen erregen, ein Duft von einer Frau kann Dich auch um den Verstand bringen... Ich lieb dessen ...
Hallo! Kann sein Menschen auf gweisse Gerüche erregend reagieren, bei Dir ist das Wohl der Geruch von Pferden... Hast Du eine Freundin die rei...
Rieche es vor meiner Haustür, mag das echt, gibt mir ein gutes Gefühl, dieser Geruch...
Guter Text! Möchte trotzdem wissen, wie Ihr das sieht, Pferdegeruch macht mich total an...?? Geht es jemandem auch so?
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