Erektionsstörungen - Wie kommt es dazu und was kann man(n) dagegen tun?

Unter Erektionsstörungen bzw. einer Erektilen Dysfunktion versteht man eine Sexualstörung, bei der der betroffene Mann keine für ein befriedigendes Sexleben ausreichende Erektion zu erlangen. Dabei liegt diese Situation bereits über einen längeren Zeitraum vor. In den meisten Fällen sind organische Ursachen für Erektionsstörungen verantwortlich. Aber auch psychische Gründe spielen oftmals eine Rolle. Lesen Sie über die möglichen Gründe einer Erektionsstörung und informieren Sie sich über wirksame Behandlungsmethoden.

Wissenswertes zur Erektilen Dysfunktion

Was sind Erektionsstörungen beim Mann?

Unter Erektionsstörungen versteht man die Erektile Dysfunktion (ED), die man auch als Impotenz oder Potenzstörung bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Sexualstörung, bei der es den Betroffenen über einen längeren Zeitraum nicht gelingt, eine ausreichende Erektion zu bekommen.

Erektionsstörungen sind weit verbreitet. So leidet etwa jeder zehnte Mann unter einer erektilen Dysfunktion. Ein befriedigendes Sexualleben ist für die Betroffenen nicht mehr möglich, da sie nicht imstande sind, eine Erektion über längere Zeit zu halten oder überhaupt zu bekommen.

Symptome von Erektionsstörungen

Erektionsstörungen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Von einer erektilen Dysfunktion im medizinischen Sinne spricht man erst dann, wenn die Probleme länger als sechs Monate bestehen.

Dabei reicht die Erektion nicht aus, damit der Geschlechtsverkehr befriedigend ausfällt bzw. lange genug aufrechterhalten werden kann. An sexueller Lust mangelt es dabei häufig nicht.

Ursachen: Wie kommt es zu Erektionsstörungen?

Eine erektile Dysfunktion stellt durchaus eine schwerwiegende Erkrankung dar, da sie bei den betroffenen Männern eine erhebliche Einschränkung ihrer Lebensqualität zur Folge hat. Besonders betroffen von erektiler Dysfunktion sind ältere Männer über 60 Jahren.

Erektionsstörungen im Alter

Mit dem Alter sinkt die Erektionsfähigkeit. In der Altersgruppe 20 bis 30 liegt die Anzahl der Männer mit Erektionsstörungen bei ca. 2,4 Prozent. Bei Männern zwischen 40 und 50 liegt der Anteil bei 19,8 Prozent, während der bei 60- bis 70-Jährigen schon bei etwa 67 Prozent liegt.

Doch auch jüngere Männer können an Erektionsstörungen leiden. In den meisten Fällen sind organische Erkrankungen für eine erektile Dysfunktion verantwortlich, manchmal spielen aber auch psychische Gründe eine Rolle.

Erektionsstörungen als Hinweis auf schwere Krankheiten

Erektionsstörungen können mitunter der Hinweis auf eine schwere Krankheit sein, wie zum Beispiel:

Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Blutgefäße des Penis den Gefäßen des Herzens ähnlich sind. Wurde eine erektile Dysfunktion diagnostiziert, ist es daher sehr wichtig, weitere Untersuchungen durchführen zu lassen.

Nicht immer jedoch wird eine erektile Dysfunktion von physischen Erkrankungen verursacht. So kommen auch psychische Faktoren wie Angst, Stress und Frust als Auslöser in Betracht.

Psychische Gründe für eine Erektionsstörung

Tritt eine Erektionsstörung plötzlich und nur in bestimmten Situationen auf, sind meist psychische Gründe dafür ausschlaggebend. So vertreten viele Psychologen und Sexualwissenschaftler die Ansicht, dass es sich um verschlüsselte seelische Botschaften handelt, wenn sich der männliche Penis sozusagen "tot stellt".

Vor allem bei jungen Männern, die unter Erektionsstörungen leiden, sind nur selten körperliche Gründe für die Impotenz verantwortlich. Vielmehr spielt sich bei ihnen vieles im Kopf ab.

Besonders betroffen von Potenzstörungen sind junge Männer, die nur wenig Selbstbewusstsein besitzen und unter Hemmungen oder einer instabilen Persönlichkeit leiden. Schon ein missglücktes erstes Mal kann dazu führen, dass große Ängste vor einem erneuten Scheitern entstehen, die sich wiederum negativ auswirken.

Doch auch bei Männern, bei denen eigentlich eine organische Ursache für ihre Erektionsstörungen verantwortlich ist, können deswegen psychische Probleme auftreten, denn Impotenz führt bei vielen Betroffenen zu einen angeknacksten Selbstbewusstsein.

Zu Erektionsstörungen, deren Ursache psychisch bedingt ist, kann es aus vielerlei Gründen kommen.

Die häufigsten Faktoren sind:

  • Stress
  • finanzielle Schwierigkeiten
  • Sorge um den Arbeitsplatz oder die Existenz
  • sexuelle Unerfahrenheit
  • Angst im Bett zu versagen
  • traumatische sexuelle Erfahrungen
  • eine ungeklärte sexuelle Orientierung
  • Depressionen

Aber auch Probleme mit der Partnerin wirken sich oft negativ auf die Libido aus. Zum Beispiel, wenn:

  • die Kommunikation über eigene Gefühle, Bedürfnisse und Interessen fehlt
  • die Partner nicht genügend Zeit füreinander haben
  • Unzufriedenheit bei der Verteilung der Aufgaben besteht
  • sich zu viel Routine eingeschlichen hat
  • die Liebe zueinander nachlässt

Weitere Gründe sind häufig:

Physische Gründe für eine Erektionsstörung

Vor allem bei älteren Männern spielen physische Ursachen eine Rolle. Dazu gehören u.a.:

Weitere mögliche Ursachen für eine Erektionsstörung

Aber auch

kommen als Ursache für eine erektile Dysfunktion in Betracht.

Welche Medikamente sind für Erektionsstörungen verantwortlich?

In manchen Fällen sind auch bestimmte Arzneimittel für Erektionsstörungen verantwortlich, wie zum Beispiel:

Diagnose: Bei erektiler Dysfunktion zum Arzt

Hält eine Erektionsstörung über einen längeren Zeitraum an, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. So besteht die Möglichkeit, dass die Impotenz das Symptom einer chronischen Krankheit wie zum Beispiel Diabetes mellitus ist.

Den meisten Männern ist es peinlich, wenn sie aufgrund von Erektionsstörungen einen Arzt aufsuchen müssen. Impotenz ist jedoch ein Problem, das weit verbreitet ist.

So leiden zwischen 20 und 50 Prozent aller Männer über 30 Jahren unter Erektionsstörungen. Für den behandelnden Arzt ist dieses Thema also durchaus nicht ungewöhnlich, sodass zu erwarten ist, dass er mit Verständnis reagiert.

Das Gespräch

Vor dem ersten Gespräch mit dem Arzt wird empfohlen, sich gut vorzubereiten. So hilft es, wenn man sich Notizen macht, auf denen man vermerkt, was man für wichtig hält. Liegt eine Verformung des Penis vor, kann eine Fotoaufnahme des erigierten Gliedes dem Arzt bei der Diagnose helfen.

Typische Fragen

Bei der ersten Untersuchung sollte sich der Patient darauf einstellen, dass der Arzt ihm verschiedene Fragen stellt.

So wird meist danach gefragt:

  • seit wann die erektile Dysfunktion besteht

  • in welcher Form und wie oft sie auftritt

  • wie oft Geschlechtsverkehr ausgeübt wird

  • ob der Sex befriedigend verlief

  • ob es zu Erektionen in der Nacht oder am Morgen kommt

  • ob eine Erektion lange genug aufrechterhalten werden kann

  • ob die Erektionsstörungen auch bei der Selbstbefriedigung auftreten

Anamnese

Manche dieser Fragen sind dem Patienten natürlich unangenehm. Sie ehrlich zu beantworten, ist für den Erfolg der Behandlung jedoch sehr wichtig. Das Gleiche gilt für die Krankengeschichte des Patienten. So sollte der Arzt über Verletzungen, Unfälle, Stoffwechselkrankheiten und Medikamente, die man einnimmt, Bescheid wissen.

Auch der Alkoholkonsum und das Rauchverhalten können von Interesse sein, da möglicherweise ein Zusammenhang mit den Erektionsstörungen besteht.

Die Untersuchungen

In Anschluss an die Befragung führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch. Manchmal können auch zusätzliche Tests erforderlich sein.

Blutuntersuchung

Dazu gehört vor allem die Blutuntersuchung, die beim Herausfinden der Impotenz-Ursache sehr hilfreich ist.

So ist es möglich, Hinweise auf bestimmte Erkrankungen wie Herz-Kreislaufkrankheiten, bösartige Veränderungen an der Prostata oder Diabetes zu finden.

Nocturnale Penile Tumeszenzmessung (NPT)

Eine weitere Untersuchungsmethode ist die Nocturnale Penile Tumeszenzmessung (NPT). Diese kommt bei noch bestehender Potenz zur Anwendung, um die Stärke des Erektionsvermögens festzustellen.

Dabei legt man dem Patienten in der Nacht eine Manschette aus Stoff um den Penis. Diese wird wiederum an ein spezielles Messgerät angeschlossen, das Dauer, Häufigkeit und Stärke der Erektionen misst.

Mögliche Behandlungsformen: Was tun bei Erektionsstörungen?

Ein Problem ist, dass sich viele Männer, die unter Erektionsstörungen leiden, als Versager fühlen, wodurch sie Minderwertigkeits- und Schamgefühle entwickeln, die sie schließlich in Isolation und Sprachlosigkeit führen. Zur Behandlung von Erektionsstörungen stehen verschiedene Therapiemethoden zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem:

Behandlung von Erektionsstörungen bei psychischen Ursachen

Im Gegensatz zu organisch bedingten Erektionsstörungen sind jedoch die Chancen Potenzstörungen, die aus psychischen Gründen entstehen, zu bekämpfen, wesentlich besser.

Um den psychischen Ursachen auf den Grund zu gehen, ist meist professionelle Unterstützung durch einen Psychologen sehr hilfreich. In manchen Fällen genügen schon Gespräche mit einem erfahrenen Sexualberater, um das angeschlagene Selbstbewusstsein wieder herzustellen.

Behandlung von Erektionsstörungen bei physischen Ursachen

Erektionsstörungen organischer Natur lassen sich medizinisch behandeln. In den meisten Fällen werden Medikamente verabreicht, die die Wirkstoffe

  • Tadalafil
  • Sildenafil oder
  • Vardenafil

enthalten. Diese Mittel werden vor dem Geschlechtsverkehr in Form von Tabletten eingenommen und bewirken eine direkte Durchblutung des Penis.

Die Gefäßoperation bei Erektionsstörungen

Operative Eingriffe an den Blutgefäßen kommen heutzutage nur dann zur Behandlung von Erektionsstörungen zur Anwendung, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten nicht zum gewünschten Erfolg führen. Sie gelten auch nur dann als sinnvoll, wenn bei den Patienten klare Störungen an den größeren Gefäßen des Penis bestehen.

Gefäßoperation bei venöser Insuffizienz

Dabei kann es sich zum Beispiel um eine venöse Insuffizienz handeln, bei der sich entweder einzelne Venen nicht schließen lassen oder sie einen falschen Verlauf nehmen, was wiederum zu Erektionsstörungen führt.

Bei einer venösen Insuffizienz ist es möglich, die betroffenen Gefäße durch eine Operation zu blockieren. Da dann nicht mehr zu viel Blut aus den Schwellkörpern abfließt, wirkt sich dies positiv auf die Erektionsfähigkeit aus.

Ein Nachteil dieser Methode ist, dass nur ca. 40 Prozent aller Operierten ihre volle Erektionsfähigkeit in den ersten 12 Monaten zurückerlangen. Darüber hinaus müssen die Patienten nach dem Eingriff häufig Medikamente einnehmen. Aus diesem Grund kommt dieses Verfahren nur noch selten zum Einsatz.

Gefäßoperation bei Verkalkungen

In manchen Fällen können auch Verkalkungen in den großen Penisarterien für eine erektile Dysfunktion verantwortlich sein. So führen die Kalkablagerungen dazu, dass nicht genügend Blut zum Aufbau einer Erektion vorhanden ist

Um Abhilfe zu schaffen, kann man operativ einen Bypass legen. Das heißt, dass man den beeinträchtigten Bereich hinter der Engstelle mit einer anderen Arterie aus der äußeren Bauchregion verbindet.

Es besteht allerdings das Risiko, dass sich der Bypass nach dem Eingriff wieder verschließt, sodass der positive Effekt ausbleibt. Bei 55 Prozent aller Operierten verläuft der Eingriff jedoch positiv.

Grundsätzlich führt man Operationen an den Penisvenen nur noch selten durch, da die Langzeitprognosen eher schlecht sind. Lediglich in Einzelfällen werden solche Operationen noch angeboten.

Welche Hausmittel oder pflanzlichen Mittel helfen bei Erektionsstörungen?

Es gibt auch einige Hausmittel, die man bei einer Erektionsstörung ausprobieren kann. Dazu zählt beispielsweise Yorimbin, ein Wirkstoff aus den Blättern und der Rinde des Yohimbe-Baumes. Erhältlich ist dieser Wirkstoff in Form eines Tees.

Auch Knoblauch kann sich als wirksam erweisen. Er fördert die Durchblutung und kurbelt die Testosteronproduktion an.

Ginseng hat eine stressabbauende und durchblutungsfördernde Wirkung. Letzter weist auch der Granatapfel auf. Außerdem wird durch diesen der Testosterinspiegel gesteigert.

Damiana hat einen vitalisierenden Effekt auf die Geschlechtsorgane. Es kann zur Steigerung der sexuellen Lust führen.

Und schließlich gilt auch Rosmarin als effektiv. Es wird äußerlich angewandt und kann beispielsweise in einem Badezusatz eingesetzt werden.

Erektionsstörungen können eine Partnerschaft stark belasten - wie geht man am besten damit um?

In einer Beziehung richtig mit Erektionsproblemen umgehen

Viele Männer koppeln ihr sexuelles Selbstbewusstsein an die Fähigkeit, eine Erektion zu bekommen. Leiden sie jedoch unter Erektionsstörungen, hat dies oft Beeinträchtigungen der Partnerschaft zur Folge.

Die Folgen

Erektionsstörungen werden häufig als reines Problem des Mannes angesehen, was jedoch ein Irrtum ist. In einer Partnerschaft stellt eine erektile Dysfunktion durchaus ein Beziehungsproblem dar, das den richtigen Umgang erfordert und gemeinsam gelöst werden muss.

Zu den größten Problemen gehört, dass sich Männer, die unter Erektionsstörungen leiden, nicht mehr als vollwertige Männer, sondern als Versager fühlen. Außerdem schämen sie sich für ihre Unmännlichkeit und haben Angst, von ihrer Ehefrau oder Lebenspartnerin deswegen verlassen zu werden.

Erektionsstörungen haben also bei Männern häufig zur Folge, dass ihr Selbstwertgefühl zutiefst erschüttert wird. Aber auch die Partnerin sieht sich in Unkenntnis des eigentlichen Problems oftmals Selbstzweifeln ausgesetzt. So fragen sich viele Frauen, ob:

Verschlimmert wird die Situation durch die mangelnde Gesprächsbereitschaft des Partners.

Ein Gespräch kann helfen

Um in der Beziehung richtig mit diesem schwerwiegenden Problem umzugehen, ist es sehr wichtig, das Schweigen zu brechen und ein klärendes Gespräch mit der Partnerin zu führen. Oftmals verschafft ein Gespräch schon seelische Erleichterung.

Natürlich ist auch fachmännische Hilfe nötig, um die Ursachen der Erektionsstörungen zu klären. Wer sich nicht gleich seiner Partnerin anvertrauen möchte, kann zunächst auch ein Gespräch mit seinem Arzt, einem Psychologen oder einem engen Freund führen, um sich Rat über das weitere Vorgehen einzuholen.

Früher oder später muss die Partnerin über das Problem jedoch informiert werden, was nicht so einfach ist, da sich viele Paare mit Gesprächen über Sexualität schwer tun. Bei der Unterredung sollte man dem Partner keinesfalls Vorwürfe machen oder ihn beleidigen.

Wichtig ist dagegen Verständnis. Aber auch eigene Ängste, Selbstzweifel und Bedürfnisse sollten angesprochen werden.

Erektionsstörungen müssen keineswegs das Ende des Sexuallebens oder gar der Beziehung bedeuten. So gibt es zahlreiche medizinische Möglichkeiten und Hilfsmittel, um eine Erektion trotz der Funktionsstörung zu erlangen. Außerdem ist auch sexuelle Befriedigung ohne eine Erektion möglich.

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