17. Juni 2010
Weil die Symptome meist erst im letzten Drittel der Schwangerschaft auftreten, nennt man die Gestose auch Spätgestose. Trotzdem ist der Begriff nicht klar definiert und beschreibt eher mehrere Krankheitsbilder. Die Bezeichnungen und Klassifizierungen waren oft verwirrend und haben zu der neuen Definition SIH, das heißt Schwangerschaftsinduzierte Hypertonie, also schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck, geführt.
Dieser wiederum ist in unterschiedliche Schweregrade unterteilt, man spricht auch von einer Stoffwechselstörung. Diese Erkrankung tritt nur in der Schwangerschaft auf und ist unterschiedlich ausgeprägt. In der Vergangenheit wurde die Gestose fälschlicherweise als Schwangerschaftsvergiftung bezeichnet. Typische Symptome sind: hoher Blutdruck, Eiweißausscheidung im Urin und Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme). Weitere Anzeichen können sein: Oberbauchschmerzen mit Brechreiz, sehr starke Kopfschmerzen, Sehstörungen wie Flimmern vor den Augen, allgemeine Unruhe, Benommenheit, gesteigerte Reflexe oder Bewusstseinsstörungen. Bei diesen ernsten Warnzeichen ist unbedingt ein Arzt zu kontaktieren und eventuell wird eine stationäre Behandlung notwendig. Es besteht die Gefahr einer Eklampsie oder HELLP-Syndroms. Die Ursachen sind bis heute nicht gänzlich bekannt. Zu den Risikogruppen gehören: sehr junge Erstgebärende, ältere Erstgebärende, Schwangere mit Gestosen in der Familienanamnese, Schwangere die mangel- oder fehlernährt sind, Schwangere mit anderen bestehenden Erkrankungen (zum Beispiel Bluthochdruck schon vor der Schwangerschaft), Schwangere mit Übergewicht, Mehrlingsschwangerschaften, Schwangere die an Diabetes, Nierenerkrankungen oder Schilddrüsenerkrankungen leiden.
Bei dem ungeborenen Kind kann es durch eine Mangelversorgung zu Wachstumsstörungen kommen. Weitere Auswirkungen können sein: eine Plazentainsuffizienz, eine Frühgeburt, eine vorzeitige Plazentalösung und in schwerster Form Eklampsie und HELLP-Syndrom. Die Frühgestose kommt im ersten Drittel der Schwangerschaft vor. Die Spätgestose nennt man auch EPH-Gestose oder Präeklampsie, diese kommt im letzten Drittel der Schwangerschaft vor. Hier findet man Ödeme, Eiweiß im Urin (Proteinurie) und Bluthochdruck (Hypertonie). Die Eklampsie ist eine schwere Form der Spätgestose und kann für Mutter und Kind lebensgefährlich sein. Das HELLP-Syndrom ist ebenfalls eine schlimme Variante, hier kommt es zu Leberfunktions- und Blutgerinnungsstörungen. Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen kann der Arzt Ödeme feststellen, Eiweiß im Urin wird durch wird durch einen Urintest festgestellt. Leidet die werdende Mutter unter hohem Blutdruck, mit Werten über 140/90 mm HG, kann dies ein Warnzeichen für eine Gestose sein. Der Arzt wird den Blutdruck engmaschig überwachen. Eventuell muss die Schwangere in stationäre Behandlung.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
07.02.11 | |
![]() | GESTOSE |
27.12.10 | |
![]() | GESTOSE |
21.10.10 | |
![]() | GESTOSE |
26.04.10 | |
![]() | GESTOSE |
16.02.10 | |
![]() | GESTOSE |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Gestose Forum

