Symptome, Verlauf und Behandlung einer Frühgestose

Schwangere Frau im Büro am Notebook guckt gestresst

Anzeichen und mögliche Verlaufsformen einer Frühgestose und wie man dieser vorbeugen kann

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  • von Paradisi-Redaktion

Bei der Frühgestose handelt es sich um einen Oberbegriff für Erkrankungen, die im ersten Drittel der Schwangerschaft auftreten können. Man unterscheidet die Frühgestose und die Spätgestose, die Frühgestose klingt nach drei bis vier Monaten wieder ab. In den meisten Fällen sind die Schwangerschaftsbeschwerden jedoch eher harmlos.

Mediziner unterscheiden die Früh- und die Spätgestose, wobei die Frühgestose eher harmlos ist und heutzutage meist nicht mehr als diese bezeichnet wird.

Symptome einer Frühgestose

Als Gestose bezeichnete man früher alle durch Schwangerschaft bedingten Krankheiten. Der Begriff ist aber nicht einheitlich geklärt. Meist ist eine Frühgestose eine harmlose Begleiterscheinung der ersten Schwangerschaftswochen. Der Schwangeren ist – besonders morgens - übel, und oft muss sie sich auch übergeben. Ihr Kreislauf ist instabil, und zudem leidet sie unter einer vermehrten Speichelbildung. Typische Symptome und Anzeichen sind:

Wobei bei der Frühgestose hauptsächlich Übelkeit und Erbrechen am Morgen sowie eine leichte oder eine extreme Schwangerschaftsübelkeit, auch Hyperemesis gravidarum genannt, vorkommt.

Morgenübelkeit

Übelkeit und Erbrechen treten überwiegend morgens auf, wenn die Schwangere noch nichts gegessen hat. Da die Ursache des Erbrechens die hormonelle Umstellung des Körpers ist, spielt es für die Frau jedoch keine Rolle, was sie isst. Sie kann das Erbrechen meist nicht vermeiden.

Normale Morgenübelkeit mit Erbrechen tritt bei vielen Schwangeren auf und verschwindet meist nach der 12. Schwangerschaftswoche von selbst wieder.

Eine extreme Schwangerschaftsübelkeit muss behandelt werden. Nur selten bleiben diese Beschwerden über die 20. Schwangerschaftswoche hinaus bestehen. Den hohen Blutdruck findet man eher bei der Spätgestose.

Ursachen

Die möglichen Ursachen sind nicht gänzlich bekannt, es kann die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft sein oder aber eine Stoffwechselstörung. Auch psychosoziale Faktoren und seelische Empfindsamkeit können eine Rolle spielen.

Risikogruppen

Zu den Risikogruppen gehören:

In der Vergangenheit wurden Gestosen häufig und fälschlicherweise als Schwangerschaftsvergiftung bezeichnet. Bei einer Gestose spricht man auch von einer Präeklampsie.

Mögliche Verlaufsformen

Bei einer Frühgestose handelt es sich um eine Anpassungsschwierigkeit des mütterlichen Organismus an die Schwangerschaft. Die unterschiedlichen Verlaufsformen gehen fließend ineinander über und haben eine unterschiedliche Schwere.

Die Symptome zeigen sich meistens in der 6. bis 8. Schwangerschaftswoche.

Ungefähr 50-60% aller Schwangeren sind von Übelkeit und Erbrechen betroffen. Die extreme Schwangerschaftsübelkeit ist seltener. Bei der leichten Form des Schwangerschaftserbrechens ist das Wohlbefinden meistens nur am Morgen beeinträchtigt. Den meisten Frauen ist morgens direkt nach dem Aufstehen etwas übel und sie müssen sich dann auch hin und wieder übergeben.

Auch

können dazugehören, manchmal ist auch

Bei einigen Frauen ist das Erbrechen jedoch derart stark ausgeprägt, dass sie sich auch tagsüber mehrfach übergeben müssen. Je länger dieses extreme Erbrechen anhält, desto mehr Flüssigkeit und Elektrolyte verliert der Körper der Schwangeren. Die Frauen nehmen dann stark an Gewicht ab und sind im schlimmsten Falle nicht mehr ansprechbar.

Normales Erbrechen

Normales Schwangerschaftserbrechen im Rahmen der Frühgestose verschwindet meist so schnell, wie es auch gekommen ist. Bei den meisten schwangeren Frauen bilden sich die Symptome der Frühgestose etwa nach der 12. Schwangerschaftswoche langsam wieder zurück.

Extremes Erbrechen

Frauen, die unter dem extremen Schwangerschaftserbrechen leiden, müssen zwingend ärztlich behandelt werden. Die anderen Schwangeren benötigen oftmals keine spezielle Behandlung, die Symptome bilden sich auch so wieder zurück. Sofern die Schwangere mehrmals täglich über einen längeren Zeitraum erbricht, weist der Frauenarzt sie in eine Frauenklinik zur weiteren Behandlung ein.

Die Schwangere erhält dann überwiegend Infusionen, um den Flüssigkeitshaushalt im Körper wieder auszugleichen, wenn sie Essen und Trinken nicht bei sich behalten kann.

Wenn sich der Allgemeinzustand wieder verbessert hat und das Erbrechen aufgehört hat, verläuft die Schwangerschaft meist wieder völlig normal.

Symptome lindern

Einer Frühgestose kann man normalerweise nicht vorbeugen, da sie aufgrund der hormonellen Veränderung zu Beginn der Schwangerschaft auftritt.

Im Bett etwas frühstücken

Eine schwangere Frau kann die morgendliche Übelkeit jedoch oftmals lindern, indem sie bereits im Bett eine Kleinigkeit frühstückt und den Tag langsam angehen lässt.

Wenn sie sich dennoch übergeben muss, sollte sie darauf achten, ausreichend zu trinken. Dies ist natürlich auch ohne weitere Beschwerden in der Schwangerschaft absolut notwendig.

Fünf kleine Mahlzeiten

Die Übelkeit kann auch dadurch gelindert werden, dass die Schwangere keine drei großen Mahlzeiten am Tag zu sich nimmt, sondern das Essen auf fünf kleine Mahlzeiten verteilt. Der Magen wird dadurch nicht so belastet und die Übelkeit in der Regel gelindert.

Psychologische Hilfe

Frühgestosen mit heftigem behandlungsbedürftigen Erbrechen können auch dann auftreten, wenn die Schwangere psychische Probleme hat. In diesem Fall kann einer Verschlimmerung entgegengewirkt werden, wenn psychologische Hilfe in Anspruch genommen wird.

Hebammen können den Zustand der Schwangeren zusätzlich noch mit homöopathischen Mitteln lindern.

Zusätzlich sollte man auf

achten.

Die Schwangere sollte sich immer wieder bewusst machen, dass die Beschwerden nicht mehr allzu lange anhalten. Normalerweise hören sie etwa um die 12. Schwangerschaftswoche genauso schnell wieder auf, wie sie begonnen haben und die weitere Schwangerschaft verläuft absolut unauffällig.

Ärztliche Behandlung einer krankhaften Übelkeit

Bei einigen Schwangeren muss jedoch eine ärztliche Behandlung erfolgen, da sie sich den ganzen Tag über ununterbrochen übergeben müssen.

Dies hat einen massiven Flüssigkeitsverlust des Körpers zur Folge. Die Schwangere trocknet förmlich aus und wird völlig apathisch, wenn keine Behandlung erfolgt. Zudem ist ihr aufgrund des Flüssigkeitsmangels auch schwindelig.

Stationäre Behandlung

Die so genannte Hyperemesis gravidarum, die krankhafte Übelkeit in der Schwangerschaft, wird häufig in der Frauenklinik stationär behandelt, da sich die Frauen bei dieser Erkrankung bis zu zehnmal täglich übergeben müssen.

Die Schwangere erhält hier Infusionen, um den Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten im Körper so schnell wie möglich wieder auszugleichen.

In sehr schlimmen Fällen kann auch die Leber durch das massive Erbrechen geschädigt werden. Dies zeigt sich in einer Gelbfärbung der Haut der Schwangeren.

Helfen die Therapien in der Klinik nicht, so kann in wenigen Einzelfällen auch ein Schwangerschaftsabbruch notwendig werden. In den meisten Fällen versprechen die Therapien jedoch Erfolg und die Schwangerschaft kann ganz normal bis zum Ende erhalten werden.

Der Begriff Frühgestose wird heutzutage meist nicht mehr verwendet. Oft wird er im Zusammenhang mit einer Spätgestose genannt, die jedoch eine schwerwiegende Erkrankung gegen Ende einer Schwangerschaft darstellt.

Grundinformationen und Hinweise zur Frühgestose

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Pregnant woman at work with laptop looking stressed © Monkey Business - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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