8. November 2007
Von Annett Matiran
Der Dammschnitt ist der in Europa häufigste Eingriff und der zugleich umstrittenste. Informieren Sie sich, damit Sie wissen, wann ein Schnitt notwendig ist, welche Nachteile er in sich birgt und welche Alternativen es gibt.

Unter dem Damm versteht man den Bereich zwischen Scheideneingang und After. Er ist Teil des Beckenbodens und bei Geburt verletzungsgefährdet. Je nach Vererbung kann der Damm schmaler oder breiter sein.
Der Dammschnitt (Episiotomie) wurde jahrzehntelang medizinisch unsinnigerweise routinemäßig durchgeführt. Heute sollte der Eingriff nur noch in Notfällen (z. Bsp. bei einer Frühgeburt; bei Einsetzen medizinischer Instrumente, wie Geburtszange oder Saugglocke) gemacht werden, um ein tiefes, kompliziertes Einreißen von Damm und Scheide zu vermeiden.
Eine gute und abwartende Geburtshilfe, die der Frau ein freie Bewegung unter der Geburt ermöglicht und ihr Zeit lässt, ihr Kind zu gebären, kommt mit sehr wenigen Dammschnitten aus.
Sollte der Damm sich nicht entsprechend dehnen, kommt es zu Dammrissen, die in der Regel immer nur so groß sind, wie es gerade nötig ist. Es werden viel weniger Muskelfasern und Blutgefäße verletzt als bei einem Schnitt, sodass auch die Heilung eines Risses meist unkomplizierter verläuft.
Falls es unvermeidbar sein sollte, empfiehlt es sich, eine so genannte mediane Episiotomie (gerader Schnitt von Scheidenausgang zum After hin) durchzuführen. Hierbei kommt es zu den geringsten Muskelverletzungen. Es ist dieselbe Schnittrichtung, die auch bei einem Dammriss verletzt werden würde.
Dammschnitte, die seitlich ausgeführt werden, schaffen zwar mehr Platz, schmerzen aber oft viel stärker in der Heilungsphase und schädigen natürlich auch die Muskulatur. Kommt es dann noch zusätzlich zu einem Riss, verläuft dieser in der Regel wieder in gerader Richtung, sodass der Beckenboden dadurch sehr stark verletzt ist.
Die Versorgung eines Risses ist heutzutage in der Regel kein Problem mehr und die Heilung unauffällig. Dagegen klagen viele Frauen nach einem Dammschnitt z. Bsp. über Schmerzen beim Wasserlassen, bei der Stuhlentleerung, über monatelange Sitz- und Gehbeschwerden als auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Tipp: Sie können in der Schwangerschaft das Risiko einen Riss oder sogar Schnitts während Ihrer Geburt zu bekommen, mit vielen einfachen Methoden wie Damm-Massage, Akupunktur und ähnliches wirksam verringern. Fragen Sie Ihre Hebamme!
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