10. Dezember 2010
Die Plätzchendosen sind zur Weihnachtszeit reich gefüllt mit Lebkuchen, Zimtsternen und Spekulatius. Nach neusten Medienberichten allerdings sollen krebserregende Stoffe wie Cumarin in den Leckereien stecken. Die Verbraucher sind verunsichert.
Jein. Im klassischen Weihnachtsgewürz Zimt ist Cumarin enthalten, ein natürlicher Aromastoff, der für den besonderen Zimtgeschmack sorgt. Wie so oft macht auch bei Cumarin die Dosis den Unterschied: Während kleinere Mengen problemlos genossen werden können und die gesundheitsfördernden Effekte des Zimt zum Tragen kommen, können zu große Mengen schädlich sein. Ein Zuviel an Cumarin schädigt die Leber und hat sich in Tierversuchen als krebserregend gezeigt.
Ganz verzichten muss man also nicht. Für kleine Kinder sind drei Zimtsterne am Tag völlig ungefährlich, Erwachsene können sogar bis zu 15 Zimtsterne täglich verzehren. Pro Kilogramm Körpergewicht sind bis zu 0,1 Milligramm Cumarin unbedenklich. Deutlich weniger Cumarin als der meist in Weihnachtsprodukten verwendete Cassia-Zimt hat übrigens Ceylon-Zimt, den man im Reformhaus bekommt. Dieser ist zwar etwas teurer, aber auch gesünder als Cassia-Zimt.
In Maßen genossen, kann Zimt auch ein echtes Heilmittel sein: So regt er Kreislauf und Durchblutung an, wirkt unterstützend auf die Verdauung und hat eine regulierende Funktion für den Blutzuckerspiegel.
Muskatnuss gehört zu den klassischen natürlichen Stoffen, die sich auf einem schmalen Grat zwischen gesund und giftig bewegen. Bereits vier Gramm Muskatnuss können bei einem erwachsenen Menschen zu Vergiftungssymptomen führen. In größeren Mengen tritt eine halluzinogene Wirkung ein. Das Gewürz sollte beim Selberbacken also immer mit Bedacht eingesetzt werden. Die Dosierung in fertigen Weihnachtsplätzchen ist im Allgemeinen unbedenklich.
Wer Muskatnuss in der eigenen Küche verwendet, sollte direkt die ganzen Nüsse und nicht das fertige Pulver kaufen, denn je frischer das Gewürz, desto aromatischer schmeckt es und desto kleinere Mengen lassen sich verwenden. Der leicht bittere Geschmack macht die Muskatnuss zum klassischen Lebkuchengewürz.
In der Naturheilkunde gilt Muskatnuss als Mittel gegen rheumatische Beschwerden, Muskelschmerzen und Nervenprobleme. Qualitativ hochwertig ist Muskatnuss aus Westindien.
Die Nelke hat ebenfalls ein unverkennbares, würziges Aroma. Dieses steckt in einigen klassischen Rezepten für Weihnachtsplätzchen. Und die Nelke war Heilpflanze des Jahres 2010, denn sie kann mehr als nur würzen: Sie hat vor allem eine stark schmerzstillende Wirkung, gilt aber auch als Entzündungshemmer und Appetitanreger.
Auch Anis hat es in sich: Nicht nur Lakritze-Fans kann man mit Anisgeschmack begeistern, sondern das Gewürz gilt auch als schleimlösend und steckt in vielen Hustenmitteln. Zudem fördert es die Verdauung und wirkt krampflösend. Ein weiterer Klassiker ist Vanille. In den meisten modernen Plätzchen findet sich nur noch Vanille-Aroma für den süßlichen Geschmack - echte Vanilleschoten haben jedoch eine stimmungsaufhellende Wirkung und stärken die Nerven.
Zu guter Letzt sind auch Koriander und Kardamom echte Alleskönner. Koriander hat neben dem winterlichen Duft auch schmerzlindernde Fähigkeiten für Migräne-Geplagte, während Kardamom mit seiner süßlichen Schärfe bei Verdauungsschwierigkeiten hilft.
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