Implantate - Welche Formen gibt es und wie funktionieren sie?

Der menschliche Körper gilt als Wunderwerk der Natur. Er kann sich fortbewegen, greifen, sich wehren und selbst attackieren. Aber was genau macht ihn denn so einzigartig? Vielleicht ist es gar nicht einmal das komplexe System des Leibes an sich – sondern das, was in ihm schlummert. Wenn dabei jedoch etwas beschädigt ist, kommen Implantate zum Einsatz. Verschaffen Sie sich einen Überblick über unterschiedliche Arten von Implantaten.

Ursachen, Formen und Funktion unterschiedlicher Implantate

Das Wichtigste ist verborgen

Nicht selten bewundern wir die starken Muskeln einer Person, ihre Schönheit oder die makellose Haut. Sicherlich sind das durchaus beneidenswerte Attribute. Doch das wirklich Entscheidende des Menschen ist nicht sichtbar: der Organismus etwa - oder sein Herz sowie das Gehirn.

Die Schaltzentralen des Körpers sind gut verpackt und somit nicht nur uneinsehbar, sondern auch nicht angreifbar. Das bedeutet indes auch: wir können kleine Fehler nicht mal eben selbst beheben, wie bei der Haut, die wir mit einer Creme versorgen, wenn sie spröde wirkt. So lässt sich vielleicht das Gehirn oder das Herz noch trainieren; bei den anderen Organen sind wir jedoch dem Schicksal ausgeliefert – oder auf die Medizin angewiesen.

Implantate als künstlicher Ersatz

Geht im Laufe

  • eines langen Lebens
  • einer akuten Krankheiten oder
  • eines genetischen Fehlers

eines der im Leib sitzenden Körperteile kaputt, so handeln die Ärzte exakt so, wie sie es bei allen Gliedmaßen tun würden, die sich am Körper befinden: es wird ein künstlicher Ersatz hergestellt, der die Funktionalität gewährleisten soll.

Ist das nicht möglich oder sinnvoll, so werden – etwa im Herzen oder dem Gehirn – Taktgeber eingesetzt, die zumindest neue Impulse an das beschädigte Organ abgeben und es somit dazu verleiten, die Arbeit wieder selbst aufzunehmen. Der Körper soll damit erneut so leistungsfähig werden, wie er es vor der Beeinträchtigung war.

Funktion von Implantaten

Doch wäre es falsch, die Implantate lediglich auf ihre Tätigkeit zu reduzieren. Sie können nämlich noch einen anderen Zweck erfüllen: verliert eine Frau nach einer Operation etwa ihre Brust oder wirkt diese nach mehreren Schwangerschaften wenig attraktiv, so kann ein Implantat auch einen rein optischen und kosmetischen Nutzen zeitigen.

Bereits der lateinische Begriff des Implantats verdeutlicht, worum es geht: etwas wird hineingesetzt oder eingepflanzt - im Falle der zu korrigierenden Brust also das künstliche Werk aus Silikon, das nun die eigentlichen Formen nachbildet, die sich selbst nicht mehr herstellen lassen.

Die Verbindung eines optischen mit einem funktionalen Implantat stellt übrigens das Gebiss dar; es wirkt natürlich, übernimmt beim Kauen aber wichtige Aufgaben. Unterschieden wird also zwischen plastischen, medizinischen oder funktionellen Implantaten.

Die Vielfalt der Möglichkeiten

Die größte Herausforderung der Medizin lag in den letzten Jahrzehnten nicht allein darin, überhaupt solche Ersatzstücke zu produzieren. Sie mussten vielmehr auch so gefertigt sein, dass der Körper sie nicht abstößt.

Der Wahl der Materialien kam insofern ein wichtiges Augenmerk zu. Kunststoffe gelten hierbei gegenwärtig als Standard.

Doch die Technik eilt voran; mittlerweile wird dort, wo es machbar ist, auch menschliches Gewebe eingesetzt. Der Körper gleicht seinen Verlust also gewissermaßen selbst aus. Gelingt das nicht, hilft die Wissenschaft nach.

Schon jetzt gehört es zum Wunsch, künftige Implantate aus dem zerstörten Organ selbst nachahmen zu können. Ein großer Traum, doch die Forschung zeigt, dass wohl nichts unmöglich ist.

Im Folgenden stellen wir Ihnen Einsatz und Funktion unterschiedlicher Implantate im Detail vor.

Herzschrittmacher

Das Herz ist dem menschlichen Leib in etwa das, was der Motor dem Auto ist: ein Taktgeber und Initiator aller Bewegungen, ja sogar des Lebens selbst. Denn wenn das Organ ausfällt, kann die betroffene Person nicht existieren.

Die Wissenschaft ist daher sehr bemüht, dem Herzen im Falle der Beschädigung neue Impulse zu verleihen. Ein Schrittmacher gilt dabei als probates Mittel.

Wenn Sie sich über die unterschiedlichen Arten des Herzschrittmachers sowie mögliche Risiken informieren möchten, lesen Sie hier unseren ausführlichen Artikel zum Thema.

Kunstherz (Herzimplantat)

Nicht immer sind die Beeinträchtigungen des Herzens derart gering, dass dem Patienten mit einem Schrittmacher geholfen werden kann. Kommt es zu einem gänzlichen Ausfall des Organs, so wird das bestehende – und nicht mehr leistungsfähige – Herz entfernt und ersetzt.

Hierbei stehen den Medizinern zwei Wege offen: Einerseits kann ein Spenderherz verwendet, andererseits auf ein Kunstherz zurückgegriffen werden. Das ist jedoch oft eine Frage der Zeit.

Künstlich oder natürlich?

Kündigt sich der Ausfall des Herzens aufgrund einer langen Krankheit an, so wird sich der Betroffene im Regelfall auf eine Spenderliste setzen lassen. Hierbei erhält er die Möglichkeit, das Organ eines verstorbenen – aber zuvor gesunden – Menschen zu erhalten.

Diese Option steht meist aber nicht offen, wenn das Herz durch einen akuten Vorfall beschädigt wurde und spontan ersetzt werden muss. Denn weder ließe sich in der Kürze der Zeit ein Spender ausfindig machen, noch könnte es den weiteren Betroffenen zugemutet werden, dass diese trotz langer Wartezeiten leer ausgehen, während ein anderer Patient das sehnsüchtig begehrte Organ erhält.

Das künstliche Herz

Ist es also nicht möglich, ein gespendetes Transplantat zu beziehen, so wird der Person ein Kunstherz eingesetzt. Hierbei unterscheiden sich die Möglichkeiten jedoch: So gibt es Implantate, die die Leistung des Herzens gänzlich übernehmen. Diese werden also statt des herauszunehmenden Organs eingesetzt.

Eine andere Alternative besteht indes darin, das verbleibende Herz

  • lediglich zu unterstützen
  • anzuregen oder
  • einen Teil seiner Aufgaben durch das Implantat übernehmen zu lassen.

Hierbei entscheidet der Einzelfall, worauf abzustellen ist. Bei der zweiten Variante muss jedoch das Herz in gewissem Maße noch einsatzfähig sein und zumindest im geringen Umfang seinen Funktionen nachkommen. Auch hier entscheidet die Zeit, denn bei spontanen Unfällen ist die Leistungsfähigkeit des Organs nicht immer exakt zu analysieren.

Mit steigendem Erfolg getestet

Die Geschichte des Kunstherzens ist eng mit der Entwicklung des Schrittmachers verbunden. Beide wurden in den 1950er und 1960er Jahren erstmalig produziert und eingesetzt. Doch während der Schrittmacher eine dauerhafte Funktion zu übernehmen hatte, so war das Kunstherz zunächst nur als Provisorium gedacht.

Es sollte kurzzeitig zum Einsatz kommen, wenn zwischen der Entnahme des eigentlichen Organs und der Beschaffung des Transplantates einige Stunden oder sogar Tage zu überbrücken waren. Nicht ganz drei Tage war das erste künstliche Herz in Gebrauch, ehe der Patient verstarb. Die Dauer steigerte sich in den folgenden Jahrzehnten allerdings stetig – ein Ersatz für das natürliche Herz kann darin aber noch immer nicht gesehen werden.

Nicht für den dauerhaften Einsatz geeignet

Das Kunstherz kann gegenwärtig etwa sechs bis neun Monate im Leib eines Menschen verbleiben. Danach muss es durch ein Transplantat ersetzt werden. So stellt es sich außerdem immer noch als beinahe unlösbares Problem heraus, dass das Implantat die natürlichen Funktionen eben nicht in Gänze übernehmen kann.

Oft kommt es nach dem Einsatz zu weiteren körperlichen Beschwerden wie etwa den Thrombosen oder einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle. Ob der Mensch künftig tatsächlich einmal dauerhaft mit einem künstlichen Herzen wird leben können, ist momentan fraglich.

Im Ernstfall bleibt somit immer die Hoffnung, möglichst schnell einen geeigneten Spender zu finden und nicht allzu lange auf das Kunststoffmodell angewiesen zu sein.

Gefäßprothesen und Stents

Nicht alleine die Organe im menschlichen Körper können im Laufe der Zeit ihre Fähigkeiten verlieren. Auch das komplexe System aus Gefäßen und Adern ist davon betroffen. Diese verstopfen nicht selten.

In den Blutbahnen könnte es damit zu einem Stau kommen, in dessen Folge durchaus ein Infarkt droht. Wichtig ist es daher, solche Gefäße offenzuhalten und sie mit einem Stent zu unterstützen.

Hier informieren wir über die unterschiedlichen Arten sowie das Einsetzen eines Stents.

Hirnschrittmacher (Tiefe Hirnstimulation)

Das Leistungsvermögen des Menschen hängt hauptsächlich von zwei Organen ab. Das Herz als Schrittmacher aller Aktivitäten einerseits, das Gehirn als Zentrum des Denkens und Fühlens andererseits.

Die Wichtigkeit des Letztgenannten lässt sich unterstreichen: Eine Person wird nicht mehr für tot erklärt, wenn ihr Herz ausfällt – sondern wenn sich keine Ströme mehr im Gehirn messen lassen. Kommt es zu einer Beeinträchtigung, kann auch hier mit Implantaten geholfen werden.

Alle Informationen zum Hirnschrittmacher haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Cochleaimplantat

Was wäre der Mensch ohne seine Sinne? Dem Ohr kommt dabei nicht nur die Pflicht zu, warnende Signale zu erkennen, sondern auch das Privileg, wunderbare musikalische Töne oder das Zwitschern der Vögel im Frühjahr zu vernehmen.

Allerdings kann diese Eigenschaft beeinträchtigt sein. In solchen Fällen kann das so genannte Cochlea-Implantat eingesetzt werden, das die gewünschten Funktionen wiederherstellt.

Hier haben wir alle wichtigen Informationen zu diesem Implantat für Sie zusammengestellt.

Portkatheter

Der Blutkreislauf im menschlichen Organismus ist wohl eines der umfangreichsten und komplexesten Systeme, die sich in der Natur finden lassen. Gerade bei Krankheiten und Therapien kann dieser auch sinnvoll genutzt werden, etwa zur Verabreichung von Medikamenten, die direkt in die Blutbahn gegeben werden können oder zur Punktion bei Blutern. In beiden Fällen kommt der Portkatheter zum Einsatz – er stellt einen künstlichen Zugang zur Vene dar.

Hier gehen wir detailliert auf den Portkatheter ein.

Sehprothese (Retina-Implantat)

Was wäre der Mensch nur ohne seine Augen? Mit ihnen sehen wir, was in der Umgebung passiert. Gefahren können schneller wahrgenommen werden, größere Risiken lassen sich vermeiden. Zudem kann sich Schönes, nicht selten sogar Wunderbares vor unseren Sinnen abspielen.

Doch wenn die Augen ihre Stärke verlieren, wird es buchstäblich finster. Ein Retina-Implantat kann die Folgen jedoch mindern.

Vielfältige Leiden

Die Beschädigung der Augen verläuft nicht immer gleich. Daher unterscheiden sich die möglichen Maßnahmen, die im Falle einer Therapie infrage kommen. Entscheidend ist es dabei, ob der Sehnerv intakt bleibt. Er stellt eine Verbindung mit dem Gehirn her.

Auf dieser Bahn kann das Wahrgenommene in das Zentrum des Denkens transportiert werden. Ist dieser Nerv durchtrennt und lässt sich das Problem nicht operativ beheben, ist das Augenlicht meist gänzlich verloren.

Anders sieht es dagegen aus, wenn der Nerv noch vorhanden ist, aber die Netzhaut ihrer Funktion nicht mehr nachkommen kann. Sie ist daran beteiligt,

  • das optische Bild in Farben und Formen zu trennen
  • Helles von Dunklem zu scheiden und
  • uns auf diese Weise den Eindruck des Geschehens zu vermitteln.

Zwei mögliche Wege

Die Optionen, die zerstörte Netzhaut über ein Implantat zu ersetzen, sind zweigeteilt. So gibt es

  • den epiretinalen Eingriff, bei dem der künstliche Zusatz auf der Netzhaut fixiert wird.

Ihm gegenüber steht

  • die subretinale Therapie – hier kommt das Implantat hinter der Netzhaut zum Einsatz.

Beide Methoden unterscheiden sich in ihrer Herangehensweise an das Problem und die Ausführung. Zudem variiert die Art und Weise, über bestimmte Signale an den Sehnerv zumindest ein grobes Wahrnehmen von Farben, Gestalten und Ähnlichem zu erreichen.

Jeder optische Eindruck wird somit in eine Vielzahl der Signale unterteilt. Diese werden vom Gehirn erkannt und genutzt – etwa das rote Ampellicht, das der Betroffene nun erkennen kann.

Der epiretinale Eingriff

Das gegenwärtig noch wenig erforschte Implantat kommt nicht gänzlich ohne Zubehör aus. Zwar wird das eigentliche Element auf der Netzhaut angebracht. Dieser Schritt vollzieht sich in einer simplen Operation, die meist nur geringe Risiken aufweist. Entscheidend ist jedoch, dass nicht das Implantat selbst das Bild erzeugt. Dieses wird vielmehr mit einer kleinen Kamera aufgenommen, die sich in einer Brille befindet.

Hier liegt jedoch auch das Manko dieser Maßnahme: geht eine solche Brille zu Bruch, entsteht damit nicht nur ein großer finanzieller Schaden – der Betroffene wäre auch nicht mehr in der Lage, das Gesehene zu deuten. Da sich die Technik noch in den Kinderschuhen befindet, muss ihre weitere Entwicklung aber ohnehin abgewartet werden.

Der subretinale Eingriff

Etwas anders gelagert ist die zweite Methode. Bei ihr wird das Implantat hinter die Netzhaut gesetzt, wodurch sich ein nicht eben geringer operativer Eingriff ergibt. Vorteilhaft gestaltet es sich indes, dass der künstliche Ersatz nicht weiter fixiert werden muss – der Innendruck des Auges ist derart hoch, dass er die Technik festhalten kann.

Entscheidend ist, dass das Bild hierbei nicht über eine Kamera aufgenommen wird, sondern ungefiltert auf die Netzhaut trifft, von wo es über den Sehnerv an das Gehirn geleitet wird. Das gelingt, indem das Gesehene in elektrische Impulse umgewandelt und anschließend verarbeitet werden kann. Die Funktionen des Auges lassen sich damit also wiederherstellen.

Gelenkersatz (Endoprothesen)

Das Zusammenspiel der Knochen im menschlichen Körper gilt als sehr komplex. Doch viele Bewegungen, die wir unbedacht ausführen, sind nur dann möglich, wenn die Gelenke ihre Funktion tadellos erfüllen.

Bereits kleinste Fehler in diesen Schnittstellen machen sich schmerzhaft bemerkbar und können sogar derart weit reichen, dass sich der Betroffene nur noch mühsam oder gar nicht mehr fortbewegen kann. In vielen Fällen kommen Endoprothesen zum Einsatz.

Hier zeigen wir, wie sie wirken, eingesetzt werden und wann sie zu empfehlen sind.

Beispiel Hüftgelenk: Hüftendoprothese

In Deutschland werden jedes Jahr rund 250.000 künstliche Hüftprothesen implantiert. Einer der häufigsten Gründe für eine Hüftoperation ist die Hüftarthrose, die zur Zerstörung des Gelenks führen kann. Informieren Sie sich hier im Detail über die Hüft-TEP.

Beispiel Kniegelenk: Knieendoprothese

Auch im Bereich des Kniegelenks können Endoprothesen zum Einsatz kommen. Die Die Knie-TEP zählt zu den häufigsten Prothesen im Knie.

Das künstliche Kniegelenk kommt vor allem bei Verschleißerscheinungen zum Einsatz. Hier in unserem separaten Artikel gehen wir im Detail auf die Knieendoprothese ein.

Penis- und Schließmuskelprothese

Implantate und Prothesen sind für nahezu alle Körperteile und Organe verfügbar. Selbst für solche, die den Intimbereich betreffen.

Doch wenn der Schließmuskel im Gesäß oder der Penis ihrer eigentlichen Funktion nicht mehr nachkommen kann, muss auch hier der künstliche Ersatz gewählt werden. Dabei ist es nicht immer eine Frage des Alters, auf derartige Optionen angewiesen zu sein.

Im Folgenden gehen wir auf die Schließmuskelprothese ein - die Penisprothese behandeln wir hier in unserem separaten Artikel.

Den Schließmuskel wiederherstellen

Ein ebenso nicht nur körperliches, sondern auch seelisches Problem stellt sich immer dann ein, wenn der Schließmuskel am Gesäß seiner Aufgabe nicht mehr nachkommen kann. Gerade für nicht eingeweihte Personen erweckt sich oft der Eindruck, es mit unsauberen sowie unkontrollierten Menschen zu tun zu haben.

Denn wenn der Muskel seinen Dienst nicht erfüllt, droht die Stuhlinkontinenz. Der Darm leert sich dabei von selbst.

Für die Patienten stellt sich häufig eine Isolation von der Außenwelt ein, sie meiden Kontakt zu anderen Personen, selbst Gänge auf das Amt oder für notwendige Besorgungen können mitunter nicht wahrgenommen werden. In einigen Situationen droht also der vollständige Verfall. Eine Prothese soll diese Leiden künftig senken.

Schließmuskelprothese nur selten im Einsatz

Die gegenwärtigen Schließmuskelprothesen sind allerdings recht groß und nicht immer leicht zu bedienen. Ihre Funktionalität beruht darauf, den künstlichen Darmausgang je nach Wunsch öffnen und schließen zu können. Bei der vorherigen Operation kam es in den letzten Jahren aber vielfach zu Infektionen, weshalb eine solche Prothese heute nur noch dann eingesetzt wird, wenn alternative Formen der Behandlung nicht angeschlagen haben.

Dabei sind es übrigens nicht nur Patienten in hohem Alter, die auf solchen künstlichen Ersatz angewiesen sind: Alle Personen, die sich am Darmausgang einem wie auch immer gearteten Eingriff unterziehen, laufen damit Gefahr, einen der sehr sensiblen Muskeln oder die dort befindlichen Nerven zu verletzen.

Osteosynthese

Im Alltag, auf der Arbeit oder bei der Ausübung des Hobbys kommt es nicht selten einmal zu kleinen Unfällen, bei denen mitunter auch ein Knochen zu Bruch geht. Eigentlich ist das nicht weiter schlimm, das Tragen einer Schiene oder des Gipsverbandes korrigiert das Malheur binnen einiger Wochen.

Etwas anders gelagert ist der Fall aber bei ungeraden Brüchen oder Absplitterungen. Hier kann eine Osteosynthese, die Versorgung mit mit Metallimplantaten, erforderlich werden.

Informieren Sie sich hier über Merkmale, Funktion und Einsatz.

Brustimplantate

Die Größe der weiblichen Brust lässt sich weder durch Medikamente oder Hormone, noch durch gezielte sportliche Aktivitäten verändern. Ist eine Frau unzufrieden mit ihren Brüsten, bleibt ihr also nur die Möglichkeit einer operativen Brustvergrößerung.

Die Vergrößerung der Brust wird nicht selten als eitler Schritt angesehen: Da möchte jemand der Natur ein wenig auf die Sprünge helfen und seine Attraktivität erhöhen. Tatsächlich ist das jedoch nur ein Aspekt eines solchen Implantats.

Zudem erfüllt es psychologische wie medizinische Aufgaben und stellt gerade nach Amputationen eine Option dar, den schmerzlichen Verlust zu kompensieren und ein normales Leben zu führen.

Hier gehen wir im Detail auf das Thema Brustimplantate ein.

RFID-Chips

Implantate müssen nicht immer nur einen medizinischen Zweck erfüllen. Dass sich hierbei das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden lässt, zeigen die so genannten RFID-Chips.

Bei ihnen handelt es sich um einen kleinen Speicher, der mit relevanten Daten zur Person – jedoch auch Krankheiten – bestückt wird. Er kann unter der Haut des Menschen einen sicheren Halt finden.

Der Ausweis als Implantat

Wer gegenwärtig verreisen möchte, muss noch auf herkömmliche Weise an den Schalter des Flughafens treten und dort seine Papiere vorzeigen. Was wäre jedoch, wenn er einfach eine Signalschranke passieren würde und alle seine Daten binnen eines Wimpernschlages erkannt wären?

Der häufig als "Überwachungsimplantat" bezeichnete Chip kann dem Betroffenen aber im Ernstfall wichtige Dienste leisten.

Denn so, wie sich etwa Namen, Geburtstage und ähnliche Merkmale ablesen lassen, so könnten die Mediziner in einer Notsituation schnell ablesen, ob der Patient

  • ein besonderes Medikament benötigt
  • unter chronischen Krankheiten leidet oder
  • anderen Einschränkungen unterliegt.

Speziell in den Vereinigten Staaten wird die Technik daher immer öfter nachgefragt – nicht nur von den Behörden, sondern auch von den Bürgern selbst.

Ein kleines Röhrchen

Ein solcher RFID-Chip trägt gegenwärtig die Maße von 1,2cm Länge bei einer Dicke von 2mm. Er kann also problemlos mit einer Tablette verglichen werden.

Sein Gehäuse besteht aus Glas, wobei auch diverse Kunststoffe in der Zukunft zum Einsatz kommen dürften. Das Bedeutsame des Implantats ist jedoch sein Innenleben: ein kleiner Chip befindet sich darin, der mit Daten bestückt werden kann.

Das Abspeichern sowie Ablesen würde mit einem speziellen Sensor geschehen, der nicht nur in vielen Amtsstuben, sondern auch Notfallambulanzen bereits vorhanden ist. Positiv erweist es sich dabei, dass eine Verwechslungsgefahr gänzlich ausgeschlossen wird; die Daten können anschließend nicht manipuliert werden.

Ein winziger Eingriff

Trotz der geringen Größe des Glascontainers erfordert das Implantieren noch immer eine örtliche Betäubung.

Dabei kann der Chip auf zwei Arten eingesetzt werden.

  • Auf der einen Seite lässt sich die Haut mit einem winzigen Schnitt öffnen und der Gegenstand unter ihr verbergen.
  • Gängiger ist indes die Methode, das Röhrchen mittels einer dickeren Kanüle unter die Haut zu injizieren.

Das gelingt etwa im Bereich des Oberarmes sowie der Hand, wobei dort bevorzugt die Hautstelle zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger verwendet wird. Der Chip ist als solcher nicht erkennbar. Sein Vorhandensein wird daher von Dritten im Regelfall nicht wahrgenommen.

Nicht immer unter die Haut

Jedoch ist die Variante, den Chip in den menschlichen Körper zu setzen, gegenwärtig umstritten. Neben den ethischen Aspekten zeigt sich dabei auch eine gewisse gesundheitliche Gefahr, die von dem Glascontainer ausgehen soll.

Er steht im Verdacht, bei langfristiger Anwendung chronische Leiden hervorzurufen oder sogar die Krebszellen zu fördern. Wer der Technologie daher noch nicht traut, aber dennoch nicht auf sie verzichten will, kann das Röhrchen auch außerhalb des Körpers tragen, etwa

Ob sich das Implantieren solcher Chips in Zukunft aber durchsetzen wird und alle Ausweise und Krankenakten damit hinfällig werden, bleibt abzuwarten. Kritiker wie Befürworter liefern sich gegenwärtig jedenfalls noch heiße Debatten.

Zahnimplantate

Abgebrochene oder ausgefallene Zähne gelten nicht nur als kosmetisches Manko, lassen sich die Lücken doch gerade im Gespräch schlecht verbergen. Aber auch der Verlust ihrer Aufgaben stellt sich damit ein: die Nahrung kann während des Kauens nur noch schwerlich zerkleinert werden. In diesen Fällen werden Implantate verwendet, die den verlorenen Zahn ersetzen, und die von außen betrachtet nur schwer zu erkennen sind.

Informieren Sie sich hier ausführlich über die Arten und Funktion von Zahnimplantaten.

KAMRA-Implantat mit Lochblendewirkung

Das reife Alter mag nicht nur mit einem prallen Fundus an Erinnerungen und Weisheiten verbunden sein. Auch die Tücken der hohen Lebensjahre stellen sich ein.

Etwa das getrübte Augenlicht, das ein Erkennen naher Objekte nur noch schwerlich erlaubt. Das so genannte KAMRA-Implantat kann dagegen jedoch Abhilfe schaffen.

Ein kleiner Ring für das Auge

Bei dem KAMRA-Implantat handelt es sich um einen kleinen Kunststoffring, der auf die Pupille des Auges gesetzt und somit direkt unter die schützende Hornhaut geschoben wird. Genau genommen wird dafür eine Linse verwendet, in die mittig ein Loch variierender Größe eingelassen ist.

Mit dieser Blende soll die Zerstreuung auf der Linse verringert werden, wodurch sich in der Regel eine schärfere Wahrnehmung der Bilder ergibt. Speziell für Senioren kann sich ein solcher Eingriff lohnen, muss anschließend beim Lesen sowie beim Sehen in kurzen Entfernungen doch keine Brille oder Kontaktlinse mehr verwendet werden.

Im Gegensatz zu diesen beiden Sehhilfen bleibt das Implantat indes im Körper, ist für Außenstehende meist aber nur schwer erkennbar.

Einsatzgebiete

Das KAMRA-Implantat kommt in der Regel bei solchen Patienten zur Verwendung, die unter der Alterssichtigkeit leiden. Dabei handelt es sich gewissermaßen um eine Abnutzung der Sehstärke, die regelmäßig in den reifen Lebensjahren auftritt. Die Symptome liegen dabei in

aller Objekte, die sich in der Nähe befinden.

  • So können die Worte und Zeilen in Büchern und Magazinen nicht mehr erkannt werden.
  • Die Feinheiten auf dem Gesicht des Gesprächspartners verschwimmen.

Dem gegenüber können aber auch Betroffene den Eingriff vornehmen lassen, die sich noch nicht im hohen Alter befinden, aber dennoch Schwierigkeiten beim Sehen in nahen Distanzen haben.

Ambulanter Eingriff

Wird ein solches KAMRA-Implantat eingesetzt, so erfolgt der Schritt sehr schonend für den Patienten. Er kann auf langwierige Aufenthalte im Krankenhaus verzichten. Der Eingriff erfolgt gegenwärtig auf zwei Wegen.

  • Einerseits wird der Arzt die Hornhaut des Auges mit einem Laser minimal einschneiden und in die dabei entstehende Tasche die Blende einlegen.
  • Andererseits ist es aber auch denkbar, die Hornhaut an einer Seite großflächiger mit dem Laser zu trennen und diese anschließend zur Seite zu klappen.

Das Implantat wird dabei direkt auf der Pupille platziert, die Hornhaut anschließend wieder verschlossen. Beide Maßnahmen benötigen einen zeitlichen Aufwand von wenigen Minuten und können regelmäßig ambulant vorgenommen werden.

Erfolg binnen weniger Wochen

Allerdings ist der gesamte Prozess für den Patienten nicht mit dem Eingriff an sich beendet. Dieser wird übrigens nur an einem Auge vorgenommen. Die Sehstärke passt sich den neuen Möglichkeiten des Implantats anschließend an.

Auch die Nachsorge sollte beachtet werden. So muss sich der Betroffene nicht nur über Wochen hinweg mehreren Untersuchungen unterziehen, sondern wird auch zur Verwendung von Augentropfen angehalten.

Speziell in den ersten Tagen erweist sich zudem das Tragen einer Sonnenbrille als notwendig, ist doch das Auge noch sehr empfindlich und anfällig für äußere Einflüsse. So schnell also der Eingriff an sich erfolgen mag, so langwierig kann sich die anschließende Therapie gestalten.

Fast ohne Risiko

Zu bedenken bleibt allerdings, dass es immer wieder zu Unverträglichkeiten gegenüber dem Implantat kommt. Vorteilhaft gestaltet es sich indes, dass dieses in solchen Fällen restlos entfernt werden kann.

Dieser Schritt wird gegenwärtig in etwa einem Prozent aller Eingriffe nötig. Ein gesundheitliches Risiko bei Verwendung der Blende besteht somit nicht.

Etwas anders sieht das bei den Kosten aus. Derartige Heilbehandlungen werfen Beträge von mehr als 2.000 Euro auf. Diese werden zumeist nicht oder nur in geringen Teilen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sind insofern also von dem Betroffenen selbst zu tragen.

Der überwiegende Erfolg dieser Maßnahme gibt dem Vorgehen – und somit auch den finanziellen Aufwendungen – letztlich aber recht. Rund neun von zehn Behandelten verzeichnen eine verbesserte Sehstärke durch das Implantat.

Quellen:

  • Thomas Otto: Implantate in der Chirurgie, UNI-MED-Verlag, 2015
  • Ueli Grunder: Implantate in der ästhetischen Zone, Quintessenz-Verlag, 2015
  • D. Duddeck: Qualitätssiegel für Implantate, Implantologie-Journal, 2018, Volume 22, Issue 11
  • Ulrich Fiedeler: Stand der Technik neuronaler Implantate, Forschungszentrum Karlsruhe, 2008
  • J. Lorenz: Implantate aus Zirkoniumdioxid, Implantologie-Journal, 2017, Volume 21, Issue 7/8
  • J. Isbaner: Mehr Implantate und höhere Anforderungen, Implantologie-Journal, 2019, Volume 23, Issue 1/2
  • Implantate länger erhalten, Implantologie-Journal, 2018, Volume 22, Issue 4
  • P. Dufek: Über die Historie zementfreier Implantate in der Extremitätenchirurgie., Der Unfallchirurg, 2017, Volume 120, Issue 5, Seiten: 367-370

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