15. Februar 2010
Als Hustenlöser oder Expektorantien bezeichnet man spezielle Arzneimittel zur Behandlung von Husten. Durch die Lockerung von festsitzendem Schleim in den Bronchien erleichtern sie das Abhusten.
Ziel und Zweck von Hustenlösern ist die Behandlung von Husten und Bronchitis. Dabei fördern sie den Auswurf von Bronchialsekret. Husten zählt zu den häufigsten Erkältungsbeschwerden. Es kommt zu lästigen Symptomen wie quälendem Hustenreiz und Atemnot. Mit Hilfe von Hustenmitteln soll der Husten wirksam gelindert werden. Dabei unterscheidet man zwischen Hustenstillern (Antitussiva), die den Hustenreiz bekämpfen und Hustenlösern (Expektorantien), die das Abhusten erleichtern.
Bei einem grippalen Infekt (Erkältung) oder einer richtigen Grippe kommt es zur Entzündung der Schleimhäute. Dadurch produzieren diese keinen normalen Schleim mehr, sondern zähes Sekret. Wird dieses Sekret jedoch dicker, kann es nicht abgehustet oder von den Flimmerhärchen der Lunge entfernt werden und setzt sich in den Atemwegen fest. Mit Hilfe von Hustenlösern kann dieses zähe Sekret jedoch verflüssigt und dadurch besser abgehustet werden. Einige Mittel unterstützen auch zusätzlich die Bewegungen der Flimmerhärchen. Bei den Wirkungsmechanismen von Hustenlösern unterscheidet man zwischen Sekretolytika oder Mukolytika und Sekretomotorika. Während Sekretomolytika den Bronchialschleim verflüssigen und für die Ablösung des klebrigen Sekrets von den Wänden der Atemwege sorgen, bewirken Sekretomotorika einen verstärkten Abtransport des Bronchialschleims aus den Atemwegen. Zu den Sekretolytika gehören Wirkstoffe wie Acetylcystein (ACC), Bromhexin, Ambroxol, Carbocystein, Guaifenesin und Ammoniumchlorid. Darüber hinaus können auch pflanzliche Mittel wie Anis, Thymian, Efeu, Andornkraut, Angelikawurzel, Bittersüßstängel oder Fenchel hustenlösend wirken. Als besonders wirksam gilt Acetylcystein. Dieses bewirkt eine Auflösung des zähen Schleims, der sich dann verflüssigt und dadurch besser abgehustet werden kann. Bei der gleichzeitigen Einnahme eines Antibiotikums sollte man aber beachten, dass dessen Wirkung durch Acetylcystein beeinträchtigt werden kann. Der Wirkstoff Bromhexin bewirkt bei den Drüsen der Bronchien eine vermehrte Produktion von Flüssigkeit. Dies führt auch zu einer Verflüssigung des Sekrets. Da Bromhexin zudem die Flimmerhärchen aktiviert, kann der Schleim rascher abtransportiert werden. Darüber hinaus dämpft der Wirkstoff auch die Entzündung der Schleimhäute. Ein weiterer wirksamer Hustenlöser ist Ambroxol. Dieser sorgt für eine Verflüssigung des Schleims. Ebenso wie Bromhexin, aktiviert auch Ambroxol die Flimmerhärchen der Lunge, wodurch der Schleim besser abtransportiert wird. Des Weiteren wirkt Ambroxol auch lindernd bei Halsschmerzen.
Hustenlöser sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. So können sie als Hustensaft oder in Form von verschiedenen Tabletten zum Schlucken, Lutschen oder als Brausetabletten eingenommen werden. Manche Hustenlöser lassen sich auch inhalieren. Bei der Einnahme sollte man darauf achten, Hustenlöser nicht gleichzeitig mit Hustenstillern einzunehmen, da dies eine kontraproduktive Wirkung hätte. Schwangere Frauen und stillende Mütter sollten besser auf die Anwendung von Hustenlösern verzichten.
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