Melisse in der Natur und Heilkunde als Gewürz- und Arzneipflanze

Bei dem Wort Melisse hat man sofort den frischen und zitronigen Geruch in der Nase, der für sie so charakteristisch ist. Schon seit der Antike ist die Melisse eine geschätzte und bewährte Gewürz- und Arzneipflanze.

Merkmale, Standorte, Inhaltsstoffe und Verwendung der Melisse in der Naturheilkunde, Küche und Kosmetik

Ursprünglich kommt die Melisse aus dem Mittelmeerraum, bei uns fand sie vor allem Verbreitung durch die Klostermedizin. Ihr botanischer Name lautet Melissa officinalis und sie gehört zu der Familie der Lippenblütler. Volkstümlich gab man ihr viele Namen wie

  • Bienenkraut
  • Gartenmelisse
  • Herzkraut
  • Herztrost
  • Mutterkraut
  • Nervenkraut
  • Pfaffenkraut
  • Riechnessel
  • Spanischer Salbei
  • Zitronenkraut und
  • Zitronenmelisse.

Merkmale

Der mehrjährige Halbstrauch kann eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter erreichen, der vierkantige, aufrecht wachsende Stängel hat ovale und am Rand gesägte Blätter. Der Blütenstand ist weiß oder rosa und erscheint im Hochsommer. Die kleinen unscheinbaren Blüten sind quirlförmig angeordnet, sie wachsen zwischen den Blattetagen in den Blattachseln. Die Früchte sind kleine glänzende Nüsse. Wenn die Melisse im Frühjahr aus dem Boden sprießt, erinnert sie ein bisschen an eine Taubnessel.

Standorte

Die eher anspruchslose Melisse bevorzugt

  • sonnige und windgeschützte Standorte,

aber sie braucht ausreichend Feuchtigkeit. Man findet die Melisse in Haus- und Bauerngärten, zu kommerziellen Zwecken wird sie kultiviert. Ihr mehrköpfiger Wurzelstock hat zahlreiche Ausläufer. Geerntet wird im Juni und Juli, man verwendet das ganze Kraut.

Inhaltsstoffe

Zu ihren wichtigsten Inhaltsstoffen gehören

  • ätherisches Öl
  • Bitterstoff
  • Gerbstoff
  • Gerbsäure
  • Harz
  • Schleim
  • Glykkosid
  • Saponin und
  • Thymol.

Medizinische Verwendung

Die Erwähnung ihrer Wirksamkeit durchzieht die Geschichte und alle großen Heilkundigen haben sie genutzt. Noch heute ist bei uns der Melissengeist bekannt und erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit. Auch er hat seinen Ursprung in der Klostermedizin und wird seit Jahrhunderten erfolgreich angewendet.

Wirkung

Der Melisse sagt man hauptsächlich

nach. Melisse wirkt

  • entzündungshemmend
  • entspannend
  • krampflösend
  • schmerzstillend

und eben beruhigend.

Anwendungsgebiete

Melisse hilft bei

hilft bei

Melisse findet Verwendung bei

Äußerlich wendet man es bei

an.

Anwendungsart

In der Regel trinkt man überbrühten

  • Melissentee aus frischen oder getrockneten Blättern,

äußerlich kommen

zur Anwendung, oder man greift auf den

  • Melissengeist

zurück.

Verwendung in der Küche

Melisse-Blatt
Melisse hat eine beruhigende Wirkung auf die Nerven

Melisse ist auch Bestandteil von Teemischungen. In der Küche sind frische Melissenblätter eine leckere Zutat zu

aber auch

können damit verfeinert werden. Melisse passt auch vorzüglich zu

gibt die Melisse einen säuerlich-frischen Geschmack. Auch

können mit Melisse eine geschmackliche Aufwertung erfahren.

Verwendung in der Kosmetik

regeneriert Melisse die Kräfte und wirkt entspannend und belebend, gleichzeitig hat sie einen angenehmen, wohlriechenden Duft. Diese Eigenschaft machen sich auch die Parfümeure

  • in der Parfüm-Industrie

zu Nutze.

wird Melissenöl in der Duftlampe mit Wasser verdampft und hat eine entspannende und beruhigende Wirkung. Melisse findet sich unter anderem auch in

Quellen:

  • Rasso Knoller: Gesund durch Melisse, Falken-Vlg., Niedernh., 1995, ISBN 3806815607
  • Christiane Widmayr: Malve, Mangold und Melisse, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 1999, ISBN 3405156092
  • Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen: Botanik, Drogen, Wirkstoffe, Anwendungen, Kosmos, 2004, ISBN 3440093875
  • Mannfried Pahlow: Das große Buch der Heilpflanzen: Gesund durch die Heilkräfte der Natur, Nikol Verlagsgesellschaft, 2013, ISBN 3868201912
  • Andrew Chevallier: Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2017, ISBN 3831032327
  • Bernhard Uehleke, Johannes Mayer, Kilian Saum: Handbuch der Klosterheilkunde: Neues Wissen über die Wirkung der Heilpflanzen. Vorbeugen, behandeln und heilen, Zabert Sandmann, 2008, ISBN 3898832260
  • Karin Buchart, Miriam Wiegele, Andreas Leitner: Die Natur-Apotheke: Das überlieferte und neue Wissen über unsere Heilpflanzen, Servus, 2019, ISBN 9783710401718
  • Vital Experts: HEILPFLANZEN - Das Naturheilkunde Buch, 2019, ISBN 1713160064
  • Ursel Bühring: Alles über Heilpflanzen: Erkennen, anwenden und gesund bleiben Kindle Ausgabe, Verlag Eugen Ulmer, 2007, ISBN 3800149796
  • Ursel Bühring: Heilpflanzenrezepte: Die besten aus der Freiburger Heilpflanzenschule, Verlag Eugen Ulmer, 2014, ISBN 3800179962
  • Siegrid Hirsch: Kräuter-Rezeptbuch: Hausmittel & Salben, Säfte & Marmeladen, Kräuterwein & Liköre, Essig & Öl, Freya, 2014, ISBN 3902540001
  • Peter Emmrich: Kurzcharakteristik Die Kraft der Heilpflanzen, Weg zur Gesundheit, 2017, ISBN 3925207317
  • Peter Spiegel: Das BLV Heilkräuter-Buch: Gesundheit aus der Natur, BLV, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2013, ISBN 3835409751

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