Lavendel in der Natur, Heilkunde und Küche als Gewürz sowie als Duftstoff

Lavendel ist die Pflanze mit dem unverwechselbaren aromatischen und wohlriechenden Duft. Es ist eine Augenweide, wenn man in der Provence auf die charakteristischen, für diese Region so typischen und riesigen Lavendelfelder schaut. Schon Uroma hatte die Lavendelsäckchen im Schrank hängen, wo sie die Motten vertreiben sollten. Die Römer benutzten ihn als Badezusatz. Bereits im Mittelalter war er für die Parfümeure ein wichtiger Grundstoff. Heute gehört er zu den wichtigsten Heilpflanzen und ist ein Tausendsassa an Anwendungsmöglichkeiten. Damit ist das Einsatzgebiet des Lavendels noch lange nicht erschöpft, auch in der Küche hat er einen festen Platz. Lavendel ist Bestandteil vieler Kräuter-der-Provence Gewürzmischungen.

Merkmale, Standorte, Inhaltsstoffe und Verwendung des Lavendels als Heilmittel und in der Küchenzutat oder Kosmetik

Ursprünglich ist der Lavendel in Südeuropa beheimatet, in unseren Breitengraden wird er aber schon lange in Gärten angepflanzt. Mit botanischem Namen heißt der echte Lavendel Lavandula angustifolia, er gehört zu der Familie der Lippenblütler. Volkstümlich kennt man ihn auch unter den Namen

  • Lavander
  • Narden
  • Nervenkräutel
  • Schwindelkraut
  • Speick
  • Spikatblüten
  • Spiklavendel und
  • Tabaksblüten.

Merkmale

Der Lavendel ist ein graufilzig behaarter Halbstrauch, der eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter erreichen kann. Die aufsteigenden Zweige sind stark verästelt, die gegenständig angeordneten Blätter sind länglich und verschmälern sich an der Seite, ihr Rand ist glatt. Die jungen Blätter sind graufilzig und werden später grün. Die Blüten bilden einen ährigen Blütenstand und leuchten in blaulila und lavendelfarben. Der Lavendel blüht von Juni bis August.

Standorte

Lavendelzweig mit Blüten

Lavendel ist winterhart und wächst mit der Zeit zu einem knorrigen Gehölz. Er ist anspruchslos und verträgt auch trockene Böden, bevorzugt allerdings

  • kalkhaltige Böden und
  • einen sonnigen Standort.

Rosenliebhaber pflanzen Lavendel gerne zwischen ihre Rosen, da er Schädlinge abhält. Lavendel gedeiht in

  • Beeten
  • Kübeln und
  • Kräuterkästen.

Inhaltsstoffe

Zu den Hauptbestandteilen gehören

  • Borneol
  • Cineol
  • Cumarin
  • Furfurol
  • Geraniol
  • Linalylacetat
  • Nerol und
  • Pinen.

Medizinische Verwendung

Zum Einsatz kommen vorwiegend die getrockneten Blüten und das ätherische Öl. Um ein Kilo Essenz zu gewinnen braucht man hundert Kilo Pflanzenteile. Diese Tatsache macht das ätherische Lavendelöl zu einem wertvollen Produkt, deshalb wird es häufig verfälscht oder gestreckt.

Wirkung

Lavendel hat

  • antiseptische
  • bakterizide und
  • antivirale

Eigenschaften. Es wirkt unter anderem

  • blutdrucksenkend
  • beruhigend
  • entgiftend
  • entspannend
  • harntreibend
  • herzstärkend
  • krampflösend
  • magensaftanregend
  • schmerzstillend und
  • verdauungsfördernd.

Anwendungsgebiete

Lavendelöl und getrocknete Lavendelzweige
Lavendelöl wird als Badezusatz oder in der Aromatherapie eingesetzt

Äußerlich angewendet hilft Lavendelöl bei

Lavendel hilft bei

Zudem wirkt er bei

In der anthroposophischen Medizin hat Lavendel einen festen Platz und findet unter anderem bei

Anwendung, da er eine stark aufklärende und aufhellende Wirkung besitzt.

Anwendungsart

Bei Erkältungskrankheiten hilft die

  • Inhalation mit Lavendelöl.

In der Klostermedizin nannte man den Lavendel auch Muttergotteskraut und er hatte einen festen Stellenwert. Zum einen überbrüht man die getrockneten Blüten mit heißem Wasser und genießt

  • den aromatischen Tee als Heilmittel,

zum anderen

  • verwendet man das ätherische Öl pur

auf Insektenstichen etwa oder

  • verdünnte Auszüge.

Ätherisches Öl wirkt über die Atemwege oder über die Haut. Will man es

verwenden, braucht es einen Emulgator; hierfür kann man Sahne oder Honig verwenden.

  • Ein Lavendelkissen

soll für einen ruhigen und erholsamen Schlaf sorgen. In der klassischen Homöopathie ist Lavendel ebenfalls ein Mittel, was hauptsächlich auf die seelischen Kräfte einwirkt.

Verwendung in der Kosmetik

In der Aromatherapie will Lavendel für eine Atmosphäre von Frische, Ordnung und Reinheit sorgen. Lavendel ist Bestandteil von Badezusätzen,

und anderen Kosmetika.

Als ätherirsches Öl wird es zur

benutzt und ist auch heute noch in der Parfümindustrie eine wichtige Komponente. Charakteristisch für das Lavendelöl ist seine blaue Farbe.

Verwendung in der Küche

Er passt hervorragend zu

und gehört in einige

In der modernen Küche verwendet man ihn auch zu einigen

Lavendel ist Bestandteil von einigen

man kann Lavendeltee auch ohne medizinische Indikation einfach nur genießen, als Schlummertrunk etwa.

Verwendung im Haushalt

Getrocknete Lavendelblüten sind

  • Bestandteil von Blütenpotpourris

und frische Lavendelzweige eignen sich vorzüglich zur

Und dann gibt es die besagten

  • Lavendelsäckchen,

die bis heute die Motten aus unseren Kleiderschränken vertreiben. Mit Weingeist aus der Apotheke, einem Sprühflakon und Lavendelöl kann man sich schnell

herstellen. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass es sich um ein reines ätherisches Öl handelt und nicht um einen synthetischen Duftstoff. Lavandin ist dem echten Lavendel verwandt, aber wesentlich duftschwächer und von anderer Wirksamkeit.

Quellen:

  • Gerti Samel: Gesund und schön mit Lavendel, Ludwig, München, 1998, ISBN 3778736663
  • Ute York: Lavendel, das blaue Wunder, Droemer Knaur, 1999, ISBN 342676203X
  • Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen: Botanik, Drogen, Wirkstoffe, Anwendungen, Kosmos, 2004, ISBN 3440093875
  • Mannfried Pahlow: Das große Buch der Heilpflanzen: Gesund durch die Heilkräfte der Natur, Nikol Verlagsgesellschaft, 2013, ISBN 3868201912
  • Andrew Chevallier: Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2017, ISBN 3831032327
  • Bernhard Uehleke, Johannes Mayer, Kilian Saum: Handbuch der Klosterheilkunde: Neues Wissen über die Wirkung der Heilpflanzen. Vorbeugen, behandeln und heilen, Zabert Sandmann, 2008, ISBN 3898832260
  • Karin Buchart, Miriam Wiegele, Andreas Leitner: Die Natur-Apotheke: Das überlieferte und neue Wissen über unsere Heilpflanzen, Servus, 2019, ISBN 9783710401718
  • Vital Experts: HEILPFLANZEN - Das Naturheilkunde Buch, 2019, ISBN 1713160064
  • Ursel Bühring: Alles über Heilpflanzen: Erkennen, anwenden und gesund bleiben Kindle Ausgabe, Verlag Eugen Ulmer, 2007, ISBN 3800149796
  • Ursel Bühring: Heilpflanzenrezepte: Die besten aus der Freiburger Heilpflanzenschule, Verlag Eugen Ulmer, 2014, ISBN 3800179962
  • Siegrid Hirsch: Kräuter-Rezeptbuch: Hausmittel & Salben, Säfte & Marmeladen, Kräuterwein & Liköre, Essig & Öl, Freya, 2014, ISBN 3902540001
  • Peter Emmrich: Kurzcharakteristik Die Kraft der Heilpflanzen, Weg zur Gesundheit, 2017, ISBN 3925207317
  • Peter Spiegel: Das BLV Heilkräuter-Buch: Gesundheit aus der Natur, BLV, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2013, ISBN 3835409751

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  • Lavender field and a lone tree © Andreas Karelias - www.fotolia.de
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  • lavender © joanna wnuk - www.fotolia.de

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