13. August 2010
Von Andreas Hadel
Kaffee bildet einen festen und unverrückbaren Bestandteil meines täglichen Aufwachprogrammes. Er gehört einfach genauso dazu, wie die 20-minütige Laufeinheit im Park und der Blick in das reizendste Paar brauner Augen, das es jenseits des Atlantik zu sehen gibt. Als Journalist, der seit etlichen Jahren über Gesundheit und Fitness schreibt, stoße ich bei der täglichen Recherche immer wieder über Gründe, warum ich dem braunen Gold eine Absage erteilen sollte. Bisher ist mir das noch nicht ganz gelungen, aber die folgenden Gründe sind überzeugend genug, um den Genuss von Kaffee zumindest einzuschränken.
Der tägliche Genuss von Kaffee kann zu einer vermehrten Ausschüttung des Stresshormons Kortisol führen. Kommt Kortisol in hohen Mengen im Blut vor, können Abgeschlagenheit, eine gesteigerte Fetteinlagerung im Bauchbereich, eine Verschlechterung der Immunabwehr, eine Verringerung der Gedächtnisleistung sowie Depressionen die Folge sein. Insgesamt also scheint ein exzessiver Kaffee-Konsum so ziemlich jedes Ziel zu torpedieren, dass wir uns als Fitness-Enthusiasten gesetzt haben.
Kaffee verursacht eine deutliche Insulinreaktion. Und eigentlich ist das etwas, was wir möglichst vermeiden wollen, wenn wir Fett verbrennen und der Entstehung von Diabetes vorbeugen wollen. Das Problem am Kaffee ist, dass das Koffein zwischen acht bis 30 Stunden nach Genuss in unserem Organismus verweilen kann. Und solange wir das Koffein in unseren System haben, solange wird Glukose in unser Blut abgegeben, was schließlich zu der angesprochenen Insulinreaktion führt. In der Konsequenz sinkt unser Blutzuckerspiegel rapide ab, wodurch wir einen Heißhunger auf Süßigkeiten und anderen Dingen entwickeln, von denen wir aus Prinzip abgeschworen haben.
Der regelmäßige Genuss von Kaffee kann erwiesenermaßen zur Abhängigkeit von Koffein führen. Nun gibt es freilich schlimmere Drogen, die weitaus drastischere Nebenwirkungen mit sich bringen, als es beim Koffein der Fall ist. Dennoch ist die Vorstellung, dass ich eine gewisse Substanz unbedingt haben muss, um halbwegs gut meine Sinne beieinander zu haben, alles andere als verlockend.
Die Kaffeebohne gehört aus finanzieller Sicht zu den ertragreichsten Landwirtschaftsprodukten auf der gesamten Welt. Und deshalb wird auch von fast allen in der Handelskette befindlichen Personen sicher gestellt, dass keine einzige Bohne umkommt. Mit anderen Worten es wird gedüngt und gespritzt, was sich legal im Chemiebaukasten zusammenbrauen lässt. Und da in unserem Haushalt eigentlich ausschließlich Bio-Produkte den Weg auf unsere Teller finden, wäre es schlicht verlogen, weiterhin Kaffee zu trinken. Einen Ausweg bietet zum Glück sogenannter Bio-Kaffee. Man darf dabei aber nicht zu sehr darüber nachdenken, dass es äußerst fraglich ist, ob im globalisierten Landwirtschaftsbetrieb tatsächlich alle Handgriffe so ausgeführt werden, dass sie an deutschen Maßstäben gemessen als "biologisch" gelten.
Der letzte Grund hat nicht direkt etwas mit Gesundheit und Fitness zu tun, ist wahrscheinlich aber der wichtigste in der gesamten Aufzählung. Die Kaffee-Wirtschaft ist ein hartes und unnachgiebiges Geschäft. Die Kaffee-Pflücker, die täglich auf den Plantagen arbeiten und mitunter weniger als einen Euro verdienen, sind nur ein Aspekt, den man beim Aufbrühen des Kaffees nicht vergessen sollte. Um humane Gerechtigkeit zu unterstützen, sollten Sie nur Kaffee-Marken wählen, die mit dem "Fair Trade"-Siegel versehen sind.
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