Psychose Artikel

Psychosen sind häufiger als man glaubt

Von Tanja Tasci

Psychosen gehören zu den psychischen Störungen, bei denen krankheitsartige Abweichungen vom "normalen" Denken, Fühlen und Verhalten vorliegen. Psychosen sind dabei dadurch gekennzeichnet, dass der Realitätsbezug total verloren geht. Die Grenze zwischen dem eigenen Ich und der Außenwelt kann nicht mehr genau wahrgenommen werden, und der Betroffene erlebt nicht sich selbst als "verändert" sondern seine Umwelt.

Psychosen gehören zur Gruppe der schizoiden Störungen, sind also hauptsächlich gekennzeichnet durch Wahn und Halluzinationen.

Ursachen

Die Ursachen für eine psychotische Störung können vielfältig sein und sind selten genau auszumachen. In jedem Fall spielen eine Neigung oder eventuell auch Veranlagung eine Rolle, ebenso wie ein entsprechender Auslöser meist vorhanden ist. Auch eine rein organisch bedingte Form der psychotischen Störung ist bekannt, die als Folge von Erkrankungen des zentralen Nervensystems auftritt, wie zum Beispiel bestimmten Hirntumoren. Aber auch bestimmte Medikamente können unter Umständen psychotische Episoden auslösen, ebenso wie halluzinogene Drogen (Drogenpsychose), die auch lange nach der Einnahme wieder akut werden kann (Flashback).

Symptome

Psychotische Störungen sind in ihrer Hauptsache durch Wahn und Halluzinationen gekennzeichnet. Die Vorstellungen werden als real erlebt, die Betroffenen sind vernünftigen Argumenten absolut unzugänglich (Verlust der Realitätswahrnehmung). Die verschiedenen Symptomkomplexe geben jeweils verschiedene Bereiche von verrückter Wahrnehmung wieder. Die allgemeinen Zeichen des Wahns (objektiv falsch, subjektiv richtig, Uneinsichtigkeit) gelten jedoch in jedem der Bereiche.

Diagnose

Das Erkennen einer psychischen Störung an sich, ist anhand der Symptomlage meist unproblematisch, allerdings ist eine sorgfältige Differentialdiagnose nötig, um die psychotische Störung von eventuellen anderen Grund- und Begleiterkrankungen abgrenzen zu können. Psychische Störungen haben generelle eine hohe Komorbiditätsrate, das heißt sie treten eher selten als einzelne, isolierte Störung auf. Sehr schwierig ist oft auch die Abgrenzung von Persönlichkeitsstörungen, die durchaus auch gelegentliche psychotische Episoden aufweisen können.

Die Prognose ist von vielen Faktoren abhängig, unter anderem auch vom Lebensalter, vom Zeitpunkt des ersten Auftretens der Störung und vor allem von vorhandenen Komorbiditäten. Rund ein Viertel der singulären (das heißt spontan und ohne Begleitkrankheiten auftretenden) Psychosen bleiben einmalige Episoden, bei einem Großteil jedoch kommt es zu phasischen (schubweisen) Erkrankungen und später zu einer dauerhaften Störung.

Medikamentöse Behandlung ist in den meisten Fällen nötig, um phasische Ausbrüche der Krankheit zu verhindern oder zumindestens abzumildern. In den letzten Jahren haben sich speziell Atypika (atypische Neuroleptika) als gute Alternative zu früheren Behandlungsansätzen gezeigt. Bekannt sind dabei Wirkstoffe wie Haloperidol. Atypika können generell besser an den Patienten angepasst werden und haben auch zumeist weniger Nebenwirkungen.

Daneben spielen natürlich soziotherapeutische und ergotherapeutische Maßnahmen eine große Rolle, und in vielen Fällen ist auch eine Psychotherapie für den Betroffenen sehr hilfreich, um mit seiner Erkrankung umgehen zu lernen.

Es gibt in den letzten Jahren bereits Versuche, durch bildgebende Verfahren Veränderungen im hirnorganischen Bereich auszuwerten, die mit einer Neigung zu psychotischen Störungen korrelieren, und damit auch das Risiko für psychotische Störungen zu erkennen, und bereits vor Ausbruch entsprechende Maßnahmen setzen zu können.

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