20. September 2008
Von Tanja Tasci
Von Nasenpolypen über Rachenpolypen bis hin zu Polypen an der Gebärmutter, das Spektrum in dem Polypen auftreten können ist weit, doch die Ursache der Polypen ist immer gleich.
Mit dem Begriff Polypen verbinden Laien oft nur die Nasen- und Rachenpolypen, die sehr häufig bereits bei Kindern auftreten und einen eher kleinen operativen Eingriff notwendig machen. Doch Polypen können auf jeder Schleimhaut des menschlichen Körpers auftreten und nicht immer sind Polypen gutartig. Gerade die Vergrößerung der Rachenmandeln bei Kindern wird häufig als Polypen im Volksmund bezeichnet, doch medizinisch gesehen ist die korrekte Bezeichnung Adenoide und im Vergleich zu Polypen ist diese Vergrößerung meist zu 100 Prozent gutartig und so bedarf es nur der Entfernung der Mandeln und keiner längeren Nachbehandlung.
Polypen an sich sind Wucherungen die sich auf jeder Schleimhaut bilden können, entweder einzeln oder in größeren Gruppen. Das Auftreten von mehreren Polypen auf einer Körperschleimhaut bezeichnen Mediziner als Polyposis. Besonders häufig betroffen sind hiervon Gebärmutter, Magen, Darm und Nasennebenhöhlen. Doch auch an Zähnen und Harnblase kommt es immer wieder bei vereinzelten Patienten zum Auftreten von Polypen. Die häufigste Form sind jedoch Polypen der Nasenschleimhaut und gerade diese können sowohl in gutartiger als auch bösartiger Form auftreten. Meist bilden sich die Polypen in der Nähe der Kieferhöhleneingänge und dies beidseitig. Bei einseitigen Wucherungen ist dies oft ein Hinweis auf eine Tumorerkrankung und sollte deshalb so schnell es geht auf Bösartigkeit untersucht werden.
Die Ursachen für eine Wucherung der Schleimhaut beruht häufig auf chronischen Entzündungen der Schleimhaut, die durch Viren, Pilze und Bakterien hervorgerufen werden können. Doch auch Vorerkrankungen, wie Asthma, Bronchitis oder Allergien, könne die Ursache darstellen. Die Statistik zeigt, besonders häufig betroffen sind Patienten die unter einer grundsätzlichen Aspirinunverträglichkeit leiden. Die ersten Symptome die auf Polypen hinweisen sind meist eine Atmung, die sich verschlechtert, da die Nase langsam zugewuchert wird und der Durchgang sich immer weiter verschmälert. Durch diese Verschmälerung ist jedoch nicht nur die Atmung behindert, sondern auch der Sekretabfluss und somit kommt es häufig zu Nasennebenhöhlenentzündungen und es besteht eine geringe Gefahr, dass auch Knochen und Weichteile bis hin zum Gehirn von der Entzündung mit befallen werden.
Kleinere Polypen werden häufig gar nicht entdeckt, da sie keinerlei Beschwerden bei Betroffenen hervorrufen. Erst wenn die ersten auffälligen Beschwerden auftreten wird für viele Patienten der Gang zum Arzt fällig und eine Behandlung kann eingeleitet werden. In einigen Fällen kann eine Medikamentöse Behandlung zumindest vorübergehend Linderung verschaffen. Behandlungen mit kortisonhaltigen Nasensprays und Antiallergika, können zu einer leichten Rückbildung der Polypen führen. Vor weiteren Behandlungsschritten sollte erst ein Allergietest Klarheit über die Ursache der Polypenbildung schaffen.
Meist ist jedoch ein operativer Eingriff nicht zu vermeiden um Polypen jeglicher Art zu entfernen. Gerade bei Polypen bei denen Tumorverdacht besteht, sollten Patienten den Eingriff nicht hinauszögern um einen weiteren Befall zu vermeiden. Bei Tumorverdacht ist es besonders wichtig, dass die Geschwulst nach Möglichkeit im Ganzen entfernt wird. Eine pathologische Entfernung des Gewebes ist nach der Entfernung dringend notwendig um zu bestimmen ob das Gewebe bösartig war und eventuell eine weitere Behandlung notwendig wird.
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