Malaria - Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Malaria ist eine häufig vorkommende Tropenkrankheit mit Fieberschüben. Die Diagnose wird nach einer Blutuntersuchung gestellt. Die Malaria wird durch den Stich einer Mücke übertragen. Wie die Krankheit verläuft, hängt von der genauen Form ab.

Die Entstehung von Malaria und wie man sie erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Bei Malaria, das auch Wechselfieber oder Sumpffieber genannt wird, handelt es sich um eine fieberhafte Tropenkrankheit. Hervorgerufen wird sie von Plasmodien, einzelligen Organismen.

Weltweit erkranken Jahr für Jahr 250-500 Millionen Menschen an Malaria. Die Krankheit kommt in etwa 100 Ländern vor. Obwohl sie hauptsächlich in tropischen und subtropischen Regionen wie Afrika auftritt, sind aufgrund des globalen Reiseverkehrs auch in Europa etwa 12.000 Malariafälle pro Jahr zu verzeichnen.

Charakteristisch für eine Malaria sind so genannte Fieberschübe in verschiedenen Abständen. Man unterscheidet verschiedene Formen der Malaria. Je nach Krankheitsart treten die Fieberattacken alle 48 oder 72 Stunden oder auch völlig unregelmäßig auf. Im Detail:

  • Malaria tertiana mit Fieberschüben alle 48 Stunden
  • Malaria quartana mit Fieberschüben alle 72 Stunden
  • Malaria knowlesi mit täglichen Fieberschüben und
  • Malaria tropica mit Fieberschüben in unregelmäßigen Abständen

Malaria tertiana

Erkrankt ein Mensch an Malaria tertiana, hat er im Grunde genommen noch Glück gehabt, denn sie gehört zu den gutartigen Formen von Malaria, da sie im Gegensatz zu Malaria tropica in der Regel ohne Komplikationen verläuft. Die auslösenden Erreger von Malaria tertiana lassen sich allerdings nur sehr schwer nachweisen.

Malaria tertiana wird von Plasmodium vivax und Plasmodium ovale hervorgerufen. Übertragen werden die Blutparasiten durch eine bestimmte Mückenart, die Anopheles-Mücke, in der sich die Plasmodien befinden. Von Mensch zu Mensch kann die Krankheit dagegen nicht übertragen werden.

In den meisten Fällen beträgt die Inkubationszeit etwa zwei bis drei Wochen. Manchmal kann der Ausbruch der Malaria tertiana aber auch mehrere Monate dauern. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn eine Malariaprophylaxe vorgenommen wird. Eine solche Maßnahme verhindert zwar nicht den Ausbruch der Krankheit, verlangsamt ihn jedoch.

Malaria quartana

Ebenso wie Malaria tertiana, gehört Malaria quartana zu den gutartigen Malaria-Formen. Da die Symptome dieser Verlaufsform die geringsten Auswirkungen aller Malaria-Arten auf die Gesundheit haben, sieht man sie als leichteste Malariaerkrankung an. Ein weiterer Unterschied ist, dass die Inkubationszeit, die Zeit zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit, 16 bis 50 Tage beträgt, was deutlich länger ist als bei Malaria tertiana oder Malaria tropica.

Als problematisch gilt der Umstand, dass Malaria quartana nicht immer vollständig auskuriert wird, wodurch es sogar noch nach Jahrzehnten erneut zum Ausbruch der Krankheit kommen kann. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die Malaria vom behandelnden Arzt gar nicht erkannt und entsprechend therapiert wird. Die Symptome bei Malaria quartana sind ähnlich wie bei Malaria tertiana.

Malaria tropica

Die gefährlichste Malariaform von allen ist Malaria tropica, denn sie kann schlimmstenfalls sogar zum Tode führen. Die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit, beträgt bei Malaria tropica ein bis zwei Wochen.

Ursachen

Durch den Stich einer bestimmten Mückenart wird der Malariaerreger auf den Menschen übertragen. Die infizierte Mücke befindet sich ausschließlich in den Tropen.

Sie überträgt vier verschiedene Formen von Malariaerregern, die zu drei verschiedenartigen Erkrankungen führen. Die einzelnen Krankheitsformen unterscheiden sich in der Häufigkeit der Fieberschübe (alle 48 bzw. 72 Stunden oder unregelmäßig).

Die Erreger, so genannte Plasmodien, werden durch den Speichel der Mücke beim Einstich in den Körper des Menschen übertragen. Bis sich die ersten Symptome zeigen, vergehen im Schnitt wenige Wochen.

Man unterscheidet je nach Malariaform folgende Krankheitsüberträger:

  • Plasmodium vivax und Plasmodium ovale (Malaria tertiana)
  • Plasmodium malariae (Malaria quartana)
  • Plasmodium knowlesi (Malaria knowlesi) sowie
  • Plasmodium falciparum (Malaria tropica)

In einigen Fällen können die Malariaerreger auch über unsaubere Injektionsnadeln oder durch unzureichend geprüfte Bluttransfusionen übertragen werden. Zu einer Ansteckung von einer Mutter auf ihr ungeborenes Kind kann es durch eine Verletzung der Plazenta kommen, was aber nur selten der Fall ist.

Besonders hoch ist das Infektionsrisiko in Malariagebieten. Mitunter kommt es auch durch von Flugreisenden eingeschleppte Mücken zu Krankheitsfällen außerhalb von Malariagebieten. Mediziner sprechen dann von einer Flughafen-Malaria.

Verlauf

Die Malariaform, bei der unregelmäßige Fieberschübe auftreten, ist die schlimmste Malariaform. Sie führt bei etwa jedem dritten Patienten zum Tode. Wird sie jedoch rechtzeitig behandelt, bestehen gute Heilungschancen.

Gleiches gilt auch für die anderen Malariaformen. Die Patienten versterben auch ohne Behandlung nur selten, die Krankheiten dauern dann jedoch bis zu drei Jahre lang an.

Malaria tertiana und Malaria quartana verschwinden selbst ohne Behandlung nach etwa zwei bis drei Jahren wieder von allein. Zur Behandlung werden dem Patienten bestimmte Medikamente verabreicht. Bei rechtzeitiger Behandlung mit den erwähnten Mitteln ist der Verlauf von Malaria tropica meist positiv.

Mit welchen Beschwerden die Krankheitsverläufe einhergehen, erfahren Sie im nächsten Punkt.

Symptome

Zu Beginn der Erkrankung leiden Patienten mit einer Malaria ganz plötzlich unter Schmerzen im Bereich des Rückens und Kopfes verbunden mit hohem Fieber. Der Patient friert und gleichzeitig ist ihm auch heiß. Auch Gliederschmerzen und Durchfall können zu den Symptomen gehören.

Malaria tropica

Die Malariaform, in der das Fieber unregelmäßig auftritt, ist die schwerste Form der Erkrankung. Folge dieser Krankheitsform kann eine Gehirnbeteiligung sein, die mit einem tödlichen Koma endet.

Durch diese Malariaform können auch etliche innere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden. Es kommt zu

Ein großes Risiko bei Malaria tropica sind lebensgefährliche Komplikationen wie die zerebrale Malaria. Diese macht sich zunächst durch Benommenheit bemerkbar, führt im weiteren Verlauf zu einem Koma und endet oft tödlich. Des Weiteren besteht die Gefahr von Schädigungen der Lunge, der Nieren, des Magen-Darm-Trakts und des Herzens.

Malaria tertiana

Die Malariaform wird deshalb Malaria tertiana genannt, weil die Fieberschübe der Erkrankung drei Phasen haben. Allerdings ist der Rhythmus der Fieberschübe ähnlich unspezifisch wie bei den beiden anderen Malariaformen. Meistens dauern die Fieberanfälle nur wenige Stunden, wiederholen sich aber regelmäßig.

  • Das erste Stadium wird als Froststadium bezeichnet. Dabei leidet der Patient unter starkem Schüttelfrost und einem deutlichen Anstieg der Körpertemperatur.

  • Im zweiten Stadium, dem Hitzestadium, können auch Übelkeit und Erbrechen auftreten und das Fieber kann auf bis zu 40 Grad Celsius ansteigen.

  • Die dritte Phase nennt man Schweißphase. Dabei leidet der Patient unter heftigen Schweißausbrüchen und die Körpertemperatur sinkt wieder. Zur Schädigung von Organen, wie bei Malaria tropica, kommt es jedoch nicht.

Malaria quartana

Obwohl Malaria quartana zu den gutartigen Malariaformen gezählt wird, kann es dennoch zu schwerwiegenden Komplikationen kommen. Dazu gehört vor allem das nephrotische Syndrom, das man in der Medizin auch als Malarianephrose bezeichnet. Dabei bilden sich Ödeme in der Bauchhöhle und den Nieren.

Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass der Cholesterinwert im Blutserum stark ansteigt und das Eiweiß Albumin auf einen niedrigen Wert abfällt. Albumin ist zuständig für den Abtransport von Wasser aus dem Blutkreislauf.

Zu dieser Komplikation kommt es vorwiegend bei erkrankten Afrikanern. Europäische Touristen, die an Malaria quartana erkranken, sind dagegen kaum betroffen.

Diagnose

Die Malaria zeigt ähnliche Symptome wie eine Grippe, so dass besonders die Diagnosestellung der Malariaform mit den unregelmäßigen Fieberschüben schwierig ist. Wenn ein Patient jedoch erwähnt, dass er sich in einem Malariagebiet befand, muss der Arzt sofort auf diese Diagnose tippen.

In jedem Fall erfolgt eine Blutabnahme. Nur so kann die Malaria mit Sicherheit diagnostiziert werden. Im Rahmen der Blutuntersuchung fällt meist auch eine Blutarmut auf.

Die Erreger der Malaria können im Blut unter dem Mikroskop festgestellt werden, so dass daraufhin die gesicherte Diagnose erfolgen kann. Wird der Erreger diagnostiziert, muss dies dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

Therapie

Eine Malaria kann durch die Einnahme vieler verschiedener Medikamente behandelt werden. Nicht immer spricht der Patient jedoch sofort auf das erste dieser Medikamente an, da die Erreger teilweise resistent gegen die Präparate sind. In einigen Fällen müssen daher verschiedene Medikamente ausprobiert werden, bis die Therapie anschlägt.

Grundsätzlich muss die Behandlung einer Malaria so früh wie möglich begonnen werden; meist wird nicht einmal das Laborergebnis abgewartet. Sehr wirksam in der Malariabehandlung ist das Medikament Chinin. Die Patienten können es entweder in Tablettenform einnehmen oder der Arzt spritzt das Medikament in die Armvene. Zu den weiteren Wirkstoffen zählen Choloroquin sowie Melfloquin.

Die Malaria stellt eine meldepflichtige Erkrankung dar. Der Arzt bzw. das Labor müssen demnach eine Meldung an das Gesundheitsamt machen, wenn sie Malariaerreger im Blut feststellen konnten. Eine Impfung gegen Malaria ist nicht möglich.

Vorbeugung: Malariaprophylaxe

Wer einen Aufenthalt in den Tropen plant, sollte sich bei spezialisierten Ärzten über das Risiko einer Malariaerkrankung und die vorbeugenden Maßnahmen informieren. Man unterscheidet zwei Maßnahmen zur wirksamen Malariaprophylaxe:

  • die Expositionsprophylaxe (Vermeidung von Isektenstichen) und die
  • Chemoprophylaxe (Einnahme von Malariamitteln)

Meist wird den Patienten zur Vorbeugung ein spezielles Medikament verordnet, das die Patienten vor ihrer Reise einnehmen müssen. Es handelt sich dabei um das gleiche Medikament, das auch zur Behandlung der Krankheit verwendet wird. Nicht immer kann die Malaria dadurch jedoch auch verhindert werden.

Man sollte daher in den Tropen zusätzlich zur medikamentösen Prophylaxe darauf achten, nicht von Mücken gestochen zu werden. Dazu gibt es spezielle Moskitonetze, die man über dem Bett aufhängen kann.

Abends sollte man nur langärmelige Oberteile und lange Hosen tragen. Die Kleidungsstücke sollten aus einem hellen Stoff sein. Zusätzlich gibt es auch Anti-Mücken-Präparate, die auf die Haut aufgetragen oder aufgesprüht werden.

Detailliertere Informationen in Sachen Malariaprophylaxe erhalten Sie hier.

Quellen:

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