Studie über Zusammenhang zwischen Rindfleischkonsum und Spermakonzentration.
(pgk) Männer, deren Mütter während der Schwangerschaft viel Rindfleisch gegessen haben, weisen eine geringere Spermakonzentration auf als Männer, deren Mütter während der Schwangerschaft weniger Rindfleisch verzehrten, so eine Studie an der Rochester Universität (US Staat New York).
Professorin Shann Swan untersuchte 773 Männer auf Ernährungsgewohnheiten wie Fleischkonsum, Diäten und Rauchen. Von 387 Männern war bekannt, wie viel Rindfleischportionen ihre Mütter während der Schwangerschaft aßen: 4,3 Portionen im wöchentlichen Durchschnitt; 51 aßen mehr als 7 Portionen pro Woche.
"Die Anzahl der Rindfleischportionen, die von der Mutter gegessen wurde, stand signifikant mit der Spermakonzentration der Söhne in Beziehung, die im Durchschnitt 24 Prozent geringer war als bei Männern, deren Mütter weniger Rindfleisch gegessen hatten", so Swan. Je mehr Rindfleisch, desto schlechter die Qualität des Spermas.
Swan erklärt dies mit dem Einsatz von Wachstumshormonen bei der Rinderhaltung. Seit 1954 setzen Bauern in den USA synthetische Hormone zur Rinderaufzucht ein. Diese gehören zu den Geschlechtshormonen oder Anabolika. Einige Substanzen wie zum Beispiel Diethylstilbestrol (DES) wurden verboten, andere wie Progesteron und Testosteron sind aber noch im Einsatz. Nach der Schlachtung finden sich die Rückstände im Fleisch.
Kinder und besonders Föten reagieren sehr sensibel auf Geschlechtshormone, da sie sich in der Entwicklung befinden. Die Keimdrüsen und die Entwicklung der Hoden können beeinflusst sein. "Deshalb ist die Aufnahme von Rückständen aus dem Fleisch durch schwangere Frauen und jüngere Kinder von besonderem Interesse", so Swan. In der EU sind Wachstumshormone in der Rinderzucht seit 2003 verboten.
Übrigens: Amerikaner haben den höchsten Fleischverbrauch der Welt. Der Fleischkonsum in den USA lag 2006 bei 120 kg pro Kopf. In Deutschland wurden lediglich pro Kopf 12 kg Fleisch gegessen, in Burundi nur 3,6 kg/Kopf.
Trotz geringeren Fleischkonsums in Deutschland und Verbot von Wachstumshormonen in der EU gilt auch für Deutschland, was Frederick vom Saal, Professor für Biologie an der Universität Missouri, Columbia, USA in einem Kommentar zu der Studie schrieb: "Wenn Fremdstoffe wie anabolische Steroide an der Verminderung der Spermakonzentration beteiligt sind, dann ist dies nur 'die Spitze eines Eisbergs', und die Fremdstoffe könnten an weiteren Fortpflanzungsproblemen beteiligt sein."
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