Herzinsuffizienz - Ursachen, Symptome und Behandlung

Bei einer Herzinsuffizienz handelt es sich um eine Pumpschwäche des Herzens. Verschiedenste Herzerkrankungen können eine Herzinsuffizienz auslösen. Die Krankheit kann lebensgefährlich werden, wenn sie nur unzureichend behandelt wird. Eine Herzinsuffizienz zeigt verschiedene Symptome, wie etwa geschwollene Beine, Entzündungen oder auch Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen. Die Diagnose stellt der Hausarzt oder Internist. Informieren Sie sich hier über das Krankheitsbild der Herzinsuffizienz.

Die Entstehung einer Herzinsuffizienz und wie man sie erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Das Herz leistet rund um die Uhr Schwerstarbeit und pumpt etwa 40 Millionen mal pro Jahr Blut und Sauerstoff durch den Körper. Bei einer eingeschränkten Pumpleistung werden die Organe nicht mehr ausreichend versorgt, das Herz wird schwächer und kann seine Aufgaben nicht mehr in vollem Umfang erfüllen.

Von Herzinsuffizienz sind rund drei Prozent der Bevölkerung betroffen, bei den 70- bis 80-Jährigen liegt die Erkrankungsrate bei zehn Prozent. Die Myokardinsuffizienz entsteht als Folge unterschiedlicher Erkrankungen und entwickelt sich in der Regel schleichend.

Ursachen

Gelangt der Rhythmus des Herzens aus dem Takt und der elektrische Impuls für die Herzmuskel-Kontraktion kommt verzögert oder unregelmäßig, verringert sich die Pumpleistung. Erkrankungen wie

können eine Herzinsuffizienz bewirken. Es gibt jedoch auch Faktoren, die die Entstehung einer Herzinsuffizienz begünstigen können. Dazu zählen der hohe Blutdruck oder auch die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus.

Menschen, die einen

neigen eher zu einer Herzinsuffizienz als andere Menschen.

Verlauf

Folge einer Herzinsuffizienz kann im schlimmsten Falle ein Kreislauf- und Organversagen sein, das tödlich endet. Auch ein Schlaganfall kann die Folge einer unzureichend behandelten Herzinsuffizienz sein.

Patienten mit einer Grunderkrankung wie Diabetes haben grundsätzlich eine schlechtere Prognose als andere Menschen. Auch bei älteren Patienten gestaltet sich die Behandlung oft schwierig.

Egal wie alt der Patient ist oder welche Behandlung erfolgt, ist die Sterblichkeitsrate bei Patienten mit einer Herzinsuffizienz sehr hoch. Durch modernste Behandlungen lässt sich der Krankheitsverlauf zwar aufhalten, jedoch wird der Patient niemals wieder vollkommen gesund.

Symptome

Im Volksmund wird die Herzinsuffizienz oft als "schwaches Herz" bezeichnet. Man unterscheidet eine Rechtsherz- von der Linksherzinsuffizienz sowie eine beidseitige globale Herzinsuffizienz.

Rechtsherzinsuffizienz

Eine Rechtsherzinsuffizienz ist eine Herzschwäche auf der rechten Seite des Herzens. Die Patienten bemerken meist als erstes ihre dicken und geschwollenen Beine.

Die Schwellung tritt besonders tagsüber auf, nachts geht sie wieder zurück. Besonderes Merkmal der Ödeme an Fußrücken und Schienbein ist, dass sie auf Druck eine eindeutige Eindellung im Gewebe hinterlassen. Die Patienten scheiden das Wasser nachts vermehrt aus und müssen daher regelmäßig in der Nacht auf die Toilette.

Durch diese andauernden Schwellungen können sich Ekzeme bilden, die nur sehr schlecht wieder heilen. Im Rahmen der Erkrankung treten häufig Entzündungen auf, da aufgrund der mangelnden Leistung des Herzens der Körper nur noch unzureichend mit Blut versorgt werden kann.

In den Organen bildet sich Wasser, so dass diese anschwellen. Der Bauch der Patienten wird dabei merklich dicker.

Die Organe können dabei ihre normale Funktion nicht mehr ausführen. Auch in der Bauchhöhle kann sich Wasser ansammeln. Zu den weiteren möglichen Symptomen zählen

Linksherzinsuffizienz

Patienten mit einer Linksherzinsuffizienz haben Probleme beim Atmen, wenn sie sich körperlich anstrengen. Im Verlauf der Krankheit tritt die Atemnot auch bei alltäglichen Tätigkeiten auf.

Die Patienten leiden dann auch unter einem trockenen Husten. Die Lunge kann sich mit Wasser füllen, was die Atemnot noch deutlich verstärkt.

Bei einer verminderten Durchblutung des Gehirns kann es zu

kommen.

Patienten, die sowohl an einer Rechtsherz- als auch an einer Linksherzinsuffizienz leiden, zeigen Symptome beider Krankheiten. Sowohl die Rechtsherz- als auch die Linksherzinsuffizienz kann im Verlauf der Krankheit zu lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen führen.

Man unterteilt den Grad der Herzinsuffizienz in vier Stadien:

  • Im ersten Stadium haben die Patienten nur Beschwerden unter stärkster körperlicher Belastung, nicht jedoch im Alltag.
  • Im zweiten Stadium steigern sich die Beschwerden und sind auch bei geringerer Belastung spürbar.
  • Im dritten Stadium genügt es bereits, wenn der Patient nur leichte körperliche Tätigkeiten ausführt, um Beschwerden zu bemerken.
  • Im letzten Stadium der Erkrankung (NYHA-Stadium IV) sind die Beschwerden immer spürbar, auch bei völliger Ruhe.

Diagnose

Der Arzt befragt seinen Patienten nach den genauen Beschwerden und führt eine körperliche Untersuchung durch. Dabei fallen eventuell geschwollene Beine auf.

Mit dem Stethoskop hört der Arzt auch das Herz ab. Leidet der Patient an einer Linksherzinsuffizienz, kann der Arzt dann ein Rasselgeräusch hören. Der Patient atmet bei dieser Form der Herzinsuffizienz auch schneller.

Im Rahmen der Diagnostik wird auch eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs angefertigt. Eine schwere Herzinsuffizienz kann hier diagnostiziert werden.

Auf dem Röntgenbild kann dann zum Beispiel eine Vergrößerung des Herzens erkannt werden. In jedem Fall wird auch ein EKG durchgeführt, bei dem die Herzströme gemessen werden.

Hier kann der Arzt die Pumpfunktion des Herzens beurteilen. Aus dem EKG kann der Arzt auch erkennen, ob die Herzklappen noch funktionsfähig oder in ihrer Funktion bereits eingeschränkt sind.

Oft liegen der Herzinsuffizienz andere Krankheiten zugrunde. Die Grunderkrankung kann oftmals aufgrund des EKGs festgestellt werden. Oft wird auch ein Herzecho, ein spezieller Herzultraschall durchgeführt.

Auch eine Herzkatheteruntersuchung erfolgt. Hier kann der Arzt erkennen, ob Herzkranzgefäße bereits verengt sind und somit eine koronare Herzkrankheit vorliegt.

Zur Diagnostik gehört auch ein Langzeit-EKG. Dem Patienten werden dazu Elektroden auf die Brust geklebt und ein Gerät für 24 Stunden mitgegeben. Das Gerät kann der Patient zum Beispiel am Gürtel tragen.

Dieses Gerät zeichnet über einen Zeitraum von 24 Stunden die Herzströme des Patienten auf, so dass der Arzt zum Beispiel auch die nächtlichen Herzaktionen in seine Diagnosestellung mit einbeziehen kann. Da der Herzinsuffizienz verschiedenste Krankheiten zugrunde liegen können, wird dem Patienten auch Blut abgenommen sowie der Urin und der Stuhl untersucht.

Funktionsstörungen von Nieren oder Leber lassen sich anhand von Blut- und Urinuntersuchungen feststellen. Auch der Elektrolyte-Gehalt im Blut und Kreatininmessungen liefern Hinweise für eine Herzinsuffizienz, beispielsweise, wenn der BNP-Spiegel (B-natiuretischen Peptids) erhöht ist.

Je nach Beschwerdebild müssen andere Erkrankungen ausgeschlossen werden; dazu zählen mitunter

Behandlung

Im ersten Schritt muss der Arzt den Grund der Herzinsuffizienz herausfinden. Oftmals ist dies eine Krankheit wie zum Beispiel die koronare Herzkrankheit.

Der wichtigste Schritt in der Behandlung der Herzinsuffizienz besteht darin, die Grunderkrankung konsequent zu behandeln. Die Herzinsuffizienz kann mit verschiedensten Medikamenten therapiert werden. Dabei gibt es Medikamente, die "nur" die Symptome der Krankheit mildern und wiederum andere Präparate, die auch den Krankheitsverlauf von Herzinsuffizienz-Patienten verbessern.

  • ACE-Hemmer senken den Blutdruck, entlasten das Herz und erweitern die Blutgefäße.
  • Digitalis-Präparate erhöhen die Pumpfunktion des Herzens und wirken Herzrhythmusstörungen entgegen.
  • AT1-Antagonisten kommen vor allem bei Unverträglichkeiten gegen ACE-Hemmer zum Einsatz und können das Hormon blockieren, das den Blutdruck ansteigen lässt.

Häufig wird den Patienten zur Behandlung der Herzinsuffizienz auch ein Herzschrittmacher eingesetzt. Patienten mit einer weit fortgeschrittenen Herzinsuffizienz, die bereits unter Herzrhythmusstörungen leiden, erhalten einen Defibrillator eingesetzt. Dieses Gerät gibt immer dann einen Stromstoß an das Herz ab, wenn dieses aufhört zu schlagen bzw. nur noch unregelmäßig schlägt.

Helfen diese Maßnahmen nicht, kann es auch angezeigt sein, dem Patienten ein neues Herz eines Spenders zu transplantieren. Heute werden Spenderherzen oder künstliche Herzen verpflanzt. Komplikationen können durch Abstoßungsreaktionen auftreten.

Viele Patienten erhalten auch gerinnungshemmende Medikamente verordnet, um eine Thrombose oder einen Schlaganfall zu vermeiden.

Neben den Eingriffen sowie der medikamentösen Therapie müssen die Patienten ihre Ernährung umstellen und möglichst salzarm kochen. Zusätzlich dürfen die Patienten auch nur noch bestimmte Mengen trinken. Des Weiteren steigern

  • die Einschränkung des Alkoholkonsums
  • die Reduzierung von Übergewicht und
  • maßvoller Ausdauersport

die Chancen für eine gute Prognose erheblich.

Vorbeugung

Menschen, die regelmäßig Alkohol trinken, rauchen und übergewichtig sind, haben ein höheres Risiko, an einer Herzinsuffizienz zu erkranken. Demnach sollte man als Vorbeugung auf Rauchen und Alkohol verzichten und sich gesund und fettarm ernähren. Auch regelmäßige Bewegung trägt zur körperlichen Fitness bei.

Quellen:

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  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
  • Veronika Sagmeister: BASICS Kardiologie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2016, ISBN 3437421891

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