Hausstauballergie - Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Hausstauballergie beschreibt eine allergische Reaktion auf Hausstaubmilben bzw. auf deren Kot. Eine Heilung ist meist nicht möglich. Eine Hausstauballergie äußert sich bei den Patienten durch verschiedene Beschwerden, wie eine verstopfte Nase, Augentränen oder asthmatische Beschwerden. Zur Linderung kommen etwa Antihistaminika zur Anwendung; auch eine Hyposensibilisierungsbehandlung kann hilfreich sein. Die Diagnose stellt meist der Hautarzt. Erfahren Sie hier, wodurch eine Hausstauballergie entsteht, wie sie sich äußert und wie man sie behandeln kann.

Die Entstehung einer Hausstauballergie und wie man sie erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Bei der Hausstauballergie handelt es sich um eine allergische Reaktion auf Bestandteile des Kots von Hausstaubmilben. Die Hausstaubmilbe gehört der Gattung der Spinnentiere an.

Zu ihrer Lieblingsspeise zählen Hautschuppen von Mensch und Tier, aber auch Schimmelpilze schmecken den für das menschliche Auge unsichtbaren Krabbeltieren. Allein der Mensch verliert täglich unzählige Hautschuppen, die ausreichen, um rund 1,5 Millionen Hausstaubmilben einen reich gedeckten Tisch zu bescheren.

Besonders wohl fühlen sich Milben in Matratzen, auf Teppichen, Sofas und Vorhängen. Die gefräßigen Achtfüßler leben in jedem Haushalt und sind kein Indiz für mangelnde Hygiene.

Hausstaubmilben werden zwar nur wenige Monate alt, doch sie produzieren rund das 200-fache ihres Eigengewichts an Milbenkot. Dieser Kot enthält auch die Allergene, die bei Allergikern unangenehme Symptome hervorrufen.

Ursachen

Wie bei anderen Allergien auch, handelt es sich bei einer Hausstauballergie um eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf spezielle Stoffe. In diesem Fall handelt es sich um die Hausstaubmilben (nicht um den Hausstaub selbst), sodass diese Allergieform präziser auch als Hausstaubmilbenallergie bezeichnet wird.

In jedem Haushalt leben Milben. Patienten mit einer Hausstauballergie reagieren allergisch gegen den Kot oder gegen die toten Milben.

Die Kotbällchen teilen sich in feinste Partikel, die an den gewöhnlichen Hausstaub andocken. Der Staub ist nun mit Allergenen belastet, die beim Einatmen inhaliert werden und zu allergischen Reaktionen führen können.

Die häufigsten Milbenarten sind die so genannten Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae. Milben ernähren sich bevorzugt von kleinen Hautschuppen und Haaren der Menschen und befinden sich in

Milben bevorzugen ein feuchtwarmes Klima mit einer Temperatur von etwa 25 Grad Celsius. Die Allergie kann sich das ganze Jahr über bemerkbar machen, wenn auch die Konzentration im Spätsommer und Herbst am höchsten ist.

Verlauf

Besonders im Winter jedoch leiden die Hausstauballergiker besonders, da hier die Milben aufgrund der dauernden Heizungsluft vermehrt absterben. Der Mensch atmet den Kot der Tiere ein und reagiert so mit den allergischen Symptomen.

Patienten mit einer Hausstauballergie leiden lebenslang an dieser Erkrankung. Jedoch gibt es heutzutage diverse Präparate und Maßnahmen, um die Symptome wesentlich zu verbessern. Im Rahmen der Therapie ist es auch außerordentlich wichtig, einige Vorsichtsmaßnahmen zur Reduzierung von Milben einzuhalten.

Bleibt eine Hausstaubmilbenallergie über einen längeren Zeitraum unbehandelt, kann es bei empfindlichen Menschen zu Atemnot oder chronischem Asthma bronchiale kommen. Verlagert sich eine Allergie auf die Atemwege, sprechen Fachleute von einem "Etagenwechsel". Oft liegen die Ursachen für eine spätere Asthma-Erkrankung auch in einer Hausstauballergie im frühen Kindesalter begründet.

Symptome

In der Nacht oder am Morgen nach dem Aufstehen verspüren die Patienten

Einige Patienten leiden auch unter einem Nies- und Juckreiz. Bei Kindern treten Ekzeme auf.

Einige Patienten leiden im Verlauf der Erkrankung auch unter Asthma. Mitunter kann es auch zu

kommen. Die Symptome verschlimmern sich beim Bettenmachen und während der kalten Jahreszeit.

Diagnose

Der Hautarzt befragt den Patienten nach den genauen Symptomen und wann diese jeweils auftreten. Wenn der Patient schildert, dass er die Beschwerden überwiegend nachts und morgens verspürt, besteht bereits der Diagnosenverdacht Hausstauballergie.

Um seinen Diagnosenverdacht zu sichern, führt der Arzt einen Allergietest, den Pricktest, durch. Dazu werden dem Patienten verschiedene mögliche Allergie auslösende Lösungen auf den Unterarm geträufelt.

Jeder Tropfen wird mit einer dünnen Nadel in die Haut eingeritzt, so dass das Allergen in den Körper gelangen kann. Reagiert der Patient auf einen oder mehrere Stoffe allergisch, rötet sich die Einritzstelle.

Ist der Prick-Test zweifelhaft oder unbrauchbar, kann auch im Rahmen einer Blutuntersuchung, dem so genannten Radio-Allergen-Sorbent-Test (RAST), nachgewiesen werden, ob ein Patient allergisch ist. Dazu werden spezielle Antikörper im Blut untersucht.

Mitunter wird auch der Provokationstest durchgeführt. Dabei bringt man Milbenmaterial in den Atemstrom ein und überwacht die Reaktion. Besonders bei asthmatischen Beschwerden ist diese Methode, die meist unter stationären Bedingungen durchgeführt wird, hilfreich.

Behandlung

Hyposensibilisierung

Patienten mit einer Hausstauballergie erhalten oftmals eine Hyposensibilisierungsbehandlung. Im Rahmen dieser Behandlung wird den Patienten ihr Allergie auslösender Stoff in einer anfangs äußerst geringen Dosierung gespritzt.

Verträgt der Körper dies gut, wird die Dosis im Verlauf der Behandlung stetig gesteigert. Nach Ende der Behandlung, meist nach einigen Jahren, können die Patienten gut mit ihrer Allergie leben und haben häufig keine Beschwerden mehr.

Antihistaminika

Gegen die akuten Symptome kann der Arzt Medikamente wie Antihistaminika oder Inhalationen verordnen. Freiverkäufliche Anti-Histaminika lindern die Beschwerden meistens schnell, können aber auch zu unerwünschten Nebenwirkungen wie

führen. Gegen die juckende Haut gibt es spezielle Salben.

Veränderungen in der Wohnung

Zusätzlich zu diesen Maßnahmen muss im Wohnraum einiges verändert werden.

Schnelltests zur Messung der Milbenpopulation

Inzwischen gibt es im Handel Milbentests, die die Belastung durch Milbenkot in den eigenen vier Wänden messen. Mit den Schnelltests lässt sich die Milbenpopulation unkompliziert nachweisen.

Der Milbentest für zu Hause enthält Teststreifen, die mit Diazinoniumsalzen versehen sind. Wird ein Streifen in die Entwicklerflüssigkeit gelegt, reagiert das enthaltene Guanin auf die Salze und verfärbt sich rot. Je mehr Milbenkot gemessen wird, desto intensiver ist die Farbe.

Handelsübliche Hausstaubmilben-Tests sind sehr einfach anwendbar und geben Aufschluss, wie hoch das Belastungsrisiko ist. Die Tests eignen sich, um Milbenbelastungen in der ganzen Wohnung zu ermitteln.

Testobjekte können Matratzen, Teppiche, Gardinen oder Bekleidung sein. Auch Stofftiere von Kindern lassen sich auf diese Weise schnell auf Belastungen überprüfen.

Im Schlafzimmer

Da sich besonders in den Matratzen des Bettes viele Milben aufhalten, sollten diese mit einem besonderen Überzug unter dem Bettlaken bespannt werden.

Zudecke und Kopfkissen können mit dem gleichen Überzug geschützt werden oder regelmäßig in der Waschmaschine gewaschen werden. Dazu gibt es diverse Waschmittel oder Sprays, die die Milben vernichten können.

Bei 60 Grad sterben sie jedoch auch ohne besonders Mittel ab. Im Handel gibt es inzwischen auch diverse Bettwaren aus speziellen Materialien, worin sich die Milben nicht vermehren können.

Für ein luftiges Raumklima sorgen

Besonders wichtig bei der Bekämpfung von Hausstaubmilben ist ein luftiges Raumklima. Der Schlafbereich sollte nie zu warm sein und eher kühl bei Temperaturen von etwa 18 Grad gehalten werden. Die Umgebung in der Nähe des Bettes halten Hausfrauen und -männer am besten täglich staubfrei.

Als Bodenbelag eignet sich ein kurzfloriger Teppichboden. Im Gegensatz zu Fliesen oder Parkett kann ein Teppich Staub besser binden als ein glatter Fußboden, es sei denn, die Böden werden täglich gewischt.

Hausstauballergiker tun gut daran, auf Bettkästen zu verzichten. Bei einem offenen Bettgestell kann die Feuchtigkeit der Matratze besser entweichen.

Besonders viele Hausstaubmilben siedeln sich in der Matratze an. Deshalb sollte sie alle fünf bis acht Jahre gegen eine neue ausgetauscht werden. Sinnvoll ist es auch, beim Bettwäschewechsel die Matratze umzudrehen.

Im Wohnraum

Staubfänger wie Bücher, Vorhänge und Sofakissen begünstigen die Verbreitung von Hausstaubmilben. Ideal für Allergiker sind Sofas und Sessel aus Leder, auf denen möglichst keine Decken oder Kissen liegen sollten.

Wer glatte Böden in seinem Wohnraum hat und Hausstauballergiker ist, sollte diese regelmäßig absaugen und möglichst einmal täglich wischen, da hier der Staub leichter aufgewirbelt werden kann als bei Teppichböden. Beim Staubwischen empfehlen sich feuchte Mikrofasertücher statt handelsüblicher Staubtücher oder Staubwedel. Auch auf regelmäßiges Lüften sollte geachtet werden.

Da sich die Milben bevorzugt von Haaren und Hautschuppen des Menschen ernähren, sollten sich Allergiker nicht im Schlafzimmer umziehen, um den Milben nicht zusätzliche "Nahrung" zu liefern.

Kuscheltiere von Kindern sollte man regelmäßig in der Waschmaschine waschen. Ist dies nicht möglich, können sie auch im Gefrierschrank eingefroren werden. Die Milben sterben auch auf diese Weise.

Die toten Milben können jedoch bei empfindlichen Personen auch dann noch eine Allergie auslösen. Zu bevorzugen sind demnach immer waschbare Kuscheltiere. Soweit dies möglich ist, hilft es den Patienten mit einer Hausstauballergie auch, wenn die Hausarbeit ein gesunder Partner übernimmt.

Allergiker sollten übrigens bedenken, dass Haustiere die Milbenpopulation fördern, da sie wie der Mensch Hautschuppen produzieren - dadurch erhalten Hausstaubmilben noch mehr Lebensraum und Nahrung.

Innovative Staubsauger mit Mikrofeinfilter

Regelmäßiges Staubsaugen kann die Population der Milben zwar senken, jedoch nicht gänzlich beseitigen. Häufig wird zur Nutzung von Wasserdampfreinigern geraten, doch diese Methode ist nicht geeignet, denn beim Reinigungsprozess entsteht ein feuchtes Klima, was bekanntlich ein Dorado für die Hausstaubmilbe ist. Dadurch steigt das Risiko, dass sich die ungebetenen Hausbewohner noch schneller vermehren.

Besser eigen sich innovative Staubsauger mit Mikrofeinfilter. Die extra verstärkten Filtersysteme gibt es in verschiedenen Ausführungen, vom S-Klasse-System bis zum HEPA-Filter (High-efficiency-particulate-air-Filter).

Bei diesen Staubsaugertypen ist das regelmäßige Wechseln der Staubsaugerbeutel bzw. das Leeren des Staubbehälters erforderlich, um eine effiziente Saugleistung zu garantieren. Spezielle Hochleistungsfilter sind in der Lage, Mikropartikel bis zu 0,1 Mikron zurückzuhalten. Die Staubsaugerabluft ist damit sogar sauberer als die herkömmliche Raumluft.

Vorbeugung

Durch all diese Maßnahmen ist es niemals möglich, eine völlig milbenfreie Wohnung zu gestalten. Jedoch kann man die Milbenanzahl deutlich reduzieren, was die Betroffenen sofort an einer geringeren Ausprägung ihrer Symptome bemerken. Auch wer noch keine Hausstauballergie hat, kann diese Maßnahmen durchführen, um einer Allergie vorzubeugen.

Quellen:

  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860

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