2. Dezember 2010
Unter einem Darmverschluss versteht man eine Unterbrechung der Darmpassage. Zur Behandlung ist oftmals eine Operation erforderlich.
Kommt es zu einem Darmverschluss (Ileus), wird der Inhalt des Darms nicht weitergeschoben. Da ein Darmverschluss lebensgefährlich sein kann, muss in den meisten Fällen eine Operation vorgenommen werden.
Grundsätzlich kann ein Darmverschluss an jedem Bereich des Darms vorkommen. Dabei staut sich der Darm, sodass es im weiteren Verlauf zu einer erheblichen Dehnung der weiteren Darmanteile kommt. Für einen Darmverschluss gibt es unterschiedliche Ursachen. So unterscheidet man zwischen einem mechanischem Ileus und einem funktionellen Ileus. Ein mechanischer Ileus wird durch äußere und innere Hindernisse verursacht, während bei einem funktionellen Ileus der Darm selbst für die Störung der Transportfunktion verantwortlich ist. In den meisten Fällen entsteht ein Darmverschluss durch mechanische Behinderungen. So kann es durch ungünstige Verschlingungen oder Verwachsungen im Bauchraum zu Einschnürungen des Darms kommen. Aber auch Hernien (Brüche der Bauchwand), Schenkelfrakturen oder Leistenbrüche können mitunter einen Darmverschluss hervorrufen. Als weitere Gründe kommen Geschwülste, verhärteter Darminhalt oder Darmeinstülpungen infrage. Für einen funktionellen Darmverschluss kann eine Bauchfellentzündung oder eine Durchblutungsstörung verantwortlich sein.
Typische Symptome eines mechanischen Darmverschlusses sind starke, krampfartige Bauschschmerzen und Erbrechen. Außerdem ist der Bauchraum stark aufgebläht. Bei einem funktionellen Ileus fallen die Symptome dagegen weniger stark aus.
Besonders gefährlich sind mechanische Darmverschlüsse, da es durch sie rasch zu einer lebensgefährlichen Peritonitis (Bauchfellentzündung) kommen kann. Behandelt wird ein Darmverschluss meistens mit einer Operation. Es besteht zwar die konservative Möglichkeit den Inhalt von Magen und Darm abzusaugen sowie Infusionen und Medikamente zu verabreichen, in den meisten Fällen lässt sich ein operativer Eingriff jedoch nicht vermeiden. Vor allem bei einer Bauchfellentzündung oder einem drohenden Durchbruch der Darmwand muss operiert werden.
Bei der Operation, die unter Vollnarkose stattfindet, öffnet der Chirurg den Bauchraum. Der weitere Verlauf hängt vom jeweiligen Befund ab. Manchmal kann es erforderlich sein, Verwachsungen zu lösen oder eingeklemmte Darmanteile oder Verstülpungen wieder in die richtige Lage zu bringen. Besteht ein Tumor, muss dieser herausgeschnitten werden. In anderen Fällen ist es nötig den Darm aufzuschneiden, damit gestaute Inhalte abgesaugt werden können. Müssen Teile des Darms entfernt werden, wird meist ein künstlicher Darmausgang gelegt. In den meisten Fällen lässt sich dieser nach ein paar Monaten wieder zurückverlegen. Um gestauten Speisebrei abzusaugen, verwendet man eine Magensonde. Im Falle einer Bauchfellentzündung oder eines Darmdurchbruchs, ist es erforderlich den Bauchraum mit keimtötenden Mitteln auszuspülen.
Nach der Operation darf der Patient zunächst nichts essen und erhält deshalb vorübergehend Nährstoffinfusionen, bis sich die Darmfunktionen wieder normalisiert haben.
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