Darmkrebs Artikel

Risikofaktoren und Früherkennung von Darmkrebs - Regelmäßige Vorsorge ist leichter denn je

(dgk) Durch zahlreiche Studien sind heutzutage die Faktoren, die das Risiko einer Darmkrebserkrankung erhöhen, bekannt. Menschen, die zu den Risikogruppen gehören, sollten gezielt alle Vorsorgemöglichkeiten nutzen. Denn bei keiner anderen Krebsart sind die Heilungschancen bei einer Früherkennung so gut wie bei Darmkrebs.

Die Vorsorgeuntersuchung

Die Darmspiegelung ist das beste und sicherste Vorsorgeinstrument. Sie ermöglicht nicht nur eine umfassende Diagnose, sondern bietet gleichzeitig Therapiemöglichkeiten, zum Beispiel das Abtragen von Polypen, oder die Entnahme von Gewebeproben.

Zahlreiche Menschen nehmen eine Darmspiegelung jedoch nicht in Anspruch, da sie Angst davor haben. Doch inzwischen ist eine Darmspiegelung im Allgemeinen schmerzfrei, risikoarm und lässt sich in 15 Minuten durchführen.

Vor einer Darmspiegelung muss der Darm gründlich gereinigt werden. Nur so kann der Arzt auch kleinste Veränderungen der Darmschleimhaut feststellen. Heutzutage ist durch moderne Trinklösungen die Darmreinigung erheblich angenehmer geworden: Die Patienten müssen nur noch am Vorabend und am Morgen der Untersuchung einen Liter eines in Wasser aufgelösten Pulverpräparats zu sich nehmen und ergänzend je einen halben Liter Mineralwasser, Tee oder klare Brühe trinken. Im Vergleich zu früher ist die Trinkmenge um die Hälfte reduziert, außerdem erleichtert ein angenehmer Geschmack die Einnahme des Präparats. Auch tagelange Diäten sind nicht mehr notwendig. Eine regelmäßige Darmkrebsvorsorge ist somit leichter denn je.

Erbliches und familiäres Darmkrebs-Risiko

Das höchste Darmkrebs-Risiko haben Menschen, in deren Familien Angehörige an Darmkrebs oder Darmpolypen erkrankt waren. Wissenschaftler unterscheiden hier zwischen erblichem Darmkrebs und der familiären Häufung von Darmkrebs. Etwa fünf bis acht Prozent aller Erkrankungen haben einen erblichen Ursprung und können durch molekulargenetische Tests nachgewiesen werden. Schon junge Menschen können erkranken. Deshalb beginnen die Vorsorgeuntersuchungen bereits im Alter von zehn Jahren.

Weitaus häufiger als die erbliche Form ist die familiäre Häufung von Darmkrebs. Sie liegt bei 25 Prozent aller Darmkrebserkrankungen vor. Da die genetischen Ursachen noch nicht identifiziert werden konnten, kann nur die Erforschung des Familienstammbaums klären, ob und wie oft Fälle von Darmkrebs aufgetreten sind. Liegt eine familiäre Häufung vor, ist ein Beginn des Vorsorgeprogramms schon in jungen Jahren sehr wichtig.

Die Vorsorgedarmspiegelung bei familiärem und erblichem Risiko wird – unabhängig vom Alter – von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.

Weitere Risikofaktoren

Das Darmkrebsrisiko nimmt ab dem 50. Lebensalter stark zu, denn der Organismus wird dann anfälliger für Zelldefekte. Auch Menschen, die an Diabetes mellitus Typ 2 oder unter chronisch entzündlichen Darmerkrankungen leiden oder denen bereits Darmpolypen entfernt wurden, haben ein erhöhtes Risiko. Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und Stress sind weitere Risikofaktoren.

Ab dem 51. Lebensjahr haben Patienten Anspruch auf einen Test, bei dem der Stuhl auf okkultes (verstecktes) Blut untersucht wird. Ab dem 56. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Darmspiegelung. Von da an kann man zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren durchführen lassen.

In Verdachtsfällen, wie zum Beispiel der erblichen Belastung oder aber bei Beschwerden wie Schmerzen, Blutarmut, Änderung der Stuhlgewohnheiten oder Blutungen werden die Kosten grundsätzlich von den Krankenkassen übernommen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.hnpcc.de (Verbundprojekt Familiärer Darmkrebs der Deutschen Krebshilfe), www.darmspezialisten.de, www.darmkrebs.de und www.moviprep.de.

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