Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

Eine Raucherlunge zeichnet sich durch die Verengung der Bronchien und zerstörte Flimmerhärchen aus

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  • von Paradisi-Redaktion
Frau hustet mit Hand vor dem Mund, andere Hand auf Brust
Woman suffering with a bad cough and cold © aceshot - www.fotolia.de

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung bezeichnet zahlreiche Erkrankungen, welche chronischen Husten sowie Auswurf und Atemnot aufweisen. Bei körperlicher Belastung kommt es häufig zu einer deutlichen Leistungsminderung der betroffenen Personen.

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COPD (chronic obstructive pulmonary disease) oder COLD (chronic obstructive lung disease) beschreibt die gemeinsame Endstrecke mehrerer Lungenkrankheiten.

Die häufigste Ursache ist die durch das Rauchen verursachte chronische Bronchitis. Von diesem Krankheitsbild wird gesprochen, wenn in zwei aufeinander folgenden Jahren bei einem Patienten mindestens drei Monate Husten mit Auswurf (= produktiver Husten) besteht. 90 Prozent der Patienten sind starke Raucher, das Flimmerepithel der Bronchien wird durch jahrelangen Nikotinabusus zerstört.

Die Bronchien reagieren mit vermehrter Schleimproduktion und Hypertrophie (d.h. die Bronchialwände verdicken sich). Die Schleimhaut hingegen wird immer dünner und die Bronchien kollabieren bei der Ausatmung. Es liegt die typische Obstruktion vor.

Im Anfangsstadium besteht produktiver Husten, besonders morgens wird vermehrt Sputum abgehustet. Bei Fortschreiten der Erkrankung klagen die Patienten über Belastungsdyspnoe und Leistungsabfall, in Ruhe bestehen noch keine Einschränkungen.

Im Endstadium besteht selbst in Ruhe eine sogenannte respiratorische Insuffizienz, d.h. die Patienten haben ohne Belastung Luftnot, es entwickelt sich ein obstruktives Emphysem, Teile der Bronchien sind verengt, andere sind überbläht, es findet aber kein Gasaustausch statt. Das Herz, das gegen den erhöhten Widerstand der Lunge anpumpen muss, reagiert ebenfalls mit einer Hypertrophie. Die Herzwand - besonders des rechten Herzens - verdickt sich. Da die Lungenerkrankung hierfür verantwortlich ist, spricht man von einem Cor pulmonale. Dies wiederum führt irgendwann zur Rechtsherzinsuffizienz, da eine zu dicke Herzwand den Pumpvorgang und die lokale Versorgung des Herzens behindert.

Da im Anfangsstadium noch gute Heilungschancen bestehen, ist es wichtig, eine frühe Diagnose zu stellen. Eine sofortige Raucherentwöhnung, sowie bedarfsweise Medikation mit Beta-2-Mimetika oder Corticoiden, sowie konsequente Atemgymnastik, können die schlimmsten Komplikationen verhindern.

Abgesehen vom Rauchen können auch besondere berufliche Belastungen für die COPD verantwortlich sein (Feinstaub z.B. im Bergbau o.a.). Auch der angeborene Mangel an Alpha-1-Antitrypsin führt zur COPD. Dies ist aber sehr selten.

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