14. Juli 2008
Von Annett Biermann
Die Sepsis ist als eine der ältesten Krankheiten längst bekannt. Die Behandlungsmöglichkeiten sind jedoch nach wie vor stark begrenzt. Einer Früherkennung wird dabei ein besonderes Gewicht zuteil.
Zwischen drei und fünf Prozent der Menschen in Deutschland erkranken an Blutvergiftung. In der Fachsprache spricht man dabei von einer Sepsis. Die Erkrankung hat eine lange Historie, die bis in das Jahr 460 v. Chr. zurück reicht. Bereits Hippokrates verwendete einst diese Bezeichnung. Natürlich entwickelten sich Erkenntnisse über die Krankheiten sowie die Heilmethoden stetig fort, dennoch ist eine Sepsis eine ernstzunehmende schwere Erkrankung, deren Behandlung nicht immer ganz einfach ist.
Eine Sepsis geht in aller Regel von einer einzigen unkontrollierten Infektion aus, die Bakterien auslösen. Gerät eine lokal begrenzte Infektion außer Kontrolle und weitet sich auf andere Körperbereiche und Organe aus, so folgt darauf oftmals eine Kettenreaktion, die alle lebenswichtigen Organe angreift. Dabei kann es zum Beispiel zu Nieren- oder Leberversagen oder Kreislaufschocks kommen. Das Immunsystem versagt und lässt weitere Erreger eindringen.
Erste Anzeichen für eine Sepsis können daher hohes Fieber, nieder Blutdruck, Desorientiertheit, erhöhte Atemfrequenz und ein erhöhter Herzschlag sein. Einer Studie zur Folge können vor allem Erkrankungen wie Lungenentzündung, Infektionen der Harnwege und Geschlechtsorgane sowie Infektionen der Bauchorgane eine Sepsis auslösen. Besonders sepsisgefährdet sind auch Menschen mit Verbrennungen, da über die Brandwunden Bakterien leichter in den Blutkreislauf wandern können. Außerdem ist bei Verbrennungsopfern das Immunsystem in aller Regel bereits stark geschwächt.
Wird die Sepsis frühzeitig erkannt, so kann ein früher Einsatz von Antibiotika eine weitere Kettenreaktion verhindern.
Sollten einzelne Organe die Infektion verursachen, so kann auch operativ, zum Beispiel durch Entfernung des betroffenen nicht lebensnotwendigen Organs, Abhilfe geschaffen werden. Ist die Sepsis bereits weit fortgeschritten, so sind die Behandlungsmöglichkeiten äußerst begrenzt. Körpereigene Blutzellen können ersetzt werden, Schockbehandlungen oder Nierenersatzverfahren sind einige der wenigen Behandlungsmöglichkeiten.
Die Behandlung mit Antibiotika führt heutzutage nicht immer zu dem gewünschten Erfolg, da eine Vielzahl an Erregern bereits immun gegen verschiedene Antibiotika ist. Konnte die Sepsis insoweit behandelt werden, dass der Infektionsherd gefunden und eliminiert wurde, so ist als zweiter Schritt der Aufbau des eigenen Immunsystems besonders wichtig, da durch die Stärkung des Immunsystems das Fortschreiten der Sepsis auf natürlichem Wege bekämpft wird. Dem Patienten werden dafür in aller Regel Protein C Präparate verabreicht.
Da eine zu spät erkannte Sepsis erhebliche Schäden anrichten, und in bestimmten Fällen auch bis zum Tode führen kann, sollte bei den bereits beschriebenen festgestellten Symptomen bereits frühzeitig ein Arzt konsultiert und darauf aufmerksam gemacht werden.
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