Bandscheibenvorfall - Ursachen, Symptome und Behandlung

Bei einem Bandscheibenvorfall, auch Bandscheibenprolaps oder Diskusprolaps genannt, handelt es sich um eine Erkrankung der Wirbelsäule, bei der gallertartiges Kerngewebe der Bandscheibe in deren Fasserring austritt. Mehrere Ursachen können zu einem Bandscheibenvorfall führen; typisch sind etwa Übergewicht, ein höheres Alter sowie Überlastung. Die Diagnose stellt in der Regel der Orthopäde, meist in Zusammenarbeit mit einem Neurologen. Informieren Sie sich über Ursachen, Symptome und Behandlung eines Bandscheibenvorfalls.

Die Entstehung eines Bandscheibenvorfalls und wie man ihn erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Die Bandscheiben sind das elastische Bindeglied zwischen den einzelnen Wirbelkörpern und verleihen der Wirbelsäule so ihre Beweglichkeit. Den ganzen Tag lang leisten die kleinen Scheiben Schwerstarbeit.

Denn schon wenn wir stehen, wirken ungeheure Kräfte auf die Wirbel. Bei starken Belastungen nimmt der Wassergehalt des Gallertkerns, der von einem Faserring umgeben wird, ab. Damit verringert sich der Raum zwischen den einzelnen Wirbeln.

Des Nachts wird dieser Wasserverlust wieder ausgeglichen. Mit dem Alter sinkt jedoch die Elastizität des Gallertkerns und die Fasern des Ringes werden allmählich porös.

Einen Bandscheibenvorfall bezeichnet man auch als Bandscheibenprolaps oder Diskusprolaps. Es handelt sich um eine Erkrankung der Wirbelsäule, bei der gallertartiges Kerngewebe der Bandscheibe in deren Faserring austritt; dies geschieht aufgrund von Rissen. In einigen Fällen führt diese Gewebeverlagerung zu Druck auf das Rückenmark oder auch aus den dort austretenden Nerven.

Bandscheibenvorfälle im Bereich der Lendenwirbelsäule treten am häufigsten auf, sind aber auch im Bereich des Halses oder der Brustwirbelsäule möglich. Bei manchen Patienten ist die Verlagerung so gering ausgeprägt, dass keine Beschwerden auftreten.

Ursachen

In der Regel entsteht ein Bandscheibenvorfall mit zunehmendem Alter. Die Bandscheiben, die sich zwischen den Wirbelkörpern der Wirbelsäule als Puffer befinden, verlieren mit zunehmendem Alter ihre Form und somit auch ihre schützende Funktion.

Die Wirbelkörper können so aufeinander reiben und der Kern der Bandscheibe tritt in den Rückenmarkskanal und drückt auf die Nerven. Auch Patienten, die über längere Zeit ihren Rücken überbelastet haben (wie Krankenpflegekräfte), können an einem Bandscheibenvorfall erkranken.

zählen ebenfalls zu den Risiken für die Entstehung eines Bandscheibenvorfalles. Je nach Auslöser und Region lassen sich unterschiedliche Formen eines Bandscheibenvorfalls erkennen:

  • Zervikaler Bandscheibenvorfall (Halswirbelsäule)
  • Thorakaler Bandscheibenvorfall (Brustwirbelsäule) und
  • Lumbaler Bandscheibenvorfall (Lendenwirbelsäule)

Verlauf

Je nach vorliegendem Befund muss ein Bandscheibenvorfall operativ behandelt werden oder der Vorfall kann noch durch konservative Maßnahmen therapiert werden. Eine Operation ist oftmals risikoreich und birgt Komplikationen wie unter anderem

Egal ob operativ oder konservativ behandelt wird, stellt die physiotherapeutische Behandlung einen großen Teil der Therapie eines Bandscheibenvorfalles dar.

Symptome

Welche Beschwerden ein Bandscheibenvorfall verursacht, hängt von der genauen Lage des Vorfalls ab und davon, ob auch Nerven betroffen sind.

Die meisten Patienten verspüren ganz plötzlich einen starken und stechenden Schmerz im Bereich des Rückens. Oft strahlt der Schmerz nach unten bis in die Beine oder auch nach oben bis zu den Armen aus.

Schmerzen in den Armen empfinden die Betroffenen dann, wenn sich der Vorfall im oberen Bereich der Wirbelsäule befindet. Der Schmerz kann sich in den Extremitäten wie ein Kribbeln anfühlen. Wenn der Patient niesen oder husten muss, verstärken sich die Schmerzen.

Sehr ernst zu nehmende Symptome eines Bandscheibenvorfalls können auch Gefühlsstörungen im Bereich des Afters und der Geschlechtsorgane sein. Die Körperausscheidung ist dann meist gestört, so dass der Betroffene sie nicht mehr kontrollieren kann. Auch im Bereich der Extremitäten können Taubheitsgefühle auftreten.

Diagnose

Berichtet ein Patient von diesen Beschwerden, tippt der Arzt meist sofort auf einen Bandscheibenvorfall. Um seinen Diagnoseverdacht zu sichern, werden in der Regel eine

des Rückens durchgeführt. Bei der Computertomografie bzw. der Magnetresonanztomografie wird dem Patienten oftmals auch ein Kontrastmittel gespritzt.

Neben der apparativen Diagnostik findet auch eine eingehende neurologische Untersuchung statt. Durch diese Untersuchung kann herausgefunden werden, ob und welche Nerven vom Bandscheibenvorfall betroffen sind und wie stark die Nervenschädigung bereits ist.

Dazu werden beispielsweise die Reflexe geprüft. Zusätzlich prüft der Arzt zum Beispiel auch, ob der Patient auf den Zehen bzw. auf den Fersen gehen kann.

Behandlung

Konservative Behandlung

Anfangs wird ein Patient mit Bandscheibenvorfall in der Regel immer konservativ, also noch ohne Operation behandelt. Besteht ein akuter Bandscheibenvorfall, wird der betroffene Teil der Wirbelsäule oftmals ruhig gestellt.

Die konservative Behandlung dauert in der Regel etwa einen Monat. Gegen die Schmerzen verordnet der Arzt Schmerzmittel.

Zusätzlich werden intensive physiotherapeutische Übungen durchgeführt, die der Patient auch zu Hause weiterführen muss. Ziel der Physiotherapie ist es, die Muskulatur des Rückens zu stärken.

Operative Behandlung

Bemerkt der Patient Anzeichen einer Inkontinenz, Lähmungen oder schlägt die konservative Therapie nicht an, erfolgt eine Operation. Oftmals kann die Operation durch einen minimalinvasiven Eingriff in örtlicher Betäubung erfolgen, welcher wesentlich weniger Risiken birgt als eine Operation in Vollnarkose.

Komplizierte Bandscheibenvorfälle müssen jedoch in jedem Fall im Rahmen einer "offenen" Operation (offene Diskektomie) behandelt werden. Oftmals ist auch ein Eingriff mit Laser möglich.

Zusätzlich gibt es viele weitere verschiedene Verfahren, wie ein Bandscheibenvorfall chirurgisch behandelt werden kann, dazu zählen auch Implantate an der Bandscheibe und mikrochirurgische Diskektomie an der Bandscheibe.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die unterschiedlichen Operationsverfahren bei einem Bandscheibenvorfall einmal genauer vor.

Endoskopische Diskektomie an der Bandscheibe

Die endoskopische Diskektomie zählt zu den endoskopischen Verfahren. Bei einem Endoskop handelt es sich um ein spezielles medizinisches Instrument, das sich sowohl für innere Untersuchungen als auch für minimal-invasive operative Eingriffe eignet, und mit einer speziellen Optik und Beleuchtung ausgestattet ist. Endoskopische Verfahren haben den Vorteil, dass der Patient meist nur eine lokale Betäubung benötigt.

Anwendungseinschränkungen

Obwohl die endoskopische Diskektomie grundsätzlich gut für die Behandlung von Bandscheibenvorfällen und Bandscheibenvorwölbungen geeignet ist, lässt sie sich nicht bei jedem Vorfall anwenden. Dies ist zum Beispiel bei abgelösten Bandscheibenteilen der Fall, die sich im Wirbelkanal entweder nach oben oder nach unten verlagert haben. Auch bei Bandscheibenvorfällen im Übergangsbereich zwischen Kreuzbein und Lendenwirbelsäule stößt die endoskopische Diskektomie an ihre Grenzen, da der Beckenkamm dem Gerät den Weg versperrt.

Durchführung

Vor der Operation desinfiziert man die Haut über dem betreffenden Abschnitt und verabreicht dem Patienten, der auf dem Bauch liegt, eine örtliche Betäubung.

Danach nimmt der Operateur ein oder zwei kleine Einschnitte vor und schiebt mithilfe einer Röntgenkontrolle ein bis zwei kleine Röhrchen aus Metall in den Bandscheibenbereich vor. Auf diese Weise lassen sich das Endoskop und weitere Instrumente optimal in die Bandscheibenregion einführen.

Auf einem angeschlossenen Monitor kann der behandelnde Chirurg die Bilder aus dem Operationsgebiet betrachten. Nach dem Einführen des Endoskops operiert man gezielt das Bandscheibengewebe, das die Schmerzen auslöst, heraus.

Zum Abschluss des Eingriffs werden die Einschnitte vernäht und mit speziellen Pflastern versorgt. Bereits drei Stunden nach der Operation darf der Patient wieder aufstehen.

Mögliche Komplikationen

Obwohl die endoskopische Diskektomie ein schonendes Operationsverfahren mit geringem Komplikationsrisiko ist, besteht dennoch die Gefahr von Nervenverletzungen, die sich durch Bewegungs- und Gefühlsstörungen bemerkbar machen.

Auch

sind im Bereich des Möglichen. Außerdem ist die Rückfallquote relativ hoch.

Mikrochirurgische Diskektomie an der Bandscheibe

Die mikrochirurgische Diskektomie kommt am häufigsten zum Einsatz, wenn ein Bandscheibenvorfall operiert werden muss. Dabei erfolgt die Entfernung eines Bandscheibenstücks oder sogar der ganzen Bandscheibe.

Ziel dieser Maßnahme ist die Entlastung der Rückenmarksnerven. Gegenüber der endoskopischen Diskektomie hat die mikrochirurgische Diskektomie den Vorteil, dass sie bei jeder Art von Bandscheibenvorfall angewandt werden kann.

Durchführung

Vor der Operation erhält der Patient, der sich in Bauchlage befindet, eine Vollnarkose. Außerdem wird der Oberkörper in eine höhere Position gebracht, sodass der Patient eine kniende Position einnimmt. Auf diese Weise lässt sich der Abstand zwischen den Wirbelkörpern vergrößern, was dem Operateur das Öffnen des Wirbelkanals leichter macht.

Zunächst führt man einen kleinen Hautschnitt an der betreffenden Rückenstelle aus und schiebt die Rückenmuskulatur behutsam zur Seite. Zur Anwendung kommen dabei kleine Spezialinstrumente sowie ein Operationsmikroskop.

Als Nächstes schneidet der Operateur das Ligamentum flavum, ein Band, das zur Verbindung der Wirbelkörper dient, ein wenig ein. Dies ermöglicht ihm einen direkten mikroskopischen Einblick in den Wirbelkanal.

Danach löst man mithilfe der speziellen Instrumente das Bandscheibengewebe ab und entfernt es mit einer Fasszange. Bestehen Defekte im Faserring der Bandscheibe können diese mikrochirurgisch vernäht werden. Für den Fall, dass Bandscheibenteile in den Wirbelkanal gerutscht sind, holt man sie aus dem Kanal heraus und näht die Wunde wieder zu.

Mögliche Komplikationen

Auch bei der mikrochirurgischen Diskektomie besteht die Möglichkeit von Komplikationen. So kann es durch Nervenverletzungen zu

  • Bewegungsstörungen
  • Gefühlsstörungen oder
  • Funktionsstörungen von Darm und Blase

kommen, was aber nur selten der Fall ist. Manche Patienten leiden nach dem Eingriff auch unter Kribbeln oder ziehenden Schmerzen in den Beinen.

Bereits einen Tag nach der Operation kann der Patient mit krankengymnastischen Übungen zur Stärkung der Muskulatur beginnen. Normalerweise müssen nur wenige Tage im Krankenhaus verbracht werden.

Minimal-invasive Eingriffe an der Bandscheibe

In manchen Fällen ist es durch minimal-invasive Techniken möglich, eine größere Bandscheiben-Operation zu vermeiden.

Ziel und Wirkung

Ziel dieser schonenden Eingriffe ist die Zerstörung oder die Entfernung von Teilen des Gallertkerns, der sich im Inneren der Bandscheibe befindet. Auf diese Weise wird der Druck auf die Faserhülle reduziert.

Indem man das Volumen des Gallertkerns verringert, kann sich die Vorwölbung zurückziehen, was weniger Druck auf die Nervenwurzel zur Folge hat. Allerdings eignet sich diese Operationsmethode nur für Patienten, die unter einer Bandscheibenvorwölbung leiden. Bei komplizierten Bandscheibenvorfällen ist sie hingegen wirkungslos.

Durchführung

Zu Beginn einer minimal-invasiven Bandscheiben-Operation verabreicht man dem Patienten eine lokale Betäubung sowie ein Antibiotikum, das zur Vorbeugung von Entzündungen im Zwischenwirbelraum dient. Manchmal schiebt man auch eine Kanüle zum Rückenmark und injiziert dort ein Lokalanästhetikum.

Für das weitere Vorgehen kommen mehrere Varianten infrage.

  • Dazu gehört unter anderem die Thermoläsion, bei der man einen Thermokatheter ins Bandscheibeninnere schiebt. Dann erhitzt man den Katheter auf 90 Grad Celsius.

    Auf diese Weise verkocht ein Teil des Bandscheibenringes. Auf der anderen Seite wird der äußere Faserring durch die Hitze verfestigt. Nebenbei zerstört man auch einen Teil der schmerzleitenden Nerven.

  • Eine andere minimal-invasive Technik ist die Laserabtragung, bei der man eine Kanüle zur Bandscheibe schiebt, durch die man dann einen Laser einbringt. Die Lichtblitze des Lasers sorgen für die Verdampfung des Gallertkerns, wodurch dessen Volumen verringert wird.

  • Auch bei der Chemonukleolyse wird eine Kanüle zur erkrankten Bandscheibe gelegt. Danach injiziert man das Enzym Chymopapain in die Bandscheibe, welches eine chemische Verflüssigung des Gallertkerns bewirkt.

    Anschließend erfolgt das Absaugen der verflüssigten Masse über die Kanüle. Mitunter kann das Chymopapain auch die Nerven zerstören, was jedoch nur selten vorkommt.

  • Eine weitere minimal-invasive Technik ist die perkutane Nukleotomie, bei der man ebenfalls eine Kanüle zur Bandscheibe schiebt. Mithilfe eines kleinen Schneide- und Sauggeräts werden Teile des Gallertkerns entfernt und abgesaugt.

Mögliche Komplikationen

Nach der Operation muss sich der Patient etwa 2-4 Wochen schonen. In den meisten Fällen erhält er zur Unterstützung ein Korsett. Obwohl minimal-invasive Techniken schonend für den Körper ablaufen, besteht dennoch die Gefahr einer gefürchteten Komplikation.

So kann es mitunter zu einer Diszitis, einer Entzündung des Zwischenwirbelraums kommen. Um dies zu vermeiden, verabreicht man dem Patienten jedoch schon vor der Operation ein Antibiotikum. Die Bildung von Narben ist nach einer minimal-invasiven Bandscheiben-Operation nicht zu befürchten.

Implantate an der Bandscheibe

Für den Fall, dass eine Bandscheibe schon stark verschlissen ist, besteht die Möglichkeit, sie durch eine Bandscheiben-Prothese zu ersetzen, damit die Beweglichkeit der Wirbelsäule gewahrt bleibt. Außerdem trägt das Implantat zur Linderung der Schmerzen bei. Allerdings liegen noch nicht genügend Forschungsergebnisse über die Langzeitwirkung von Bandscheiben-Implantaten vor.

Ist die Bandscheiben-Degeneration noch in einem frühen Stadium, kann es sogar ausreichen, lediglich den Gallertkern im Bandscheibeninneren auszutauschen. Als Ersatz dient ein künstlicher Kern, der Hydrogel enthält, und als Platzhalter zwischen den Wirbeln dient. Ähnlich wie ein richtiger Gallertkern hat das Gel die Fähigkeit, bei Entlastung Wasser aufzunehmen und es bei Belastung wieder abzulassen.

Durchführung

Bei einem Bandscheiben-Totalersatz entfernt man sowohl die Bandscheibe als auch Teile der Deck- und Grundplatten der benachbarten Wirbel. Das Bandscheiben-Implantat besteht in den meisten Fällen aus Titan sowie einem Polyethylen-Inlay, was einer Hüftprothese ähnelt.

Während des Eingriffs wird zunächst die geschädigte Bandscheibe herausoperiert. Nach einer Röntgendurchleuchtung bestimmt man die Größe der Bandscheibe und wählt ein geeignetes Implantat aus.

Außerdem meißelt der Chirurg in die Deck- und Grundplatten der benachbarten Wirbel einen kleinen Schlitz. Dieser dient dann zum Verankern des Implantats.

Danach wird die Bandscheiben-Prothese eingesetzt. Durch den Druck, den die Wirbelsäule ausübt, kann das Implantat stabilisiert werden. Nach etwa 3 bis 6 Monaten ist das Knochenmaterial in die Deck- und Grundplatten des Implantats eingewachsen.

Nachsorge

Im Anschluss an die Operation ist es wichtig, dass sich der Patient körperlich schont und keine schweren Lasten hebt. Außerdem erhält er zur Stabilisierung ein elastisches Mieder.

Offene Diskektomie an der Bandscheibe

Bei der offenen Diskektomie handelt es sich um eine offene Bandscheiben-Operation. Da die Gefahr von Komplikationen bei diesem Verfahren deutlich größer ist als bei minimal-invasiven Eingriffen, führt man sie heutzutage nur noch selten durch. Ein möglicher Grund für eine offene Diskektomie können unter anderem Fehlbildungen der Wirbelsäule sein.

Bei der offenen Diskektomie entfernt man die Bandscheibe entweder komplett oder zum Teil. Zweck der Operation ist es, eine Entlastung der Rückenmarksnerven herbeizuführen.

Durchführung

Vor dem Eingriff erhält der Patient, der sich in kniender Position auf dem OP-Tisch befindet, eine Vollnarkose. Danach führt der Operateur parallel zur Wirbelsäule einen Hautschnitt durch.

Dann schiebt er die Rückenmuskulatur etwas zur Seite, damit er an die Bandscheibe herankommt. Außerdem erfolgt ein leichter Einschnitt am Ligamentum flavum.

Zur Verbesserung der Sicht kann auch das Entfernen von kleinen Knochenstückchen erforderlich sein. Durch die Anwendung eines Operationsmikroskops erhält der Operateur einen direkten Einblick in den Wirbelkanal.

Schließlich wird das geschädigte Bandscheibengewebe herausoperiert. Außerdem entfernt man Bandscheibenteile, die in den Wirbelkanal gerutscht sind.

Falls erforderlich, können auch Defekte im Faserring der Bandscheibe genäht werden. Zum Ende der Operation erfolgt das Verschließen der Hautschnitte.

Nachsorge

In einigen Fällen kann es vorkommen, dass die Blase am Tag nach der Operation mit einem Katheter entleert werden muss. Normalerweise kommen Blase und Darm jedoch rasch wieder ihren normalen Funktionen nach.

Bereits einen Tag nach dem Eingriff kann der Patient mit physiotherapeutischen Übungen beginnen. Diese Übungen dienen zur Kräftigung von Muskeln und Bändern. In den meisten Fällen muss der Patient nur wenige Tage im Krankenhaus verbringen.

Mögliche Nebenwirkungen

Bei einer offenen Diskektomie besteht die Gefahr von Nervenverletzungen, was

  • Bewegungs- und Gefühlsstörungen in den Beinen
  • sexuelle Störungen, sowie
  • Funktionsstörungen von Darm und Blase

zur Folge haben kann. Gelegentlich treten auch

  • Wundheilungsstörungen
  • Infektionen oder
  • wuchernde Narben

auf.

Vorbeugung

Um einem Bandscheibenvorfall vorzubeugen, sollte man seinen Rücken nicht einseitig belasten und regelmäßig die Muskulatur des Rückens aufbauen. Auch die Stärkung der Bauchmuskulatur ist wichtig, denn diese entlastet ebenso die Wirbelsäule und hält die Bandscheiben in Form. Jedes Kilo, das man zuviel wiegt, wirkt sich negativ auf die Bandscheiben aus, so dass man Übergewicht unbedingt reduzieren sollte.

Auch eine aufrechte und entspannte Sitzposition ist sehr wichtig für die Rückengesundheit. Menschen, die eine sitzende Tätigkeit ausüben, sollten zwischendurch immer wieder aufstehen und sich bewegen, um den Rücken zu entlasten. Wer einen schweren Gegenstand hochheben will, sollte dazu in die Hocke gehen und den Rücken ausstrecken, um den Gegenstand möglichst Rücken schonend aufzuheben.

Quellen:

  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860

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